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Tagebuch Persönlicher Flugschreiber von Wallace "Transport" Sullivan

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte" wurde erstellt von Screw, 10 Februar 2010.

  1. Screw

    Screw Konsul Administrator Spielleiter Schnupperrunden

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    Hm ... wie fängt man sowas an ... na ich fang halt am Anfang an ...

    Eintrag 1:

    Also, geboren wurde ich am 14. Juni 2025 um 01:08 Uhr in Leonora, das ist fast mitten im Outback von Westaustralien. Aber da war ich nicht der Einzige, denn 24 Minuten nach mir kam auch mein Zwillingsbruder William zur Welt. Meine Mutter, Estelle, hat die lange Wartezeit ziemlich persönlich genommen und ihn das auch spüren lassen, was Little Billy (ja, ich bin ein gemeiner großer Bruder, ich weiß) wiederum an mir ausließ. Meinen Vater, Konrad, kratzte das nicht übermäßig, schließlich war er während der Geburt im Büro.

    Und damit kommen wir zu den Family-Facts. Eigentlich sind beide meiner Eltern Aborigines (nunja ... mein Vater halb) aber bei einer "Umsiedelung zu Schutz eingebohrener Bevölkerung" ist meine Mutter "unerwartet zur Waisen" geworden. Die Mutter meines Vaters, eine Japanerin hat sie adoptiert, da sie dem Vater ihres Sohnes beweisen wollte, dass sie sich sehrwohl um das Urvolk dieses Kontinents kümmerte. Und ja, das heißt, dass meine Eltern rein technisch Geschwister sind. Oma habe ich nie kennen gelernt und bin darüber auch irgendwie froh. Opa dagegen war vom ersten Tag an für mich da. Sein Gesicht ist das erste an das ich mich erinnern konnte, obwohl mir jeder versicherte, dass er bei der Geburt nicht anwesend war. Später habe ich rausgefunden, dass das wohl stimmen muss, weil Eingebohrenen der Zutritt zur Yamatetsu-Klinik verboten ist.
    Was mich dazu bringt, zu erwähnen, dass ich ein Konzernkind war. Vater und Mutter sind beide in den oberen Riegen der örtlichen Niederlassung und hatten natürlich auch für uns Zwillinge schon einen perfekten Karriereplan ausgetüftelt. Aber es sollte anders kommen.

    Mein Großvater war ein angesehener Mann im Outback, aber nicht bei meinen Eltern. Das hinderte ihn aber nicht daran mit uns Kontakt aufzunehmen ... nämlich in unseren Träumen. Er hat mir im Laufe der Jahre viel darüber erzählt, aber es würde den Rahmen dieses Logs sprengen alles wiederzugeben. Außerdem wäre er darüber sehr sauer, denke ich. Mein Bruder war immer der Meinung, dass Opa ihn bevorzugen würde, und da ich ihm da nicht zustimmte begann er über diese Dinge herumzuerzählen. Tja, nach ein paar Jahren träumte Little Billy nie wieder von meinem Opa. Der Alte Mann nahm solche Dinge immer sehr ernst. Er brachte mir vieles bei, über sein Volk, dessen Sprache, dessen Tradition und Glauben, wie man in der Wildnis überlebt und wie man mit dem Kylie umgeht (das ist ein Jagdbumerang, mehr treffen, weiter fliegen, weniger zurückkommen).

    Am 14. Januar 2037 ist er gestorben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Mai 2010
  2. Screw

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    Eintrag 2:

    Nach dem Tod meines Großvaters stellte ich fest, wie wenig Zeit meine Eltern wirklich für mich und meinen Bruder übrig hatten. Aber während ich mich mit meinem Opa beschäftigt hatte, war Little Billy schon in die Konzernwelt von Yamatetsu eingetaucht und somit in die Welt unserer Eltern. Das sorgte natürlich auch regelmäßig für Zwist zwischen Billy und mir, da er meinte jetzt sei ich der Spätzünder.

    Mein Vater bemühte sich aber dennoch, mir den Weg zu ebnen und nahm mich immer wieder zu Geschäftsessen mit, bei denen auch andere ihre Kinder dabei hatten. So lernte ich die kleine Justine kennen. Sie war etwa vier Jahre jünger als ich, hatte aber noch reichlich Fantasie und immer ein offenes Ohr für die Geschichten über meinen Großvater und sein Volk. Mir erzählte sie dafür von ihren Träumen und dass sie darin fast immer fliegen konnte. Irgend etwas an diesen Erzählungen hat etwas in mir zum Klingen gebracht, denn in den folgenden Monaten und Jahren sammelte ich alle Informationen über Flugzeuge, deren ich habhaft werden konnte und beschloss, dass ich Pilot werden würde.

