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  #1  
Alt 19.03.2010, 18:13
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Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 19.03.2010, 18:13 ]

Aufgrund der Tatsache, dass wir in unserer Mitte nun eine Autorin historischer Romane begrüßen durften und der, dass ich eine RPG-Kampagne mit Piraten und Säbelgerassel plane, habe ich diesen Thread gestartet.

Was ich mir davon erwarte? Im Prinzip dasselbe wie von zukünftigen Themen dieser Art: Möglichst fundierte Erkenntnisse über Lebensweise, Technik, Kultur, Glaube, Handel, Krankheiten und Medizin dieser Epoche. In diesem Fall mit speziellem Augenmerk auf die Seefahrt.

Ich will Lea Korte (so der Name unserer gebildeten Neubürgerin) nicht allein diese Bürde überlassen, deshalb sind alle herzlichst eingeladen, hier Fragen, Antworten und Informationen bereit zu stellen. Solltet Ihr Euch fragen, was Euch das (außer eigenen Ideen und Anregungen für Eure P&P-Runden) bringen soll, dann lasst Euch eines versichern: Ich werde über Verlauf, Hintergrund und Ausgang dieser besagten Kampagne in den Tagebüchern des "Weltenbund" natürlich ausführlich berichten.

Mit vorausgreifendem Dank an alle Beteiligten,

cul8r, Screw
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  #2  
Alt 19.03.2010, 18:27
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Lächeln AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 19.03.2010, 18:27 ]

Lieber Screw,
ja, juhu!, ich habe hergefunden!!! Danke für die Wegweisung!
Ich schicke gleich vorweg, dass mein Thema weniger Piraten und Säbel als Mauren und Krummsäbel sind, und ich normalerweise KEIN Wasser unter den Füßen habe, weil ich durch das märchenhafte Al-Andalus und Kastilien zu Fuß oder per Pferd wandele - denn mein aktueller Roman "Die Maurin" (15. Jh) spielt ausschließlich auf dem Festland.
Aber in meinem vorherigen Roman, "Die Nonne mit dem Schwert" befand ich mich mit meiner Heldin schon eine Weile auf dem großen(!) Wasser (gen Panama nämlich) - allerdings war das im 17. Jahrhundert.
Ich hoffe, dass ich Euch trotzdem dienlich sein kann - und einen SUPERTIPP gleich vornweg: wer in Barcelona ist, sollte dort ins Schifffahrtsmuseum gehen, da drin ist nämlich ein Schiff aus dieser Zeit in Originalgröße aufgebaut - das ist echt ein Erlebnis!
So, und jetzt schießt mal los (aber bitte nicht zu fest ;-)) - was ihr für Fragen habt!
Herzliche Grüße
Lea
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  #3  
Alt 19.03.2010, 18:44
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AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 19.03.2010, 18:44 ]

@Lea
siehst du, hast du gefunden :-) sehr schön!

@topic

Ich darf darauf hinweisen, dass in STOCKHOLM im VASA Museet (Museum) ebenfalls ein Schiff nämlich die VASA von 1649 (ca.) steht und zwar genau so, wie es 1959 geborgen wurde - fast komplett!!! Unbedingt empfehlenswert!!!

Fotos auch in meinem zu Hause hier zu bewundern.
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es grüsst, die rechte und die linke Axt des Hetmanns,
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Love as you whilt!
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  #4  
Alt 19.03.2010, 23:48
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AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 19.03.2010, 23:48 ]

17. Jhdt. Panama ist eigentlich perfekt.

Mein Hauptinteresse besteht erstmal darin
  • Welche (großen) Krankheiten gab es in der Zeit
  • Wie war die Gesellschaft aufgebaut (Grundzüge reichen)
  • Welche Arten von Aberglaube gab es (Geschichten, Legenden, Mythen)
  • Welche Positionen gab es auf den Schiffen und was war deren Zuständigkeit (1. Maat, 2. Maat, Bootsmann, Steuermann usw.)
Das sind einmal grob die wichtigsten Dinge.

