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Diskussion Werden kleine/ schlanke Systeme weniger gespielt oder: Die Frage nach der Henne und dem Ei

Aushan

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Hallo zusammen,

nachdem ja schon ein Beitrag da ist bzgl. der Kosten von Regelwerken und Hintergrundbüchern existiert möchte ich, losgelöst davon, einen Gedanken rein bringen bzw. zum diskutieren einladen.

In unserer Gruppe kam das Gespräch drauf, ob man neben Cthulhu was anderes spielen kann. Hieraus kristallisierte sich recht schnell der Hinweis, dass man bei kleinen (unbekannteren) Systemen (Dungeonslayer oder Fabula) wenig bis gar keine Gruppe findet.
Für mich ist es aber die Frage nach der Henne und dem Ei... oder anders ausgedrückt: Ist das ggf. eine sich selbst erfüllende Prophezeiung?
Wenn sich keiner traut sowas zu leiten, weil er glaubt, das System sei zu unbekannt, dann spielen es weniger, dadurch wird es nicht bekannter und dann traut sich auch niemand das zu leiten, weil ... und dann geht der Kreis von vorne los.

Was sind Eure Gedanken/ Erfahrungen dazu?

Gruß
Aushan
 

Ascaso

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Pretty much that.
Leute investieren Zeit darin ihr System kennen zu lernen und haben keine Lust/Zeit/Muße sich in ein neues System einzuarbeiten. Ich glaube viele Leute denken auch um ein System zu spielen brauche es Regelsicherheit und Hintergrundwissen zur Welt. Und mit dem Mindset ist das natürlich nicht leicht etwas neues aufzuziehen, zumal online.

Aber geht auch mit etwas Zeit. Wichtig ist dann aber wirklich das klar gesagt wird was, wie und in welcher form gespielt wird, so das Leute sich darauf einlassen können. Etwas das ich mir nebenbei auch für die klassischen Runden wünschen würde. "Ich suche Leute für eine DnD Runde" mag eine aussage für Leute sein die Systeme spielen aber ist für mich wenig hilfreich zum "Rollen"spiel. :)
 

Thor Naadoh

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Eigene Erfahrung: ich hab hier ein Spielergesuch reingesetzt und hatte die Gruppe nach zwei Tagen voll - musste dann sogar schon jemanden ablehnen.
Und das war keines der großen bekannten Systeme, sondern so nischig wie es nur geht, wenn man es nicht ganz allein gemacht hat... Wie viele Leute haben schonmal von Dieseldrachen gehört?
Klar war das online, für eine live-Spielrunde 5 Leute zusammen zu suchen wäre vermutlich auch unter nicht-Pandemie-Bedingungen deutlich schwieriger gewesen.

Ich persönlich probiere gerne mal aus, wenn ich irgend einen Aspekt interessant finde. Das kann das Setting sein (Dieselpunk fand ich als Idee sehr ansprechend), die Grundidee des Spiels (7te See = Mantel-und-Degen-Actionfilme) oder auch das System (z.B. FFG Star Wars). Ich kaufe mich zwar jetzt kaum noch mal in neue Systeme ein, weil ich die, die ich habe als ausreichend empfinde, aber für ne Schnupperrunde bin ich gern bereit.
Ich kann mir aber vorstellen, dass andere Menschen das anders sehen und lieber bei ihrem liebgewonnenen Setting/System/Charakter/Abenteuer/whatever bleiben wollen. Zeit ist ein kostbares Gut.
 

Feuertraum

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In meinen Augen kommt es auf die Menschen an, mit denen man spielt. Meine Rollenspielgruppe zum Beispiel besteht auf fünf Personen (meine Wenigkeit mit eingerechnet).
Ich gehöre zu den Menschen, die gerne mehrere Systeme ausprobieren wollen, auch die Regelwerke, die eher unbekannt sind. Teils aus Neugier, teils, um herauszufinden, welches System für uns am geeignetsten ist, teils aber auch, um einfach mal etwas anderes als die Routine zu haben.