    Unsere Freundschaft wuchs zusehends und hätte vielleicht ewig halten können, wenn da nicht nach drei Jahren dieser Typ aufgetaucht wäre. Shinichi Katayana wäre ein echt netter Kerl gewesen, aber er zog es vor, immer im Mittelpunkt zu stehen, vor allem bei Mädchen. Anfangs vertrug ich mich noch recht gut mit ihm, aber als er begann, die Geschichten über meinen Großvater in den Dreck zu ziehen, war die Sache gelaufen. Irgendwann - ich denke ich war 16 und er erst 11 - habe ich ihm eine in die Fresse gehauen, weil er gemeint hat, dass mein Opa ein Märchenonkel gewesen wäre. Justine hat leider nichts von dem mitbekommen, was er gesagt hat und warf mir Rücksichtslosigkeit vor. Wir sind immer noch in Kontakt, aber es ist nicht mehr das selbe. Er, dieser kleine Drecksack von einem japanischen Diplomatensohn, hat dafür geschworen, mir das Leben schwer zu machen. Soll er's doch versuchen, ich warte immer noch darauf.
     
  3. Screw

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    Eintrag 3:

    Meiner besten Freundin beraubt, wandte ich mich dann meiner Zukunftsplanung zu ... und musste feststellen, dass außer dem Wunsch Pilot zu werden da noch nichts war. Nach ein paar Gesprächen mit meinem Vater, ließ Konrad seine Beziehungen spielen, um mich ins Jungpiloten-Programm von Yamatetsu zu bringen. Als CEO der örtlichen Zweigstelle hatte er natürlich ausreichend Einfluss, also wurde mir, ohne viel Federlesens eine Riggerkontrolle und eine Buchse implantiert. Während der Operation lief allerdings etwas schief.

    Ein Manasturm durchbrach die astralen Abwehrvorkehrungen und legte das Stromnetz lahm. Zwar sprangen die Notstromgeneratoren gleich an, aber da war der Schaden schon geschehen. Ein Teil meines Geruchszentrums wurde irreparabel beschädigt - irreparabel im Sinne von "ohne Gentechnik geht da gar nichts". Die Schadensersatz-Streitigkeiten zogen sich lange hin und als die Summe feststand, war es mir bereits egal. Ich hatte gelernt mit meinem reduzierten Geruchssinn umzugehen. Außerdem sah ich von dem Geld sowieso nichts, aber das ist eine andere Geschichte. Viel mehr beschäftigte mich die Art und Weise, wie dieser Rechtsstreit geführt wurde. Ich hörte meinen Eltern dabei zu, wie sie mich zu einem Druckmittel umformten, mich wie ein Ding behandelten, wie einen einfachen Gegenstand. Da überlegte ich mir zum ersten Mal, einfach abzuhauen.

    Die Ausbildung zum Piloten nutzte ich von da an immer öfter, um mich von meiner Familie zu distanzieren. Ich nahm an Übungen teil, an Zusatzkursen, durchforstete die Matrix nach Informationen, und so weiter. Bei einer dieser Recherchen stolperte ich über einen wahren Schatz. Irgend ein verwirrter Mechaniker hatte einen seiner Entwürfe in einem vergessenen Knoten rumgammeln lassen. In diesen Entwurf verliebte ich mich. Er war simpel, praktisch und wartete eigentlich nur noch darauf, umgesetzt zu werden. Es war perfekt, mein Wunsch kam mir mit riesen Schritten entgegen. Ich würde nicht nur Pilot werden, nein, ich würde mir meine eigene Maschine bauen.
     
  4. Screw

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    Eintrag 4:

    1 Jahr aktive Flugausbildung und die wedeln mir schon mit einem Vertrag unter der Nase herum. Offensichtlich habe ich da einiges richtig gemacht. Zum ersten Mal kommt mir die zwanghafte Gewinnorientierung meiner Eltern zugute, da ich mir ein paar Verhandlungstricks von ihnen abgeschaut habe. So besorge ich mir mehr Zeit in der Ausbildung, ohne ihnen meine Seele zu verkaufen. Ich habe zwar etwas unterschrieben, aber nur die Zusicherung, dass ich mich nach Beendigung meiner Ausbildung nur von Yamatetsu als Pilot unter Vertrag nehmen lassen darf. Tja, verdammt ... leider haben sie nicht daran gedacht, eine Klausel gegen Selbständigkeit einzufügen ... damit hab' ich also kein Problem.

    Nach zwei weiteren Jahren werden sie immer aufdringlicher und mir gehen langsam die Optionen aus. Zwar sind sie immer noch fasziniert von meinem Talent, aber ich musste zu diversen anderen Kursen zustimmen, damit ich weiter ungebunden bleibe. Mittlerweile kann ich alles bedienen was Steuerkontrollen hat. Zwischendrin haben sie mich sogar ins Weltraum-Programm aufgenommen ... Soviel Freiheit wollte ich nun auch wieder nicht. Ich musste raus hier und zwar schnell. Je länger ich wartete, desto enger wurde die Schlinge um meinen Hals. Der Druck wirkt sich auch auf mein Sozialverhalten aus. Ich nutze das um mir die Leute von der Pelle zu halten, leider kann ich mir das jetzt nicht mehr abgewöhnen. Zwanghafte Unfreundlichkeit kann echt geschäftsschädigend sein.

