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IG Pipsa, die Wanderameise ... ein Fortsetzungsgeschichte für alle, die Lust zum Geschichtenschreiben haben ...

Sameafnir

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Vorwort:
Diese Geschichte darf von jedem fortgeführt werden, der Lust hat ein Stück mitzuschreiben. Es gibt keine Regeln, ausser dass der Fantasie freien Lauf gelassen wird.
Einzige Bedingung: Pipsa, eine Waldameise ist der Hauptcharakter, es dürfen aber weitere Protagonisten hinzugefügt werden nach Belieben. Wer Fragen oder Ideen hat, darf diese gern per Unterhaltung an mich richten. Diese Geschichte ist als Fortsetzungsgeschichte gedacht, also jeder darf einen Teil schreiben, Andere dürfen fortsetzen - möglichst mit einer inhaltlich passenden
Fortsetzung. Die Charakter sollten hier im ersten Post hinzugefügt werden.


Charakter bisher:
Pipsa, die Waldameise
Slo (Slobodan) der Floh
Bob, das Wildschwein
Tschu-kul, der Ameisenbär
Wulfram, der "Ohrwurm" Regenwurm


Nursali *Große Göttin des Ameisenhaufens, Schutzpatronin aller Waldameisen


Pipsa, die Wanderameise


Als Pipsa die schwere Last des Apfelstückchens, welches sie – ihr Glück kaum fassend – auf ihrem staubigen Pfad liegend neben ein paar abgebrochenen Ästchen und ein paar schmutzigen Kieseln erspäht eigentlich errochen hatte, fein säuberlich abgeschnitten und aufgeladen hatte, konnte sie endlich weiterwandern.

Es waren – Nursali* sei Dank – auch keine der riesigen Zweibeiner unterwegs, da lief man immer Gefahr von deren gewaltigen Füßen zermalmt zu werden. So schwankte Pipsa zunächst ein wenig, ob des schweren Gewichts was sie trug, aber nach ein paar wenigen Schritten, hatte sie sich darauf eingestellt und stakste in regelmässigen Schritten, die Fühler immer nach vorne gerichtet, voran.

Sie freute sich schon auf den Leckerbissen, den das Apfelstück später abgeben würde. Pipsa war keine typische Waldameise. Nein, ganz im Gegenteil. Sie hatte ihren geliebten Haufen verlassen und zog nun in die große Weite Welt! Sie wollte ganz einfach sehen was es ausser dem Haufen und dem umliegenden Wald noch zu entdecken gab.

Und obwohl es so etwas wie Wanderameisen nicht gab – oder zumindest hatte Pipsa noch niemals von einer solchen Gattung oder gar einer Verandten gehört, so wollte sie die erste sein, die den Haufen verliess, und die erste die eine Abenteuerameise werden würde. Mit dieser Idee hatte sie Slo der Floh angesteckt. Slo, also eigentlich Slobodan, war von einem Wildschwein gefallen und in der Nähe des Haufens aufgekommen . Er hatte Pipsa, die gerade dabei war Blütenblätter hinein in den Bau zu tragen, geradezu ein Gespräch aufgezwängt. Slo war wahnsinnig kontaktfreudig und gesprächig. Man könnte auch schwatz haft sagen. Aber er hatte auch eine so liebenswerte Art des Erzählens, das man ihm einfach zuhören musste. Slo war auf dem Wildschwein, Bob schon im ganzen Wald herumgekommen. Er hatte den ganzen Winter im kuscheligen Fell von Bob verbracht. Und durch die langen Borsten so allerlei zu sehen bekommen. Bobs Familie war riesig sie bestand aus Vierzehn Wildschweinen! - aus der Sichts eines Flohs, aus der Sicht einer Waldameise jedoch eher erbärmlich klein, aber das sagte Pipsa Slo nicht, sie wollte seine "Wahlheimatsfamilie" schliesslich nicht beleidigen. Jedenfalls, nachdem Slo Pipsa tagein tagaus die tollsten Geschichten erzählte, die er auf Bob erlebt haben wollte, wuchs in ihr der Gedanke selbst loszumarschieren, den Ameisenhaufen zu verlassen und selbst Abenteuer zu erleben!

Da war sie nun. Allein. Naja nicht ganz, ihr Apfelstückchen hatte sie ja bei sich. Das würde ein schmackhaftes Mahl geben, jetzt brauchte sie nur noch ein schönes großes Blatt zu finden, unter dem sie es sich für die Nacht bequem machen konnte. Die Sonne war gerade dabei abzutauchen und schon zogen sich lange Schatten durch den Wald. Da knackste es laut hinter einer mächtigen Buche und Pipsa erstarrte.
 
