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Zum schartigen Schwert - Midgard, Valian, Thalassa

suppstitution

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“hm, ja, das sollte gehn.“ Morgan schaute zu seinem Werk empor. Ein weißes ovales Schild, an robusten Ketten befestigt, prangte nun über der Eingangstür. Auf dem Schild hatte Morgan in seiner ihm möglichen besten Schrift “Zum Schartigen Schwert“ gemalt. Mit verschnörkelten Buchstaben, wie er sie immer auf den Schildern in Corinnis bewundert hatte. Ja, er war mit seiner Arbeit zufrieden.

Unter dem Schild hing ein abgenutztes Schwert - sein Schwert. Schartig, lange nicht mehr geschliffen und geölt, hatte es nun seinen letzten Platz gefunden. “Letzte Ruhestätte“ schoss Morgan durch den Kopf, “wie passend für ein Ding, dass so vielen Leid und Tod brachte“. Nun gab es seiner neuen Professur den Namen.

Eigentlich sollte das Schwert keine Abnutzungserscheinungen aufweisen können. Von Elbenschmieden gefertigt, hätte es alle Schandtaten unbeschadet überstehen sollen. Doch seiner Erfahrung nach war das eine Mähr. Nach unzähligen gespalteten Helmen samt den darin enthaltenen Schädeln, den durchstoßenen Kettenhemden und abgehauenen Gliedmaßen waren Elbenklingen ebenso stumpf und schartig wie Zwergenäxte.

Tiefenklaue hieß das gute Stück, dass nun seinen Eingang verzierte. Der Eingang führte in seine neue Taverne, seinen Ruhesitz. “Das Reisen hat ein Ende, altes Haus“, Morgan blickte über die Straße, hin zum Weltenportal, welches vor zirka 20 Jahren wiederentdeckt wurde. Man sagt, es stammt von den Seemeistern, jenen sagenumwobenen Beschwören längst vergangener Tage und längst vergessener Macht. Schnell entwickelte sich eine kleine Stadt rund um dieses Portal. Jeder hoffte auf schnelles Gold, Abenteurer auf reiche Beute jenseits dieser Welt, die Herrschenden auf Ausbreitung ihrer Macht.

Nun, nichts davon hat sich erfüllt. Mancher Kampf wurde gefochten, doch letztendlich wurde es ein Handelsportal mit anderen Welten. Er selbst hatte es nie benutzt. Seine Aufträge führten ihn quer durch die Kontinente Midgards, aber nie über dessen Grenzen hinaus.

“Das alles war nicht meins, aber eine Taverne gegenüber dieser Attraktion sollte funktionieren“. Morgan schaute wieder auf sein Schild und Schwert. Er nickte zufrieden. “Morgan, denke daran, du heißt nun Morgan. Konzentriere dich, denk an deine Geschichte, bleib dabei!“, redete er leise mit sich selbst. Er schaute sich um, betrachtete das rege Treiben um sich herum. “Ja, wieder und wieder ja, es muss einfach klappen. Heute Abend wissen wir mehr.“ Morgan schnappte sich den dreistufigen Schemel, den er zum Anbringen des Schwertes benötigt hatte und ging hinein in seine neue Taverne.

Innen war es gemütlich, nicht schön, aber gemütlich. Ein Feuer prasselte im großen Kamin. Abgenutzte Stühle und Tische bildeten das Inventar. Aber sie waren sauber. Wie lange hatte er diese Dinger schrubben müssen! Dafür waren sie günstig gewesen. Hinten im Raum war sein Reich: Tresen, Fassstapel und eine kleine Küche, auf der schon ein Kessel Lammeintopf für heute Abend köchelte.

“Heute Abend“, Morgan setzte sich wieder in Bewegung, bereit, die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung zu machen.
 
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suppstitution

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Die Sanduhr zeigte dreiviertel und deutete damit an, dass noch drei Stunden zu vergehen hatten, bis das Schartige Schwert seine Pforten öffnen würde.

Morgan stand am kusseisernen Kessel seiner Feuerstelle, bewaffnet mit einem groben und mit Lammeintopf gefüllten Holzlöffel in der linken und seinem Speziaslgewürz in der rechten Hand. Er blies sorgsam und kontinuierlich über den Eintopf. Wie oft hatte er dieses Gericht für sich zubereitet? Und wie oft sich beim Abschmecken den Gaumen verbrannt? Morgan schmunzelte, “fast jedes Mal, gehört irgendwie dazu wie ein eingeübtes Ritual“ und schob den noch viel zu heißen Löffel in den Mund. Ein wenig escharischer Kreuzkümmel und urrutisches Senföl. Abgerundet. Perfekt.

Er hang den Kessel höher, so dass er nur noch die Temperatur hielt und bemerkte das Klopfen an der Tür. Er ging nach vorne und öffnete die Tavernentür. Draußen stand Meister Canz, wie verabredet, und der süßherbe Geruch frisch gebackenem Brot stieg Morgan in die Nase.

