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Brettspiel Goldener Würfel Kohle, Kies & Knete

Feuertraum

Streuner
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53
Titel: Kohle, Kies & Knete
Autor: Sid Sackson
Verlag: Schmidt-Spiele
Spieleranzahl: 3 - 6
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten
Empfehlenswert für: Verhandlungsfüchse und Gernandereärgerer

Ein mehr oder minder bekannter Scherz ist der Spruch: „Geld allein macht nicht glücklich – man muss es auch besitzen.“
Genau diese Absicht haben 3 – 6 Spieler: Sie versuchen, so viel Kohle wie nur möglich zu scheffeln.
Die Spieler schlüpfen dafür in die Rollen von Investoren (welche man sich auswählt, ist egal – keiner hat irgendwelche Vorteile oder Nachteile) und bekommen eine bestimmte Anzahl Karten auf die Hand (dürfen aber maximal 12 Stück nach Ende ihres Zuges ihr Eigen nennen).
Die Karten sind das eigentliche Spielelement, sorgen sie doch für den eigentlichen Ärgerfaktor.
Aber ich greife vor.
Bevor ich auf den Spielablauf eingehe, will ich noch schnell das Spielbrett beschreiben: Auf diesem ist ein Rondell abgebildet, das aus … sagen wir mal … „Fotos“ der Investoren besteht, die um einen möglichen Deal rangeln. Gleichzeitig findet man unter diesen Bildern auch die Namen der Investoren, die man ins Boot ziehen muss und die Angabe, um wie viele Anteile es eigentlich geht. Zusätzlich gibt es einen Platz für die so genannten „Deals“. Diese bestehen aus Pappplättchen, auf denen eine Summe pro Gewinnanteil aufgedruckt ist.
Man fängt bescheiden an und steigert sich um mehrere Millionen.

Das Spielprinzip ist relativ simpel: Man würfelt mit einem W6, zieht mit der Figur (einem Dollarzeichen aus Holz) soweit, wie die Augen anzeigen und kann entscheiden, ob man entweder 3 karten vom Nachziehstapel auf seine Hand nimmt (womit sofort der nächste Spieler an der Reihe ist).
Oder man ruft den Deal aus.
Deal ausrufen bedeutet, dass man um die Anteile * der Summe auf dem oben erwähnten Geldplättchen mit den Leuten verhandelt, die für den Deal benötigt werden.
Aber da ja laut einem Zylinderhut tragenden Fantastilär aus Entenhausen nur derjenige wirklich reich wird, der so wenig wie möglich abgeben und als Ausgleich so viel wie möglich selber kassieren will, „kämpft“ man mit harten Bandagen. Und die „Soldaten“ dieser „Schlacht“ sind besagte Handkarten.
Diese bieten verschiedene Möglichkeiten.
So kann man einen der Investoren auf Reisen schicken und – so man zufällig auch noch eine solche auf der Hand hat – einen Verwandeten des Verreisten ins Spiel bringen, was einen Spieler für die Verhandlungen ausschließen könnte.
Ja, die Betonung liegt auf könnte, denn es gibt Möglichkeiten, sich wieder ins Spiel zu manövrieren. So kann man zum Beispiel den Investor eines anderen Spieler abwerben, kann eine Aktion wie „Auf Reisen schicken“ abwehren, wenn man zufällig ebenfalls einen Verwandten auf seiner Hand hat (auch den eines anderen Spielers) kann man diese ausspielen und somit dem Investors eines anderen Spielers in Konkurrenz treten (vielleicht kann man ihn sogar auf Reisen schicken, was dann noch eine Spur unkumpeliger für den Mitspieler ist) oder man kann denjenigen, der gerade der Verhandlungsführer des Deals ist, durch eine „Ich bin jetzt der Boss“-Karte ausbossen ...äh ...ausbooten und selber nun derjenige sein, mit dem man verhandeln muss.
So versucht man, sich ein großes Stück vom Kuchen abzubekommen, zu verhandeln, spekuliert auf das „Eine Hand wäscht die andere“-Prinzip.
Allerdings muss man auch davon ausgehen, dass ein Deal nicht zustande kommt, wenn sich die Spieler nicht einigen können. Kommt er aber zustande, dann werden die verhandelten Gewinnanteile ausbezahlt, das Geldplättchen kommt auf das Feld, für das der Deal ausgerufen wurde und der nächste Spieler ist an der Reihe.
Achtung: Die Karten jener Spieler, die an dem Deal beteiligt waren, kommen (mit Ausnahme der Investorkarte) auf den Ablagestapel, Karten, die zwar bei der Verhandlungen benutzt wurden aber zu den Spielern gehören, die nichts vom Kuchen abbekommen haben, werden von den jeweiligen Spielern auf die Hand genommen – wenngleich es auch hier Ausnahmen gibt.
Nun gibt es eine weitere Besonderheit: Ab dem 10 Deal finden sich auf den Rückseiten Würfelzahlen. Ist ein Deal erfolgreich abgeschlossen, würfelt der Boss mit dem W6. Ist das Ergebnis eine der abgedruckten Zahlen, ist das Spiel sofort vorbei. Ansonsten geht es weiter. Beim 11. erfolgreichen Deal findet man weitere Zahlen auf der Rückseite. Boss würfelt. Ist die Augenzahl gleich der aufgedruckten Zahlen, ist Schluss. Ansonsten usw.
Wer am Ende des Spiels am meisten Kohle, Kies & Knete gescheffelt hat, ist Sieger.

Fazit: K, K&K ist eines jener Spiele, die unsere Gruppe immer wieder sehr gerne aus dem Schrank holt und spielt. Die Möglichkeiten, die man hat, andere zu ärgern oder das Schicksal zu seinen Gunsten zurechtzubiegen, machen einfach jede Menge Laune, sorgen aber auch dafür, dass ein bestimmter Teil der Hand ausgestreckt dem Ärgenden vors Gesicht gehalten wird (meist noch mit netten Titulierungen begleitet). Man sollte es von daher mit Leuten spielen, die einerseits verlieren können, andererseits auch das dicke Fell haben, um die Beschimpfungen nicht ernst zu nehmen.
Einzig die Spielanleitung lässt bei einem Punkt ein kleines Fragezeichen zurück.
Ansonsten aber von meiner Seite aus eine absolute Empfehlung!

[50/50] - Spielspaß
[15/20] - Aufmachung
[11/20] - Spielmaterial
[10/10] - Preis-/Leistungsverhältnis

[86/100)
 
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