Von den fünf Personen sind vier Menschen auch bereit, sich darauf einzulassen. Nur einer weigert sich partout, das mitzumachen, mit der Begründung, dass er dann ja immer wieder etwas Neues lernen muss, und dazu hat er echt keine Lust. Er findet es ja schon nicht gut, dass er sich sowohl mit Pathfinder als auch auf MERS und - demnächst, wenn Chronosaurus durch ist - dann mit Private eye beschäftigen muss.

Ich glaube, dass es sehr wohl genug Menschen gibt, die auch bereit sind, sich auf neue/unbekannte Systeme einzulassen (und ich glaube auch, dass auch diese wenig bekannten Systeme das Recht haben, gespielt zu werden). Natürlich wird es auch immer Spieler geben, die nach dem Motto gehen: Was der Bauer nicht kennt, das isst er auch nicht, aber dann darf der Bauer sich hinterher auch nicht beschweren, wenn er etwas Gutes verpasst.
 

changer

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meine Erfahrung ist, dass fehlende Regelkunde bei Spielern dazu führt, dass man gewisse Sachen nicht einschätzen kann. So muss man sich auf ein neues Regelwerk konzentrieren und auf seinen neuen Char. (Man könnte zwar den selben Tank im cyberpunk spielen den man schon in dnd hatte, aber meistens möchte man ja auch da was neues probiere .) und ist sich dann nicht sicher ob man die Aktion so durchführen kann wie man möchte. Das kann dann zu Frustration führen.

Wenn man viele settings ausprobieren möchte ist ein universalregelwerk glaub ich ganz gut. Savage world fällt mir da ein. Im Netz gibt es genug Adaptionen und komplett neue Richtungen. Dragonball oder borderlands als Beispiel.
 

Aushan

Neubürger
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Eigene Erfahrung: ich hab hier ein Spielergesuch reingesetzt und hatte die Gruppe nach zwei Tagen voll - musste dann sogar schon jemanden ablehnen.
Und das war keines der großen bekannten Systeme, sondern so nischig wie es nur geht, wenn man es nicht ganz allein gemacht hat... Wie viele Leute haben schonmal von Dieseldrachen gehört?
Klar war das online, für eine live-Spielrunde 5 Leute zusammen zu suchen wäre vermutlich auch unter nicht-Pandemie-Bedingungen deutlich schwieriger gewesen.
Ja diese Richtung denke ich auch... vermutlich ist es einfacher als SL, wenn man anbieten kann... Wenn man als Spieler eine Gruppe sucht in einem unbekannteren System wird es herausfordernder glaub ich

meine Erfahrung ist, dass fehlende Regelkunde bei Spielern dazu führt, dass man gewisse Sachen nicht einschätzen kann. So muss man sich auf ein neues Regelwerk konzentrieren und auf seinen neuen Char. (Man könnte zwar den selben Tank im cyberpunk spielen den man schon in dnd hatte, aber meistens möchte man ja auch da was neues probiere .) und ist sich dann nicht sicher ob man die Aktion so durchführen kann wie man möchte. Das kann dann zu Frustration führen.
Hierfür braucht man dann halt eine SL, die klar kommuniziert, dass Fragen gestellt werden können oder halt (so versuche ich es zu handhaben) ermutigt einfach das zu sagen, was der Char machen möchte. Letztendlich kommt es dann ja auf die SL an, wie das umgesetzt wird. Regelkenntnisse sollten natürlich bei der SL vorhanden sein, sonst wird das schwerer, aber schlussendlich ist genau das ja der Job, den der Spielleiter machen sollte.

