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Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

S

Samsonium

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

Die offenen Wolken waren schnell erreicht und die Sternenwanderer glit schnell auf ihnen dahin. Zwar hatte das Schiff frische Vorräte geladen, aber der größte Teil der Lagerräumlichkeiten waren leer, weshalb das Luftschiff besonders gute Fahrt machte.
Und das schon zwei Tage lang.
Bisher war alles wunderbar gelaufen und Basri war äußerst vergnügt zu Dianthe gelaufen und meldete, das eines seiner Experimente fertig war. Der Drummelmuff hätte ihm unglaublich geholfen und die Batterie aufgeladen, was es unnötig machte, in zwei bis drei Gewitter zu fliegen und auf genügend Blitzeinschläge zu hoffen, sowie darauf, das man heil blieb.
Außerdem hätte der Luftgeist ihm geholfen, seine Levitationsformel zu verbessern und nun war der Halbling soweit.
Jetzt verriet er auch, wieso er gestern den ganzen Tag herumgelaufen war und in genau abgemessenen Abständen sonderbare Nägel ins Schiff geschlagen hatte.
Das hatte alles mit seinem Experiment zu tun, das losgehen konnte, sobald die Kapitänin ihr okay gab.
Basri versprach ihr die doppelte Geschwindigkeit und sah dabei ebenso stolz wie zuversichtlich aus.

Leider hatte auch der Agent inzwischen begonnen, für die Zukunft vorzusorgen und hatte unauffällig den Kontakt zum Drummel gesucht. Und weil der Agent gut in sowas war, hatte er den kleinen Geist auch schon ein wenig bequatscht und sich etwas Liebkind bei ihm gemacht.
Einfach nur mit nett sein.
Den Weingeist ließ der Agent in Ruhe. Der war nicht halb so naiv wie dieser Muff.

Die Zauber für Dianthe zu wirken war für Pahlu eine Kleinigkeit. Solche Schutzzauber gehörten zur Grundausstattung jedes drachischen Mittelklassehortes und so gehörten sie selbstverständlich auch zu seinem Repertoire, denn wie sollte er sie ihrer jungen Hoheit sonst beibringen.
Das Sicherheitsbedürfnis der Sternensängerin kam dem Drachenlehrer entgegen und so tat er gern, worum er gebeten worden war.
Und natürlich tat er es nicht nur gut, sondern mit drakoider Perfektion. Die geschützten Bereiche waren nun von Zaubern behütet, deren Qualität eines königlichen Drachenhortes würdig war.

Natürlich wurden die ganzen Maßnahmen, die für die Sicherheit getroffen wurden, alle an die Grauen weitergeleitet, sobald der Agent oder Ben die Ratte sie bemerkten und sie bemerkten sie alle.
Nicht, das sie etwas gegen diese Zauber hätten machen können, dafür waren sie zu gut, aber sie waren eben auch so stark, das sie leicht im Astralen zu sehen waren. Auch das war nicht unabsichtlich so, weil Pahlu sichergehen wollte, das jeder astrale Beobachter wußte, das hier ein äußerst potenter Zauberwirker seine Ruhe haben wollte.

Die Flasche war inzwischen bei allen Matrosen ein gern gesehener Gast. Der gesellige und gesprächige Weingeist hatte für jeden ein Wort und/oder einen Schluck übrig. Diese Flasche war lustig, freundlich und freigibig.
Für Dianthe's Geschmack vielleicht sogar etwas zuu freigibig, aber bislang hatte noch keiner wegen Suff seine Arbeit nicht gemacht.

Zhuggens sah man sogut wie garnicht. Der komische Kerl trieb sich nur bei seinem geheimnisvollen Zeug rum und ließ sich fast nur zu den Mahlzeiten blicken. Nichtmal Basri zeigte er seine mysteriösen Appararuren, was dieser ihm sogar etwas krumm nahm.
 

Screw

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

Magister Prompt hatte sich während der bisherigen Reise nur an zwei Orten länger als 5 Minuten aufgehalten, im Maschinenraum an seinem Schreibtisch und in der Kapitänskajüte. Nicht, dass es ihn nicht alles interessiert hätte, die regulären Arbeiten am Schiff waren nur so enttäuschend genau das, was in allen Büchern stand und die Mannschaft war während ihrer Arbeit recht spärlich mit Informationen - welche dann auch meist nur aus Grunzlauten bestand, bei denen der Skriptor erst nach und nach zwischen positiv und negativ unterscheiden konnte, wobei er aber immer noch zu 40% falsch lag. Außerdem hatte er sich einen persönlichen Informanten besorgt. Nicht absichtlich, versteht sich, solcherlei zwischenmenschlicher Voraussicht wäre Fidelius Konrad Prompt gar nicht fähig. Aber der Schiffsjunge Lars hatte die Aufgabe übernommen, dem alten Mann regelmäßig an Essen zu erinnern und ihm dieses auch zu bringen. Fidelius hatte ihn einmal während des Deckschrubbens ausfragen wollen, was der Junge natürlich auch nur mit Grunzen beantwortet hatte, aber dann hatte Fidelius noch etwas anderes getan ... dem Burschen geholfen.

