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Brettspiel Zebulon

Feuertraum

Auf Abenteuer
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Titel: Zebulon
Autor: Herbert Schützdeller
Verlag: Siebenstein
Spieleranzahl: 2
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 30 - 60 Minuten
Empfohlen für: Strategen

Der quaderförmige Karton wirkt aufgrund seiner Schlichtheit im ersten Moment so unscheinbar, dass er Gefahr läuft, aufgrund seiner Unauffälligkeit in der Ecke zu stehen und zum Staubfänger degradiert zu werden.

Hebt man jedoch den Deckel von der Schachtel, entdeckt man einen kleinen Schatz: Das Spielbrett, besteht aus 7x7 Feldern auf rotem Filz gedruckt, je 14 Halbkugeln in Beige und in Schwarz, die sowohl von der Größe als auch von der Haptik angenehm in der Hand liegen, je fünf quadratische Holzsteine mit je einem Symbol drauf (dazu an anderer Stelle etwas) und eine auf mittelalterlich getrimmte Spielanleitung.

Das Prinzip des abstrakten Zweierspiels ist schnell beschrieben: Jeder Partei hat die Aufgabe, seine beiden Lager mit seinen Halbkugeln zu verbinden, wobei Spieler 1 von unten nach oben, Spieler 2 jedoch von Links nach Rechts verbinden muss. Logischerweise - vorausgesetzt, beide Spieler spielen vernünftig - kommen sich die beiden früher oder später ins Gehege und man rangelt sich um ein Feld. Und damit beginnt das „Duell“. Und genau darin liegt der Reiz Zebulons Nun kommen die Steine mit den Symbolen zum Einsatz. Die Symbole sind - mit einer Ausnahme - von ihren „Zugmöglichkeiten“ denen von Schachfiguren nachempfunden und „arbeiten“ auch so.

Jeder Spieler wählt verdeckt ein Symbol, beide werden gleichzeitig aufgedeckt und dann ...greift der Clou dieses Spiels: Nicht die Stärke der Figur entscheidet, wer das Duell gewinnt. Vielmehr werden die eigenen Steine gezählt, die man mit den Zugmöglichkeiten des gewählten Symbols erreicht.

Da heißt es abwägen, planen, überlegen, welches Symbol man wählt. Kann man seinem Gegner schon eine starke Figur rausziehen. Oder sollte man selber seine stärkste Figur einsetzen, um sich durchzusetzen. Oder sollte man zu einer greifen, bei der man zwar verliert, aber damit zu einer Taktik greifen, die vor allen Dingen dann zieht, wenn sich das Spielfeld einigermaßen gefüllt hat. Während der Sieger des umkämpften Feldes mit seinem Stein stehenbleibt, kommt der Stein des Verlierers auf ein freies Feld, welches er durch sein Symbol erreichen würde. Damit kann man seinem Gegner ganz schön in die Suppe spucken, sei es, dass man ihn dadurch von einer anderer Stelle attackieren kann, sei es, dass man eine weitere Verbindung aufbauen kann. Und noch einen Kniff gilt es zu beachten: Wenn der Verlierer einen Stein auf ein Feld stellen müsste, die die Zugmöglichkeit bietet, aber keines dieser Felder frei ist, wird der Stein zur Gänze aus dem Spiel genommen und darf nicht wieder eingesetzt werden. Und da nach einer bestimmten Anzahl von Duellen immer eines der Symbole für immer entfernt wird (also aus 5 werden 4, aus 4 3 usw, bis schließlich keiner mehr übrig bleibt), wird das Duellieren immer vertrackter. Leider verrät die Anleitung nicht. was bei einem Duell passiert, wenn man keine Symbole mehr zur Verfügung hat - allerdings ist es bei den Partien, die ich bisher gespielt habe, noch nie so weit gekommen.

Gewonnen hat der Spieler, der nach dem Setzen des 28. Steins (und erst dann (!)) seine beiden Lager miteinander verbunden hat. Hat dieses keiner der Spieler geschafft, wird geschaut, wer die längste Verbindung hat, bei Gleichstand die zweitlängste usw.



Fazit: Zebulon ist ein Denkspiel par excellence, was jedoch aufgrund seiner äußeren Erscheinung wenig Beachtung findet. Wer jedoch eine Mischung aus Twixt und Schach mag, der sollte sich dieses Zweierspiel ruhig näher anschauen.

[45/50] - Spielspaß
[09/20] - Aufmachung
[19/20] - Spielmaterial
[08/10] - Preis/Leistungs-Verhältnis*

81%

*So etwas kann ich leider nicht so wirklich beurteilen, so dass ich von meinem eigenen Empfinden ausgehe
 

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Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Marc Aurel

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Sehr schöne Rezension (ich habe mal ein Bild für das bessere Verständnis eingefügt)! Das Spiel ist wirklich schön gemacht und für knapp 20€ bekommt man bestimmt ein tolles Spiel. Für mich persönlich leider nichts, da die Spielerinteraktion ähnlich dem Äußeren recht reduziert sein dürfte.
Aber für einen ruhigen Abend mit einem guten Freund und einem Glas Cognac sicherlich optimal :)
 
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