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Zaonce

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Während Pipsa wie angefroren verharrte, schob sich ein gigantischer Rüssel von links nach rechts schwingend hinter dem Baum hervor. Ein Augenblick wie eine Ewigkeit verging, bis die kurzsichtige Pipsa ihn anhand seiner donnernden Schritte und dem Peitschenknall seiner langen Zunge erkannte: dort stand er vor ihr, kaum 1.000 Ameisenlängen entfernt, Todfeind und Untergang der Völker, Bote von Chaos und Zerstörung, Tschu-kul, der Ameisenbär!

Hektisch ließ sie den Apfel fallen und begann mit den Hinterbeinen das Warnsignal zu trommeln und nach den nächsten Duftpfaden zu schnuppern, auf denen ihre Schwestern das Signal hören und weitertragen würden, um den Bau in Alarm zu versetzen ... da fiel ihr ein, dass sie weit entfernt von ihrem Bau war und den letzten schwachen Duftpfad schon vor Stunden hinter sich gelassen hatte!

Während Tschu-kuls atemraubender Gestank nach Haaren, Schweiß und Tod immer näher kam dachte sie ...
 

Sameafnir

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oO"Das war's! Das kürzeste Ameisen-Abenteuerleben welches jemals gelebt wurde!"Oo schoß ihr durch ihr kleines Ameisenhirn während sich der stinkende Atem Tschu-kuls über ihr und um sie herum ausbreitete. Sie war unfähig sich zu bewegen. Noch niemals war sie ihrem Erzfeind so nahe gewesen. Welch ein Glück, dass sie so weit entfernt von ihrem Haufen war! So würde nur sie dem Feind zum Opfer fallen und ihre Familie würde weiterhin in Sicherheit sein. Glücklich und unwissend, ob des Schicksals, welches Pipsa in wenigen Fühlerschlägen ereilen würde.

Pipsa schielte nochmal auf das Apfelstückchen, welches nun einige wenige Ameisenschritte von ihr im kurzen Gras zum Liegen gekommen war. Der feuchte, stets in Bewegung hin und her schnüffelnde Rüssel Tschu-kuls war nur noch wenige Schritte entfernt, sicherlich musste er jeden Moment ihren Geruch aufnehmen und sie in seine übel riechendes Maul saugen.

"Mmmmm, ich rieche leckere Ameise .... mmmmm, köstliche, knusprige Ameise ....!" säuselte Tschu-kul begleitet von einem lauten Schmatzen.

"Gleich hab ich euch, mmmmmmmmmm .... eine Leckerei zum Abendessen....kommt zu Tschu-kul ...." die Stimme des Ameisenbärs war erstaunlich hoch für so ein imposantes Tier, als es sich voller ekliger Schnalzgeräusche und dem Geruch eines wochenalten Komposthaufens immer weiter näherte.

Die Erstarrung Pipsa s war vollkommen. Selbst wenn sie es gewollt hätte, sie konnte sich in diesem Augenblick nicht rühren.

oO Wenn es so sein muss, dann soll es so sein! Oo dachte sie noch und gab sich ihrem Schicksal ergeben hin.

Plötzlich, ein Knacken und Rascheln, von links her teilten sich die Sträucher als in wildem Galopp Bob aus einem Gebüsch brach, oben auf Bob s linkem Ohrläppchen saß Slo wie ein Rodeoreiter und feuerte das Wildschwein wild gestikulierend und in dessen Ohr schreiend an.

Tschu-kul hatte gerade noch Zeit seinen Rüssel zu heben, als Bob schon frontal auf ihn prallte und Slo in hohem Bogen vom Wildschwein heruntergewirbelt wurde.

Noch im Wirbeln schrie Slo "PIPSA, LAUF, SCHNELL!"

Das war der Moment indem Pipsa s Hirn wieder auf Empfang schaltete und sie flink und so schnell sie ihre sechs Beine tragen konnten blindlings auf und davon rannte. Nur weg von Tschu-kul. Nur weg!
 