"Hat es eigentlich einen bestimmten Grund, warum das Deck in Längsrichtung der Plankenmaserung geschrubbt wird?"
"*grunz*"
"Dient es vielleicht dazu, einen Teil des Schmutzes als >Seele< in das Schiff mit einzubinden?"
Ein schiefer Blick und "*grunz*"
"Rein technisch gesehen würde eine kreisförmige Schrubb-Bewegung den Schmutz ja effektiver entfernen und die weichen Stellen der Maserung nicht so schnell ausschaben, dabei trainiert es auch noch Schulter-, Rücken- und Brustmuskulatur. Angesichts deiner Stellung auf dem Schiff würde dir das zumindest einen Teil der körperlichen Erniedrigungen seitens der restlichen Mannschaft ersparen. Aber ich schweife schon wieder ab. Bitte um Verzeihung, ich störe nicht weiter."
Wieder ein "*grunz*" aber dieses mal brach es kurz vor seinem üblichen, verklingenden Auslaufen ab und Lars hielt in seiner Arbeit inne. Er hatte sich immer gewundert, warum Deckplanken nie richtig sauber und mit der Zeit so schnell rauh und schartig wurden, das Holz der Reling und anderer Dinge, die oft mit den Händen berührt wurden aber eher glatt. Lars war kein großartig schlauer Kopf, aber das, was der Magister gesagt hatte, klang richtig, also beschloss er, es auszuprobieren. Und tatsächlich, zwar war die Arbeit anstrengender, aber das Ergebnis ungleich besser. Und sein halber Oberkörper fühlte sich nach der Arbeit wie in Feuer gebadet an, und das Gefühl kannte er von den Armen, es bedeutete, dass er in ein oder zwei Monaten deutlich mehr Muskeln an diesen Stellen haben würde. Der Schiffsjunge hatte daraufhin geschickt nach der Versorgung des Magisters gefragt und auch prompt die Aufgabe erhalten, diese sicher zu stellen. So hatte Mahir einen Weg weniger und somit mehr Zeit, sich der hübschen Jungen Dame zu widmen.

Ab diesem Moment verbrachte Lars alle 4-5 Stunden ein wenig Zeit bei Fidelius, schaute diesem über die Schulter, lauschte seinen verwirrenden Ausführungen und gab ihm so gut wie möglich Antwort auf seine Fragen. Ohne es zu wissen, brachte der Magister dem Schiffsjungen Dinge bei, die dieser in seinem Leben auf einem Schiff wahrscheinlich niemals gehört haben würde. Es entwickelte sich eine emotionsfreie aber leidenschaftliche (ja, zu so etwas waren wahrscheinlich nur Menschen wie Magister Prompt fähig) Freundschaft zwischen den beiden.
 

Thevita

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

Die Kapitänin war die Tage vor allem mit dem Steuern ihres Schiffes und allem, was dazu gehörte, beschäftigt gewesen. Da sie dem Vorschlag des Magisters folgte, war eine etwas genauere Navigation nötig, damit das Schiff auch dort zu einem günstigen Zeitpunkt ankam, wo man sein sollte. Zwischendurch beantworte sie die anfallenden Fragen des Magisters so gut sie konnte. Blieb dann noch Zeit, scherzte sie mit ihrer Mannschaft (zu meckern gab es im Moment nichts). Und jeden Abend erklang von ihr das Lied, dass die anderen schon am ersten Abend gehört hatten.
Hätte sich der Drummelmuff in ihrer Nähe herumgedrückt, so hätte er Dianthe wesentlich entspannter und zugänglicher vorgefunden als noch vor zwei Tagen. Der Ärger war verflogen und allein, dass ihr der Wind durchs Haar wehte, verbesserte die Laune der Kapitänin beträchtlich. Nur das Tattoo auf ihrem Arm und die Leiche in ihrer Kajüte erinnerten sie daran, dass ernste Sachen zu erledigen waren. Aber sie hatte auch keine Lust sich zu ärgern und da die Chancen ihrer Meinung bei dem Luftgeist gut standen, genau das zu tun, suchte sie nicht nach einer nach Versöhnung und ließ den Luftgeist Luftgeist sein.