Eigentlich war das ein Phänomen, das Morgan sich nie hatte erklären können. Alles an ihm wurde im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit in Mitleidenschaft gezogen. Halbes Ohr, ein Finger, zertrümmertes Knie, Schmarren und Narben überall. Aber seine Nase blieb wie durch ein Wunder unangetastet. Dabei war es der Körperteil, der am meisten abstand (wenn man mal von etwas temporär anderes absah). Helme, Schwerter, Schilde, alles sah er brechen, aber sein riesen Gummel blieb unangetastet. Er schüttelte sich innerlich kurz und sah Meister Canz an. Dieser wiederum strahlte aus freudiger Erwartung des Lobes über sein Backwerk wie ein Honigkuchenpferd. Morgan dachte kurz über diesen Begriff und seiner Herkunft nach, ermahnte sich dann aber sofort wieder zur Ordnung.

“Meister Canz, wunderbar, dass sie es selber einrichten vermochten, mich mit ihrer Ware zu beliefern.“ “Nun, in Gedenk einer zukünftigen Wirtschaft zwischen unsereins beliebte es mir selbst Handzulangern.“ Oh, wie Morgan dieses Aufgesetzte hasste. Meister Canz war einfacher Bäcker, ein lumpiger Handwerker. Und nur weil er, nein, wie Morgan hörte dessen Vater ein lukratives Abkommen mit den valianischen Fürstentum abschließen durfte,...
Er hasste ihn, egal wie er es auch drehte, dieses aufgesetzte Spießertum drehte ihm den Magen um. “Herrlich Meister Canz, und wie alles duftet. Was bin ich ihnen schuldig?“ Morgan beglich die Rechnung und verbrachte die noch lauwarmen Laibe Richtung Küche. Dort schnitt er sich einen dicken Knust ab, biss herzhaft hinein und kaute langsam auf dem Bissen. Es würde wunderbar zum Lamm passen.
Morgan hatte versucht kurz nach Mittag ein wenig zu ruhen. Aber der Schlaf wollte einfach nicht kommen. So lag er wach, starrte zur Decke und fragte sich, welche Situation ihn veranlasst hatte, diesen radikalen Schritt zu wagen. Doch bevor er eine befriedigende Antwort gefunden hatte, raffte er sich wieder auf. Bis zur Eröffnung gab es noch viel zu tun...
 

suppstitution

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Morgan schaute sich noch mal im Schankraum um. Hinter dem Tresen hatte sich Juan eingefunden, der ihm in den letzten Tagen gut zur Hand gegangen war. Also hatte Morgan ihn fest eingestellt. Das erste Fass wealandisches Dunkelbier hatten sie zusammen angestochen und schon mal einen guten Humpen des Gebräus getrunken. Natürlich nur, um sich von der Qualität persönlich überzeugen zu können. An der Seite des Tresen stand ein Gegenstand, auf den Morgan besonders stolz war, ein Samowar, ein silbernes Kochgefäß zum Teekochen.

Morgan schnaufte durch, reckte sich und berührte damit kurz die Decke, ging zur Tür und lauschte. Er hatte recht, die große, dumpfe Glocke des Val-Tempels hallte durch die Straßen Thallassas und rief die Gläubigen zum Gebet.

Das mit dem Glauben hatte sich Morgan nie wirklich erschlossen. Wenn man ihn fragen würde, ob er einer Gottheit anhinge, wüsste er nicht, was er antworten sollte. Er räumte den Göttern ja ihre Existenz ein. Aber bitte sollten sie sich um ihren Kram kümmern und ihn in Ruhe lassen. Morgan grummelte, was er immer tat, wenn es um dieses Thema ging. Und schloss die Tavernentür auf, schob sie zur Straßenseite weit und sperrte sie mit einem Kreideständer gegen zufallen. Auf dem Kreideständer hatte er wieder mit der gleichen schnörkeligen Schrift sein heutiges Angebot verfasst:

Neueröffnung

Nur heute
Lammeintopf 75 KS
Dunkelbier 15 KS

Willkommen
 

Screw

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Ein Zittern durchlief die Luft im Portal, ähnlich den Wellen eines Sees, in den ein Stein geworfen worden war, nur rückwärts. Die Wellenkreise zogen sich nach unten hin zusammen, bis sie einen Punkt knapp über dem Boden erreichten und dort eine humanoide Gestalt freigaben. Sie war in eine dunkle, schmutzbraune Robe gehüllt und eine Kaputze bedeckte ihren Kopf - allerdings nicht ganz, da zwei sandfarbene Hörner geriffelt und sanft geschwungen aus ihrem Haaransatz standen, direkt aus den blassen, leicht rosafarbenen Locken. Diese rahmten ein sanft geschnittenes aber spitzes Gesicht von der Farbe frischer Blumenerde ein, bloß die Wangenknochen und die Kanten der Hornansätze hoben sich schärfer ab, und dazwischen blickten zwei pupillen- und irislose Augen in hellem Smaragdgrün prüfend über die offensichtlich unbekannte Umgebung. Als letztes auffälliges Merkmal fiel die recht kleine Stupsnase auf, die mit etwas Phantasie an die einer Katze erinnert.