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Sameafnir

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Sie rannte und rannte so lange wie sie konnte, nur weit weit weg von dem Biest. Erst nach einer kleinen Ewigkeit erlaubte sich Pipsa anzuhalten und einen sehr vorsichtigen Blick zurück zu werfen. Ihre Fühler schwangen noch ganz aufgeregt hin und her. Sie hatte komplett die Orientierung erloren und wusste nur noch, dass sie irgendwo im Wald war. Von Tschu-kul war weit und breit nichts zu sehen oder zu hören. Auch von Slo oder Bob nicht. oO Oh weh, hoffentlich hat Bob den Zusammenstoß mit Tschu-kul gut überstanden. Und Slo! .... !Oo Pipsa wollte sich gar nicht ausmalen was ihren beiden Lebensrettern zugestossen sein könnte.

Slo hatte zwar erzählt, dass Wildschweine ganz erstaunlich robuste Gefährten waren ... aber ob sie auch so einen massiven Zusammenstoß .....??
Pipsa s hoffte einfach das beste für Bob. Und natürlich auch für Slo! Der kleine hatte schliesslich den Löwenanteil an dieser Rettungsaktion und sein Leben für sie riskiert! Niemals hätte sie gedacht, dass mal irgendjemand so etwas Ausserordentliches für sie, Pipsa die kleine Arbeiterameise tun würde! Diese und noch viel mehr Gedanken schwirrten durch ihren Kopf, es wurde ihr ganz schwummrig. Oder war es einfach nur die Erschöpfung der langen Flucht? Wie gerne hätte sie den Apfelleckerbissen jetzt gegessen. Da, ein Knacken, doch nein da war gar nichts. Nur ein Vogel der auf einem nahegelegenen Ast gelandet war.

Pipsa brauchte dringend ein bißchen Ruhe und ein Nachtlager. Das letzte Sonnenlicht war gerade noch zu sehen, doch würde es nur wenige Augenblicke dauern und die Nacht wäre vollends hereingebrochen. Pipsa kam langsam zur Ruhe. Es schien als hätte sie die Gefahr hinter sich gelassen, aber ein sicheres Nachtlager musste her und zwar schnell!

Fündig wurde sie am Fuße einer jungen Buche, deren knorrige Wurzel sich so verzwirbelt im Erdboden verankert hatte, dass sich darunter eine kleine Ausbuchtung gebildet hatte. Pipsa trat vorsichtig näher heran und ließ ihre Fühler nach vorne tasten. Als sie direkt vor der kleinen Öffnung stand, sah sie, dass dahinter ein schmaler Gang tiefer in den Erdboden führte. Dort war es Dunkel. Man konnte von draussen nicht weiter hinein schauen. Pipsa s Fühler zitterten immer noch eifrig auf und ab und nahmen alles auf. Es roch eigentlich ganz gut hier vorne am Eingang und es war auch niemand zu sehen. So marschierte sie weiter vor, bis sie direkt unter der Wurzel, sozusagen am Eingang der Erdhöhle stand. Unschlüssig. Rein, oder doch lieber woanders .... ?

"Wer da? Freund oder Feind?! Egal, einfach herein spaziert, hier ist noch Platz!" schallte es in einer melodischen Stimme aus dem tieferen Inneren!"
 

Sameafnir

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Unentschlossen blieb Pipsa weiter wie angewurzelt stehen. Da war jemand drinnen! Jemand der eine ganz angenehme Stimme hatte. Pipsa legte den Kopf schief und ließ ihre Fühler nochmals in die Höhle hinein fühlen. Es roch bei näherer Befühlerung sogar ganz angenehm, leicht ....fruchtig?

"Nu, komm schon rein, ich beiße nicht!"

ertönte erneut die Stimme aus dem Dunklen, dieses Mal ganz eindeutig mit einem Kichern verbunden.

Pipsa gab sich einen Ruck und tastete sich vorsichtig in die Höhle weiter rein. Tapser für Tapser schob sie ihren feingliedrigen Körper nach vorne. Die Fühler wippten weiter in stetigem Auf- und Ab Gerüche aufnehmend. So langsam konnte sie mehr des Inneren der kleinen Höhle aufnehmen. Der Boden war angenehm weich, feiner lockerer Sand bedeckte ihn durchgängig. Ein Wust von feinen schwarzen Ästchen, die eigentlich unterirdische Wurzeln waren, hingen in einem dichten WIrrwarr von der Decke so wurde auch der unbekannte Rufer von ihnen verdeckt.