    Am 31. Mai 2048, zwei Wochen vor meinem 23. Geburtstag reichte mir Fortuna einen Strohhalm ... und ich griff danach. Einer meiner Studienkollegen wirkte in letzter Zeit mehr als unruhig, was mir nur deshalb auffiel, weil ich genug Abstand zu allen wahrte. Ich dachte mir, dass ich in ihm vielleicht einen Leidensgenossen finden könnte, aber er blockte vehement ab. Dieses Verhalten kannte ich allerdings von Konrad und Estelle, vor allem dann, wenn etwas faul war und sie einen speziellen Deal abziehen wollten. Mein Interesse war geweckt und ich begann ihn zu beobachten. Zwar bin ich keiner der andere Leute beschattet, aber ich weiß, wie man herausfindet, wo jemand letzte Nacht gewesen ist. Und Roger Brunello war eindeutig öfter nachts im Hangar als für irgendjemanden normal gewesen wäre. Diese Sache beschäftigte mich dermaßen, dass ich nicht mehr ruhig schlafen konnte.

    In besagter Nacht hatte ich ein komisches Gefühl im Bauch. Zuerst dachte ich, dass ich einfach nur Durst hätte, aber Wasser half nicht. Also ging ich los, um der Ärztin einen Besuch abzustatten ... besser als unruhig im Bett zu liegen, außerdem sah sie gut aus. Um niemanden zu wecken, öffnete und schloss ich die Tür möglichst leise. Und das war mein Strohhalm. Hätte mich Roger nämlich gehört, hätte ich ihn nicht zufällig dabei beobachtet, wie er den Alarm beim Notausgang deaktiviert. Mein erster Impuls (drecks Indoktrination, echt, man braucht Jahre um das abzustellen) war die Sicherheit zu alarmieren. Zum Glück besann ich mich schnell und sah meine Chance. Leise folgte ich ihm bis zum Hangar, wo er sich mit ein paar schattigen Gestalten traf. Ich wusste, das ich hier meine Gesundheit einem erheblichen Risiko aussetzte, aber die Würfel waren bereits gefallen, also folgte ich ihnen weiter ... mit erheblich größerem Abstand, versteht sich.

    Als sich der Trupp dem Hangartor näherte, hörte ich Stimmen hinter mir und Fortuna bewies mir, dass ich mich richtig entschieden hatte. Denn ich stand direkt neben der Service-Leiter zum Hangardach. Nie im meinem Leben war ich schneller und geschmeidiger als in diesem Moment. Es grenzt für mich heute noch an ein Wunder, dass mich die drei Wachen nicht bemerkt haben. Roger und seine Konspiranten hatten nicht so viel Glück. Alarmierte Stimmen drangen zu mir herauf als ich Barfuß über das Dach hastete und sobald ich bei einer der Oberlichten ankam begann die Schießerei.

    Des einen Glück, des andern Pech. Ich will hier nicht auf Einzelheiten eingehen, also bleibe ich bei den relevanten Fakten. Bei dem Feuergefecht wurden zwei der Runner schwer verwundet, einer davon war der Pilot, der den Prototypen fliegen sollte. Ich nehme zwar an, dass Roger den Part auch übernehmen hätte können, allerdings lag dieser bewusstlos am Boden. Da alle so darauf konzentriert waren, sich gegenseitig umzubringen, gelang es mir, ungesehen in das Flugzeug einzusteigen. Starten und Hangartor öffnen war kein Problem, als Mitglied im Weltraumprogramm kannte ich die Sperrcodes auswendig. Lange Rede, kurzer Sinn ... das Team ist an Bord, hat den bewusstlosen Roger mitgenommen und ich hab sie rausgeflogen. Nach anfänglichem Misstrauen beschlossen die Runner, dass ich nicht gelogen habe als ich sagte, dass ich auch nur weg wollte. Im Endeffekt beteiligten sie mich mit genug Kohle für eine kleine Einmotor-Maschine und Roger gab mir seine neue Nummer. Ich galt nun offiziell als vermisst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Mai 2010
  5. Screw

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    Eintrag 5:

    Im folgenden Jahr treibe ich mich ziemlich herum und übernehme alle möglichen Transport-Dienste und spare Geld zusammen, damit ich mir endlich meine Maschine basteln kann. Für die Papiere wird immer kundenseitig gesorgt, weshalb ich mir immer noch keine gefälschte ID geleistet habe. Nachdem mich meine Jobs widerholt in die tschechische Republik geführt haben, freunde ich mich dort mit einer jungen aber selbstbewussten Dame an. Wie sich später herausstellt, ist auch sie in den Schatten kein unbeschriebenes Blatt, auch wenn sie aus persönlichen Gründen den Ball sehr flach hält.

