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Weltenbau - wenn "Urknalltheorie" plötzlich einfach klingt

Dieses Thema im Forum "Private Blogs" wurde erstellt von Screw, 6 März 2019.

  1. Screw

    Screw Helfende Hand Blogger

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    Im Sommer 2006 habe ich beinahe einen Unfall verursacht. Warum? Weil in meinem Kopf plötzlich eine Welt entstanden ist. Und seit diesem Tag wandere ich durch dieses fiktive Universum und versuche, alle Stücke, die bei dieser Detonation entstanden sind, wiederzufinden.

    Die ursprüngliche Inspiration war ein Lied aus dem Radio, relativ schnell kamen ein Kartenspiel, eine Manga-Serie und eine Buchreihe hinzu. Ich möchte diese Welt bunt, schrill und abstrakt haben. Ich möchte, dass sie Spaß macht und über gesellschaftskritische Elemente und Wortspielereien auch zum Nach- und Um-die Ecke-denken in und außerhalb des Spieles anregt. Ich arbeite nicht daran, damit Geld zu machen oder das Zeug anderweitig zu veröffentlichen, denn primär tue ich das für mich und alle, die mit mir darin spielen wollen.

    Und damit sind wir auch schon bei der Kernaussage dieses ersten Beitrages:
    Fokus!
    Was ist das Kernwesen meiner Schöpfung?
    Welche Basis liegt allem Sein darin zugrunde?
    Wie sind die roten Fäden beschaffen, die sich hindurchziehen?

    In meinen Augen sind das mit die wichtigsten Fragen, die man sich beantworten sollte, um die Welt konsistent zu gestalten. Zu viele Einflüsse oder Prägungen könnten die Welt willkürlich oder unlogisch erscheinen lassen - was durchaus beabsichtigt sein kann, sofern dies zum Kernwesen gehört. Aber meine Erfahrungen sagen mir, dass eine gewisse Grundlogik den Spielern dabei hilft, die Fähigkeiten und Chancen ihrer Figuren einschätzen zu können, denn es ist sehr frustrierend, nie sicher sein zu können, woran man ist.

    Baut man eine eigene Welt für 's Rollenspiel, ist es auch hilfreich, ein Regelsystem dafür zu haben. Das kann entweder ein bestehendes sein, dass für die eigenen Zwecke passt, ein abgeändertes oder zusammengestoppeltes System, oder man stampft sich ein eigenes aus dem Staub. Letzteres habe ich gemacht ... ok, genaugenommen bin ich mir noch nicht sicher, ob ich schon fertig bin. Aktuelle Version ist 7.8 und ich will es so simpel wie möglich halten, um höchstens einmal alle 5 Minuten Würfel zu werfen, auch im Kampf.

    In diesem Blog (Nummer 3 mittlerweile, hatte ich anfangs nicht erwartet) werde ich nicht nur selbst auf diese Bereiche eingehen, sondern will auch andere Schaffende dazu einladen, sich dazu zu äußern. Ihr könnt mich gerne per Unterhaltung ansprechen, damit wir uns diesbezüglich kurz schließen, oder ich spreche euch direkt an. Irgendwie muss ich auf jeden Fall eine Reihenfolge festlegen und hoffen, dass sich dabei niemand zurückgestellt fühlt. ;)

    cul8r, Screw
     
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  2. Screw

    Screw Helfende Hand Blogger

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    Wie angekündigt, möchte ich in diesem Blog auch andere zu Wort kommen lassen. Mein erster Gast hier nennt sich @suppstitution und hat in der kurzen Zeit seit der Anmeldung schon fleißig hier auf den RPG-Foren.com mitgeschrieben. Er arbeitet selbst schon einige Zeit an einem System plus zugehöriger Welt und hat daher auch schon Erfahrungen gesammelt. Wir haben uns schon per Unterhaltung ein wenig über Themen, die er behandeln könnte und möchte ausgetauscht und sind zu einer Entscheidung gelangt, die meiner Ansicht nach recht gut an den Beginn dieses Blogs passt.

    Es handelt sich um ein Problem, dem sich viele Leute gegenüberstehen sehen können, die eigene Projekte ins Leben rufen.

    Der Maßstab

    In diesem Falle wohl am ehesten passend als "den Mund zu voll nehmen" zu bezeichnen, da ihm etwas passiert ist, dass ich selbst auch schon durchgemacht habe. Wir wollten einfach zu viel in zu kurzer Zeit. Aber ich will nicht zu viel vorweg nehmen und räume nun das Feld.

    @suppstitution, die Bühne gehört dir:
     
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  3. suppstitution

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    Vielen Dank, Screw.

    Ich möchte euch von unserem Projekt berichten und von den Schwierigkeiten, auf die wir trafen. Wenn ich wir sage meine ich meinen Sohn und mich. Was hatten wir vor?

