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Warum dominiert D&D monentan den Markt / Szene

suppstitution

Krieger
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Ist das alles so einfach? Hey, schlag mal ein System vor?

Der eine mag kein W20, der andere keine explodierenden Würfel oder W6-Orgien a lá SR. Die eine möchte möglichst real an eine Kampfsimulation herankommen, der andere mehr erzählen, was passiert.

Also aus meiner Sicht sollte eine Gruppe sich fragen, wie (Regeln) sie spielen möchte, was (Setting) sie spielen möchte und wie weit sie das auslegen will (Freiheit der Gruppe bzw der Spielleitung).

Nehmen wir mal DSA, da hat jeder Straßenköder in der Weltbeschreibung einen Namen. Das kann den SL viel Arbeit ersparen, ihn aber auch gleichermaßen einengen.
Da ich nur die 3er Regeln bisher gespielt habe, vier nach Aussagen eines Freundes eine Katastrophe sein soll und 5 wohl wieder geht, müssen andere ein Urteil zum aktuellen Regelwerk abgeben. Mein Retro-DSA ist halt old school und genau deshalb spielen wir das.

Midgard hat eine schön entwickelte Welt mit genau dem Grad an Beschreibung und Festlegung, die der SL viele Freiheiten lässt. Allerdings stecken alle Beschreibungen in extra Quellenbüchern. Und die Regeln sind old school, so mit Charakterklassen und so. Ich mags halt...

In SR sind die Regeln nicht wirklich intuitiv (meine persönliche Meinung.) Das spiele ich nur wegen des Settings.
Könnte mir aber da auch eine Fate-Umsetzung vorstellen.

DnD kenne ich persönlich nicht, daher erspare ich mir eine Ausführung und es wurde ja schon einiges gesagt.
Ich kenne noch Hexxen 1733, Coriolis und diverse kleinere. Haben unser eigenes entworfen.

Also daher mein Tipp:
Schaut doch selbst nach dem Spiel-/Regelsystem, dass ihr spielen wollt:
pbta, fate, turbo-fate, d20, irgend ein retro, ...
bestimmt, ob und wenn ja, welche Regeln ihr ignoriert und anders macht

sucht euch ein Setting aus, eine Welt, vielleicht findet ihr eine passendes Setting-Regelwerk-Kombi (da draußen gibt es bestimmt die geeignete). Wenn nicht, dann nehmt das Regelwerk x und das Setting y. ...bisschen quetschen und ruckeln... Und dann spielt es einfach.

Auf meiner Platte lungern 40 unterschiedliche Systeme und Settings und mein Schrank biegt sich.... Vieles ist kostenlos, frei, unter cc-Lizenz...

So simple ist es doch im Grunde. Und nicht, sag mir mal, was ich spielen soll...
 

Mann mit Bart

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In SR sind die Regeln nicht wirklich intuitiv (meine persönliche Meinung.) Das spiele ich nur wegen des Settings.
Könnte mir aber da auch eine Fate-Umsetzung vorstellen.
ShadowCoreXP - spiele ich selbst auch gerade
Interface Zero 2.0 - hab ich nur als Regelwerk vorliegen, macht aber auch einen guten Eindruck auf mich. Allerdings ist keine direkte Umsetzung zu SR. Es sollte allerdings recht einfach sein, das auch für SR zu verwenden.