cul8r, Screw
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  #5  
Alt 20.03.2010, 10:59
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AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 20.03.2010, 10:59 ]

Zitat:
Zitat von Screw Beitrag anzeigen
  • Welche Arten von Aberglaube gab es (Geschichten, Legenden, Mythen)
Das würde mich auch interessieren. Nach Fluch der Karibik hätte ich mal wieder Lust auf den fliegenden Holländer, Riesenkraken und Frauen an Bord. ^^
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  #6  
Alt 21.03.2010, 13:04
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AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 21.03.2010, 13:04 ]

Bin ein bisschen Piratophil und habe auch ein wenig Literatur im Schrank darüber. Zum einen kann ich dir den relativ neu erschienenen Roman von Michael Crichton empfehlen "Gold-Pirate Latitude" spielt in der Karibik, dem absoluten Piratennest zur Zeit im 17. Jhdt. und du erfährst alles hautnah über die menschen(un)würdigen Lebensumstände in dieser Zeit in einer gutlesbaren Verpackung. Auch die sachbuchartige Sammlung von Geschichten, Mythen aber vor allem technischer Details in dem Buch "Himmelsbesen über weißen Hunden" von Konrad Reich kann ich dir ans kohlrabenschwarze Piraten-Herz legen. Da sind sogar ein paar alte Seemann-Shantys drin (da du ja so gerne singst, danke nochmal für dein Geburtstagslied!!!) und vor allem, wann welche Erfindung in der Seefahrt eingeführt wurde... (außerdem tolle Kupferstiche von Sehgelschiffen und anderen nauischen Geräten)
Bevor ich vollends ins Schwärmen gerate, noch ein letzter Tipp " Krieg unter Segeln - Europas Mächte im Kampf ums Meer" von Hans Alpers. Verfügt unter anderem über ein hervorragendes Glossar über Schiffstypen, Bewaffnung und weiterführende Literatur im Anschluss. Kann ich dir gerne alle leihen, sind aber alle sehr voluminös und kosten dementsprechend Porto.
Werde dir vielleicht erstmal die wichtigsten Seiten kopieren, wenn du möchtest...
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  #7  
Alt 21.03.2010, 14:42
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AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 21.03.2010, 14:42 ]

Mhh...grundsätzlich ist wichtig zu beachten, dass Piraten ihre Freiheit als sehr wichtig ansahen. So war der Kapitän meist auch nur einer unter Gleichen. Zwar oblagen ihm viele Aufgaben und er trug eine gewisse Verantwortung. Aber die allgemeine Richtung und Pläne wurden immer gemeinschaftlich unter der gesamten Mannschaft abgestimmt. Und wenn sich der Kapitän als unfähig herausstellte, wurde er eben abgesetzt und ein neuer gewählt.
Trotzdem konnten sich natürlich einige Kapitäne durch großen Einfluss bei wichtigen Mannschaftsmitgliedern und extremer Brutalität bei den anderen, ihre Macht und den Titel für eine recht lange Zeit erhalten.

Die meisten Piraten waren entlaufene Sklaven und Verbrecher. Aber auch Kriegsgefangene und Deserteure schlossen sich zu Piraten zusammen.

Es soll wohl dabei keine Rolle gespielt haben, welche Hautfarbe, Rasse oder Glauben die jeweiligen Mitglieder besaßen.

Es gibt hierzu noch weitaus mehr zu schreiben. Mal schauen, ob ich die Tage dazu komme...
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  #8  
Alt 22.03.2010, 08:25
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AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 22.03.2010, 08:25 ]

Hilfe, wieso habe ich keine Nachrichten bekommen? Mal sehen, wo die Taste für Nachrichten ist!
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  #9  
Alt 22.03.2010, 08:26
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AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 22.03.2010, 08:26 ]

Ich glaube, hier brauche erst einmal ich Hilfe: wie komme ich an Benachrichtungen?
Liebe Grüße
Lea
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  #10  
Alt 22.03.2010, 08:44
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AW: Pirat sein richtig gemacht (oder: Seefahrt-Recherchen zwischen 15. und 18. Jhdt.)  [ Alt 22.03.2010, 08:44 ]

Zitat:
Zitat von Screw Beitrag anzeigen
17. Jhdt. Panama ist eigentlich perfekt.

