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Diskussion Ich kenne die Zukunft - Problem oder Chance?

Screw

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Gerade eben hatte ich wieder meine DSA-Runde mit meinem Etilianer-Boroni der sowohl die Liturgie als auch die Gabe "Prophezeien" beherrscht.

Solcherlei Mechaniken und Fähigkeiten gibt es aber in vielen Systemen und Welten - Hellseherei, Zeitreisen, Visionen usw.

Da ich selbst auch SL bin, habe ich mich selbst schon ab und an mit diesen Dingen auseinander gesetzt. Dabei ist mir aufgefallen, dass es doch äußerst schwierig sein kann, der Gruppe auf solche Proben/Gaben/Fähigkeiten Informationen zu geben. Mit Orakelsprüchen kann man genauso zu viel verraten als auch alles komplett verwirren.

In diesem Sinne stoße ich einen Austausch darüber an, wie ihr damit umgeht. Erfahrungen, Tipps, Erfolggeschichten und Katastrophen sind alle gleichermaßen willkommen und erwünscht.

Haut rein, schlagt zu, Screw
 

Kuma

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Ich versuche bei so etwas auch eine Mischung zwischen was passieren könnte oder passieren wird. Das Problem mit solchen Fähigkeit ist "leider" das jeder immer etwas anders unter diesem oder jenem Merkmal versteht.
Ich glaube man kann sich halt schlecht in die Köpfe der anderen hinein versetzen aber das ist ja auch das gute daran. Es sind halt nur Vision.

Alleine das jemand die "Zukunft" schon gesehen hat könnte diese ja verändern
 

hexe

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Ich hatte ein paar Jahre in DSA einen Priester eines Totengottes mit der Gabe Prophezeien, Traumgesichter, Visionen, etc auch mal mit Hilfe von Drogen herbei geführt und der Spieler wollte damit auch etwas 'sehen'.
Meist bekam er Hinweise oder Ideen über Träume, die ich dann ausformuliert habe - oft zwischen den Sitzungen. Oder er hat sich auch mal selbst Träume zusammen geschrieben, die er gerade für passend fand. Also was man halt so träumt, ne? Mal mit seiner Familie oder eine Verarbeitung der Geschehnisse, etc. Er hatte ihn auch so gespielt, dass er nicht immer ganz entscheiden konnte, was er jetzt wirklich erlebt hat oder was er nur geträumt hatte. Der Höhepunkt dazu war, dass ich alle anderen Spieler beiseite genommen habe und mit ihnen ausgemacht habe, dass wir nächstes Mal einen Traum von ihm ausspielen - ohne dass er es weiß. Also der Abend muss genauso aufhören wie er angefangen hat, man legt sich an Punkt X schlafen. Das kam super gut an. :D

Ein anderer Mitspieler hat sich gerne mal Karten gelegt (auch DSA, Inrah so ähnlich wie Tarrot). Mal spontan, also er zieht einfach eine Karte, dann war's halt irgendeine Karte. Mal mit Ankündigung. Dann habe ich mir überlegt, welche Karte auf welchem Platz liegt und sie durften lange dafür nachdenken wer der 'Umgedrehte Fürst des Wasser' ist... das war auch nett, besonders kamen diese schönen Karten zum Einsatz. Außerdem haben auch diese Karten genauso wie Tarot den Vorteil, dass sie super schwammig sind und man ganz, ganz viel Hinein interpretieren kann.

Als SL habe ich da also weniger Probleme, denn meist kann man die Vorsagen schwammig genug halten, sodass genügend Raum zur Auslegung gelassen ist. Zum Anderen kann man so auch diffuse Hintergrundinformationen streuen, die den SCs sonst gar nicht zu Verfügung stünden. Und zu wissen warum NSC X das jetzt so macht oder machen will und nicht anders, kann genauso sehr hilfreich bei einer Problemlösung sein.
Allerdings muss auch dazu sagen, dass mein Leitstil sehr offen ist, also ich selbst kenne die Zukunft genauso wenig und das wissen meine Spieler auch, von daher wissen sie, dass ich gar keine genauen Vorhersagen treffen kann. Oder meine Vorhersagen nur auf mehr Hintergrundwissen basieren als ihre.


Ich selbst hatte mal einen Charakter mit Wahrsagerei, da hat es sogar nicht funktioniert. Die SL kam damit nicht wirklich zurecht, wollte es aber auch nicht wirklich zugeben und hat dann lieber mit Erschwernissen um sich geworfen, damit es nicht richtig klappt. Da hatte ich das schließlich keine Lust mehr und hab diese Gabe halt nicht mehr wirklich genutzt.
 