Also aus meiner Sicht sollte eine Gruppe sich fragen, wie (Regeln) sie spielen möchte, was (Setting) sie spielen möchte und wie weit sie das auslegen will (Freiheit der Gruppe bzw der Spielleitung).
Dem möchte ich mich ausdrücklich anschließen. Ich habe die letzten zwei Jahre die Erfahrung gemacht, dass es doch extrem unterschiedliche Geschmäcker und Spielweisen gibt. Ich persönlich habe die Storytelling-Systeme für mich entdeckt, aber es gibt durchaus Spieler, die wollen einfach nur ihren Charakter spielen, die möchten sich keine Gedanken darüber machen, wie es mit der Handlung weiter gehen könnte oder welche Konsequenzen aus der letzen Szene entstanden sind. Manche Spieler möchten einem festen Plot folgen, gerailroaded werden und haben auch kein Bedürfnis danach hohe Freiheitsgrade in ihren Entscheidungen zu haben.
Andere wiederum interessieren sich noch nicht einmal besonders für ihren Charakter. Denen geht es um die Spielmechanik, ums "gewinnen", das Überwinden der Herausforderungen, die der GM in den Weg zu stellen hat. Das hat dann schon fast turniermäßige Züge. Ist es besser oder schlechter? Wahrscheinlich nicht, nur anders. So lange alle Spaß dabei haben.
Wie ich feststellen musste hat sogar schon mal jemand eine Theorie dazu formuliert (GNS-Theorie von Ron Edwards). Ist nicht ganz deckunggleich mit dem was ich oben geschrieben habe, geht aber in eine ähnliche Richtung.

Was uns zurück zu D&D bringt. D&D bedient einen ganz bestimmten Typ von Spiel, wobei der sich über die Jahre hinweg verändert hat, was vermutlich der Grund für die OSR-Szene ist.
Von daher ist eine Aussage wie...

DSA und D&D sind für mich regeltechnisch gleichermaßen eine Katastrophe. D&D ist auch nur bei den arg simplifizierten Grundmechaniken einsteigerfreundlich.

... eben eine persönliche Meinung. Andere spricht ein komplexes, simulations-orientiertes Spiel an. Es hat eine große Community, ist ansprechend gestaltet, bietet viele Erfweiterungen, hat mit D&D Beyond und den VTT eine große Vielfalt an unterstützenden Programmen (die einen Teil der Komplexität wieder einfangen). Von daher kann ich verstehen, warum es so viel und gerne gespielt wird. Mich spricht es im Moment nicht mehr an, aber vielleicht kommt das auch wieder.
 
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puck

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@Mann mit Bart und @suppstitution
Viele eurer Aussagen kann ich unterstützen, jedoch möchte ich noch eine Anmerkung machen, die mir zu kurz kommt. Verschiedene Systeme unterstützen verschiedene Spielstile unterschiedlich gut. Dennoch kann man den Spielstil einer Gruppe nicht alleine am System ablesen. Das hier diskutierte D&D verbindet man z.B. im Allgemeinen eher wenig mit Storytelling, man kann es jedoch damit umsetzen. Es gibt Systeme, die dafür besser sind, aber wenn einem D&D flüssig von der Hand geht, muss man nicht zwangsläufig ein neues Regelwerk erlernen. In diesem Satz können die Begriffe D&D und Storytelling durch beliebige Regelwerke und Spielstile ausgetauscht werden. Aus dieser Beobachtet leitet sich auch meine Überzeugung ab, dass es im wesentlichen Egal ist, welches Rollenspielprodukt man verwendet, der Spaß entsteht im wesentlichen durch die gute Zusammensetzung der Mitspieler. Das erklärt jetzt noch nicht weshalb D&D so beliebt zu sein scheint, aber die Frage interessiert mich auch nicht so richtig. Mich interessiert viel mehr, weshalb die Frage überhaupt wichtig ist. Kann mir das mal jemand erklären?

Bleibt tapfer,

puck
 

Feuertraum

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Erklärungsversuch:

@puck: Ich würde die Frage nicht unbedingt als wichtig, dennoch als interessant einstufen.
Dabei geht es mir gar nicht so sehr um die Frage: Warum ist D&D so omnipräsent? sondern - zumindest für mich - warum gibt es überhaupt Platzhirsche? Welche psychologischen Gründe/Mechanismen stecken dahinter, dass eine (sehr) große Gruppe von Menschen dorthin geht, wo "alle" sind?