Die Gestalt machte ein paar Schritte vom Tor weg, blickte sich gründlich um und produzierte ein Buch, ein Tintenfässchen und eine Schreibfeder aus den Tiefen einer mitgeführten Reisetruhe. Die Hände und Arme waren ebenso dunkel wie ihr Gesicht, und steckten in beigen Ärmeln, die scheinbar zu einem Kleid gehörten, dessen Oberteil die gleiche Farbe hatte. Die Bewegungen, die die offensichtlich weibliche Gestalt beim Schreiben machte, enthüllten weitere Details ihrer Kleidung, das beige setzte sich in einem vorne offenen Schoßrock fort, der Hauptrock des Kleides war allerdings grün wie frisches Gras, ebenso das lederne Mieder, das die Kleidung davon abhielt, allzu sehr um ihre Gestalt zu flattern und außerdem als Rüstung zu dienen schient. An einem Gurt hingen neben einem Lederbeutelchen noch ein Rapier und ein Dolch. Langsam sank sie beim Schreiben nieder und setzte sich auf ihre Kiste, blickte sich immer wieder um und schien sehr aufgeregt zu sein.

Als die Glocke des Tempels läutete, schreckte sie kurz zusammen, aber sofort breitete sich ein freudiges Lächeln auf ihrem Gesicht aus, das zwei Reihe spitzer Raubtierzähne enthüllte. Schnell blätterte sie ein wenig zurück, kritzelte eine Notiz an den Rand einer Seite und blickte sich wieder um. Da entdeckte sie auch Morgan und sprang erregt auf, nach ein paar Schritten bremste sie aber abrupt ab, drehte um und begann den Weg zu der Taverne erneut, aber diesmal mit ihrer Truhe im Schlepp. Als sie nur noch wenige Schritt vor der Tür stand, stellte sie die Truhe ab, richtete sich auf, öffnete den Mund ... und blickte dann entgeistert über Morgans Kopf hinweg. "Ach du liebe Güte ... ist das ein Elbenschwert?" Schnell blätterte sie wieder in ihrem Buch herum, blickte wieder hoch, blätterte nochmal, blickte hoch, fuhr lesend mit dem Finger über eine der Seiten und starrte dann wieder die Klinge an. "Tatsächlich", hauchte sie, "es gibt sie hier also wirklich. Das ist ja fantastisch!" Dann stürzte sie beinahe auf den Wirt zu und redete so schnell, dass er fast nicht mit zuhören nachkam. "Ist das euer Schwert? Hat es einen Namen? Woher habt ihr es? Was habt ihr damit gemacht, um es so zuzurichten? Wisst ihr vielleicht ..." Sie brach ab als sie merkte, wie sehr sie dem Mann gerade zu Leibe gerückt war und räusperte sich. "Ähm ... bitte verzeiht", sagte sie ein wenig ruhiger, trat einen Schritt zurück und hielt ihm die Hand hin, die nicht das Buch umklammerte. "Linda Bothildr mein Name, ich bin Forscherin und eben hier angekommen und habe sehr viele Fragen." Dann grinste sie, fröhlich ihr Raubtiergebiss entblößend. Als ihr das bewusst wurde, schlug sie sich entsetzt die Hand vor den Mund. "Ach du liebe Güte. Tut mir leid. Bitte entschuldigt." Dann streckte sie Morgan wiederum die Hand hin, diesmal nur lächelnd mit geschlossenen Lippen, aber nicht weniger fröhlich. "Hallo."
 

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Das Portal erzeugte ein waberndes Geräusch, welches die Assoziation eines in dicke Suppe eintauchenden Kochlöffels bei Morgan hervorrief. Er schaute hinüber und sah, dass das Portal eine Person ausgespuckt hatte und in seine Urform wieder zurückfiel.

Vor einiger Zeit sah er eine gezeichnete Darstellung zur Erklärung der Funktionsweise eines solchen Portals, an die er sich nun wieder erinnerte. Darauf waren zwei Welten zu sehen, die über einen Titanen verbunden waren. Der Schlund des Titanen stellte das Ausgangsportal dar, in dem die Reisenden eintraten. Auf der anderen Welt kniete der Titan sich hin, um, nun ja, die Reisenden auszuscheiden. Morgan musste unvermittelt bei dieser Vorstellung auflachen. Aber diese Darstellung konnte nicht stimmen, schon wegen der Rückreise nicht. Wer würde denn freiwillig in den Allerwertesten eines Titanen kriechen?

Er sah sich die ankommende Person an. Konnte aber auf diese Distanz nicht erkennen, um wen oder was es sich handelte und wendete sich der Tavernentür zu, um diese mit einem Kreideständer gegen das wieder zufallen zu sichern.

Plötzlich vernahm er eine Stimme hinter sich und drehte sich um. Die Person aus dem Portal schien näher gekommen zu sein und stand nun sehr nah vor ihm. Für seinen Geschmack eindeutig zu nah. „Warum habe ich das nicht bemerkt?“, schoss es ihm durch den Kopf. Dann registrierte er den Blick auf das Schwert und auch sein Blick richtete sich auf Tiefenklaue. Ein Wortschwall schlug ihm um die Ohren und irgendwann registrierte er, dass diese ganzen Worte an ihn gerichtet waren. Also wand er sich wieder dem Neuankömmling zu und musterte die vor ihm stehende Person.