Thor Naadoh

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Prophezeihungen und dergleichen sollten mMn immer schwer zu interpretieren sein. Egal ob sie mehrdeutig, metaphorisch oder aus dem Zusammenhang gerissen sind, es sollte nie ganz klar sein, was genau gemeint ist, bis das Ereignis eingetreten ist. Die Vision zu interpretieren überlasse ich dann sehr gern dem/der Seher*in.
Eine Ausnahme würde ich nur dann machen, wenn die Held*innen für den Orakelspruch wirklich etwas leisten mussten - dann darf die Warnung auch mal eindeutig sein.

Ich würde trotzdem nie so etwas Absolutes und Unausweichliches vorhersagen wie das typische "Dein Sohn wird dich ermorden" aus dem griechischen Mythen. Ein Weg drumherum muss dem Spruch nach möglich sein, weil alles andere irgendwie die Spannung killt.
"Die Zukunft ist noch nicht geschrieben." um mal Doc Brown zu bemühen.

Was man auch machen kann ist, einen Orakelspruch als frei verfügbaren Plothinweis einbauen. Statt auf "Idee" zu würfeln oder sowas, dürfen die Spieler*innen einmalig in einem besonders emotionalen Moment sagen: "Jetzt verstehe ich den Glückskeks!" und bekommen von mir einen auf die Situation passenden Vorschlag, wie sie weiter vorgehen könnten. Wer kein Railroading mag, muss ihn ja nicht in Anspruch nehmen.
Der "Glückskeks" ist dabei eben eine Vorhersage irgendeiner Art, die sie irgendwann vorher einmal bekommen haben und die zu dem Zeitpunkt nicht näher beschrieben wurde. Besonders großen Wert lege ich dabei auf den emotionalen Moment - das kann von einer Begegnung mit einer berühmten Persönlichkeit bis zu einer besonders gefährlichen Situation gehen.
 

Tain

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Ich stimme da mit Hexe und Naadoh überein...
Schwammig halten.
Du als SL kennst ja (in der Regel) den weiteren Verlauf der Story, oder zumindest die Richtung, die es einschlagen soll...
Man gibt gerade soviel Info, das der Spieler das Gefühl hat eine Spur gefunden zu haben, bleibt dabei aber si vage, das man keine Hinweise gibt, die einem hinterher um die ohren fliegen könnten.
"Dein Traumorakel zeigt Dir einen gigantischen geflügelten Schatten, der die Welt mit Tot und Zerstörung überzieht" ist zwar einerseit ein Hinweiß auf die Rückkehr der Drachen, die ich drei Kapitel später plane, andererseits aber auch vage genug, das ich das noch auf den Schwarzmagier mit dem Falken-Vertrauten schieben kann.
 

Elpetteh

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Meine letzte große Kampagne, die Moloch Kampagne genannt, hatte mehrere große Prophezeiungen als einen von mehreren Aufhängern.
In dem Falle hat es sich als eine gute Entscheidung herausgestellt, weil 2 der Spieler sich als Teil dieser Prophezeiung betrachteten und diese somit als Handlungsanweisung sahen.
Das hat viele Dinge sehr einfach für mich als SL gemacht und es war schon sehr lustig, welche gewöhnlichen Situationen sie dann zerlegten und interpretierten um dort vielleicht einen Hinweis zu finden.
In dem Fall war das schon sehr dankbar :)
 

brathahn satan

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Ich stecke gerade mitten in dem Problem, dass sich mein Spieler, ein Coriolis-Mystiker, relativ spontan and der mystischen Kraft Gedankenwandler versucht hat. Kurz zur Erläuterung: Nach kurzer Einstimmung ist es dem Mystiker möglich die Sinneseindrücke einer bekannten Person wahrzunehmen.
Damit hatte er mich ziemlich überrumpelt, ich war mit dieser Möglichkeit zuvor noch nicht konfrontiert worden. Zu allem Überfluß viel sein Wurf auch ziemlich gut aus, also wollte ich ihn nicht mit irend etwas banalem wie "der angezapfte NSC sitz gerade am Esstisch oder schläft" abspeisen. Um mir nicht zu überstürzt irgendetwas aus den Fingern zu saugen, habe ich den Spieler gebeten, ihm die Wahrnehmung erst später mitteilen zu dürfen. Zum Glück willigte er ein. Ich hatte also genügend Zeit mir etwas Schönes einfallen zu lassen.