Nun war die Zeit gekommen die normale Route nach Ildrea zu verlassen und den Weg zur Stoßströmung einzuschlagen. Das würde einen knappen halben Tag dauern, wodurch sie zu dem Zeitpunkt dort ankommen würden, bei der die Wahrscheinlichkeit auf die Strömung am größten war. Das war der Zeitpunkt, an dem Basri zu ihr kam, um von seinem Experiment zu berichten. Wenn sie jetzt ihr okay gab, wären sie viel zu früh da und da sie den Verlauf der Strömung nicht genau kannte, wollte sie lieber nicht zu früh da sein und sie dann verpassen. Und wenn etwas kaputt ging, wäre das noch ungünstiger. Basri würde also noch warten müssen. Aber sie waren auf hoher See und mit dem Wind wehten auch der strengen Kapitänin ein paar Flausen in die Gedanken.
"Sag mal Basri, würde die Sternenwanderer auch die drei- bis vierfache Geschwindigkeit aushalten?"
"Hmmmm," grübelte der Halbling verwundert über diese Frage. "Eigentlich schon, aber ich würde das noch mal durchrechnen. Und wahrscheinlich müssten wir noch ein paar Sachen sichern ...." verwirrt sah er seine Kapitänin an.
"Dann fang an zu rechnen, du hast noch einen halben Tag Zeit." grinste ihn Dianthe an. Mehr sagte sie nicht. Basri in Aussicht zu stellen, dass er den Antrieb auf der schnellen Strömung dazuschalten durfte, hieße zu riskieren, dass er sich die Stabilität des Schiffes schön rechnete. Und das wollte Dianthe auf keinen Fall. Aber die Vorteile dafür lagen auf der Hand, wenn Basris Antrieb versagte, würde der Wind allein sie genügend schnell nach Ildrea tragen. Wenn er funktionierte, wären sie ab jetzt innerhalb eines Tages dort. Ein unglaublicher Zeitgewinn, den sie gut gebrauchen konnte, schließlich sollte Bastien innerhalb einer Woche wieder lebendig vor der Stadtwache in Geredith stehen. Das würde bestimmt ein interessanter Ritt werden.
 
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Samsonium

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

Der Drummel ließ seinerseits die Kapitänin Kapitänin sein, auch wenn er inzwischen Abends dieses wunderschöne Lied schon sehnlich erwartete und dann auch pflichtgemäß losheulte, wie ein Schloßhund.
Der Muff lümmelte aber oft bei Basri herum und bei Lidia und auch bei Rubinya. Bei Pahlu weniger, weil der Grüne den Luftgeist für etwas spinnert hielt, aber sonst gabs für den Drummel nicht viel zu tun.
Er freute sich also über Zuwendung und die bekam er am meisten von Basri.
Der Technomagier der Sternenwanderer war ganz aus dem Häuschen. Erst diese höllische Standpauke und jetzt im siebenten Himmel.
Der Kapitänin war es nicht schnell genug.
Er hatte ihr kurz vorher erst gesagt, das er die doppelte Geschwindigkeit rausholen könnte und schon war das nicht mehr schnell genug. Nein, es mußte das Doppelte vom Doppelten sein.
Und Basri hatte automatisch etwas gesagt, was man als Zusage auslegen könnte, um Dianthe bei der Stange zu halten und weiter rumexperimentieren zu können.
Aber eigentlich wußte er nicht wirklich, wie er das bewerkstelligen konnte.
Basri war nicht dämlich. Sicher, es wäre schon möglich gewesen, die Sternenwanderer auf die gewünschte Geschwindigkeit zu bringen, aber das würde nicht nur arg auf die strukturelle Integrität des Schiffes gehen, sondern auch zu einer ziemlichen Unmanövrierbarkeit. Der Halbling hatte nämlich seine Levitationstechnik, die er auch zum Transport der Tabaktonnen benutzt hatte, auf das Schiff angewandt.
Das Ergebnis war, das er das Gewicht der Sternenwanderer so reduzierte, das sie mit den vorhandenen Antriebsmechanismen, also Segel, Dampfstrahldüsen, zwei Propeller und einem Windstoßkristall, der aber bloß eine Stunde pustete und dann einen Tag zum aufladen brauchte, auf eben die doppelte Geschwindigkeit kamen. Dabei war das Schiff aber auch schon so leicht, wie man es gefahrlos machen konnte und würde so schon schwer genug zu führen sein, das es einen Kapitän wie Dianthe Daryn brauchte.
Jetzt sollte er das nochmal wiederholen, bloß wie ?
Da fluuppte der Muff neben dem grübelnden Basri aus dem Astralen und der Halbling wußte, das es ohne den Luftgeist nicht gehen würde.
Wenn er gewußt hätte, das sich auch noch zwei Drachen an Bord rumtrieben, wäre ihm sicherlich auch noch etwas nützliches für deren Feuer eingefallen, aber weil es war wie es war, blieb ihm nur der Drummel. Der flatterte gutgelaunt um Basri's Kopf und wartete, ob der Maschinist wieder was zu spielen hätte.
Das hatte die Sternenwanderer schon weit mehr Antriebe als ein gewöhnliches Schiff, was auch ihre ungeheure Schnelligkeit erklärte, aber es brauchte trotzdem noch zusätzlich eine geniale Neuerung und einen Drummelmuff, um die Wünsche der Sternensängerin zu erfüllen.
In solchen Momenten wußte Basri, das er genau auf dem richtigen Schiff war.

Basri: "Duhuu, Drummel ?"
Drummel: "Ja, Basri ?"
Basri: "Sag mal, wärst du eigentlich stark genug, um dieses ganze Schiff zu schieben ?"
Drummel: "Ich weiß nicht. Vielleicht. Habs noch nicht versucht. Wart mal..."