"Hallo!" versuchte Pipsa eine Begrüßung mit zaghafter Stimme "Ich bin Pipsa. ...Wer bist du? ... und ... wo bist du eigentlich?" sie schaute in alle RIchtungen und versuchte auch durch das Wurzelwirrwarr zu schauen, was ihr allerdings nicht gelang. Die waren einfach zu dicht. Da, eine Bewegung! Ja, von ganz links schlängelte sich ein dicker dunkelrosafarbener Regenwurm bedächtig näher.

"Na, hier bin ich!" antwortete der Wurm und kam vor Pipsa zum stehen. Er hob den Kopf, oder das was wohl sein Kopf sein sollte, denn Augen oder sonstige Merkmale waren nicht zu erkennen.

"Ich bin Wulfram, ich wohne hier! Herzlich willkommen in meinem bescheidenen Heim! Du siehst müde und hungrig aus, darf ich dir was anbieten?" fragte er mit Form vollendeter Höflichkeit. Er deutete mit seinem Oberkörper in eine Ecke hinter sich.

"Oh! Sehr gerne!" antworte Pipsa und konnte ihr Glück kaum fassen, vergessen waren Angst und Zaghaftigkeit, plötzlich hatte sich der Hunger wieder gemeldet, den sie kurzzeitig ob der Aufregung verdrängt hatte!

Ihr Blick folgte dem des Wurms und sie wollte jauchzen vor Freude. Wulfram hatte einen wahren Schatz an Köstlichkeiten zusammengetragen! Dort in der Ecke lagen fein aufgereiht......
 

Sameafnir

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...ein ganzes Sortiment an Leckereien, wo Wulfram die wohl alle her hatte? Schliesslich war er als Regenwurm nicht wirklich mit guten Transport oder anderen Werkzeugen bestückt, Pipsa konnte sich aber von diesem Gedankenfetzen losreissen und näherte sich dem "Buffet". Dort lagen rotrosafarbene Apfelstücke, frische Blütenblätter in strahlendem gelb, dunklem purpur und in tiefrot, zum teil waren die Blütenkelche noch dran, grellgrüne saftige Ahornblätter, knackige Bucheckern, ein paar kleinere Eicheln und noch viel mehr.

"Wo... wie..... hast du das denn alles hierherunter gebracht?" fragte sie zwischen zwei Bissen, denn sie konnte sich wahrlich nicht länger zurückhalten und langte kräftig zu.

Wulfram kicherte. "Das, ach das habe ich gar nicht, das WURDE mir gebracht. Es sind Gaben ... also Geschenke, ... von ... öhm..." der Wurm zögerte einen Moment und er kam fast ein bißchen ins Stottern, "von Leuten, die mich mögen!" beendete er den Satz etwas unbeholfen.

Pipsa konnte damit nichts anfangen. Essensgeschenke von Leuten, die einen mochten? Das klang merkwürdig. "Wie jetzt, Leute die dich mögen, ... das musst du erklären!" sie machte sogar eine Pause mit ihrer Mahlzeit, obwohl das Apfelstückchen welches sie gerade genüsslich am Zerhächseln war wirklich ganz köstlich schmeckte.

Wulfram windete sich ein wenig im weichen Sand und kam noch ein bißchen näher an Pipsa heran. "Du musst wissen, ich bin kein gewöhnlicher Regenwurm, ich stamme aus der Familie der Ohrwührmer. Wir haben eine Gabe. Wir können nämlich singen, und jeder der uns singen hört, der ist ganz hin und weg von unserer Kunst!" stolz hatte er sich bei den letzten Worten mit dem Vorderkörper vom Boden abgehoben.

Pipsa war baff. Und für einen Moment sprachlos. Ein Ohrwurm! Selbst sie hatten im heimischen Bau schon von diesen Wesen gehört. Man sagte sie seien ganz selten, lebten sehr zurückgezogen und hätten die allerlieblichsten Stimmen!

"Darf ich ... kann ich..... meinst du vielleicht ..... " die Worte wollten einfach nicht so wie sie wollte, aber bevor sie sich ganz verplapperte, wurde Pipsa von Wulfram unterbrochen. "Natürlich singe ich für dich. Ich singe regelmässig für meine Nachbarn. Sie müssten bald alle draussen da sein. Du kannst aber gerne hier bei mir bleiben, Backstage sozusagen!" Er kicherte wieder.

"Bleib einfach da sitzen und mach es dir gemütlich. Es geht dann gleich los!"
 