Kleines privates Beispiel (auch wenn es leicht OT wird, sorry dafür):
Ich habe ein kleines niedliches knuffiges Social Media für mich als Künstler und ist gedacht für Künstler (und für die Menschen, die sich mit diesen austauschen wollen) Diese Social-Media-Instanz nennt sich friendica und liegt auf einem gemieteten VServer.
Es kommt gar nicht mal selten vor, wenn ich jemanden davon erzähle, dass es von anderer Seite heißt: Warum bist du nicht bei facebook? Da sind alle.

Das ist jetzt nur ein Beispiel. Im Grunde genommen gibt es für jeden "Großen" auch Alternativen (zum Beispiel für Twitter gibt es Mastodon, für Instgram Pixelfed (eventuell auch bald pixelfork etc.)).

Ich finde die Eingangsfrage daher interessant, da es mich persönlich eben wirklich interessiert, warum "alle" nur das eine wählen und der Rest unsichtbar scheint (was es allerdings nicht ist; immerhin gibt es nicht wenige Menschen, die diese Alternativen nutzen und pflegen und verbessern, so wie ein großer Teil der User hier im Forum sich auch mit Systemen beschäftigt, die nicht Mainstream sind).
 

Taktikus

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@Feuertraum Die "Alle", die Du wahrnimmst, sind nicht "Alle", die es gibt. Ich zum Beispiel bin nicht bei Facebook, denn ich bin als Autist in überhaupt keinen sozialen Medien, ich weiss überhaupt nicht, was das alles soll, und vor allem, was ich da soll. Mein Smartphone benutze ich nur für Telefon und SMS, und nach einer Woche habe ich noch ca. 65% Akku. Nur alle, die bei Facebook sind sind alle, die bei Facebook sind ;) .

Aber ich bin mit Dir einer Meinung, daß die Frage nicht wichtig, aber interessant ist. Aber letztlich sind für mich Systeme Werkzeuge. Das bedeutet für mich, da ich auch mit einer Zange hämmern kann (wenn auch vielleicht nicht so gut wie mit einem Hammer), daß es letztlich darauf ankommt, was man mit einem System/Werkzeug anstellt. Und wenn man sich Mühe gibt kann man aus jedem Werkzeug viel rausholen, bevor man für einen Spezialzweck ein neues spezielles besorgt.

Außerdem ist der Kram teuer, und wenn ich eine Grundausstattung D&D hätte würde ich die auch möglichst oft verwenden, anstatt mir für jeden Anlass was neues zu kaufen.

So, Videokonferenz fängt an, bleibt tapfer (Zitat Ende ;) )
 

Ancoron

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Ich denke, die gefühlte Omnipräsenz einiger, weniger Systeme liegt einfach daran, daß die meisten von uns zwischen 1980 und 1995 mit Pen&Paper angefangen haben und es da noch keine so große Auswahl gab.
Und während DSA in meiner Anfangszeit noch auf ein dünnes schwarz-weißes Regelwerk beschränkt war, war D&D schon weit ausgearbeitet.....
Das hat es für Spieler, aber auch für Hollywood interessant gemacht (siehe diverse gute und auch schlechte Filme zum Thema).
Und das hatte auch Auswirkungen auf nachfolgende Generationen.

Meine Meinung
 

Feuertraum

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@Feuertraum Die "Alle", die Du wahrnimmst, sind nicht "Alle", die es gibt. Ich zum Beispiel bin nicht bei Facebook, denn ich bin als Autist in überhaupt keinen sozialen Medien, ich weiss überhaupt nicht, was das alles soll, und vor allem, was ich da soll.
@Taktikus: Ich befürchte, hier liegt ein Missverständnis vor: Nicht ich sage, dass "alle" bei Facebook sind, mir wird gesagt, ich muss bei facebook sein, weil "alle" bei facebook sind.
ich selber bin ja auch nicht dort, aus dem fast beinahe selben Grund wie Sie auch: Was soll ich da?
Ganz ehrlich: In meiner SM-Präsenz schreibe ich hin und wieder mal einen Post, wenn ich als Künstler irgendwo gerade was mache, was den Besucher die Spur eines Hauches interessieren könnte, aber da können zwischen 2 Beiträgen schon mal 3 Monate liegen.
 