    Diese Regelmäßigkeit bringt mir allerdings auch Probleme. Leider habe ich das Pech, bei jedem zweiten Flug an die selbe Beamtin der deutschen Luftraumüberwachung zu geraten. Die Frau hat ein feines Gehör, und nach den ersten paar Malen kauft sie mir keine Geschichte mehr ab. Die erkennt meine Stimme über Funk. Ich ließ die Durchsagen dann sogar schon von Passagieren machen, aber das brachte dann auch nicht mehr viel. Zum Glück ist sie nur ein kleines Licht und wird nur gelegentlich lästig, wenn ihre Fragerei erst abreißt, wenn ich aus der Funkreichweite fliege. Manchmal glaube ich, dass sie es sich zum persönlichen Ziel gesetzt hat, mich mit heißer Ware zu erwischen.

    Und genau solche bringt mir schließlich die Kohle ein, die ich brauchte. War ein echt derbes Risiko, aber keiner unterfliegt das Radar im Balkan so wie ich ... ok, Kampfpiloten ausgenommen. Egal, ich blieb am Leben und konnte sogar noch einige Teile meiner alten Kiste für den Bau meiner neuen verwerten. Der griechische Fluglotse, der mir runtergeholfen hat, konnte einfach nicht fassen, dass ich mit diesem Ding überhaupt noch fliegen konnte. Wo die Einschüsse herkamen hat er mich zum Glück nicht gefragt, dafür hab ich ihn zu gut geschmiert. Ein Hoch auf einsame Rollfelder in der Pampa.

    Dort blieb ich auch gleich für etwas mehr als ein Jahr und mietete mir eine alte Werkshalle an. Ein paar Tagelöhner ohne Arbeitsberechtigung dazu und mein Baby nahm Gestalt an. Der Jungfernflug war grandios, mit dem elektrischen Sekundärantrieb konnte ich praktisch überall herumfliegen und war nur ein undeutlicher Schatten auf den Radarschirmen, und mit allen Notwendigkeiten an Bord, brauchte ich mich auch nicht mehr um eine Wohnung kümmern. Auch der erste Auftragsflug ließ nicht lange auf sich warten und wie es der Zufall wollte, war der Auftraggeber einer der Leute, denen ich damals bei der Flucht geholfen hatte. Wir schwelgten in Geschichten über den Zwischenfall und tranken auch ein paar darüber. Zu guter Letzt, sicherte er mir einen Gefallen zu den er mir erweisen würde, wenn ich es je nötig hätte. Dieses Versprechen hüte ich immer noch wie ein As im Ärmel.

    Seine Mundpropaganda ist es auch, die mir dann den endgültigen Einstieg in die Schatten sichert. Es folgen mehrere brisante Flüge in verschiedenste heiße Gegenden, die mich gelehrt haben, dass ein geworfenes Stück Holz nur selten eine Schusswaffe aufwiegen kann. Da ich primär auf Defensive bedacht bin, wird es schlussendlich eine Flinte ... leider habe ich selten eine, da mir die Kohle für Reparaturen und Sprit natürlich wichtiger ist. Außerdem spare ich auf weitere Modifikationen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Februar 2010
  6. Screw

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    Eintrag 6:

    Fast zwei Jahre lang machte ich verschiedene Jobs, wobei ich fast nichts ausließ, was im Transportwesen so alles illegal ist. Die einzigen Dinge, die ich nicht anrühre sind harte Drogen und Menschenhandel. Sogar ein paar Absprünge und Abwürfe fanden sich auf meiner "To do"-Liste. Die Flexibilität meiner Maschine, sowohl auf dem Land wie auf dem Wasser zu landen erwies sich als äußerst einkommenssichernd und mein Talent bewahrte mich und mein Baby vor gröberen Schäden. Bis zu dem Job, den ich in Roanapur bekam.

    Im Prinzip keine große Sache ... Extraktionsteam mit "Klienten" in internationalen Gewässern einsammeln und dann zurück zur indischen Küste. Problem war, dass der betroffene Kon den "Klienten" lieber tot als draußen sah und sich dabei auch nicht lumpen ließ. Nach ein paar Treffern der Bordgeschütze der Kon-Jäger, entschloss ich mich dazu in eine Sturmfront zu fliegen. Das entledigte mich dann zwar der Jäger, aber sie waren so nett, mir noch ein paar Raketen mit auf den Weg zu geben um sicher zu gehen. Dass mich davon nur eine erwischte schreibe ich hauptsächlich der natur des Sturmes zu. Es handelte sich nämlich um einen Manasturm. Der Magier des Teams hatte damit zum Glück ein wenig Erfahrung, aber überlebt hat ers schlussendlich trotzdem nicht. Immerhin gelang es ihm noch, uns aus dem Wirkungsbereich rauszubringen.

    Sobald die Instrumente wieder funktionierten, stellte ich fest, dass wir mehr als nur weit vom Kurs abgekommen sind. Ohne meine 2000 Litern in den Zusatztanks wären wir sowieso längst abgschmiert. Die Tatsache, dass uns ein Ponton von dem Raketentreffer weggesprengt worden war, machte eine Wasserlandung unmöglich. Mit mehr Glück als sonst was schaffte ich es, meine leidgeprüfte Maschine bis über australisches Festland zu bringen und sie dort in den Busch zu setzen. Meine Heimkehr hatte ich mir wahrlich anders vorgestellt.