Sameafnir

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Pipsa tat wie ihr geheissen wurde und suchte sich einen guten Platz. Sie nahm ausserdem noch ein paar Leckereien mit, man konnte ja nie wissen ... Sie erlebte wie aus dem Regenwurm Wulfram in einer atemberaubenden Verwandlung Wulfram der Ohrwurm wurde, der nicht nur mit einer Riesenröhre die wundervollste Musik hervorbrachte sondern auch äusserlich eine Transformation durchmachte, den seine sonst eher profane Dunkelrosa-Hautfarbe veränderte sich während er sang in das schillernste Türkis, was man sich vorstellen konnte.

Die Besucher - und es waren Zahlreiche - waren ganz aus dem Häusschen, Pipsa eingeschlossen! Sie johlten und schlugen auf den Boden, wippten mit den Füßen, Fühlern und was es sonst noch so gab mit. Es war ein famoses Erlebnis und die Melodien, die Wulfram sang, blieben tatsächlich im Ohr! Der Titel "Ohrwurm" war also durchaus berechtigt! Pipsa kam gar nicht dazu ihr Bananenschnitz zu verspachteln, so sehr war sie in dem Augenblick gefangen.

Gestern noch kurz vor dem Ameisenbärtod und heute, Gast bei einem Ohrwurmkonzert! Wer konnte schon sagen, so ein spannendes Leben zu leben?! Pipsa war total froh, dass sie sich hierher in diese Höhle verirrt hatte. Als das Konzert zu Ende war beglünschte sie Wulfram mit den Worten "Das war echt superklasse, Wulfram! Ich bin soooo froh, dass ich dich getroffen habe! Vielen Dank!"

Wulfram, der jetzt auch etwas erschöpft war. Direkt nach dem Ende seines Gesangs wollten ja alle noch mit ihm ein paar Worte wechseln und ihn zu seiner Leistung beglückwünschen, antwortete dennoch höchst erfreut "Danke dir, Pipsa! Freue mich, wenn es dir gefallen hat. Ist immer wieder toll zu sehen, wie alle sich begeistern lassen!"

Dann gingen beide schlafen. Am nächsten morgen durfte sich Pipsa noch ein bißchen Proviant schultern, verabschiedete sich herzlich von Wulfram - sie war immer noch ganz beschwingt vom gestrigen Abend - und machte sich wieder auf den Weg. Wulfram hatte ihr noch ein paar TIpps für ihre Wanderschaft mit auf den Weg gegeben. Nur ein paar Wegestunden südwestlich munkelte man, sollte es einen riesigen Purpursee geben. Pipsa hatte noch nie Wasser in größeren Mengen als Tropfen von einem Blatt gesehen und schon gar nicht Wasser welches die Farbe von Purpur hatte. Wie ein großer See aussehen sollte, konnte sie sich auch nicht vorstellen. So wollte sie dorthin wandern und sich den Purpursee anschauen.

Auch wenn sie natürlich die Begegnung mit Tschu-kul dem Ameisenbär noch nicht ganz überwunden hatte, so ging sie doch frohen Mutes in den frühen Morgestunden los.

"Auf zum großen Purpursee - auf zu neuen Abenteuern!" rief sie Wulfram zum Abschied zu.
 

Cassian Thrace

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Frischen Mutes machte Pipsa sich also auf um den Purpursee zu finden. Es war ein wunderschöner Frühlingstag, die Sonne schien durch das Blätterdach des Waldes und wärmte Pipsas Panzer. Die Nacht war in Wulframs Höhle erstaunlich kühl gewesen, in ihrem Ameisenhaufen war es selbst Nachts noch angenehm warm und irgendwie vermisste sie auch das geschäftige Treiben das Tag und Nacht im Ameisenhaufen herrschte. Tagsüber sammelten die Arbeiterameisen Baumaterial und Nahrung für den Staat und Nachts mussten sie die Larven von den in der Nacht auskühlenden oberen Kammern in die noch warmen tiefergelegenen Kammern bringen damit die Brut keinen Schaden nahm. Dass Leben einer Ameisenarbeiterin wurde nie langweilig und ließ kaum Raum für Freizeit, was auch ein Grund gewesen war warum Pipsa sich dazu entschieden hatte fortzugehen. Und hier war sie nun, auf sich allein gestellt und Frei die Welt zu erkunden. Also wanderte Pipsa weiter und weiter in die Richtung die Wulfram ihr gewiesen hatte. Gegen Mittag machte sie an den Wurzeln einer alten Eiche eine Pause und aß etwas von ihrem Proviant den sie sich aus Wulframs Höhle mitgenommen hatte. Nachdem Pipsa ihr Mahl beendet hatte machte sie sich wieder auf den Weg zum Purpursee.