Der Muff fluuppte wiedermal weg, bevor man ihn hätte aufhalten können, und Basri fragte sich schon, was er wieder anstellen würde und wie sehr ihn Dianthe dafür bestrafen tät, da bekam er auch schon Antwort.
Und zwar in Form einer apruppten Beschleunigung, die ihn mit seinem Stuhl nach hinten kippen ließ, weil er in Fahrtrichtung guckte.
Der Drummel schob offenbar das Schiff und wahrscheinlich waren deshalb noch ein paar mehr Leute umgefallen.
So unerwartet wie die Beschleunigung begonnen hatte endete sie auch und der Muff kehrte zurück zum Halbling in den Maschinenraum.

Drummel: "Doch ja, kann ich schieben. Also zumindest eine Weile. Ist schon schwer dieses Schiff."
Basri: "Das ist ja toll ! Würdest du mir einen Gefallen tun und das machen, wenn Kapitänin Dianthe dich darum bittet ?"
Drummel: "Wieso denn die ?"
Basri: "Weil die am besten weiß, wann das nötig ist."
Drummel: "Die schimpft mich doch wieder, wenn ich helfen will."
Basri: "Och, du hast mir doch jetzt eine ganze Menge geholfen. Und, hat sie dich dafür geschumpfen ?"
Drummel: "Nöö, hat sie nicht..."
Basri: "Und singt sie nicht jeden Abend dieses schöne Lied für uns ?"
Drummel: "Doch, macht sie..."
Basri: "Und das gefällt dir doch auch, oder ?"
Drummel: "Ja, tut es. Sehr sogar..."
Basri: "Na willst du denn wirklich, das sie traurig wird und nicht mehr singt ?"

Da schaute der Muff auf einmal sehr erschrocken aus seinem Schamwölkchen. Kein wundervoller Abendgesang mehr ?
Das wäre ja schrecklich !
Einer Traurigwerdung der Kapitänin mußte dringend vorgebeugt werden. Der Drummel mochte diesen allabendlichen Gesang nicht mehr missen.

Drummel: "Ist ja gut, ist ja gut. Man muß ja nicht immer das schlimmste annehmen. Ich machs ja. Hauptsache, sie hört nicht auf zu singen !"
Basri: "Keine Angst, Drummel, wenn sie gute Laune hat, dann singt sie eigentlich immer. Ich gehs ihr gleich mal sagen, dann könnt ihr vielleicht zusammen üben, wie ihr das Schiff bei so großer Geschwindigkeit zusammen steuert."
Drummel: "Wie, zusammen steuern ?"
Basri: "Na ihr müßt das zusammen machen, sonst geht das Schiff kaputt."
Drummel: "So hattest du das aber nicht gesagt..."
Basri: "Singen oder nichtsingen ?"
Drummel: "..."
Basri: "Na also, dann sag ich ihr jetzt bescheid."

Und das machte der Halblingmaschinist dann auch. Er ging zu Dianthe und erklärte ihr alles. Basri sparte auch nicht die Gefahren aus, die eine Beschleunigung auf das Vierfache mit sich brachten und er verschwieg auch nicht die dafür notwendige Drummelantriebssteuerung.
Allerdings verriet er seiner Kapitänin auch, wie der Muff immer vor Glück heulte, wenn sie sang. Basri schlief genau wie der Magister und die Geister in seinem geliebten Maschinenraum, deshalb hatte er das mitbekommen.
Jetzt hatte Dianthe etwas, womit sie dem Luftgeist kommen konnte, wenn es nötig war.
Schließlich schloß Basri seinen Vortrag.

"Und das kann ich also bieten. Vierfache Geschwindigkeit für eine Stunde, wenn wir die Segel einholen, Dampfdüsen auf volle Kraft drehen und auch die Propeller, den Windstoßkristall bis zum Ende leeren UND der Drummelmuff schiebt und beim steuern hilft.
Wenn dann noch jemand einen Haltbarkeitszauber auf den Rumpf sprechen könnte, hätte ich sicher nichts dagegen, aber es müßte auch so gehen, wenns nicht ständig passiert.
Was sagst du, Ladykäptn ?"


De Halbling war dabei so stolz wie zwei Italiener auf drei Vespas, das er in so kurzer Zeit, das Unmögliche möglich gemacht hatte.
 

Astraea

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

Mahir war etwas irritiert als Rubinya ihm mitteilte das sie stubenarrest hatte und nicht hinauskonnte. Die Frage er ihn ihr aufgebrummt hatte blieb allerdings unbeantwortet. Sie nutzte die zeit um das buch über segeln zu lesen und ihre Kabine gemütlicher zu gestallten. In der Hängematte zu schlafen war immernoch so unmöglich das sie den platz unter den Schwingen ihrers Lehrers. Entspannt lauschte Sie den Lied Dianthes und konnte schnell zumindest die Melodie summen.

Pahlu leistete derweil Dianthe an Deck gesellschaft, er beobachtete Die Seeleute und lauschte den Fragen des Magister amysiert. Als Basri allerdings seine Vorschläge Äußerte kam er ans nachdenken. "Vieleicht können ihr Hoheit und ich etwas zur unterstützung beisteuern. Mit einem magischen Schild um das Schiff herum könnten wir die Belastung evtl. aisgleichen und Abfangen." Wandte er sich telepatisch an Dianthe.
 

