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Feuertraum

Streuner
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Titel: La-Trel
Autor: Richard Morgan
Verlag: ASS
Spieleranzahl: 2
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: 45 - 60 Minuten
Empfehlenswert für: Strategen

Spielen Sie Schach?
Dann könnten Sie bei La-Trel Umgewöhnungsschwierigkeiten haben, weil die Figurenarten dazu verleiten. in Schachfigurenbewegungen zu denken, obwohl sie sich doch einen Tuck davon unterscheiden. Ich selber neige dazu, dass auch das Spielbrett, welches aus 8 x 8 Feldern besteht, das Denken zusätzlich in diese Bahnen lenkt.
Dabei unterscheidet sich La-Trel schon ein klein wenig vom Schach, zumal es auch Elemente des Brettspiels Dame in sich trägt. Aber von Anfang an: Jeder Spieler hat 16 Spielsteine, die sich aufteilen in den «Verteidiger», von denen jede Partei acht an der Zahl hat. Außerdem bekommt jeder Spieler noch die «Angreifer», bestehend aus vier so genannte Quadru, die - wie die Verteidiger - viereckig sind, diese jedoch an Höhe und Breite überbieten, zwei Trident, die einem Karo nachempfunden sind und last but not least zwei Zylinder. Obwohl: Nein, last but not least stimmt nicht ganz: Es gibt noch den Blocker, von denen jeder Spieler ebenfalls zwei Stück hat. Dieser kommt aber nur für die Master-Version ins Spiel (die ich jedoch bisher noch nicht gespielt habe, von daher werde ich sie zu einem späteren Zeitpunkt dieser Rezension nur kurz anreißen).

Wie bei nicht wenigen Spielen dieser Machart gilt es, den Gegenüber mittels Taktik und Strategie (und den Spielsteinen) zu besiegen, wobei es zwei Wege des Gewinnens gibt:
a) alle gegnerischen Figuren sind geschlagen worden oder
b) wenn der Gegner nur noch bis zu drei Angreifer besitzt und diese bewegungsunfähig gesetzt wurden.

Beide Parteien stellen ihre Figuren auf das Brett, wobei die Verteidiger - wie die Bauern beim Schach - in die 2. bzw. 7. Reihe kommen. Allerdings können diese Verteidiger - im Gegensatz zu den Bauern - immer nur einen Schritt machen, diesen allerdings vorwärts und zurück, links und rechts. Dafür können sie nicht schlagen. Dafür haben sie eines mit den Schachbauern gemein: Erreichen sie die Grundlinie des Gegners, werden sie in einen Angreifer umgewandelt, aber nur in einen, der schon geschlagen worden ist.
Schlagen hingegen können die Angreifer, die ich kurz im Einzelnen näher beschreiben werde:
Der Quadru ist vergleichbar mit dem Turm bei Schach. Er kann nach links und rechts und nach oben und nach unten gezogen werden. Dabei liegt seine Beschränkung nur bei anderen (auch eigenen) Figuren, die ihm sozusagen «im Weg stehen».
Ebenfalls übers ganze Spielfeld mit besagten Einschränkungen kann der Trident ziehen, den man mit dem Läufer beim Schach vergleichen kann, also diagonal.
Und zum Schluss der Rondo, die stärkste Figur eines jeden La-Trel-Spielers, bewegt sich dieser doch wie die Dame beim Schach in alle 8 möglichen Richtungen, hat aber - wie Quadru und Trident - ebenfalls die aufgeführten Einschränkungen.

Ach, apropos Dame: Damit komme ich zum Punkt Schlagen: Wie beim Brettspiel Dame kann man Figuren nur dann schlagen, wenn das Feld hinter der zur schlagenden Figur unbesetzt ist. Was eigentlich bedeutet, dass man theoretisch keine Figuren schlagen könnte, die auf der 1. bzw. 8. Reihe stehen.
Doch dieser Idee hat Morgan einen Riegel vorgeschoben: Figuren, die auf Eckfeldern stehen, dürfen geschlagen werden, ohne, dass ein Feld dahinter frei ist.
Und noch eine Besonderheit wurde dem Brettspiel Dame entlehnt: Wenn es möglich ist, kann man auch mehrere Figuren in einem Zug schlagen - immer vorausgesetzt, das jeweilige Feld dahinter ist frei.

Nun noch schnell die Masterversion: Die beiden Blocker, die jeder Spieler besitzt, werden anstelle zweier Verteidiger auf die 2./7. Reihe gestellt. Sie können in sechs Richtungen ziehen, dürfen weder schlagen noch geschlagen werden. Zusätzlich darf man nur eine Figur pro Zug schlagen, Eckfelder schlagen ist tabu.
In der Masterversion gewinnt, wer entweder alle Spielfiguren des Gegners geschlagen hat oder wenn der Gegenspieler nur noch einen Angreifer besitzt und diese am Ziehen gehindert wird.

Fazit:
La-Trel gehört zu den abstrakten Zweierspielen, die das «Pech» haben, dass man sie nach 1 - 3 Partien am liebsten in die Tonne treten möchte, da nicht sofort ersichtlich ist, welche Möglichkeiten sich taktisch und strategisch ergeben. Und wenn man dann noch als Vergleich Schach heranzieht, hat es schon zur Gänze verloren.
Eigentlich schade, denn eigentlich hat es dieses Spiel verdient, ruhig des Öfteren auf dem Spieltisch zu landen, wobei ich auch ehrlich einräumen will, dass die Figuren aus Plastik und das einfache zusammenklappbbare Pappbrett auch ein wenig Unlust erzeugen.
Dennoch: Wer ein Freund von Denkspielen ist und das Teil günstig bekommen kann, sollte sich ruhig einmal näher damit befassen

[25/50] - Spielspaß
[10/20] - Aufmachung
[7/20] - Spielmaterial
[-/10] - Preis-/Leistungsverhältnis (nur noch gebraucht zu bekommen, von daher keine Beurteilung möglich)

[42/100]
 
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