Wie vor mir schon erwähnt, sind Weissagungen, Prophezeiungen etc., mit genügend Vorlauf ein schönes Spielelement Infos oder auch Verwirrung zuverbreiten. Wenn eben nicht diese sponte Einsatzmöglichkeit bestünde. Ich werde jetzt wohl, für den Fall der Fälle, auch immer eine kleine Vision für die nächste Runde vorbereiten müssen.
 

Thor Naadoh

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Wenn der Wurf wirklich SO gut war, gib dem Spieler doch ein bestimmtes, sehr überraschendes Detail.

- Idee 1: die beobachtete Person besitzt einen Gegenstand, den der Spieler eigentlich ganz woanders vermutet - oder im Augenblick vielleicht sogar selbst besitzt (ein Blick in die Zukunft?)
- Idee 2: eine Begebenheit (vielleicht sogar nur im Hintergrund) die für den Plot relevant ist oder sein wird
- Idee 3: Suchen die SC gerade etwas oder jemanden? Dann gibt die Vision einen Hinweis darauf.
 

brathahn satan

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zu Idee 3: Genau das habe ich getan, bzw. auch gewollt, die Information bzw. den Grundstein für das nächste AB gelegt. Wollte es aber nicht so improvisieren, deshalb habe ich um die Bedenkzeit gebeten.

Der besagte Spieler mußte leider kurzfristig zum nächsten Termin absagen, also habe ich als SL den SC kurzfristig übernommen. Das Erlebte habe ich dann als Text in den Gruppenchat gestellt. Ich hoffe meine Spieler sehen es mir nach, dass ich den Text hier auch mal veröffentliche.

Es folgt ein Einblick in mein Spiel und die Gedankenwelt eines raumfahrenden Mönches
Er hatte ja versprochen die Sinne des Soldaten anzuzapfen. Also begibt Obin sich in die Schiffskapelle, kniet nieder und beginnt, nach einer Danksagung an den Gesichtslosen, sich in Trance zu summen.
Langsam und vorsichtig löst er seinen Geist vom Körper, dann ruft er sich das Aussehen des Nar Tayir-Soldaten vor sein Inneres Auge, tritt gedanklich näher und näher und tritt mit einem letzten Schritt in den Mann hinein.
Im selben Moment, in dem der summende Mönch die Augen schließt, öffnet sich ein anderes Paar Augen in der Galaxie.

Der Mann steht in einer Reihe mit anderen Uniformierten vor einer schmucklosen Raumfrachterwand. Das Blickfeld ruht starr geradeaus. Allerdings marschiert eine belehrende Stimme von links heran. Ein hochrangiger blonder Offizier, der zu der Stimme gehört, kommt kurz in sein Sichtfeld.
"Männer! Frauen! Rührt euch. Anscheinend muß ich nochmal betonen das wir hier zu Gast sind! Kommen mir erneut Beschwerden zu Ohren, gibt es eine Ausgangssperre, für ALLE. Da das sicherlich niemand von ihnen möchte, wiederhole ich...Sie sind Profis, verhalten sie sich auch so. Ich hoffe das war die letzte Ermahnung dieser Art. Desweiteren erhalten die Führer von Rotte 7 und Rotte 9 zu Beginn der Abendwache ein erweitertes Briefing in der Offiziersmesse. Der Rest macht weiter nach Dienstplan. Zum Essen fassen weggetreten."

Endlich bewegt sich der Mann, dessen Augen Obin gerade nutzt, gemeinsam mit anderen joggt er durch stahlgraue Korridore und geht...zum Essen. Das wollte Obin sich dann doch nicht geben. Er beendet seine Trance und gleitet mit seinem Geist zurück in seinen Körper....aber da war noch etwas... ein Gefühl... ein Eindruck...der kurze Moment vor der Verbindung... als seine Wahrnehmung frei durchs All glitt... da war etwas... etwas das ihn lockte... ihn rief...ja, nach ihm verlangte.
Schockiert, entsetzt und verwirrt erhebt er sich.