Thevita

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

"Ja, das wäre wunderbar, Phalu." antwortete Dianthe dem Drachen telepatisch wärend sie ihren Mechaniker nachdenklich musterte. Basri war natürlich mal wieder über das Ziel hinaus geschossen, statt nur zu berechnen, ob das Schiff die Belastung aushalten würde, hatte er ihr gleich eine Methode präsentiert, um die gefragte Gescheindigkeit zu erreichen. Und dann hieß es immer, sie würde allen den Spaß verderben.
"Sehr schön, vor allem, dass du den kleinen Schmollgeist überredet hast, zu schieben. Kein Wunder, dass ihm das Lied gefällt. Aber ich würde gern beides separat testen, deinen Antrieb und Drummel. Wir kommen heute Nachmittag in eine Stoßströmung, die uns noch mal ordentlich Fahrt gibt. Da kannst du deinen neuen Antrieb testen, denn wenn etwas nicht funktioniert, bringt uns die Strömung auch ganz allein nach Ildrea. Und wenn der Antrieb leer ist und Drummel Lust hat, dann kann er noch mal schieben und schauen, wie weit er mit seinen Kräften reicht. Dann wissen für den Fall Bescheid, dass wir es mal furchtbar eilig haben."
 

Screw

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

Je näher der Moment der Wahrheit kam - der Moment, da sie erfahren würden, ob die Stoßströmung wie berechnet eintreffen würde - desto nervöser und unruhiger wurde der Magister. Nicht nur, dass sich dann sein Wert auf dem Schiff zeigen würde, nein, er würde auch einen Kübel und ein sehr festes Seil brauchen. Ein Leben in der Bibliothek bereitete einen nicht unbedingt auf das Leben an Bord vor, und mit jedem Tag, der verging, wurde Fidelius ein klein wenig grüner um die Nase. Die Aussicht auf eine plötzliche Beschleunigung auf das doppelte bis vierfache der MAXIMAL-Geschwindigkeit des Schiffes war nicht gerade dazu angetan, ihn hoffen zu lassen, dass seine Berechnungen korrekt waren.

Dennoch zog er strikt seine Arbeiten und Forschungen durch. Basri war immer gerne bereit ihm Auskunft zu geben, sofern er nicht mit dem Drummel in irgendwelchen Experimenten steckte. Aber der Skriptor wusste auch diese Momente aktiv zu nutzen, da Basri nichts dagegen hatte, wenn er dessen Aufzeichnungen zu denselben studierte ... zumindest hatte der Halbling noch nichts gesagt, aber vielleicht hat er es auch nur noch nicht bemerkt. Basris Ideen und Pläne waren gewagt und sehr unkonventionell, ich meine, wer käme schon auf die Idee, die äußerst instabilen und porösen Windstoßkristalle mit so etwas unberechenbaren wie Blitzen schneller aufladen zu wollen. Denn eines war dem Magister bei den Versuchen mit Drummelmuff aufgefallen. Der Luftgeist war ein wahres Naturtalent, soweit man das als Nicht-Elementar beurteilen konnte, aber selbst er konnte die brachiale Gewalt eines Blitzes nicht vollständig steuern.

Es musste also mit mehr als nur der Luft zu tun haben, wie Blitze agierten, vielleicht lag es ja am Staub oder anderen Dingen, die für den durchschnittlichen Beobachter nicht sichtbar waren. Es hatte sogar, noch vor Fidelius' Geburt, einen Mann namens Tesla gegeben, welcher über die Existenz solcher Partikel theoretisiert hatte, aber seine Ideen fanden in der damaligen Gesellschaft keine offenen Ohren, und so geriet seine Forschung der Testikel (er hat seinen Namen schlicht mit der Bezeichnung Partikel kombiniert) in Vergessenheit. Es war reiner Zufall, dass der Magister bei seinen Recherchen über Meteorologie auf eine Randnotiz stieß und so Teslas Forschungen wieder entdeckte. Fidelius war von den Testikeln begeistert, nur an dem Namen musste man noch arbeiten, da Teslas Name nicht entsprechend zur Geltung kam. Aber von all dem erwähnte der alte Mann nichts gegenüber Basri oder dem Drummel, denn er konnte sich vorstellen, dass die beiden alles andere als begeistert wären, wenn er ihnen einen Vortrag über Testikeln halten würde.
 
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Samsonium

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

"AI AI, LADYKÄPTN !"

Basri's glückliches Grinsen ließ sich seine Mundwinkel in Nacken treffen, als er übertrieben salutierte und dann lostrabte, um seine Vorbereitungen für den ersten Feldtest zu treffen.
Die Mannschaft kannte und fürchtete dieses Grinsen, hieß es doch nichts anderes, das Dianthe Basri wiedermal gestattet hatte, eine seiner Teufelsmaschinen auszuprobieren.