MoGo

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Ist das alles so einfach? Hey, schlag mal ein System vor?

...

So simple ist es doch im Grunde. Und nicht, sag mir mal, was ich spielen soll...
Ich weiß jetzt nicht auf wen du dich mit deinem Text und insbesondere den beiden zitierten Ausschnitten beziehst, denn ich konnte in dem Thema niemanden ausmachen, der jemand anderes danach fragte, welches System man am besten spielen sollte. Lediglich @Chris-NRW1979 scheint ja um sein ominöses Regelwerk, welches er als Geheimtipp vorgeschlagen bekommen hat, so ein Geheimnis zu machen, dass unter anderem ich eben nachfragte, wie es denn wohl heißt um es mir eventuell mal anzusehen. 😅

DSA und D&D sind für mich regeltechnisch gleichermaßen eine Katastrophe. D&D ist auch nur bei den arg simplifizierten Grundmechaniken einsteigerfreundlich. In Kampfsituationen führen die vielen "reingequetschten" Optionen bei einigen Spielern zu bedeutenden Entscheidungsschwierigkeiten und im Endeffekt dauert ein Kampf auch oft ne ganze Ewigkeit. Da gibt es ältere, bedeutend elegantere und erwachsenere Systeme, die Kampfsituationen deutlich plastischer und realistischer darstellen. Die kennt nur kein Mensch, weil sie nicht so präsent sind und in der Präsentation nicht so das Kind in einer Person ansprechen. Ohne den Geheimtip eines Fantasy-Shop-Besitzers wäre ich auch nie von den Platzhirschen weggekommen. Zugegeben, ich bin auch wohl kein "typischer" Spieler und habe andere Ansprüche an ein Regelwerk.
 

Screw

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Magistrat
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Ich habe es schon einmal erwäht, meine Ansicht, warum D&D so präsent ist: Marketing.

Zusätzlich versucht D&D teils ja sogar, ein Universalsystem darzustellen, da es ja auch Zusatzmaterial und 3rd-Party-Ergänzungen für andere Settings gibt. Auch Merchandise-Bücher wie zB für Magic the Gatchering sind immer öfter zu sehen. Das Gleiche gibt es auch für GURPS, aber das ist halt mit 3w6 gegenüber 1w20 komplexer, ganz zu schweigen von der Fertigkeiten-Liste ... ca 15 bei D&D5 und etwa 150 bei GURPS (wovon nicht wenige spezialisiert werden MÜSSEN und somit wieder eine eigene Gruppe darstellen). Auch hier im Forum sehe ich immer wieder Gruppensuchen, die ein eigenes oder fremdes Setting mit den D&D-Regeln anbieten.

cul8r, Screw
 

neovatar

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D&D5E hat es geschafft ein bisschen Retro-Flair zum alten D&D herzustellen und macht es mit seinen einfachen Mechaniken auch Neulingen relativ einfach, ins Spiel zu kommen. Dazu kommen Zugpferde wie "Critical Role" und auch gutes Marketing. Und Spiele wie Baldurs Gate 3, die das System zumindest in der Beschreibung führen, tragen sicher auch zur Bekanntheit und Präsenz bei.

Für D&D5E gibt es z.B. auch "Ultramodern5" und "NeuroSpasta" um moderne und cyberpunkinge Settings zu bespielen.

Allerdings kommt es sicher auf dein Umfeld an. In meinem Rollenspielumfeld z.B. sind ganz viele der unbekannteren oder kleineren Systeme gang und gäbe.
 
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