Wie ferngesteuert verlässt der tätowierte Mönch die kleine Kapelle mit ihren Ikonenbildern und der Säule des Gesichtslosen. Wendet sich nach links, durchquert den kleinen zweckmässigen Korridor und steigt die Leiter in die 2te Ebene hinunter. In der Messe angekommen blickt er den Rest der Oryx-Crew an, jedoch ohne wirklich jemanden wahrzunehmen. Kapitän Ratwa spricht ihn kurz an, Obin erwiedert auch etwas, was genau weiß er nicht mehr, seine Konzentration liegt woanders. Dann wandelt der blasse Mönch in seine Kabine, setzt sich, gedankenverloren auf die Bettkante und erforscht sein Inneres.
Plötzlich klopft es, er bittet die Besucher, den stes adrett gekleideten Kapitän Yussuf und den einäugigen Kämpfer Barish, herein und an dem kleinen Tischchen, in seiner Kabine Platz zu nehmen. Obin schildert automatisiert die Wahrnehmung seiner Geistesreise und bittet die Beiden dann ihn wieder zu verlassen. Er brauchte Zeit für sich, muß sich vergewissern. Abwesend entkleidet sich der Mönch und setzt sich eine Weile vor den hohen, in die Wand eingelassenen Spiegel. Lässt den Blick über die Narben und tätowierten Runen auf seinem Körper wandern. Schließlich seufzt er tief, greift er nach seinem Rasiermasser, und steigt in die Hygienezelle.

Die Grav-Projektoren erhöhen ihren Schub und langsam verlässt die Oryx den Orbit des Eisplaneten Stagon und seiner drei Monde. Die Finsternis zwischen den Sternen umfängt das kleine Schiff und gleichmässig, wie Obins Klinge über seinen Körper gleitet, jedes Haar und jeden Stoppel vom Körper schabt, gleitet die Oryx auf die Portalstation des Gohdar-Systems zu.
Sinneseindrücke, Bilder und Ahnungen wagen sich bis an den Rand von Obins Wahrnehmung, jedoch bekommt er sie wieder nicht zu fassen.
Nach seiner ausgiebigen Rasur versucht der Mönch etwas Schlaf zu finden. Doch immer noch stromert Etwas um seinen Geist... ruft nach ihm... ohne sich dem Mystiker zu erklären.
Erfolglos nach Schlaf suchend, wälzt er sich in seiner Koje hin und her, bis es ihn nicht mehr in seiner Kabine hält. Er schlüpft in seine Kleidung und sucht erneut die Kapelle auf, wendet sich wiederholt an den Gesichtslosen und nach langem Gebet stößt er endlich auf etwas, besser gesagt etwas greift nach ihm, nach seinem Verstand.

Bilder von 200 Augen schieben sich vor seine, Bilder von Jagd und Verfolgung, Schlägen und Schüße auf Klosterbrüder und -schwestern, Flammen, Verletzungen und panische Gesichter, Leichen und zerstörte Körper.

Gerüche von 100 Nasen legen sich auf seine Geruchsrezeptoren, der Gestank von Kordit (Schießpulver), frischem Blut und kaltem Schweiß, heiße Asche und Rauch dringen in den Hals des Tätowierten.

Stimmen aus 100 Mündern rufen um Erbarmen, bitten die 9 Ikonen um Gnade, Schreie voll Schmerz, Schreie voll Hoffnungslosigkeit und immer wieder gebrüllte Befehle, schneiden sich in seine Ohren, reißen an seinem Verstand.


Kapitän Yussuf betritt die Kapelle, der Mönch Obin hat die Stehle des Gesichtslosen umklammert, lautlose Tränen fließen über das tätowierte Gesicht. Doch nicht ein Schluchzen kann der Kapitän der Oryx vernehmen, nur schwach gemurmelte Gebete gibt Obin von sich. Krampfhaft an die Säule seiner Ikone geklammert. Die, zur Beruhigung auf die Schulter gelegte Hand seines Kapitäns spürt der Sensorbediener der Oryx nicht.

Er fühlt nur Schmerz... Schmerz, Verrat und Hoffnungslosigkeit von 100 geqäulten Körpern.


Nach und nach verebbten die Stimmen, Bilder und Gefühle die in Obins Bewußtsein gekrochen waren, darin herum irrten und an seinem Verstand nagten, zerrten, rißen. Nur noch sechs Stimmen waren zuhören und auch diese verstummten, verhielten sich im Gegensatz zu den restlichen jedoch bewußt still. Gebrochene Männer und Frauen, gedemütigt und erniedrigt klammerten sich an sich selbst und ihren Verstand an Gebete.
Einsamkeit und Furcht, waren die Empfindungen der Sechs. Kaltes Metall, das Stampfen von Maschinen, der Geruch zu oft aufbereiteter Luft und nagender Hunger, waren die Sinneswahrnehmungen.