Im Innern lief bei Morgan in Sekundenbruchteilen die ihm antrainierte und so oft lebensrettende altbekannte Rasterfahndung ab: Mensch - nein, Zwerg – zu groß, Elf: zu hässlich, Halbling: zu groß. Im nächsten Schritt ging er alle ihm bekannten und begegneten Dämonen durch. Keiner schien zu passen. Also schlussfolgerte er, dass vor ihm eine neue noch unbekannte Rasse stehen musste, ob Dämon würde sich noch zeigen. Hörner deuteten nach seiner Erfahrung auf Dämonen hin. Aber welcher Dämon kam mit einem Reisekoffer, sprach so höfflich und stellte sich vor? Zudem kam das Wesen aus dem Portal. Eine Sie, der Figur nach zu urteilen. Daher wollte Morgan bei aller Vorsicht sich entspannt und höfflich zeigen und blicke, wie er meinte, weltoffen und freundlich in das Gesicht seines Gegenübers.

Irgendwas war mit der Nase. Wie bei seiner, nur umgekehrt – sie war eindeutig zu klein. „Vielleicht sollte ich ihr mit ein wenig Nase aushelfen?“, dachte Morgan, “Zumindest mir könnte ein wenig weniger Nase nicht schaden.“ Insgeheim vermutete er, dass es ein magisches Schutzschild um seine Nase geben musste, so lang wie sie wachsen durfte. „Vielleicht war die Nase ja sogar der Sitz meiner magischen Kräfte, die ich habe, seit dem ich in diesen verdammedeiten Brunnen stürzte. Aber wäre dann der Rotz nicht viel wertvoller und Magie ekliger, als man denkt?“, sinnierte er weiter vor sich hin.

Der Redeschwall endete so abrupt, wie er begann und Morgan stellte fest, dass fast alle Fragen durch ihn hindurchfegten und er keine einzige hätte beantworten können. „Unhöfflicher Kerl, und du willst ein Wirt werden“, durchfuhr es ihm.

„Oh, angenehm“. Zu mehr war Morgan in diesem Moment nicht fähig zu sprechen, als sich die Person vor ihm als Linda Bothildr vorstellte, was immer auch eine Forscherin ist. Aber die Reißzähne ließen ihn in Hab Acht-Stellung gehen. „Vorsichtig alter Knabe“, dachte er bei sich und schaute auf die ausgestreckte Hand, „wir schieben die gute Dame erstmal in die Schublade gefährlich. Ob man mit den Reizzähnen wohl Lammeintopf essen kann? Nun, wir werden es rausfinden“.

Nach einem kurzen Moment der Besinnung sagte Morgan: „Des Reisenden guten Grußes. Ich bin Morgan - einfach nur Morgan. Wenn ihr nach eurer Reise hungrig oder durstig seid, im Besten Falle beides, so tretet ein und seid mein erster Gast des Tages. Ihr hattet Fragen, die sich sicherlich bei gutem Bier oder Tee erörtern lassen.“

Schließlich nahm er ihre Hand und schüttelte diese kräftig, machte eine einladende Handbewegung, ihm zu folgen und ging voraus in die Taverne.

„Warum“, raunzte er leise in seinen Bart, „kann es nicht einfach ein Mensch oder Zwerg sein – mein erster Gast, ein undefinierbares irgendwas. Was, wenn sie kein Lamm mag sondern lieber mich?“.
 

Screw

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Als Morgan seine Einladung ausgesprochen hatte, erscheinen wieder die Zähne in dem Gesicht. "Ihr habt Tee? Oh wie wundervoll, und Lammeintopf hatte ich seit ...", sie unterbrach sich kurz und drehte den Kopf kurz zur Seite, "etwa drei Monaten nicht mehr. Allerdings stellt sich die Frage, was hierzugegen ein >Lamm< ist. Nutztier? Weiches, meist weißes Fell? Jungtier? Kommuniziert mit Lauten wie >Bähäää<?" Beim letzten Satz produzierte Linda eine überraschend authentische Version eines Lamm-Blökens, und falls der Wirt einen Blick über die Schulter geworfen hatte, könnte er sogar ihren Gesichtsausdruck dabei als recht passend empfunden haben. "Von Bier lasse ich lieber vorerst die Finger", plaudert sie weiter, während sie ihm in das Lokal folgt, "das letzte - nun - Erlebnis mit mir unbekannten Alkoholika war weniger erfreulich."

In Erwartung, dass Morgan sich hinter den Tresen begeben würde, setzte sie sich auf einen Hocker vor denselben. Ihr Blick bliebt dabei nie länger als eine Sekunde auf irgend etwas ruhen und glitt auch immer wieder auf die Stelle über dem Türbalken zurück, hinter dem sie das schartige Elbenschwert wusste. "Es ist sehr ordentlich hier, ist die Taverne neu? Bitte verzeiht meine Neugier, aber beinahe alle Etablissements dieser Art, die ich bisher gesehen habe, wirkten eher ... nun ... mitgenommener."
 