    Das Team war auf einen Aufenthalt im Outback allerdings nicht vorbereitet, weshalb es an mir lag, die Leute am Leben zu halten. Außer dem Magier, den wir ordnungsgemäß beerdigten, war auch noch eine mystische Adeptin dabei. Ihr brachte ich ein paar Lieder meines Großvaters bei um den Stürmen auszuweichen. Jeden einzelnen Tag bedankte ich mich bei seinem Geist und bat ihn gleichzeitig um Verzeihung, weil ich diese Geheimnisse einer Aussenstehenden preis gegeben hatte. Wenn die Geister mir deshalb grollten, so zeigten sie dies allerdings nicht - eineinhalb Wochen nach der Bruchlandung erreichten wir eine kleine Stadt.

    Erika, so der Name der mystischen Adeptin, tauschte mit mir Kontaktdaten aus, bevor ich mich von dem Team verabschiedete und mich auf die Suche nach Leuten machte, die mir helfen könnten, meine Maschine zu bergen und wieder instand zu setzen. Es kostete mich die ganze Kohle des Auftrags und einen guten Teil meiner Reserven um das fertigzubringen, aber 6 Monate später war ich wieder im Geschäft.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Mai 2010
  7. Screw

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    Eintrag 7:

    Nach dem halben Jahr unfreiwilligen Heimaturlaubes verdingte ich mich noch ein wenig als "Touristenführer" um mich umzusehen, was sich in meiner Abwesenheit so verändert hat. Ich will hier nicht ausschweifend werden, aber als ich mit einer Ladung Schmuggelware nach Amazonien aufbrach, geschah dies mit Kummer und Schmerz in meiner Seele. Mein Volk focht einen ungleichen Kampf ums Überleben gegen die sogenannte Zivilisation und die Konzerne.

    Der Flug nach Südamerika war langwierig aber ereignislos und brachte gutes Geld ein ... ok, schmutziges Geld, aber die Zahl machte sich trotzdem gut auf meiner Haben-Seite. Und da ich nicht wollte, dass meine Kohle zwischen den Mühlsteinen der Inflation zu Staub zermahlen wird, beschloss ich einen Sprung nach Seattle zu machen, um ein paar Dinge zu besorgen. Bei der Gelegenheit nahm ich auch gleich wieder einen Passagier mit ... nur wusste ich nichts davon.

    Es sollte mal wieder reines Glück sein, das mich hier vor größeren Schaden bewahrte. Der unerwünschte Gast war nämlich vom amazonischen Geheimdienst und ein natürliches Talent im Verstecken - eine Fee. Ich war gerade auf dem ... öhm ... nun, sagen wir ich hatte eine geschäftige Sitzung. Leider hatte ich meine Zeitung vergessen, also war mir ein wenig langweilig, so begann ich geistesabwesend eines von Großvaters Liedern zu singen. Ich weiß, ich habe kein magisches Talent, aber ich schwöre, dass ich dabei etwas spürte. Ich sang leise weiter, als ich die Kabine genauso leise verließ. Ich ließ mich von meinem Gefühl leiten und schlich in den Frachtraum, wo ich sie dabei beobachtete, wie sie jeden Winkel untersuchte. Diese Tätigkeit unterbrach ich äußerst brüsk mit dem Durchladen meiner Flinte, die ich auf sie richtete. Zugegeben, ich habe sie aufgrund ihrer Größe unterschätzt und sie hätte mich fasst überwältigt, aber nach einigem Hin und Her, schaffte ich es, sie einzufangen. Während des Kampfes hatte sie zur Genüge bewiesen, dass sie gut fliegen kann, also hatte ich auch keine Skrupel, sie einfach während des Fluges rauszuwerfen. Dummerweise unterschätzte ich sie ein weiteres Mal, wobei es ihr beinahe gelag, mich mitzureißen. Ich konnte mich gerade noch festklammern und wieder in die Maschine ziehen, was mich allerdings meine Flinte kostete. Schlecht gelaunt und ausgelaugt landete ich etwas später in Seattle.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Mai 2010
  8. Screw

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    Eintrag 8:

    In Seattle angekommen besorgte ich mir gleich ein paar zusätzliche Sitzgelegenheiten für meine "Crocodile" - so habe ich mein Marke-Eigenbau-Mädchen genannt. Außerdem erneuerte ich auch gleich die Magnetschlösser an den Türen - und lud die Batterien des Abwehrschockers meines Anti-Diebstahl-Systems auf. Gerade als ich feststellte, dass ich noch einiges an Kohle übrig hatte, spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und wusste, dass dies kein Freundschaftsbesuch werden würde. "Ich hab so 'ne Maschine noch nie gesehen ... was is'n das für'n Modell?" Egal in welcher Sprache, aber dieser Tonfall entsteht nur, wenn man dabei ein fieses Grinsen und einen gierigen Blick trägt. "Eines, dass Du NOCH NIE gesehen hast", gab ich zur Antwort und drückte ihm den Stick mit meinem restlichen Geld in die Hand. Und das ist der EINZIGE Nachteil, wenn man mit Eigenbau-Zeug arbeitet. oO Aber das
    ist es mir Wert Oo dachte ich bei mir und streichelte die Seite von "Crocodile"s Rumpf.