Die Flasche war nach Pahlu's Anschiss ziemlich still gewesen, auch wenn sie trotzdem umhergelaufen und getragen worden war. Sie gab gern einen aus und freute sich darüber, wenn sich ein Pirat dazu bereiterklärte, sich bei der Feier zum ersten neuen Sieg, seine Augen von Flasche an zwei verschiedene Stromkreise anschließen zu lassen.
Ganz egal mit welchem Gesöff.
Trotzdem war der Weingeist traurig. Ein erfolgreiches Drachenbier hätte ihm den Nobelpreis für Alkoholwissenschaften eingebracht.
IHM, dem Abstinenzler !
Auch DAS entging dem Agenten nicht und er tröpfelte vorsichtig sein Gift in die noch kleine, aber doch offene Wunde. Es lief bisher wirklich wunderbar. Mit dem Muff hätte er eine wirksame Waffe gegen das Schiff, während er mit Flasche den Produzenten des wahrscheinlich tödlichsten Giftes für Drachen besäße.
Der Agent konnte zufrieden sein.
 
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Astraea

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Pahlu schüttelte sich. "Wenn wir noch einen halben tag zeit haben werden ihre Hoheit und Ich noch etwas auf die Jagdt gehen. Wir müssen unsere Schwingen ein wenig strecken." Teilte er der Kapitänin mit ehe er sich an Rubinya wandte. "Was haltet ihr von eine kleinen Jagt?" Fragte er seinen Schützling "Aber ist ist doch garnicht dunkel?" Fragte Diese. "Das wird gehen, wir bleiben einfach länger unter der Wolkenoberfläche." "Dann sehr gerne." "Gut, steigt aus dem Fenster, wir treffen uns steuerbord, achtern." Er nickte der Kapitänin zu und sprang dann als miniaturausgabe auf den sims des bullauges und verschwand dann unter der wolkenoberfläche, kurz noch konnte sie einen großen schatten wahrnehmen dann waren die Drachen verschwunden.

Genüsslich beinahe reckte Rubinya ihre Flügel als sie aus den feuchtkalten wolken on den Hellen Sonnenschein tauchte und dicht über der oberfläche dahinzugleiten. In der ferne konnten sie noch den Sternenwandere ausmachen wenn sie hochgenug aufstiegen, und genau das taten sie jetzt um nach beute ausschau zu halten. Im trägen gleitflug zogen sie ihre Kreise am Himmel. Pahlu fast unterdessen kurz zusammen was in der Stadt passiert war und mit dem Magister. "Was machen wir jetzt, sicher wir haben einen Vertrag aber in solche sachen möchte ich nicht mit hineingezogen werden!" Überlegt sie, "Oh sieh, wolkendefine." Wolkendelfine waren etwa 3meter lange Delfine die aber statt über eine Schwimmblase über gaßblasen die ihnen das fliegen erlaubte. "Sehr gut. Dann wollen wir mal, ich komme von unten." Rubinya drehte ab und lies sich hinter den Delfinen in die Wolkendecke hinab. Pahlu hielt sich weiter oben und glitt langsam tiefer. Dann ging alles recht schnell Rubinya trieb die Tiere weiter nach oben und pahlu schnappte sich dann eines mit den klauen. Rubinya drehte sich um und schnappte sich einen zweiten und tauchte dann wieder auf, jetzt standen oder flogen die Drachen aber vor einem anderen problem, wie die Delfine nun verschweisen, im flug war das recht schwer und einfach auf dem Schiff lamden konnten sie auch nicht. "Wir brauchen einen kleinen Brocken oder sowas?" "Wenn wir zu lange rasten werden wir die Sternenwanderer nicht mehr einholen, wenn Dianthe erst die Stoßströmung erreicht hat, wird es selbst mit magie schwer werden." Erwiedert Pahlu "wir hätten erst über eine rastmöglichkeit nachdenken sollen." "Hm, ah sieh da ist ein kleiner Brocken." Pahlu natte einen kleinen schwebenden felsen entdeckt und lies sich hinabgleiten. Rubinya landete neben ihn. Was nun kam, nunja das kann man sich demken, von den Wolkendelfinen blieb nicht viel übrig außer ein paar knochen. "Ah das hat gut getan. Und wie landen wir jetzt auf dem schiff? Es ist nicht dunkel und ich komme nicht an das Bullauge rann." "Hm...." Pahlu streckte sich und schüttelte sich dann. "Wir können es mit einem levitationszauber versuchen, ich kann schweben und dich halten." Schlug er vor. "Versuchen wir es. Zur not müssen wir eben schnell verschwinden." Auch Rubinya streckte sich und streckte dann ihre Schwingen um wieder abzuheben und dann in einen schnellen Gleitflug zu gehen.