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“Nun, genau genommen seid ihr nicht nur mein erster Gast des Tages.“, sprach Morgan hinter die Theke gehend und redete weiter, als er in der Küche verschwand. “Da ich heute diese Taverne eröffne, seid ihr sogar bisher mein einziger Gast. Wolltet ihr Lamm? Ach ja, sagtet ihr glaube ich, und ich vernahm euren Magen vor Hunger knurren.“ Wobei sich Morgan schon wunderte, welche Ähnlichkeit ihr Magenknurren mit dem Meckern einer Ziege hatte. Er füllte einen Essnapf aus braunen Ton mit heißen Lammeintopf, griff zum Brot und brachte beides zu wartenden Linda Dingsbums “verdammt, ich muss mir Namen einfach besser merken“. Schliesslich gab er noch einen Holzlöffel dazu und wandte sich dem Samowar zu. “Soso, Tee also. Mein Tee kommt aus Rawindra, den besten Teeanbaugebieten hier auf Midgard. Darauf bin ich stolz, jawohl, echter rawindischer schwarzer Moranga. Zubereitet in einem echten rawindrischen Samowar, den ich von meinen Reisen als,“ er räusperte sich, “Handelsvertreter durchführen durfte“. Kurze Zeit später stellte er seiner ersten Kundschaft die erste verkaufte Tasse Tee hin. “Nun bin ich tatsächlich Wirt“, wurde Morgan bewusst und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
 

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Erneut durchläuft das Portal sein Ankunftsmuster und ein großer, unförmiger Schatten materialisiert im Ereignishorizont.
Der Schatten entpuppt sich als Reittier mit Reiter.
Eine Echse, die auf zwei muskulösen Hinterbeinen läuft, mit weißem Fell und Schuppen, einem Gebiss voll von spitzen Zähnen und am auffälligsten, einer großen, gebogenen Sichelklaue an jedem Fuß.

Der Reiter ist nicht weniger exotisch. Eine humanoide Gestalt, in silber und weiße Fellbesetzter Kleidung, unter der immer wieder eine schwarze, enganliegende Art Panzerung hervor blitzt. Der Kopf ist nur als glatte, silberne Fläche als Gesicht, unter einer Fellbesetzten Kapuze zu erkennen.

Der Reiter steuert die Taverne an, steigt von seinem Raptor ab und tritt durch den Eingang.
Blickt sich interessiert um. Wobei die silberne Fläche seines Gesichts aus dieser Entfernung eindeutig als Maske zu erkennen ist.
Zuerst scheint die Gestalt auffälliges Interesse an der Küche zu haben, bevor sie sich den anwesenden Personen zuwendet.

"Sin sela sa Haddash'Imh Ra Sanas Siu' Rias", begrüßt er die Anwesenden, während er die Theke ansteuert. Dabei fällt auf, das der Neuankömmling zum einen nur knapp 1,50 Meter groß ist, und das er mit einem exotisch anmutenden Kurzschwert bewaffnet ist.

Der Kopf der Gestalt wendet sich von einem zum anderen. Man könnte meinen es fiele ihr schwer die Anwesenden zu erkennen.
 
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Morgan wandte sich von Linda ab und blickte zur eben eingetretenen Gestalt hinüber. “Herrje,“ dachte er, “ist heute Tag der merkwürdigen Kreaturen?“ Mit der Hand zeichnete er eine Verständnisrune in die Luft. Ein metallischer Geschmack bildete sich auf den Zungen der Anwesenden. Und als er danach Sprach, war es, als ob sie alle in einer altbekannten Sprache miteinander redeten.

“Ich grüße euch ebenso, Reisender. Kommt näher und setzt euch zu uns. Ihr müsst durstig und hungrig sein. Ich hätte noch guten Lammeintopf auf der Feuerstelle.“ Er unterstrich seine Worte mit einer einladenden Geste.
 

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Hinter dem Neuankömmling betraten weitere drei Personen die Taverne. Sie zögerten und hielten bewusst Abstand zum neuen. Es waren Menschen aus Thalassa, die ein solches Reittier, welches nun draußen vor der Taverne stand, noch nie zuvor gesehen hatten. Die den Menschen angeborene Neugier siegte über ihre Furcht vor dem Unbekannten. Daher folgten sie dem Reiter hinein.

Sie tuschelten kurz miteinander und entschieden sich für einen Tisch, der dem Tresen möglichst gegenüber des Raumes war. Mit einem Handzeichen bestellten sie drei Bier und Morgan bat Juan sie zu bedienen.

Morgan gefiel das gar nicht. Angst, Neugier, Furcht und das Unbekannte wurden seiner Erfahrung nach selten Freunde. Seine Anspannung stieg.
 

Ancoron

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Der Fremde stutzte einen Moment, öffnete jedoch die fellbesetzte Kleidung, die sich als eine Art Mantel entpuppte, und streifte diesen ab.
Das darunter schien wirklich eine Form von Panzerung zu sein, dünner als ein Kettenhemd, und mit silbernen Verbindungen an den Gelenken. Das ganze ging am Hals nahtlos in einen Helm mitsamt der silbernen Gesichtsplatte über.
An den Unterarmen waren silberne Armschützer, auf denen sich leicht erhöhte Aufsätze befanden, die völlig glatt aussahen. Trotzdem sah es so aus, als würde der Fremde einige Zeit lang auf die glatte Fläche starren.