    Nach dieser Abzocke suchte ich mir ein Komm und fing an zu telefonieren. Unglücklicher Weise, war mein Bruder der einzige, der abhob (und ich habe es sogar bei meiner Mutter DREIMAL probiert, bevor ich ihn zum ERSTEN Mal anrief). Ich erspare Euch hier die Details darüber, wie sehr dieser Drecksack es genoss, dass ich ihn um eine Jobmöglichkeit bat. Dazu ist noch einmal ausdrücklich zu erwähnen, dass ich aus Sicht meiner Familie der dunkelste Schandfleck bin. Aber dennoch waren sie bereit, etwas für mich zu tun, solange sie mich als Gegenleistung dafür quälen durften. Nur mein Vater bewahrt genug Anstand, es mit einer professionellen Höflichkeit zu tun.

    Im Endeffekt war ich auf dem Weg nach Roanapur (ja, am andern Arsch der Welt) um dort einen Iren aufzusammeln ... hat mich tierisch erschrocken, dass der nicht nur nach Bulle aussah, sondern auch mal einer war. Zuerst war mein einziger Gedanke oO INTERPOL!!! Oo aber dann sah ich mir den Kerl genauer an und musste feststellen, dass der Typ zu ehrlich abgedreht war, um KEIN EX-Bulle zu sein. Außerdem zahlte er im voraus, stellte sich mit "Wayne" vor und hielt mir dabei grinsend eine Hand aus purem Chrom entgegen.

    Wayne wurde dann auch gleich mein neuer Jhonson und ließ sich von mir in die Sioux-Nation (gesprochen: >>Sou Näschn<<) fliegen. Dort angekommen musste ich feststellen, dass ich bei einem Indianer-Camp von Zentauren geparkt habe. Zum Glück war das von Wayne beabsichtigt, sonst wäre ich ohne Flinte nicht gut dagestanden. Diesen Gedanken habe ich wohl laut ausgesprochen, da mich Wayne sogleich zum Thema Waffe ausfragte, und mir auf die Antworten "Naja, mit Flinten treff' ich am Meisten" und "Nö, hab' derzeit keine" versicherte, er werde für eine Sorgen. Tat er später auch, bösartiges Teil, irgendwas mit "Franzi-Spatz 22" und Salvenmodus. Dazu gab's auch gleich eine Smartbrille und je 20 Schuss Schrot und Vollmantel.

    Wir sollten eine Anlage auskundschaften, östlich von Denver mithilfe einer lokalen Jägerin von dem Zentaurenstamm. "Irons" kannte ich zu dem Zeitpunkt schon, aber noch nicht gut, aber wir verstanden uns irgendwie. Sie wortkarg und ich unhöflich schweigend ... meistens. Habe ich schon erwähnt, dass wir später in diese Anlage einsteigen sollten, um "Probanden" rauszuholen? Und, dass es eine Atztech-Anlage war? Nicht, dass das Logo außen dran gewesen wäre, aber alles daran schrie danach. Mir war nicht sehr wohl im Bauch, als wir von unserer Erkundung zurückflogen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Mai 2010
  9. Screw

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    Eintrag 9:

    Unser erster Plan wurde nach finanziellen Überlegungen gestrichen und Wayne telefonierte wieder einmal. Ergebnis seines Gespräches war wieder ein kleiner Passagier-Trip für mich und mein Crocodile, und ich muss zugeben, die beiden Neuankömmlinge steigerten meine Zuversicht auf eine erfolgreiche Durchführung deutlich - nämlich von "wir sind tot" auf "könnte mit etwas Glück hinhauen".

    Die beiden Neuen mit Name und Kurzbeschreibung:

    • Unicorn - männlicher Troll, Sammie, verkabelt und schwer bewaffnet, außerdem mit einem (!) spitz zugedrehten (!!), rosa-glitzernden (!!!) Horn in der Stirnmitte.
    • Kyon - männlicher Zwerg (Koborokuru in dem Fall, denke ich), buddhistischer Magier, außerdem bis auf gelegentliche "Weisheiten" genauso wortkarg wie Irons.
    Wayne hatte dann auch die beste Idee um rein zu kommen. Ich flog ihn kurzerhand in das Dorf, welches die Azzies als Nahversorgung "requiriert" hatten und wartete am Flugfeld auf ihn. Der Plan bestand darin, dass er sich als Anführer einer Gruppe von Kopfgeldjägern ausgab und sich dafür anwerben ließ, ein paar "Probanden" zu besorgen. Dies gelang ihm auch, aber davon will ich nichts erzählen, da es hier ja primär um mich gehen sollte, nicht wahr?