Die Sonne stand schon sehr tief als Pipsa endlich den Purpursee erreichte und der Anblick raubte ihr den Atem. Sooooviel Wasser auf einmal und wie es glitzerte. Pipsa stand auf einem Stein und blickte auf den See nieder, es war einfach unglaublich, Pipsa fragte sich ob jemals eine Ameise so etwas zu Gesicht bekommen hatte. Wie verzaubert saß Pipsa auf einem großem Stein in der nähe des Ufers und konnte sich an dem Farben- und Lichtspiel des Sees einfach nicht Satt sehen, bis Pipsa auf einmal durch ein lautes Klatschen aus ihren Träumen gerissen wurde. Völlig verwirrt sah sie sich um konnte jedoch nicht erkennen woher der Lärm gekommen war. Doch dann wieder ein klatschen und wieder, immer öfter konnte Pipsa das klatschen jetzt hören und dann sah sie auch woher es kam. Direkt neben ihr platschte es und ein Schwall Wasser überspülte Pipsa. Regen dachte Pipsa, um Nursalis willen es fing an zu Regnen. Wenn es etwas schlimmeres gab als Ameisenbären dann war es Regen. Aufgeregt sah Pipsa sich um, auf der Suche nach einem Sicheren Unterschlupf. Dann sah sie einen Baum ganz in der Nähe, wenn ich es dahin schaffe kann ich an seinem Stamm hochklettern und mir ein Trockenes Plätzchen suchendachte Pipsa. Also rannte sie so schnell sie konnte zu dem Baum und begann damit die Rinde hochzuklettern. Während sie sich den Stamm hocharbeitete war der Regen so stark geworden das Pipsa nichts anders mehr hören konnte als das ständige Platschen der Regentropfen und als wenn das noch nicht genug wäre floß das Wasser jetzt auch nocht den Baumstamm hinunter und drohte Pipsa fortzuspühlen. Pipsa lief auf einen der Äste des Baumes und fand ein Halb zusammengerollte junges Blatt in dem sie sich versteckte. Pipsa saß in ihrer kleinen Blatthöhle und fing an sich ihre Beine und Fühler zu putzen als plötzlich ein heftiger Wind aufkam und ihr Blatt anfing wie wild hin und her zu schwingen.

Pipsa hielt sich fest so gut sie konnte und bete zu Nursali. Dann gab es einen Ruck und Pipsa konnte erkennen das der Horizont nicht mehr nur nach links und recht schwang sondern sich im Kreis drehte. Pipsa wurde ganz schwindelig und plötzlich schwanden ihr die Sinne. Als Pipsa wieder zu sich kam hatte das Wetter sich beruhigt, das Blatt wiegte sich sanft hin und her und die Luft roch wie nach jedem Regen klar und frisch. Pipsa kroch zum Ausgang ihres zusammengerollten Blattes und traute ihren Augen kaum sie war mitten auf dem See!
 
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Sameafnir

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Doch kaum hatte sie einen Blick auf das weithin glänzende Naß erhascht, so fing es schon wieder an mit dem Wind und damit auch mit dem Schaukeln ihres provisorischen Gefährts. Mit allem was sie hatte krallte sie sich an ihrem Blatt fest. Es schaukelte und wippte unaufhörlich auf und ab, nach links und dann wieder rechts, dann drehte es sich um die eigene Achse, dann wieder nach links, stockte, drehte sich erneut und Pipsa wusste bald nicht mehr wo oben und unten war. Aber mit ihrer stoischen Gelassenheit konzentrierte sie sich darauf nicht den Boden unter ihren sechs Beinen zu verlieren. Und bald flachte die Brise ab, zurück blieb nur ein sanfter Hauch, der es kaum fertigbrachte das Blatt fort zu bewegen.

Pipsa konnte ein wenig verschnaufen. Nochmal kroch sie an den Rand ihres Blattes und tastete - Fühler voraus - nach ... etwas..., aber da war nichts Greifbares. Nur diese riesige Fläche purpurschimmernden Wassers. Nursali trieb ein schlimmes Spiel mit ihr, dachte die kleine Waldameise, als sie es sich etwas gemütlich machte auf ihrem Blatt. Den Kopf mitsamt Fühlern nach "Draussen" gerichtet, den Körperpanzer dicht auf das dunkle grün des Blattes gedrückt.