Dann hämmerte er wie ein Verrückter auf verschiedene Stellen an seinem Unterarmschützer herum, und dabei fiel auf, das er nur jeweils zwei Finger plus Daumen an jeder Hand besaß.
Die Haut an den Händen bestand aus silbrigen Schuppen, wie bei einer Schlange.

Ein paar letzte Drückereien auf dem Armschutz und ein befriedigtes Nicken mit dem Kopf, und der Fremde wandte sich wieder Morgan zu.
Ein Augenblick verging, dann war ein Klicken und Zischen zu vernehmen.... Und die silberne Gesichtsplatte verschwand, löste sich förmlich in Nichts auf. Danach faltete sich der Helm zusammen und verschwand im Halskragen, der sich wiederum nach unten zog, und eine annehmbare Version eines offenen Hemdkragens zurück ließ.

Nun, für alle sichtbar, wurde deutlich, das der Fremde tatsächlich fremd war.
Auf den ersten Blick menschlich, schienen die Ohren nach unten hin durch eine Art Hautlappen mit dem Kopf verwachsen. Die Haut bestand wirklich aus silbrigen Schuppen und die Augen waren komplett schwarz. Oberhalb der Schläfen zogen sich jeweils ein Hornkamm über den Kopf, vom Nacken, an dem sie an den Seiten der Wirbelsäule im Kragen verschwanden, und nach vorne ins Gesicht, wo sie sich zwischen den Augen trafen und sich noch bis zur Mitte der Nase fortsetzen.
Die einzigen Haare, weiß wie Schnee, befanden sich auf der Oberseite des Kopfes, zwischen den Hornkämmen und waren im Nacken zu einem Zopf geflochten.

"Eure Übersetzungsmatrix ist jetzt nicht mehr von Nöten, die Anpassungen sind abgeschlossen." Die Stimme des Fremden war freundlich, warmherzig und melodisch.
"Ich bin Jagdmeister Rias vom dritten Haus der Imh, es freut mich, Eure Bekanntschaft zu machen."
Beim sprechen bewegte Rias seinen Kopf ständig leicht von links nach rechts und zurück.
"Und wenn Lammeintopf etwas zu essen ist, nehme ich das Angebot gerne an."
 

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Linda hatte die ganze Zeit immer wieder Notizen zu Morgans Worten gemacht und wollte eben Details nachfragen, als Rias hereinkam. Einen kurzen, verdutzten Augenblick lang hielt sie inne und betrachtete diesen, dann aber blätterte sie ein paar Seiten um und schrieb schneller als man es für möglich halten mochte. All diese Informationen, die faszinierende Sprache des Neuankömmlings, die genannten Orte und Namen, das Verhalten der Einheimischen - die Reise entpuppte sich als noch größerer Erfolg als sie sich zu träumen erhofft hatte.

"Rawindra", sagte sie dann zu Morgan, "hättet ihr zufällig eine Karte der hiesigen Gegend und von dort wo sich dieser Ort befindet?" Und zu Rias gewandt: "Das dritte Haus? Darf ich fragen, wie viele es davon gibt und welche Position diese in eurer Gesellschaft einnehmen? Ihr scheint euch außerdem einer faszinierenden Art von ... Artefakten? ... zu bedienen. Darf ich euch zu deren Funktionsweise befragen? Es wirkt nicht wie die Magie der ich bisher begegnet bin oder selbst anwende ... oder ist es vielleicht sogar etwas ganz anderes?" Das Smaragdgrün ihrer Augäpfel schien beinahe zu wirbeln, und auch auf ihrem Gesicht war die freudige Aufregung sichtbar, aber diesmal hatte sie ihr Lächeln im Griff und nur beim Sprechen blitzten gelegentlich ihre Fänge auf. Auch wendete sie sich an die Männer, die sie und Rias neugierig beobachteten: "Bitte, meine Herren, es gibt nichts zu befürchten. Wir sind nur Reisende - und Gäste." Überrascht blickte sie auf und klatschte sich gegen die Stirn. "Natürlich, wir sind Gäste. Und ich habe gar kein Gastgeschenk", ein schalkhafter Glanz trat auf ihr Gesicht, "zumindest kein materielles."

Sie schob das Buch zur Seite - die Bewegung wirkte irgendwie komisch, fast widernatürlich - und öffnete ihre Truhe, um daraus eine Laute hervorzuziehen. Nach ein paar kurzen Tönen zum Stimmen, winkte sie den drei Einheimischen sich zu ihnen zu gesellen. "Kommt, meine Herren, ich gebe eine Runde und ein Lied aus." Kaum waren ihre Worte verklungen, begann sie mit einer melancholischen Melodie und sang nach ein paar Takten von einer traurigen Begebenheit, von Angst, Missverständnissen und Hass. Je länger das Lied andauerte, desto mehr wandelte sich die Melodie zu etwas voller Hoffnung und Freude, und der Text erzählte von Entschlossenheit, Mut und Verbundenheit ehemaliger Feinde. Die Klänge der Laute und ihrer Stimme schwebten durch den Gastraum und erfüllten jeden Winkel davon mit Vertrauen und Zuversicht in neue Bekanntschaften, und schienen jeden in Hörweite einzuladen, interessante Geschichten auszutauschen und einander zuzuhören. Als sie endete, schien sie für ein paar Momente in fernen Erinnerungen zu schwelgen, dann legte sie ihr Instrument zur Seite und streckte sich einmal durch. "Ah ... das tat gut." Sie griff nach ihrem Tee, der mittlerweile dampfend vor ihr stand und hielt die Tasse allen Anwesenden entgegen. "Auf neue Bekanntschaften."
 