"Tja und nun?" Rubinya und Pahlu kreisten hoch über dem Sternenwanderer. "Gute Frage." "Wir können uns nicht einfach kurz vor dem Deck verwandeln, die kriegen den Schock ihres lebens." "Vieleicht schon, wenn ihr eure Menschliche Gestallt annehmt könnt khr auf mir hinabreiten und dann aufs deck springen wenn ich meine Stabgestallt annehme." "Hm meinst du das funktioniert?" "Ihr seid doch auch früher mit mir geflogen!" "Gut und ich bin eine Magierin, also müsste es gehen. Gut versuchen wir es." Pahlu glitt unter Rubinya und fing diese auf als sie wieder menschengestallt hatte. So loesen sie sich zum Schiff hinabgleiten und ehe sie unter den fassungslosen Blicken der Piraten Landeten nahm Pahlu wieder Stabgestallt an und Rubinya landete leichtfüssig auf dem Deck. Nun trug sie wieder das leichte freizügige violette Kleid und ihre Haare umflutetekhren Zarten Körper in langen offene Locken in dene der wind spielte. Fassungslos wurde das junge Mädchen angestarrt.
 

Thevita

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AW: Kapitel 2 - Die Gewalten der Wolkenströme

Begleitet wurde die Landung Rubinyas von einem erschreckten Volgelschrei auf den hin sich Lidia im Krähennest unsichtbar zu machen versuchte. Nach der Landung Phalus schaute sie vorsichtig über den Rand aus Deck und blinzelte schnell mit ihren klugen Vogelaugen. Dem Rest der Mannschaft erging es ähnlich. Natürlich starrten sie Rubinya fassungslos an, mehrheitlich aus sicherer Deckung heraus. Nur Fidelius und Dianthe standen unbeeindruckt an Deck, wussten sie doch über die wahre Natur der beiden Bescheid. Dies brachte vor allem dem Magister Respekt ein, dieser schrullige alte Mann schien vor nichts Angst zu haben, nicht vor dem Kielholen und nicht vor Drachen. Vielleicht war er auch einfach zu klug, um an rachen zu glauben? Die Mannschaft wusste es nicht. Deshalb blieben die Seeleute lieber in Deckung.

Dianthe zog fragend die Augenbrauen hoch. Sie hatte mit einem solchen Auftritt nicht gerechnet, nachdem die beiden so viel Wert auf ihre Privatsphäre gelegt hatten. Aber das war schießlich Phalus und Rubinyas Entscheidung. Trotzdem sollte sie die Situation etwas entschärfen. Seeleute konnten schließlich nur eine bestimmte Anzahl Absonderlichkeiten auf einmal verkraften und davon hatte es in letzter Zeit einige gegeben. "Schön, dass du deinen Stubenarrest beendet hast. Und ich hoffe, du hast gefunden, was du gesucht hast. Aber muss es denn gleich so ein Aufsehen erregendes Illusionsreittier sein?" bot sie eine zwar nicht korrekte, aber durchaus plausible und vor allem ungefährliche Erklärung für den Auftritt an. "Ich hoffe, die Erklärung ist euch recht." sendet sie telepatisch an die beiden Drachen.

Eine unmerkliche Veränderung in der Luft kündigt die Nähe zur Stoßströmung an, genau, wo der Magister es berechnet hatte. "So, und jetzt raus aus der Deckung Männer! Seid ihr Männer oder Mäuse? Lasst euch nicht von ein paar einfachen Illusionen einschüchtern. Segel raffen und das Deck sichern, die nächsten Stunden wird es eine wilde Fahrt geben! Als Entschädigung gibt es dann heute Abend ein Runde in der nächsten Taverne auf mich. Und nun Bewegung!!! Rubinya hilft auch mit. Rugar, sieh zu, dass sie was zu tun bekommt." wies die Kapitänin ihre Mannschaft an. Sie war gespannt, ob es mit der Strömung auch wirklich funktionieren würde.
 

Astraea

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"Tut mir lied, ich wollte niemanden erschrecken... naja zumindes tnicht so dolle." entschuldigte sich Rubinya und stellte Pahlu zu ihr nach oben. "Es wa runs einfach nicht möglich anders zu landen. Alternative währen zwei Drachen gewesen!" erklärte Pahlu der Kapitänin. "Aber ja wir haben gefunden was wir gesucht haben!" und sie konnte das satte selbstzufrieden Grinsen das Altdrahcne spüren.

Rugar scheuchte die männer aus ihrer Deckung hinter den Fässern vor und alle packtne mit an um die Segle zu bergen und bereit zu machen für die Stoßströhmung. "Tut mir Leid Rugar, ich wollte euch nicht erschrecken, aber überleg mal was ein potentieller Gegner macht wann da plötzlich ein Drache auf seinem Schiff auftaucht!" entshculdigte sich Rubinya mit einem herrlichen unschuldslächeln. "Kein problem Mädel... und nu komm!"
 