Wenn man viele settings ausprobieren möchte ist ein universalregelwerk glaub ich ganz gut. Savage world fällt mir da ein. Im Netz gibt es genug Adaptionen und komplett neue Richtungen. Dragonball oder borderlands als Beispiel.
und
Ich glaube, dass es sehr wohl genug Menschen gibt, die auch bereit sind, sich auf neue/unbekannte Systeme einzulassen (und ich glaube auch, dass auch diese wenig bekannten Systeme das Recht haben, gespielt zu werden). Natürlich wird es auch immer Spieler geben, die nach dem Motto gehen: Was der Bauer nicht kennt, das isst er auch nicht, aber dann darf der Bauer sich hinterher auch nicht beschweren, wenn er etwas Gutes verpasst.
Das ist aus meiner Sicht genau der Reiz und Vorteil, den Universalregelwerke ausmachen. Ein System (insbesondere, wenn es sehr elegant und schlank ist) für verschiedene Settings ist halt super, da man sich dann eben nur noch auf das Setting einlassen muss.
 

suppstitution

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Ich finde es unheimlich spannend, neue Systeme kennenzulernen. Insbesondere die Umsetzungen der Regelwerkteile: wie funktioniert kampf, wie haben sie das mit Schaden gemacht, Initiative oder nicht, gibt es Magie und warum, wie ist es umgesetzt....

Es gibt so viele tolle Umsetzungen, es ist so schade, wenn man nur in einem System "rumdümpelt"
 

Ancoron

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Wenn alle immer nur "das Bekannte" spielen würden und sich nicht auf neues einlassen, würden wir alle unsere Samstag Abende mit Mau Mau oder Mensch-ärgere-dich-nicht Runden verbringen......

Davon abgesehen, war das Ei als erstes da, da es schon wesentlich länger Eier als Hühner gibt :hoffnarr
 

Sameafnir

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Grober Regelverstoß (mehrere Links zu Verkaufsseiten)
Mal andere, wenig bekannte Systeme kennenzulernen war auch für mich ein Ansatz, als ich auf ein Gesuch "Grie Soß" zu spielen hier antwortete. Was als One Shot gedacht war wurde zu einer One / few shots Runde, die sich inzwischen regelmässig (1x Monat trifft - aktuell online natürlich), um genau solche "seltenen" auch einfacheren Settings gemeinsam zu spielen. Wir haben dabei großes Glück gleich mehrere Personen zu haben, die die SL übernehmen können und wollen.
So haben wir Grie Soß, Lasers & Feelings, Alienor, Liebe in Zeiten des Seidr, Kagematsu, Private Eye, Geist/Ghost Echo, Fiasko, 1001 Nacht, gespielt und echt viel Spaß gehabt dabei!
Wobei wir eindeutig einen Schwerpunkt auf erzählerische Rollenspielsettings legen. Einfach weil uns das am meisten Spaß macht.

[Admin-Edit]Links zu Verkaufsseiten entfernt.[/Admin-Edit]
 
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hexe

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Es hängt meiner Meinung nach sehr davon was die Person vom Hobby Rollenspiel denn so erwartet. Wenn man da sein System gefunden hat, was genau das erfüllt, warum dann irgendwas neues probieren? Weil es vielleicht auch gut ist? Oder gar besser?

Oder was erwarte ich von einem neuen System? Möchte ich Regeln, die besser zu einer Art des Rollenspiels passen? Oder interessiert mich eigentlich nur das Setting?

Wobei ich auch das Gefühl habe, dass sich viele kleine Systeme schlicht auf ein Art Themengruppe stürzen. Aber falls man aber gerade keine Geheimagenten im alten Rom spielen möchte, muss man das ganze System auch nicht ausprobieren. :D
 

Mann mit Bart

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Meine eigenen Erfahrungen dazu sind da auch durchwachsen. Einerseits hatte ich schon Spielrunden die fast schon wild darauf waren neue Systeme auszuprobieren. Aber ich habe auch schon Spieler erlebt, die keine Lust hatten sich auf ein neues Spiel einzulassen. Und mir kommt es so vor, als ob vor allem regellastige Systeme mit ihren vielen Erweitungsbüchern zu so einem Verhalten führen. Die Aussicht darauf wieder ein Grundregelwerk mit 400 Seiten und mehrere Quellenbücher mit jeweils 200 Seiten lesen und halbwegs lernen zu müssen ist schon eine Hemmschwelle.
Ich habe zudem auch schon Spieler erlebt die Inhalte komplett ausgeschlossen haben, also kein Horror oder SiFi spielen wollten.
Ich habe auch den Eindruck, dass die Experimentierfreude mit zunehmendem Alter abnimmt.