Erschöpft aber seltsam beruhigt erhebt sich Obin vom tränennassen Teppichboden der Kapelle. Seine Gedanken driften in seine Vergangenheit, das Leben im Kloster.
Das werde ich nicht zulassen, ich werde meine sechs Brüder und Schwestern befreien. Dachte er sich, ohne zu wissen wo sich die Oryx befand oder was seine Crew gerade tat, kümmerte er sich zuerst um seinen Körper. Dieser verlangte nach Nahrung, jedoch sollte er nur das nötigste bekommen, bis seine Anrufer befreit waren.

Kurz um bereitete Obin sich in der Kombüse eine Schale kalten Getreidebreis zu und schaufelte diesen lustlos in sich hinein. Irgendwann, die Schale war zur Hälfte gelehrt, setzte sich der charismatische Kapitän zu ihm in die Messe. "Hier, Obin, esst etwas Gescheites." Mit diesen Worten schob er dem Mönch eine Schüßel frischen Salates hin, "ich will doch das mein Sensorbediener bei Kräften bleibt." Ergänzt Rattwa.
"Danke Käptn, aber das steht mir nicht zu." Lehnt der Mönch ab, "sagt, braucht ihr mich demnächst auf der Brücke?" Mit sorgenvollem Blick betrachtet Yussuf den Mönch mit den rotgeheulten Augen. "Nein, nein im Moment nicht. Du kommst zurecht? Falls du Hilfe benötigst... Na du weißt schon wir sind für dich da." "Ja, Käptn, danke ich würde mich gern ausschlafen, ich habe einiges erlebt das ich in Ruhe sortieren möchte."
Seufzend erhebt sich Rattwa, streicht seine Uniformjacke glatt und meint, "Dann tut dies, im Moment ist nicht viel los und demnächst legen wir ohnehin wieder an der Gohdar-Station an." Der Blick des adligen wandert zu dem Salat, "du bist dir sicher das du keinen Salat möchtest?" Obin verneint mit einem einfachen Kopfschütteln. Woraufhin der Kapitän nach dem Salat greift, noch eine Gabel aus der Kombüse holt und kauend Richting Frachtraum verschwindet.
In aller Ruhe leert Obin seine Schale spült sie sauber in begibt sich in seine Kabine. Dort legt er sich auf die Koje und starrt an die dunkle Zimmerdecke. Irgendetwas hatte er vergessen, irgendetwas was ihm durch die Finger glitt, es war wichtig... Nein könnte wichtig sein... Doch was war es...
Langsam fielen ihm die Augen zu.

Die Müdigkeit kroch durch seinen Körper und entspannte nach und nach alle Muskeln. Schon halb im Reich der Träume angekommen, fährt ein Schlag durch seinen Körper. Lässt in zusammenfahren und wirft ihn fast aus dem Bett. Ein Schlag so hart als würde etwas die Frachtluke aus der Oryx reißen. Nanu warum fällt ihm genau diese Beschreibung ein?
Jedenfalls ist dem Tätowierten noch etwas eingefallen, dass was eventuell wichtig sein könnte, pünktlich zur Abendwache hatte der fremde Offizier gesagt! Ein Blick auf das Tableau am Kopfende seines Bettes verrät ihm, dass es nur einige Minuten zu spät ist. Mit einer geübten Bewegung setzt er sich in den Lotussitz und versucht sich an das Gesicht des Offiziers zu erinnern. Schickt seinen gebeutelten Geist erneut auf Reisen. Nach recht kurzer Zeit, er schließt seine Augen, öffnet dafür ein anderes Paar, blickt er in die Gesichter zweier uniformierter Soldaten. Hinter ihnen ein großer auf die Wand gemalter Phönix mit zwei gekreuzten Schwertern im Hintergrund, vor ihnen ein kleiner Tisch mit schwach duftendem Tee, irgendein billiger Industrietee, wie die Nase des Offiziers ihm vermittelt.