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Die drei Gestalten im hinteren Teil des Schankraums berieten anscheinend ihren nächsten Schritt, wurden sich einig und leerten ihre Krüge. Dann warfen sie jeweils die Kupferstücke für ihr Bier auf den Tisch und standen auf. Aber anstatt zur Gemeinschaft am Tresen dazu zu stoßen, wendeten sie sich zum Ausgang. Dort angekommen, richteten sie ihren Blick nochmals auf die Fremden. “Elea aqa monstrae, non exepta.“, warfen sie giftig in den Raum und verschwanden durch die Tavernentür nach draußen.

Morgan schaute betreten auf den Boden. “Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Leider sind nicht alle Bewohner mit der Ankunft Fremder einverstanden, um nicht zu sagen, wenn der Verstand nicht ausreicht übernimmt der Hass.“
Er schaute abwechselnd in die Gesichter der beiden verbliebenen Gäste und hoffte dort auf Verständnis. Er selbst war über Jahre ein Fremder gewesen und kannte das dumpfe Gefühl des Nichtwillkommenseins.

Dann besann er sich auf Rias Frage und antwortete ihm “Und ja, Lammeintopf ist eine Speise. Ich werde euch gerne eine Schale bringen. Mögt ihr Brot dazu?“ Ohne die Antwort abzuwarten ging er in die Küche und füllte einen weiteren Napf. “Das war ein sehr ergreifendes Lied, Linda, ich darf Linda sagen? Eine wunderbare Melodie und ein noch besserer Text. Auch wenn die drei Rüpel denn Sinn wohl nicht verstanden haben, so kann ich euch versichern, dass diese Sichtweise der Dinge in der Minderheit ist.“ Er kam mit dem dampfenden Lamm wieder nach vorne und stellte es Rias vor die Nase. “Entschuldigt, hattet ihr schon was zu trinken bestellt?“

Und in den Raum hinein, an niemanden besonders gerichtet, mit einem Blick, von dem man nicht sagen könnte, wo er gerade war, sagte er: “Doch gebt acht, auch wenn es nur wenige sind, sie werden immer radikaler.“
 
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“Rawindra, ja, hm, nein, tut mir Leid, aber eine Karte steht mir gerade nicht zur Verfügung,“ sprach Morgan nun an Linda gerichtet, “aber schaut!“

Er räumte einen guten Teil des Tresen frei und begann einzelne Gegenstände auf diesem zu platzieren. “hier, dieses Glas sind wir. Valian, eine relativ kleine Insel im Meer der fünf Winde. Im Norden befindet sich Waeland, ein rauhes Land mit viel Küste und vor allem die Heimat der Zwerge und ihrer Hauptstadt unter Berge Dvarheim.“ Morgan platzierte über dem Glas ein Messer und halb hoch links davon einen kleinen Teller. “Dies stellt den Kontinent Vesternesse dar, dort leben in einem angenehmen Klima vor allem Menschen in Chrysaia, Alba und weiteren Staaten. Aber man findet dort auch das große Waldgebiet der Elben, Broceliande genannt. Und noch weiter im Norden leben schließlich in Halfdal die Halblinge.“ Morgan nahm den letzten Schluck Tee aus seiner Tasse, ging zum Samowar und füllte drei neue Tassen, welche er unter Linda, Rias und sich aufteilte. “Im Westen liegen nun die Küstenstaaten und das Wüstenland Eschar. Von uns aus gesehen im Osten befindet sich Moravod, die Tegarische Steppe und Aran.“ Wiederum platzierte er neue Objekte rund um das Glas, welches Valian darstellte. “ Und unter Aran wiederum finden wir nun Rawindra, ein riesiges Land, dass so ganz anders ist als unser Valian“. Danach beendete Morgan seinen Vortrag, befand alles als richtig und nickte sichtlich zufrieden.
 

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"Mehr als eine intelligente Rasse?" Rias Tonfall war mehr als erstaunt, während er die Frage zwischen zwei Bissen vom Eintopf, einwarf.
Sowohl Essen als auch Tee schienen dem Jagdmeister ungemein gut zu schmecken, und schon nach kurzer Zeit war die Schüssel leer. Und auch den Tee trank er in einem Zug aus. Das Eintopf und Tee recht heiß waren, schien er weder zu bemerken, noch störte es ihn.
Die Scheibe Brot schien er nicht wahr zu nehmen.
"Kann ich noch etwas davon haben?" fragte er, während er die Schüssel zu Morgan schob.
 