In der Hinsicht finde ich die Schnupperrunden, die hier oft angeboten werden super. Denke das könnte vielleicht auch in festen Runden funktionieren, so lange die Spieler das Gefühl haben keine langfristigen Verpflichtungen eingehen zu müssen und beim Lernen an der Hand genommen werden.
 

Mann mit Bart

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Wusste dass das kommt. :sarcastic:
Trotzdem ist das mein Eindruck. Natürlich kann man es nicht verallgemeinern. Gibt sicher viele, die im Herzen jung bleiben. Ganz besonders unter Rollenspielern.
 

Chiarina

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Da klickt man nichtsahnend in so einen Strang und liest dann, wie Sameafnir über unsere Gruppe schreibt! Hat mich jedenfalls gefreut!

Ich habe lange Jahre nur zwei komplexe Rollenspiele in ewigen Kampagnen gespielt. Das hat meine Spiel-Freizeit fast völlig ausgefüllt. Ich wusste gar nicht so richtig, was es alles sonst noch so gibt. Irgendwann wurden meine Standard-Systeme dann aber doch ein bisschen öde, ich hab´ mich umgeschaut und mich gewundert, was mir da so alles für absonderliche Systeme um die Ohren flogen. Nach wenigen Versuchen war ich in der regelleichten, narrativen Ecke gelandet und erstmal sehr begeistert. Ich probierte ein Spiel nach dem anderen aus und fand ziemlich gut, dass es Systeme gibt, die mich so´n bisschen aus meiner Comfort Zone herauskitzeln. Das ist aber wohl Mentalitätsfrage.

Ich probiere immer noch Neues aus, aber kehre inzwischen auch im regelleichten Sektor hin und wieder zu Systemen zurück, die sich in meinen Augen bewährt haben und die mir gefallen.

Manchmal habe ich auch eine Setting- oder Abenteueridee, schnappe mir irgendeines dieser kleinen Systeme, ändere es ein wenig ab und setze damit meine Idee um. Das ist bei den wenigen Regeln, die diese Spiele oft besitzen, meist gar keine große Sache. Seit ich gesehen habe, dass das funktionieren kann, suche ich eher nach spannenden oder ungewöhnlichen Spielinhalten. Die Systeme stehen nicht mehr ganz so im Zentrum meines Interesses.

So´n kleines Indie-Spielchen ist eigentlich relativ schnell mal durchgelesen, der Aufwand hält sich meist in Grenzen. Eine Gruppe zu finden ist nicht immer leicht. Wenn ich unbedingt ein ganz bestimmtes kleines Indie-System spielen will, dann muss ich mich eigentlich immer selbst kümmern. Wenn ich das aber tue (mich dahinterklemme, Freunde anquatsche, annonciere, auf Cons fahre, was auch immer...) und entsprechend überzeugt von meinem Vorhaben bin, dann klappt´s auch irgendwann. Ich konnte jedenfalls für fast alle meine "Muss-ich-unbedingt-ausprobieren!"-Spiele früher oder später Leute gewinnen.
 
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Aushan

Neubürger
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Zum einen sind die Regeln schnell gelesen und zum anderen finde ich schlanke Systeme sehr elegant um "mal eben" ein Setting zu testen. Vllt. bekommt man so ja mal mehr Lust auf Western oder Horror oder Detektivisches etc. Außerdem kann man sich so (wie schon erwähnt) schneller auf das Setting einlassen und muss sich halt eben nicht um neue Regeln Gedanken machen (Ob man beispielsweise nun im Fantasy Bereich mit Magie oder bei StarWars mit der Macht arbeitet ist dann am Ende des Tages nur eine Begriffssache).
 
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