    Während meiner Wartezeit wollte ich nicht nur einfach rumsitzen, also begann ich damit, die anwesenden Mechaniker etwas auszufragen. Überraschender Weise brachte ich es sogar zustande, dass ich sie nicht, wie sonst üblich, mit irgendwelchen unflätigen Aussagen vergraulte, sondern mich sogar recht gut unterhielt. Nach dem üblichen oberflächlichen Austausch von Höflichkeiten und Angebereien fragte ich nach, ob sie nicht zufällig "belastendes" Material herumliegen hätten, das sie loswerden wollten. Tatsächlich baten sie mich darum, drei Fässer hochentflammbares Zeug einzuladen und boten mir als Bezahlung eine Autopilot-Hardware für meine Maschine an. Da meine eigener Pilot reiner Fließband-Standard war, nahm ich natürlich erfreut an. Irgendwie schafften sie es dann, mich zu einer Zock-Runde zu überreden und promt verlor ich die erste Partie. Als Preis für mein Versagen musste ich weitere fünf Kisten unbekannten Inhalts in meine Maschine laden, welche sie ebenfalls aus dem Lager haben wollten. Die zweite Partie gewann ich dann doch und mein Preis war eine Flasche vom teuersten Scotch, den ich je in Händen gehalten habe.

    Die Spiellaune verging ihnen, als vom Dorf her eine Glocke ertönte. Auf meine Nachfrage hin klärten sie mich darüber auf, dass diese spezielle Glocke bedeutete, dass in der lokalen Bar eine Lokalrunde ausgegeben wurde und sie betrübt seien, dass sie nicht weg könnten. Nämlich mussten sie hier Stellung halten, um die Maschinen einiger Schlipsträger gleich nach deren Landung durchzuchecken. Ich bot ihnen an, dass ich ja alle Mängel an ihrer statt aufnehmen konnte, was es ihnen ermöglichen würde, ihre so gewonnene Freizeit hochprozentig anzulegen. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen und drückten mir vor ihrem stürmischen Aufbruch die Schlüsselkarte für die Werkstatt in die Hand.

    Tja ... was soll ich sagen ... bis Wayne zurück kam, hatte ich mit dem so zur Verfügung gestellten Werkzeug die Pilot-Hardware eingebaut (und dabei die Platine des alten leider geschrottet). Weiters war ich noch so frei, mir eine kleine Werkzeugkiste zusammenzustellen und diese meinem Inventar hinzuzufügen. Ja, und ALS Wayne dann zurück kam, tat er das unterstützt von den Mechanikern, die beinahe genauso betrunken waren wie er, was mich wiederum vermuten ließ, dass er der Grund für das Lokalrunden-Geläute gewesen sein muss. Ich hievte ihn also auf eine der Klappbänke im Laderaum - wo er auch gleich zu schnarchen begann - schnallte ihn fest, verabschiedete mich von dem johlenden Haufen ahnungslos Bestohlener und ließ uns von meinem nigel-nagel-neuen Autopiloten zurück zum Dorf fliegen - schließlich wollte ich auch zumindest
    noch ein paar Stunden pennen.
     
  10. Screw

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    Eintrag 10:

    Nach der Landung beim Dorf nahm ich erstmal meine frische Fracht in Augenschein ... und staunte nicht schlecht. Die drei Fässer waren randvoll mit weißem Phosphor und in den Kisten befanden sich Handgranaten - insgesamt 40 HE-, 40 IPE-Splitter- und 10 Phosphor-Eier. Ich konnte an den Gesichtern meiner Teammitglieder erkennen, dass sie mich erst fragen wollten, ob ich den Verstand verloren hätte, aber dann kamen ihnen dieselben praktischen Gedanken wie mir. Der Komplex wurde nämlich von 6 Bunkeranlagen am Gelände umgeben und jede war mit einer Autokanone, MGs und einer FLAK ausgestattet.

    Gott Zufall wollte es außerdem, dass wir gar nicht erst nach "Probanden" suchen mussten ... Irons, Kyon und Unicorn trafen auf die angegebenen Suchkriterien der Azzies ausreichend zu. Natürlich gefiel es den dreien gar nicht, dass sie "Gefangene" spielen sollten, aber nach ein paar Stunden Diskutieren und Argumentieren hatten wir einen Plan. Der Azzie-J, dem sich Wayne angeboten hatte stellte ein magisch manipuliertes Seil zur Verfügung, welches angeblich jegliche erwachten Fähigkeiten neutralisieren sollte, daher forschten wir die Matrix so lange durch, bis wir einen Knoten (Seilknoten, nich Daten-Knoten) gefunden hatten, der solide aussah, aber mit dem richtigen Trick sofort zu öffnen war. Für Kyon besorgten wir zusätzlich noch eine Magier-Maske deren Verschlüsse ich sabotierte und für Unicorn gab's deaktivierte Cyberware-Blocker. Wenn ich eines von meiner Familie gelenrnt habe, dann, dass Fassade alles ist.

