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Das Schwarze Auge Wege des Meisters

Tufir

Drachling
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Wege des Meisters“ ist das erste Buch aus der DSA-Redaktion, dem man eine gewisse systemübergreifende Professionalität bescheinigen kann – eigentlich sogar bescheinigen muss – , weil der Inhalt durchaus weit über den aventurischen Horizont hinaus verwendbar ist. So ist dieses Buch zwar als DSA-Buch erschienen, aber jeder Konsument, der in der Lage ist, über die DSA-spezifischen Dinge in den Beispielen hinweg zu lesen, sie zu ignorieren oder zu adaptieren, kann das Buch auch für sich selbst und sein eigenes System verwenden.

Das Werk ist kein Regelbuch,
schon gar kein Hintergrundmaterial oder Abenteuermodul. Dies wird dem Leser auch gleich am Anfang klar gemacht, zusammen mit der harten aber gleichsam notwendigen Erklärung, dass dieses Buch nicht das Allerheilmittel für den Weg in den Job eines Meisters sein kann. Unmissverständlich werden Erwartungen dieser Art zurückgeschraubt und so bleibt zu hoffen, dass jeder Käufer dieses Vorwort auch liest.

Was dann abschließend übrig bleibt, ist ein sehr anschauliches Werk, das in der bekannten Art eines Baukasten-Systems Anleitungen, Ratschläge und Hilfestellungen für Probleme, schwierige Situationen und andere heikle Situationen anbietet, die im Leben eines Rollenspielleiters nicht nur auftreten können, sondern sogar mit Sicherheit auftreten werden. Drei langjährig erfahrene und gestandene DSA Redakteure bzw. Spielleiter berichten hier zum einen relativ objektiv über theoretische Ansätze, wie mit solchen Situationen und Begebenheiten umgegangen werden kann, zum anderen geben sie aber auch - explizit als solche hervorgehoben - ihre rein subjektiven Meinungen und Erfahrungen weiter, die sie in teilweise mehr als 25 Jahren Rollenspiel erlebt und „gemeistert“ haben. Erklärungen zu diversen (Rollen)Spieltheorien und anderen (pseudo)wissenschaftlichen Ableitungen zum diesem Thema, welche durch die diversen Medien unserer Zeit geistern, ergänzen die fachliche, bzw. sachliche Seite dieses Buches.

Die einzelnen Kapitel decken prinzipiell so ziemlich alle Situationen ab, in die Rollenspielleiter geraten kann: Von der Vorbereitung oder eigenen Ausarbeitung eines Abenteuermoduls oder gar Kampagne bis hin zu diversen Spielsituationen mit einer heterogenen Gruppe verschiedener (schwieriger, dominater, leiser, etc.) Spielercharaktere wird alles behandelt, was ein erfahrener Dungeon-Master sicherlich schon einmal erlebt hat. Damit das Ganze dann doch keine allzu trockene Theorie bleibt, lockern bekannte Bilder und Zeichnungen aus dem DSA-Kosmos die teilweise staubtrockenen Texte auf und würzen exzellente Nachdrucke der bekannten Comic-Reihe „Dork Tower“ das Werk mit einem guten Schuss Humor.

Rein technisch ist das Buch in Druckqualität, Cover und Fadenbindung ohne Beanstandung.

Das Fazit lautet also: Ein durchaus gelungenes Machwerk, mit DSA-spezifischen Anteilen, die sich aber in Grenzen halten, und das es bislang für kein Rollenspielsystem in dieser Form gab. Der Nutzen für den einzelnen Rollenspieler wird jedoch erwartungsgemäß individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Somit wäre es sicherlich zu viel des Guten, eine generelle Kaufempfehlung für dieses Werk abzugeben. Aber ebenso wenig kann man es von vorneweg in den Mülleimer verdammen. Das Werk erhebt absolut keinen Anspruch darauf, ein wissenschaftliches Standardwerk zum Thema Rollenspiel zu sein und ist weit davon entfernt eine Art Lehrbuch für den Spielleiterjob darzustellen, kann aber je nach individuellem Charakter eines Spielleiters oder einer Person, die ein solcher werden möchte, durchaus dazu geeignet sein, Hilfestellungen oder Anleitungen zum „besser machen“ zu geben. Die Empfehlung lautet daher schlicht und einfach: Wen das Buch interessiert, der sollte in einen gut sortierten Buchladen gehen, bei einer Tasse Kaffee oder Tee mal reinschmökern und dann in Ruhe die Entscheidung für oder gegen den Kauf treffen. Und das gilt nicht nur für DSA-Spieler! Die Entscheidung sollte gut durchdacht sein, denn der Preis von 30,00 Euro für ein solches Werk ist kein Pappenstiel und somit bleibt dieser Punkt dann auch der kritischste von allen.

Viele Grüße
Euer Tufir
 
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