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Hausregel/Regelsystem Coriolis SciFi-RPG im dritten Horizont

Kyoshiro

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Das Crowdfunding von Coriolis ist beendet und neben den PDFs sind auch die physischen Rewards verschickt. Ich denke es wird Zeit neben den Informationen zum Crowdfunding auch mal das System und das Setting hier vorzustellen. Schließlich macht Coriolis vieles anders und hebt sich dadurch von der Konkurrenz ab.

Aber erstmal das Grundlegende, Coriolis stammt aus dem Haus Free League (Fria Ligan) und ist die Übersetzung der schwedischen (zweiten) Version. Publisher ist Modiphius und das Regelwerk ist eine veränderte Variante der Regeln von Mutant: Year Zero.

Coriolis spielt sich im dritten Horizont ab, einer Sammlung von 36 Sternensystemen, die über verschiedene Routen miteinander verbunden sind. Einst schickte man zwei Raumschiffe durchs Weltall, um neue Welten zu besiedeln. Eines der Schiffe ging verschollen und nur die Zenith erreichte ihr Ziel. Doch zu der Verwunderung der Mannschaft und der Siedler war dieser Teil der Galaxie bereits besiedelt. Man hatte viele Jahrhunderte vorher schon Portale einer untergegangenen Zivilisation gefunden und genutzt für die Reise durch das Weltall. Neben dem dritten Horizont gibt es noch den ersten und den zweiten Horizont, allerdings gab es einen Krieg und zur Beendung eben jenen Krieges wurden die Portale verschlossen und die Systeme des dritten Horizonts hatten sich isoliert. Erst mit dem Erscheinen der Zenith und dem Umbau des Schiffes zur Raumstation Coriolis begann der Handel wieder.
Was bei Coriolis hervorsticht ist, dass die Kulturen der Systeme an denen des mittleren Ostens angelehnt sind und nicht an der westlichen Zivilisation. Es gibt arabische, babylonische, türkische und viele weitere Einflüsse.

Das System von Coriolis ist sehr einfach, für Proben werden Attrribut und Fertigkeit addiert und diese Anzahl W6 geworfen. Jede 6 ist ein Erfolg. Man kann jeden Wurf einmal wiederholen (man spricht ein Gebet an die Icons), der Spielleiter bekommt dafür aber Dunkelheitspunkte, welche er für besondere Effekte nutzen kann.
Charaktere werden über ein Konzept (z.B. Soldat, Wissenschaftler oder Ingenieur) und Subkonzept (z.B. Legionär, Söldner oder Offizier beim Soldat) erstellt. Man bekommt passende Ausrüstung, die passenden Fertigkeiten und ein bisschen Hintergrund.
Gleichzeitig kreiert die Gruppe ihre Crew (etwa Söldner, Händler oder Missionare) und erstellt sich ein gemeinsames Schiff. Dieses müssen sie im Laufe der Kampagne bei ihrem Gönner abbezahlen und haben so einen Anreiz Birr (die Währung) zu verdienen.
Im Kampf hat jeder Aktionspunkte mit denen er verschiedene Aktionen durchführen kann. Die Kämpfe waren bis jetzt immer sehr flott, sind aber auch schnell sehr tödlich. Gerade die kritischen Treffer können jemanden schnell ins Reich der Toten befördern.
Kommt es zum Konflikt im Weltall, so laufen die Kämpfe etwas anders ab. Jeder Spieler übernimmt eine Rolle auf dem Schiff (z.B. Kapitän, Ingenieur oder Schütze) und man folgt einer festgelegten Reihenfolge:

  • Der Kapitän gibt Befehle, die Crew bekommt beim Befolgen Bonuswürfel
  • Der Ingenieur verteilt die Energie des Schiffes (quasi die Aktionspunkte) auf die Crew oder repariert das Schiff
  • Der Pilot fliegt Manöver und holt so Boni raus oder erschwert den Gegnern das Feuer
  • Der Sensorbediener logt neue Ziele ein, stört die Sensoren des Gegnern oder versucht diese zu hacken
  • Der Schütze feuert was das Zeug hält
Neben dem Grundregelwerk gibt es bis jetzt den Spielleiterschirm mit übersichtlichen Informationen (kritische Treffer, Waffen, usw.), das Atlas-Kompendium (mit Planeten- und Abenteuergeneratoren), dem Icon-Deck (Abenteuergenerator, NPC-Deck und Zufallsgenerator in einem) und es gibt einen kostenlosen Starter mit den wichtigsten Regeln (ohne Raumkampf) und einem ordentlichen Abenteuer.

Alles in allem ist Coriolis ein sehr gelungenes SciFi-Rollenspiel. Es gibt nur Menschen (und ein paar genetisch angepasste Submenschen), aber das Setting ist mehr als interessant mit seinen Einflüssen aus dem mittleren Osten. Das System ist sehr schnell erklärt und geht nach kurzer Zeit locker von der Hand. Ich spiele seit geraumer Zeit eine Kampagne mit dem Spiel und alle sind sehr zufrieden.
 
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