    Nach langer Spielzeit Midgard, Abstecher zu Splittermond und SR wollten wir unser eigenes System bauen. Uns schwebte damals ein „Box“-System vor. Ein Regelwerk, viele Welten. Es sollte eine eigene Welt mit eigenen Rassen, eine mittelalterliche Welt à la GoT, eine Welt voller Mutanten auf der Erde, ein Science-Fiction-Szenario und eine Tolkien-Welt geben. Alles spielbar mit einem

    Regelwerk,

    an das wir uns zuerst machten. Es sollte Anfänger geeignet sein, man sollte nur einen W20 brauchen, Regeln und Spielmechanik durchgängig gestaltet werden. Wir bestimmten Basiseigenschaften und Sinne, ließen abgeleitete Eigenschaften frei bestimmbar, beschrieben erlernbare Fertigkeiten und Berufe. Schließlich erarbeiteten wir das Kampfsystem. Anschließend wurden die Regeln zur Charaktererschaffung festgelegt und durchgespielt. Es schien alles stimmig und einfach.

    Im Anschluss haben wir auf fremde Welten schon mal Probe gespielt: Midgard und GoT-Abenteuer erdacht und mit unseren Regeln gewürzt – Funzte – dachten wir zumindest.

    Magie

    Dann kam ziemlich schnell die Sache mit der Magie. Midgard kannte sie, GoT eher nicht, sondern mehr als Wunderwirkung durch den Glauben. Also entschieden wir, dass Magie als eigenständige Box zum Regelwerk je nach Szenario hinzugenommen werden sollte. Wir kämpften uns durch das Magiesystem und wollten eine Spruchlisten freie, selbstbestimmte Magie. Auch die war irgendwann fertig. Magie braucht aber auch eine Begründung, warum sie existiert, und diese Begründung richtet sich nach der Welt, auf der du spielst und prägt diese entscheidend mit. Aber das erkannten wir erst viel zu spät.

    Welten

    Bis dahin waren gut zwei ein halb Jahre ins Land gegangen und wir widmeten uns unserer Mutanten-Box. Dort wurden nun unsere bisher verdeckten Probleme offenbar. Diese Welt war wesentlich weiterentwickelter als unsere Probeszenarien. Fertigkeiten und Berufe passten nicht wirklich in diese Welt. Fortgeschrittene Technik erfordert neue Fertigkeiten, neue Berufsbilder. Also beschlossen wir, die Weltenboxen um dort vorkommende Berufe und Fertigkeiten zu ergänzen und unterzogen unserer bisherigen Auflistung einer kritischen Betrachtung. Aber mit dieser Technik kommen auch neue Waffen. Hielt unser Kampfsystem dem Stand?

    Ihr könnt euch denken, welche Probleme weiterhin dazukamen. Alles aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen. Letztendlich haben wir das Box-System aufgeben müssen und konzentrieren uns nunmehr auf unsere eigene Welt und ein dazu passendes Regelsystem mit stimmiger Magieumsetzung. Hinzu kamen noch Arbeiten, die wir wirklich damals unterschätzt haben: Herbarium, Bestiarium, geopolitische Strukturen, Handelsbeziehungen, und, und, und… Wir befinden uns im fünften Jahr, spielen unsere Welt und das Regelsystem nun mit einer 5er Gruppe Probe und sind sehr zufrieden. Nach jedem Spieltag wird das Feedback eingeholt und Finetuning betrieben.

    Fazit

    Screw moderierte mich an mit den Worten „Maßstab“ und „Mund zu voll nehmen“. Und wie ihr seht, hatte er Recht. Ein solches Projekt kannst du nicht alleine oder zu zweit stemmen. Auch wenn ich es immer noch als eine Herausforderung sehe und weiterhin Lust hätte, es umzusetzen.

    Wenn ihr ein Weltenbau oder Regelwerk Projekt beginnt, rate ich euch, stellt euch vorab ein paar Fragen:

    · Für wen mache ich das?

    · Will ich irgendwann damit in die Öffentlichkeit?

    · Wie viel Zeit bin ich bereit, dafür zu opfern?

    · Ist es überhaupt realistisch umsetzbar?

    · Setze ich mir Termine und wenn ja, was passiert, wenn ich sie reiße?

    · Habe ich aus meiner Erfahrung das Durchhaltevermögen, an dieser Sache über Jahre zu arbeiten?

    Mit diesen Fragen lassen wir euch erstmal im Regen stehen. In diesem Sinne gerne mehr Ergüsse und Anregungen aus unserer Weltenschmiede, sofern ihr diesen Artikel interessant fandet.

    @suppstitution
     
    Thor Naadoh, Ancoron und Screw gefällt das.

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