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Dann besinnt er sich, das ihm ja auch eine Frage gestellt wurde, und er überlegt, was und wieviel er sagen darf. Er ist nicht Meister des Wissens, er führt nur die Jäger seines Clans. Für so einen Moment sind die Händler wahrlich besser geeignet.
Rias zuckt mit den Achseln. Er wird antworten, so gut er kann und sich später mit den anderen Meistern beraten, ob er zuviel gesagt hat.
"Ich nehme an, mit >Artefakt< spielt Ihr auf meine Bio-Mechanische Jagdmontur und den Thermo-Optischen Computer auf meinem Unterarm an?"
Rias zeigt auf den hinteren Teil seines Armschützers, dann in die Mitte und schließlich zum vorderen Bereich beim Handgelenk. Für die Anwesenden sieht alles gleich aus, eine glatte, silberne Fläche.
" Monitor, Tastatur, Schnellmenü..... Einfache Bedienung." Und dabei hält er Linda den Armschützer vor, damit sie ihn genauer begutachten kann.
 

Screw

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Linda blickt den drei hasserfüllten Gestalten hinterher und nickt melancholisch zu Morgans Worten. "Ich gehöre einer Rasse an, die halb Mensch und halb Teufel ist ... Jahrhunderte vergehen, aber die Erinnerungen an Furcht und Hass hinterlassen Spuren, die nur langsam verwehen." Als dieser aber beginnt, mit Gegenständen seine Welt darzustellen, macht sie wieder eifrig Notizen und stellt gelegentlich Zwischenfragen. Sie erstellt sogar eine grobe Skizze entsprechend der Angaben die gemacht werden.

Bei Rias' kurzem und recht uninformativem Vortrag beugt sie sich über den dargebotenen Unterarm und berührt diesen sachte mit den Fingerspitzen ihrer linken Hand. Sollte dieser beschriftet sein, studiert sie die Worte und Zeichen aufmerksam und murmelt dabei vor sich hin. Abwesend macht sie immer wieder Notizen und nimmt einen Schluck von ihrem frischen Tee. "Biomechanisch ... heißt das, dass der Anzug mit euch verbunden ist, also eine Art symbiotischer oder parasitärer Organismus, oder ist es ein eigenständiges Wesen, dass auf euch und eure Gedanken abgestimmt ist? Und was genau ist ein >Computer<, ein Abakus?"

"Übrigens, Meister Morgan, ein ausgezeichneter Tee. Ihr habt wirklich Glück mit eurem Lieferanten."
 

suppstitution

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Morgan schaut verzweifelt auf dieses Ding an Rias Unterarm und fühlt sich wie ein Idiot. Genauso gut hätten sie ihm die Funktionsweise des Universums erklären können. Er schämte sich, für sich selbst, für seine hinterwäldlerische Welt, für seine Unwissenheit, ach eigentlich für alles.
Was hatte sie gesagt? Sie sei Mensch und Teufel zugleich? Er vermutete, dass Teufel auch eine Art Dämon war. Auf was war er gerade dabei sich einzulassen. Er fand sie sympathisch, vielleicht etwas anstrengend in ihrer Art neugierig zu sein. Und auf eine bestimmte Weise auch attraktiv. Bei ihm war er sich noch nicht sicher. Aber er würde noch erkennen, wie viel Vorsprung diese Technik dem Fremden bot. In sich hinein horchend fühlte Morgan nach der Energie in ihm, die die Magie ihm gab. Sie war da und jederzeit greifbar. Es beruhigte ihn und er nahm gerade noch das Kompliment war. “Es ist nicht allein der Tee, viel mehr die Art der Zubereitung, die aus einem ausgezeichneten Tee einen außergewöhnlichen Genuss werden lässt.“, antwortete Morgan. “Noch eine Tasse gefällig?“
 

Ancoron

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Tee..... Merkwürdiges Getränk. "Aus welchem Tier wird Tee gewonnen?" Rias überlegt, ob sich eine Herde davon für sein Haus erwerben lässt. Auf der einen Seite ist er von allem hier äußerst fasziniert, auf der anderen Seite wäre er wirklich froh, einen Händler oder einen Wissenden an seiner Seite zu haben.

Und was die Fragen betrifft.... Was soll er nur antworten. Imh lügen nicht, jedoch hat sein Volk sehr wohl Geheimnisse. Er wünschte, er wüsste, wie man sich bei Fremdkontakt richtig verhält.

"Der Computer ist ein technisches Hilfsmittel und die Jagdmontur ein symbiotischer Abkömmling des Hauses."
Vielleicht funktioniert die Matrix nicht richtig, oder er deutet die Emotionen falsch, aber mehr und mehr hat der Imh das Gefühl, das die beiden keine seiner Erklärungen verstehen.
 

suppstitution

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Morgan stutzte und musste kurz lachen, “Nein, nein, mein Herr, kein Tier, Tee wird angebaut, es handelt sich hierbei um eine Pflanze. Viele verschiedene Sorten, um genau zu sein.“ Damit wandte er kurz zum Samowar, um Wasser nachzufüllen.
“Also ich vermute nun zu wissen, was eine Forscherin ist. Du willst einfach alles über uns und unsere Lebensweise wissen.“, sprach er kurz in Richtung Linda. “Aber du,“ an Rias gewandt, “was ist dein Auftrag, den du hier verfolgst?“

“Habt ihr beide eigentlich schon eine Bleibe für die Nacht?“
 
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