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Brettspiel Der kleine Hobbit - Piatnik Verlag -

Voltan

Heldenhaft
Beiträge
1.504
Punkte
58
Alter
50
Titel: Der kleine Hobbit
Autor: Michael Stern & Keith Meyers
Spieleranzahl: 2-6
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Verlag: Piatnik Verlag
Erscheinungsdatum: Neuauflage: September 2013
ASIN: B00FA1YAQO
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Inhalt:

Worum geht´s:
Der kleine Hobbit ist eine Neuauflage eines schon älteren Spiels, bei dem JEDER Spieler den kleinen Hobbit verkörpert, der sich gemeinsam mit den Zwergen auf eine abenteuerliche Reise zum fernen Einsamen Berg aufmacht.
Auf dem Weg dorthin gilt es viele Gefahren zu überstehen und am Ende den bösen Drachen Smaug zu bestehlen, der auf einem riesigen Berg von Gold und Edelsteinen sitzt, die einstmals den Zwergen gehörten.
Inhalt:
Die Box ist reichlich gefüllt und birgt auch recht hübsches Material. So findet sich hier:
1 Spielplan
1 Berg aus Kunststoff
1 Drache aus Pappe
60 Edelsteine
1 Drehpfeil-Karte
6 Hobbit-Figuren
6 Siegpunkte-Tafeln
72 Karten
2 rote Würfel
1 schwarzer 20-seitiger Würfel
1 Spielregel
Die Papp-Elemente sind schön dick und grafisch gut gelungen. Zwar mag der Spielplan etwas zu nüchtern für ein Fantasyspiel sein. Aber einigen Testspielern hat die unaufdringliche und übersichtliche Gestaltung durchaus gefallen.
Auch die Spielkarten sind nicht sehr verspielt, besitzen jedoch einige hübsche Bilder, die Mittelerde sehr gut einfangen. Allerdings sind die meisten Karten tatsächlich ohne Bild und wirken dadurch sehr mechanisch. Immerhin gibt es in nahezu allen Karten einige stimmungsvolle Texte, die teilweise sogar direkt aus dem Buch stammen.
Das optische Highlight ist natürlich der Einsame Berg mit dem Papp-Drachen. Alleine dieses Gimmick sorgt zumindest beim ersten Mal bei Neulingen für gespanntes Interesse.
Die Spielregel passt auf ein beidseitig beschriebenes Blatt und lässt keine Fragen offen.
Insgesamt ist das Material in Ordnung, könnte jedoch gerade im grafischen Bereich durchaus noch besser sein.

Erläuterungen und Kritik:

Der kleine Hobbit ist ein typisches Laufspiel, bei dem die Spieler ihre Figuren mittels der Würfel über vorgegebene Felder ziehen und dabei Aktionen auslösen. An einigen Stellen kann man eine Abkürzung vornehmen, wenn man die entsprechende Karte besitzt. Überhaupt sind die Karten ein sehr wichtiges Element im Spiel. Denn mit Hilfe der Karten können bestimmte Situationen gemeistert werden, oder Edelsteine in den eigenen Vorrat gelangen.
Sobald eine Spielfigur auf einem Feld stehen bleibt, wird eine Aktion ausgelöst. Welche, ist abhängig vom jeweiligen Feld und wird in der Spielregel genau beschrieben. So gibt es Felder, auf denen ein Abenteuer bestanden werden muss. Das Abenteuer wird mittels einer Abenteuer-Karte ermittelt. So könnte es z.B. geschehen, dass eine Riesenspinne alle Gefährten eingesponnen hat. Nun muss also der kleine Hobbit irgendwie versuchen, auf den Ast zu klettern und die Gefährten zu befreien. Dies erreicht er entweder, wenn er die Waffe „Stachel“, den Zauber „Rauchsäule“, den Gegenstand „Seil“ oder den Gefährten „Der Fürst der Adler“ als Karte im Besitz hat. Legt er eine dieser Karten ab, gilt das Abenteuer als bestanden und er erhält eine Belohnung (z.B. Erfahrung +2). Bei einem Misserfolg muss er beispielsweise einen seiner Edelsteine ablegen.
Erfahrungspunkte sind sehr wichtig, da diese auch am Ende zu den Siegpunkten addiert werden. Außerdem erleichtern hohe Erfahrungspunkte den Diebstahl von Edelsteinen
Hat der Spieler jedoch keine der geforderten Karten vorliegen, muss er die Drehpfeil-Karte drehen. Auf der Karte befinden sich drei Felder (Wasser, Holz und Schwert). Sagt der Spieler „Wasser“ an, muss der Pfeil für einen Erfolg beim Schwert zum Stehen kommen. Sagt der Spieler „Schwert“ an, muss der Pfeil auf Holz zeigen. Und bei „Holz“ muss „Wasser“ angezeigt werden.
Nur wenn dies gelingt, ist das Abenteuer erfolgreich beendet.
Am Ende befindet sich der Spieler am Fuße des Berges und kann mit dem 20-seitigen Würfel versuchen, die dort ausliegenden Edelsteine des Drachen zu stehlen. Hierzu werden die Edelsteine seiner Schatztruhe (die er bisher schon ansammeln konnte) und die Erfahrungspunkte des Spielers addiert. Würfelt er eine Zahl, die niedriger oder gleich dieser Summe ist, hat er einen Erfolg erzielt und kann sich einen Edelstein aus dem Drachenhort in die eigene Schatztruhe legen. Bei einem Misserfolg wird die Figur auf das letzte Zufluchtsort-Feld gesetzt und muss dieses Stück zum Berg ein weiteres Mal laufen.
Sobald sich keine Edelsteine mehr im Drachenhort und auf den Felsvorsprüngen befinden, endet das Spiel.
Der Spieler mit der höchsten Summe aus Edelsteinen in seiner Schatztruhe und Erfahrungspunkten gewinnt.