Mein Hauptinteresse besteht erstmal darin
  • Welche (großen) Krankheiten gab es in der Zeit
  • Wie war die Gesellschaft aufgebaut (Grundzüge reichen)
  • Welche Arten von Aberglaube gab es (Geschichten, Legenden, Mythen)
  • Welche Positionen gab es auf den Schiffen und was war deren Zuständigkeit (1. Maat, 2. Maat, Bootsmann, Steuermann usw.)
Das sind einmal grob die wichtigsten Dinge.

cul8r, Screw
Lieber Screw,

wenn man das alles richtig beantworten wollte, müsste man so ca. 5 Bücher hier reinschreiben! ;-)
Und ich muss dich enttäuschen: Ich bin kein wandelndes Lexikon. Die Fragen hier auf nur 500 Seiten zusammen zu beantworten, bedürfte etwa eines einjährigen Intensivstudiums. ;-)
Zu den Positionen auf den Schiffen kann ich gar nichts sagen, das war nie Bestandteil meiner Romane. Meine Catalina war Gehilfe des Kochs - und hatte nur die Überfahrt zu überstehen, nichts aber mit der Rangordnung auf dem Schiff zu tun. In meinem Roman stand einiges über Seeunwettter, wie man ein Raffsegel bei Sturm runterbekommt und ähnliches, wo die Vorräte sind, wo man schlief, wie die Uhrzeiten zum Arbeiten waren, wie es im Bauch des Schiffes aussieht, ...
Krankheiten: das waren die gleichen wie heute ;-) Dazu noch die Pest, auf den Schiffen, aber das wisst ihr sicher selbst, Skorbut, das Problem waren auch weniger die Krankheiten, als dass man wenig Medikamente zur Verfügung hatte und erst einmal: um welches Land geht es? Die Araber waren viel, viel weiter als die Christen in der Behandlung von Krankheiten ... die Chinesen hatten schon Akkupunktur ...
Gesellschaftsordnung: in welchem Land? Und das Prinzip Sklave, Magd, Laufbursche, Bauer, Herr bis hoch zum König, dazu das Militär - meine Catalina hat es bis zum Fähnrich gebracht (in Südamerika, beim spanischen Heer) ... Verstehst du, was ich meine? So allgemein lässt sich das nicht beantworten.
Aberglaube: genauso. Wo? Ich kenne mich nur in Spanien aus. Derzeit am besten bei den Arabern. Die hatten die Sufis, die Derwische, Amulette, den bösen Blick, lasen in Sand, blaue Steine hatte SChutzgeistcharakter, Kinder bekamen am Tat der Geburt ein Amulett mit einem Schutzgeist umgehängt, der sie in ihrem ganzen Leben beschützen sollte, dann waren die Araber sehr, sehr stark in Astronomie und astrologischen Vorhersagen - udn sie glaubten auch daran. Im 15. Jh wurden kriegerische Angriffe, Ehen ... alles nach dem Stand der Sterne bestimmt. ... Im übrigen Europa gab die Hexen, verfolgt von der Inquisition, Kräuterweiblein mit besonderem "Wissen" ....

Legenden sind älter, die passen schon nicht mehr so richtig ins 17. Jahrhundert, das, nebenbei bemerkt, auch schon lange kein Mittelalter mehr ist.

Kurzum: Vielleicht solltest du mir erst mal gaaaanz genau sagen, was ihr vorhabt und ich steuere dann dazu, was ich weiß. Am besten vielleicht einmal hier für alle und zusätzlich per Mail an mich, weil ich so besser reinschreiben und reinkopieren kann. (leakorte(AD)leakorte.com)
Was hältst du von dem Vorschlag?

Liebe Grüße
Lea
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