Sie musste wohl eingenickt sein, denn viel später, - es musste viel später sein, denn sie Sonne stand schon sehr tief am Himmel und tauchte die Wasseroberfläche in ein unwirkliches karmesinrot - erwachte Pipsa und sah sich um. Das wackeln und schaukeln hatte aufgehört. Sie schaute sich um. Sie war immer noch auf ihrem Blatt, aber das Blatt war nicht mehr alleine. Irgendwie war es auf einen großen Ast gestoßen, der vom Ufer aus weit hinuter auf und in den See ragte. Pipsa s unfreiwilliges Boot hatte sich im Laub dieses Asts "festgefahren".

Vorsichtig tappste Pipsa etwas nach vorne, dort wo das Blättchen Kontakt mit dem Laub hatte. Es musste ein Ahorn sein, denn so große Blätter mit so vielen Spitzen und Ecken hatten nur wenige Bäume. Ihr kleines Blatt wirkte wie eine Miniaturausgabe dieser großen, majestätischen Blätter. Es war ausserdem rund, eigentlich eher oval und war nicht so schön gefärbt. Dennoch hatte es sie sicher über den großen Purpursee gebracht! Mit ein klein wenig Wehmut und ganz viel Dank blickte sie auf das Blättchen zurück, als sie sicher im Geäst des Ahorns innehielt. Noch einmal liess sie ihren Blick über den See schweifen. Inzwischen war die Sonne fast verschwunden und er hatte erneut die Farbe von Purpur angenommen.

oO Zeit für ein Nachtlager!Oo dachte sich Pipsa und kletterte behende den Ast hinauf zum Baumstamm und den Ästen, die weg vom Ufer wuchsen. Dort fand sie eine kleine Höhle in einem der größeren Äste dicht über dem Boden und machte es sich fort gemütlich.
 

Prairie

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Und da stand, als hätte sie ihre Heimat nie verlassen, dort am Ufer des Sees Tschu-Kul und hielt ein Festmahl neben der Wurzel des Baums, auf dessen Ast sie saß. Er schien so nah, und sie sah ihn wie durch eine Lupe, dass sie meinte, sobald er den Kopf höbe, müsse auch er sie sehen und auf der Stelle verschlingen. Sie rührte sich nicht. Es muss wohl eine halbe Stunde gewesen sein, dass sie dasaß, bewegungslos mit eingeknickten Beinen und abgesenktem Körper an den Ast geduckt. Ihr Leben zog an ihr vorüber. Hatte sie nicht alles hinter sich lassen wollen, eine mutige Wanderameise werden wollen, um die restliche Welt, die noch niemand aus ihrem Volk je gesehen hatte, zu erkunden und ja, möglicherweise auch zu erobern. Und jetzt saß sie, als wäre nichts geschehen, direkt vor dem heimatlichen Ameisenbär, der sich in kurzer Zeit auch ihr zuwenden würde. Wo war ihr Heldenmut, ihr Tatendurst, ihre Neugier, ihre Kraft geblieben? Wie konnte es sein, dass lediglich der Anblick des Erzfeindes sie zum Opfer machte? Es war doch noch nichts geschehen. Warum war sie dann erstarrt vor Angst und ergab sich seit einer halben Stunde, nicht einmal mehr zum Zittern fähig, ihrem vermeintlich unausweichlichen Schicksal? Was machte sie zum Opfer, wo noch nichts entschieden war?

Sehr langsam formte sich in Pisas Herz das Wort Pipāsā – ja, dachte sie, das bin ich, wenn Gefahr droht, mir allein oder mit anderen: Dann werde ich "die Durstige" sein, die sich nach dieser Situation sehnt und sie braucht, um ihren Mut zu kühlen...die Durst hat, sich in die Gefahr zu stürzen. Aber, und Tschau-Kul hob lansam den Kopf, würde sie auch Klugheit mit dem Mut der Durstigen verbinden können? Den was würde wohl herauskommen, wenn sie sich auf den körperlich übermächtigen Feind einfach nur mutig stürzte? Das würde bestimmt ironisch mit "todesmutig" in ihrem Nachruf benannt werden...einem Nachruf, den es nicht geben würde, weil niemand von dem Vorfall wissen würde. Es würde sein, als habe es weder sie noch die Situation je gegeben.
 