Fazit:
Der kleine Hobbit ist ein hübsches Familienspiel, welches man auch mit seinen Kleinsten durchaus spielen kann. Es ist recht einfach in der Struktur und durch den einfachen Zugmechanismus auch schnell begriffen. Etwas verwirrend ist die Regel mit dem Drehpfeil, aber nach einigen Versuchen (und nachlesen im Regelteil), stellt auch das keine große Hürde dar.
Kinder haben, zumindest zu Beginn, großen Spaß mit dem kleinen Kunststoff-Berg und den eigenen Hobbit-Figuren und freuen sich auch darüber, wenn sie ihre Gegenspieler ärgern können. Denn größtenteils spielt zwar jeder für sich. Aber es gibt durchaus auch einige Karten, die es erlauben, anderen Spielern Karten wegzunehmen, oder auf andere Art für einen kleinen „Ärgerfaktor“ sorgen.
„Großen“ Kindern oder auch Vielspielern dürften jedoch aufgrund des sehr großen Glücksanteils, der wenigen taktischen Möglichkeiten und des flachen Spielprinzips sehr schnell die Luft ausgehen. Auch ist das Spiel thematisch nicht immer optimal gelungen. Immerhin spielt hier jeder den kleinen Hobbit (Klone?).
Leider ist es bei mehreren Testspielen geschehen, dass ein Spieler zuerst am Fuß des Berges war und eine extrem hohe Summe an Edelsteinen und Erfahrungspunkte vorweisen konnte. So konnte er genüsslich in jeder Runde Edelstein um Edelstein ergaunern, während die restlichen Spieler noch mit einer geringen Gesamtsumme irgendwo auf dem Spielplan tummelten und die Angelegenheit nur missmutig beobachten konnten. Wenn sich diese Konstellation ergibt, erweist sich die Endphase des Spiels als sehr zäh und langweilig.
Wenn jedoch mehrere Spieler mit ähnlich hoher Gesamtsumme am Fuß des Bergs stehen, entsteht am Ende tatsächlich noch Spannung. Dann kann das Spiel durchaus für einige hektische und spannende Momente sorgen…die jedoch auch wieder nur letztlich in Form von Würfel entscheiden werden.
Insofern kann ich das Spiel hauptsächlich Familien empfehlen, die aufgrund des aktuellen Kinofilms, mit ihren Kindern die Erlebnisse des kleinen Hobbits (auf recht einfache Weise) nachspielen möchten. Vielspielern empfehle ich zu diesem Thema eher ein Spiel wie „Abenteuer in Mittelerde“.

Link zum Basis-Spiel:

Vielen Dank an den Piatnik-Verlag, der die Rezension dieses Werks ermöglichte.
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[25/50] - Spielspaß
[10/20] - Spielthema/-regeln
[15/20] - Ausstattung
[9/10] - Peis/Leistungs-Verhältnis
59% - gesamt

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