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Thema des Monats [Oktober'19] Wir haben noch nie so viel gelacht, wie bei einen Horrorsystem! - Wieso denn bloß?

hexe

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Halloween steht vor der Tür und oft kommt der Gedanke auf, dass man an diesem Abend doch ein bisschen Horror ins Rollenspiel bringt? (Wenn man denn spielt und den Luxus eines Feiertages an Tag darauf hat.)

Einen Wunsch nach Horror scheint es zumindest in der Spielerschaft zu geben. Ravenloft wurde für D&D5 neu aufgelegt und dort ist immer dunkel und überall sind Knochen und BUH ein Vampir! Doch reicht das?

Aber wer hat hier schon mal gute Erfahrungen gemacht? Oder lief es doch wieder auf ‚Hihihi, jetzt müssen wir uns gruseln‘ hinaus? Wie bekomme ich echtes Gruselfeeling ins Rollenspiel? Irre lachend verdeckt hinter dem Schirm würfeln? Oder lieber Kleinigkeiten? Den Spielern gar nichts vorher vom Horror-Element erzählen, damit es auch wirklich unerwartet kommt? Schließlich müssen die SCs und Spieler selbst auf die Idee kommen, dass es echt gut wäre sich zu trennen.

Teilt mal Eure Erfahrungen und vielleicht hat die Eine oder der Andere einen netten Tipp für ein Halloween-Abenteuer an Samhain.
 

SoulReaper

Gelehrter
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Aber wer hat hier schon mal gute Erfahrungen gemacht?
Wir spielen seit einem knappen Jahr eine Horror Kampagne und bisher klappt es sehr gut! Wir haben aber auch eine Reihe von Regeln vorher festgelegt, um überhaupt ein wenig Grusel beim Spiel aufkommen zu lassen:
-Wir sind alle da, um ein Horror Rollenspiel zu spielen. Daher halten wir uns mit Ablenkungen und dummen Sprüchen zurück, außer es ist passend zur Situation und zum Charakter.
-Wenn jemand von irgendwas gestört wird, um in Stimmung zu kommen, wird das sofort angesprochen. Dann klären wir das kurz und machen dann ohne Ablenkung weiter.
-Wenn ich als Spielleiter merke, dass keine Stimmung aufkommt, breche ich sofort ab. Dann wird drüber geredet und gemeinsam entschieden, ob wir es nochmal probieren, oder lieber etwas anderes machen.

Das klappt zwar nur, wenn die Leute einigermaßen diszipliniert sind und auch alle Bock drauf haben, aber zum Glück ist das bei uns auch vorhanden.
Ansonsten versuche ich mit allen Tricks, die ich so kenne, Spannung aufzubauen. Also benutze ich nach Möglichkeit passendes Licht, auf jeden Fall gut ausgewählte Musik und Soundeffects, es werden rote Heringe ausgestreut und die Spieler permanent in dem Gefühl gehalten, nicht mal annähernd alles zu verstehen oder auch nur zu sehen. Denn oft ist die Vorstellung viel unangenehmer als das eigentliche Monster. Außerdem beschreibe ich viel, vor allem Gerüche und Geräusche. Und wenn es passt, wird auch mal das eine oder andere ungute Gefühl beschrieben, das jeder auch aus der Realität kennt.

Achja, zu guter Letzt ist meiner M;einung nach das richtige System entscheidend. Stufensysteme passen meist nicht, da die Charaktere dort einfach zu mächtig werden. Außerdem nimmt es irgendwie immer die Stimmung, wenn ich weiß, dass ich nur ein paar Stufen warten muss, bis ich mit dem großen Bösen fertig werde...
 

brathahn satan

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Ich bin bisher nur durch Call of Cthulhu mit Horror im P&P in Berührung gekommen. Klar mal der eine Dämon im DSA oder ein Geist im Shadowrun aber da lag der Fokus nicht auf Grusel. Wie @SoulReaper schon erwähnte, halte ich auch Gerüche für ein starkes Hilfsmittel. Was meinen Spielern besonders gefällt bzw. für unwohl sein sorgt, wenn eine Szene durch die Augen der verschiedenen Spieler unterschiedlich beschrieben wird, ganz besonders wenn der Wahnsinn ins Spiel kommt.
Ich lasse ab und an Bilder auf dem Laptop laufen, habe mir für Cthulhu Crimescene Fotos aus den 20er 30er Jahren ergoogelt, hier sollte man sich aber dringenst mit den Spielern absprechen, bei meiner Gruppe kam eher Ekel- denn Gruselfeeling auf. Was ja aber auch irgendwie zum Horror gehört.
 

SoulReaper

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Was sind denn rote Heringe?
Ich kenn den Begriff aus der Filmtheorie. Dabei sind falsche Fährten gemeint, die gelegt werden, um die Zuschauer von etwas anderem abzulenken. Hilft wunderbar, um Spieler zu verunsichern und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie eigentlich nicht verstanden haben, was hier abgeht. Vor allem, wenn einer der rote Heringe dann doch irgendwann zu was Relevantem wird...
 

Nord-Nerd

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Ich habe mich in einem Pen&Paper-Rollenspiel noch nie gegruselt. Liegt wahrscheinlich an der Verrohung der/meiner Sinne. Ich habe mal ein Haunted-House-OneShot a la Insidious oder Conjuring geleitet, bei dem ich zig "Jump-Scares" rausgehauen habe. In meinem Umfeld sind meine "Jump-Scares" sehr gefürchtet, da sie wirklich wie aus dem Nichts kommen. Man sieht es mir vorher nicht an, was mich wirklich ein wenig stolz macht. Selbst meine Frau (sie spielt bereits seit über 16 Jahren bei mir) kann vorher keine Anzeichen ausmachen. :D
 

Kuma

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Hallo zusammen,

also richtig gegruselt hat es mich bis jetzt auch nur bei Cthulhu und da hat der SL sich auch richtig ins Zeug gelegt um Stimmung zu erzeugen. Ich muss aber auch @SoulReaper zustimmen das es sehr stark auf die Spieler ankommt.

Als ich versucht mit einer Runde den Abenteuerpfad "Was ewig liegt" für PF zu leiten ging das leider sehr in die Hose.
 

puck

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Ich kenn den Begriff aus der Filmtheorie. Dabei sind falsche Fährten gemeint, die gelegt werden, um die Zuschauer von etwas anderem abzulenken. Hilft wunderbar, um Spieler zu verunsichern und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie eigentlich nicht verstanden haben, was hier abgeht. Vor allem, wenn einer der rote Heringe dann doch irgendwann zu was Relevantem wird...
Das mache ich auch gerne und zwar in allen genres. Ich habe mich schon so oft über Abenteuer geärgert in denen alles was über eine oberflächliche Beschreibung hinaus ging dann auch relevant war. Da könnte mir die SL ja auch gleich eine Liste von Punkten geben, die ich nur abarbeiten muss.

Bleibt tapfer,

puck
 
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