    Die Fässer versah ich mit je drei HE-Granaten, um sie als improvisierte Bomben von der Ladeklappe aus auf drei der Bunker abzuwerfen. Zu diesem Zweck berechnete ich mithilfe des Bordsystems eine Überflug-Route im Tiefflug (das erste Mal, dass ich das dem Autopilot überlasse) und gab ihm Audiosignale vor, damit ich wissen würde, wann ich die Knaller aus der Maschine treten muss. Natürlich war das mehr als wage, aber definitiv besser als sich anzuschleichen und die Dinger direkt in die Bunker zu schmeißen. Die restlichen Granaten verteilte ich, bis auf die Phosphor-Eier an das Team, dessen Ausrüstung wir in die nun leeren Kisten packten und in einen geliehenen Pickup verluden. Unsere drei "Gefangenen" würden wir etwa einen Kilometer vor der Anlage ebenfalls auf der Ladefläche
    plazieren,damit sie schnell an ihr Zeug kommen könnten, sollte es dringend sein.

    Wir verabredeten noch ein Notsignal, für den Fall, dass die gefakte Lieferung aufflog. Sollte ich dieses Signal erhalten, so würde ich alle drei Fässer auf das Team abwerfen ... lieber tot als in den Händen der Azzies, darin waren sie sich alle einig. Das war ein verfluchter Haufen Helden in den ich da geraten war.
     
  11. Screw

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    Eintrag 11:

    Wayne fuhr mit Irons, Unicorn und Kyon per Kleinlaster zur Anlage. Wayne kontaktierte mich nochmals, als er die drei anderen "präparierte". Damit lief der Timer und ich blieb allein mit Crocodile und meinem Adrenalin. Minutenlang wiederholte ich die Berechnungen des Überflugs und versicherte mich immer wieder, dass die Granaten richtig an den Fässern befestigt waren.

    Dann war es soweit. Dem Zeitplan entsprechend begann ich meinen Anflug und aktivierte nach Öffnen der Heckrampe den Autopiloten. Das Warnsignal und den Auto-Schließer für die Rampe hatte ich vorher schon deaktiviert. Als ich mich nach hinten hangelte begann ich leise zu singen um meine Nerven zu beruhigen und mich zu konzentrieren. Die Fässer standen aufgereiht, wie bei einem Exekutionskommando, vor dem Hintergrund der unter Crocodiles Rumpf vorbeirauschenden Steppe. Der Himmel war übersäht mit Sternen und meine Gedanken flogen für einen kurzen Moment nach Hause und zu meinem Großvater. Er stimmte in meinen Gesang mit ein, sein Gesicht zeigte, wie so oft, keine Regung.

    Das Donnern von Flakfeuer rief mich ins Hier und Jetzt zurück und nach einem Augenblick der Verwirrung griff ich mit der Linken nach einem herabhängenden Halteriemen, trat an die Fässer heran und schob drei Finger der Rechten in die Sicherungsringe der Granaten am ersten Fass. Als ich darauf wartete, dass der Autopilot das erste Abwurfsignal von sich geben würde, stemmte ich einen Fuß gegen das Fass und stellte fest, dass ich nach wie vor sang.

    Ich hatte keine Zeit, mich darüber zu wundern, der Autopilot schrie mich an, das erste Fass abzuwerfen. Ich streckte mein Bein durch und stieß Bombe Nummer Eins über die Rampe. Die Sicherungsringe lösten sich aus den Granaten und rutschten dann von meinen Fingern um sich ebenfalls zu verabschieden. Das letzte, was ich von Bombe Nummer Eins sah, waren die leuchtenden Ziffern der Granatentimer, die auf 4 Sekunden eingestellt waren.

    Beinahe hätte ich das zweite Abwurfsignal überhört, weil es von der Detonation überlagert wurde, die den ersten Bunker mit entzündetem weißen Phosphor besprühte. Aber Abwurf Zwei und Drei liefen dennoch ab wie geplant. Bis auf ein kleines Detail ... gerade, als das dritte Fass aus Crocodiles Heck purzelte, riss mich eine Flakdetonation von den Beinen, die definitiv mehr als nur zu nahe war. Ich zog mich schnell wieder auf die Beine, drosch auf den Schließknopf für die Rampe und stürzte zurück ins Cockpit. Ich ignorierte alle Warnleuchten, setzte mich in den Pilotensitz, verschloss den Gurt und stöpselte mich in die Maschine ein. Während der Statusreport durch mein Gesichtsfeld zog, schaltete ich den primären Antrieb ab und startete den Elektromotor. Ich hatte verdammtes Glück, der Treffer hatte nur die Außenhülle beschädigt, aber das war dennoch kein Grund es den Flak-Systemen weiterhin leicht zu machen sich auf mich einzuschießen.

    Bei einer halsbrecherischen Tiefflugrunde über das Gelände, begleitet von ausgiebigen Flüchen über Funk weil sie mein Crocodile angeschossen hatten, stellte ich fest, dass tatsächlich alle drei bebombten Bunker brannten und das Team offensichtlich erfolgreich in das Zielgebäude eingedrungen war. Damit war meine Aufgabe vorerst erfüllt und ich machte mich auf den Weg, hinter einem nahe gelegenen Waldstück zu landen, wo ich auf weitere Anweisungen seitens Wayne wartete.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31 August 2011

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