"...ja das ist scheiße, aber Befehl ist Befehl. Sucht euch die besten Männer zusammen, auch aus den anderen Rotten falls nötig. Die Legion erwartet, dass ihre Rotten siegen werden. Die anderen zwei gelten ab sofort als entbehrlich."
"Sir, sie erwähnten einen Testlauf?" Fragt der linke Mann, der, dem ein halbes Ohr fehlt.
"Ja, geplant ist der Einsatz einer neuartigen Kampfstimulanz, ab sofort nur noch KS genannt, allerdings scheint sich etwas in der Herstellung verzögert zu haben. Ich persönlich bin nicht gerade dafür eine Droge zu testen, aber der Kunde hat bezahlt, also bekommt der Kunde Ergebnisse und wenn es funktioniert, erhalten wir ein größeres Kontingent für den Kampf der Monde."
Der zweite Soldat, ein hellhäutiger Kerl mit Adlernase räuspert sich. "Ich begreife immer noch nicht so ganz, was die Legion mit den Schürfrechten möchte?"
"Tja hierzu habe ich auch nur eigene Mutmassungen," antwortet Obins Gastkörper. " ich denke in erster Linie geht es darum, den Oberen zu beweisen wie stark die Nar Tayir sind, zum Zweiten lassen sich die Schürfrechte verkaufen und außerdem ist es der erste Planet im System vielleicht Zölle oder Anspruch auf einen Großteil der Erze." Er zuckt mit den Schultern. Dann führt er weiter aus, "Unsere Versuchsobjekte werden ab der morgigen Tagwache erwartet. Sobald diese Mönche hier eintreffen, verfrachten sie sie in Gleiter 3 und sehen zu, dass niemand etwas mitbekommt, auch ihre eigenen Rotten nicht. Sobald wir dann über KS verfügen, wählen sie einen entbehrlichen Piloten und schicken ihn direkt zu HUGO zwo. Noch Fragen?"
Die beiden Soldaten sehen sich kurz an, dann antworten Beide mit einem zackigen "Nein, Sir." "Na dann, entfernen sie sich und zu niemandem ein Wort. Verstanden?"
"Ja, Sir!" Echot es zurück, die Soldaten erheben sich, schlagen zum Abschied einmal auf die Herzseite ihrer Brust und verlassen den kleinen Büroraum. Obins Gastgeber greift nach einem der erkalteten Teegläser, klammert beide Hände darum starrt stumpf auf die Ringe werfende Flüßigkeit. Plötzlich springt er auf, "EINE VERFLUCHTE SCHANDE IST DAS!!" und zerschmeißt das Glas an der Wand und dem darauf gepinseltem Einheitswappen.
Erschrocken fährt Obins Geist in seinen eigenen Körper zurück.

Eine einzelne Träne läuft über die tätowierte Wange, seine in Zorn und Wut geballten Fäuste hatten blutige Halbmonde von den Fingernägeln in seine Handflächen geschnitten.
Was hatte der Offizier gesagt? Seine Brüder und Schwestern würden hier her gebracht? Obin mußte mit seiner Crew reden.

Der Mönch streckt sich erneut lang aus und versinkt in einen unruhigen Schlaf.

Als Obin erwachte zeigten die Ziffern des Tableaus neben seinem Kopf 5:30, bald würde die Morgenwache beginnen. Er schwingt sich aus dem Bett und beginnt in der Messe ein üppiges Frühstück vor zubereiten, selbst den guten Schinken schnitt er auf. Während des Essens wollte er seine Crew über die Erkenntnisse der letzten Nacht und seine Befreiungspläne informieren. Doch noch war alles ruhig auf der Oryx. Wecken wollte er Hedda, Barish, Hassan und Yussuf auch nicht, also setzt er sich an den gedeckten Tisch, vor seine Schale mit dem faden Brei und wartet das die anderen erwachen.
*Edit: hab das mal etwas geschickter verpackt
 
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Taktikus

Neubürger
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Ist die gesehene Zukunft denn auf jeden Fall wahr oder nur wahrscheinlich, sprich noch abhängig von anderen Taten, die ebenfalls in der Zukunft liegen?

Auch Galadriel konnte nicht sehen, ob Frodo Erfolg haben wird.
 

brathahn satan

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Spielleiter Schnupperrunden
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@Taktikus Das was durch die Augen des Soldaten und Offiziers wahrgenommen wurde ist passiert, bzw. geschieht gerade. Was durch dieses mystische Talent gesehen wird, ist immer die Gegenwart.
Der Teil mit den Empfindungen seiner Ordensbrüder und -schwestern hingegen sind Gedanken und Empfindungen die diese als Hilferuf ins All "gesendet" haben und somit auch der "Auschmückung" durch subjektives Empfinden nicht unbedingt die Realität zeigen.
 
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