Sameafnir

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Dann schlug Pipsa die Augen auf. Ein Traum. Es war nur ein Traum. Vorsichtig hob sie den Kopf und ließ ihre Fühler umherschweifen, tastend. Aber da war nichts. Gar nichts. Es war noch Dunkel, aber die Sonne würde bald aufgehen, das vom Morgennebel und voller Tau beladene Blattwerk und die jüngeren Äste hingen noch tiefer von ihrem Baum herunter als tagsüber. Kein Lüftchen ging. Und nur hie und da hörte man einen Vogel den heranbrechenden neuen Tag mit einem Schrei begrüssen.

Es war nur ein Traum. Dabei war er so wirklich gewesen. In jeder Einzelheit konnte sie das häßliche Gesucht Tschu-kul s erkennen. Allem voran die eklige lange feuchte Nase. Fast hatte sie sogar den Geruch Tschu-Kuls nach vermoderndem Fell gerochen. Sie stand auf und schüttelte sich. Sicherheitshalber schaute sie sich nochmals etwas genauer um und kletterte ein klein wenig heraus aus ihrer Schlafkuhle. Aber nein, da war wirklich nichts. Ein sehr intensiver Traum, weiter nichts. Tschu-kul hatte sie hinter sich gelassen.

Sie war immer noch die "Durstige" ... durstig nach Neuem aller Art. Aber vor allem hatte sie auch echten Durst. Welch ein Glück, dass die Blätter noch voller frischer köstlicher Tautropfen waren. Sie trank sich daran richtig satt. Dann knabberte sie auch noch ein paar frische junge Blättchen zum Frühstück. Sie genoß den Blick auf die aufgehende Sonne, davon konnte sie einfach nie genug kriegen ... Sonnenaufgänge.... und Sonnenuntergänge .... und gerade hier von ihrem Ahorn aus, ein phänomenaler Anblick. Frisch gestärkt in jedweder Form und wieder frohen Mutes kletterte sie ihren Baum herunter und machte sich wieder auf den Weg.
 

Prairie

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dam dam da da da da, dam dam da da da da, dam dam da da da da, dam dam da da da da, dam dam da da da da, dam dam da da da da, immer weiter liefen ihre sechs Beine ... da bekam Pipsa Hunger. What to do? In ihrer Vorstellung tauchten die herrlichsten Früchte auf, in die sie sich hineinversenken könnte. Und – oh, ein Pflaumenbaum....und oh, die Früchte reif... und oh, so hoch oben, dass sie sie niemals erreichen könnte, bevor sie nicht verhungert wäre. Nun ja, das war Pipsa klar, dass sie es schon schaffen würde, aber kurz vor dem ersten schlürfenden Bisschen würde sie womöglich schon zusammengebrochen sein. Da kam ein Fuchs des Wegs. Den bat sie, ihr zu helfen. Doch der Fuchs lachte: "Hey Du Kleine, glaubst Du wirklich, dass wenn ich an die Früche käme, ich sie nicht selbst verschlänge, Du Opfer? Und ging seines Wegs.
 

Sameafnir

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Das stimmt Pipsa traurig, dass der hübsche Fuchs sie einfach so ignoriert hatte. Fast hätte sie ihm noch etwas Unschönes nachgerufen, sie besann sich dann aber doch eines Besseren und machte sich auch auf den Weg. Es half ja nichts, die dunklen dicken Pflaumen hingen hoch oben weit darüber hinaus wo sie sie hätte erreichen können und warten bis vielleicht eine herunterviel wollte sie auch nicht. So ignorierte sie ihren knurrenden Magen und marschierte weiter.

Der Wald war viel lichter hier und dafür gab es mehr Sträucher und hohe Gräser. oO Von so einem hohen Grashalm kann ich mal in die Ferne blicken! Oo dachte sie sich und suchte sich den größten der Halme heraus, zumindest glaubte sie, dass es der Höchste war und erklomm ihn. Oben angekommen konnte sie ein ganzes Stück weit kucken. Natürlich nicht so weit wie von ihrem Ahorn am Purpursee, aber doch schon eine ansehnliche Strecke. Dort! Ja, dort hinten teilte sich der Wald und Wiesen und Felder waren zu sehen. Und sah sie da recht, doch ja in der Wiese standen einzelne Bäume mit riesigen großen gelbroten Früchten daran. Apfelbäume! Sofort meldete sich Pipsa s Magen und behende lief sie den Grashalm wieder nach unten und schnurstracks durch den Rest des Waldes, hin zu den Apfelbäumen. Schon während des Laufens stellte sie sich vor, wie lecker so ein frisch vom Baum gefallener Apfel schmecken würde. Immer schneller trugen ihre Beine sie, dam dam da da da da dam dam dam da da da da....
 
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