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Samsonium

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Und noch jemand bekam die Rückkehr der Drachen mit, nämlich der Drummelmuff. Der Luftgeist war aber weder ändstlich, noch war es ihm egal. Er wußte bloß, das der angeblich nette Mädchenflatterlapp ihn belogen hatte. Die Drachen waren einfach ohne ihn fliegen gegangen.
Hatten nichtmal bescheidgesagt.
Dabei hatte die Aura von Rubinya keinen Hinweis auf Täuschung zeigen lassen.
Flatterlapps waren eben doch bloß Fleischlinge, bloß eben stärker und geschickter.
Aber trotzdem nur Fleischlinge.
Der Drummel sagte diesmal aber nichts. Einen Moment guckte er hoch ins Krähennest und überlegte, ob er mit Lidia fliegen gehen sollte, aber entschied sich doch anders. Er hatte keine Lust mehr auf Fleischlinge. Nicht auf die Flatterlapps, nicht auf den Magister, nicht auf Lidia, nichtmal auf Basri und schon garnicht auf Dianthe.

Einen Moment später merkte Flasche, wie sich sich mit trauriger Luft füllte, verkorkt wurde und dachte sich, nicht schooon wieder.
 

Screw

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Fidelius war gespannt. Zwar hatt er vollstes Vertrauen darauf, dass die Berechnungen mit Drummelmuffs Zusätzen korrekt waren, aber da es keine 100%ige Wahrscheinlichkeit war, gab es immer noch die Chance darauf, dass sie hier leer ausgehen würden. Er hoffte, dass das nicht passieren würde, da Kapitänin Dianthe schon oft genug auf den Luftgeist sauer gewesen war. Es wurde Zeit, dass er mal in gutes Licht gerückt wurde. Der Magister mochte den Drummelmuff auf eine eigentümliche Weise, denn in der Kindheit waren es Typen mit genau solchen Eigenarten, die ihn ständig auf's Korn genommen hatten, und nun hatte sich einer davon in seine Dienste gestellt. Als der Geist dies vor ein paar Tagen verkündet hatte, war eine tot geglaubte Stimme in seinem Kopf aus ihrem Grab gestiegen und hatte mit Inbrunst verkündet:

"JAAAA! Endlich ist der Tag gekommen! Darauf haben wir ein Leben lange gewartet! Der Zeitpunkt der ultimativen Rache ist gekommen, der Moment, da wir uns erheben, einem finsteren Engel gleich, und all jene heim suchen werden, die uns Unrecht getan haben. Wir werden die Waffen der Schmach und Unterdrückung nehmen und sie gegen unsere Peiniger richten, und mit der Gewalt der Gerechtigkeit werden wir es ihnen mit Zins und Zinseszins vergelten. Wir werden ihr Leben zur Hölle machen und sie in die tiefsten Tiefen der Reue treiben, bis sie ..."
In diesem Moment zogen alle andere Stimmen, wie auf ein stummes Kommando ihre Pistolen aus dem Gürtel, richteten diese auf das giftgrüne Rachemännchen, und schickten es zurück in das Grab, in dem es für Jahrzehnte gelegen hatte. Dieses Schiff hatte schon vor sehr langer Zeit abgelegt, und verweste Leichen sollte man nicht mehr ausbuddeln.
"Ich kann's nicht glauben, du hattest Recht ..."
"Natürlich hatte ich Recht ... eine geladene Pistole kann man IMMER irgendwann brauchen."​
"Jepp ... sogar in einer fiktiven neurotischen Wahnvorstellung ..."​
"Hey ... sag' mal, wo warst DU denn eigentlich so lange?"​
"Was denn? Seit dem Militärdienst gab es nicht's zu Ballern, wozu also hier rumhängen?"​
"Aber ... das hier waren nur eingebildete Schüsse ..."
"Naja ... Jahrzehnte der Abstinenz und so ... aber HEY, wir sind bei Piraten, oder? Früher oder später MÜSSEN wir zur Waffe ..."​
"Glaubst du das echt?"
"Ach komm schon, die Hoffnung stirbt zuletzt."​
*hust*"Junkie."*hust*​
"Schnauze."​
 

Thevita

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Nun warteten alle gespannt auf das Eintreffen der Stoßströmung, doch erst einmal tat sich gar nichts. Nur ein ganz laues Lüftchen wehte. Das gab dem Schiffsjungen Lars die Zeit Flasche von Deck einzusammeln und Fidelius zu geben. "Nicht das Flasche über Bord geht. Ihr solltet euch auch gut festhalten Herr Magister Promt." meinte er dienstbeflissen und mit einem Seitenblick auf des Magisters veränderte Haut.

Dianthe bemerkte, dass der Korken wieder auf Flasche saß. "Alles in Ordnung?" fragte sie leise den Weingeist. Ihr schwante nichts Gutes, hieß das doch mit großer Wahrscheinlichkeit, dass der Schmollgeist jetzt richtig schmollte. Aber zu weiteren Überlegungen kam sie gar nicht. Es gab wieder eine leichte Veränderung in der Luft, die Druckverhältnisse änderten sich leicht. Es war eine sehr subtile Veränderung und Dianthe nahm sie auch eher unbewusst wahr. Das sicherste Zeichen, dass es nun aber los gehen würde war Trition, der Nordwind, der auf astraler Ebene auf einmal neben ihr schwebte und sie angrinste. Das war offensichtlich seine Luftströmung und wer als Wind etwas auf sich hielt, sah natürlich nach, wer da auch ihm zu reiten gedachte und zum anderen kannte er die Kapitänin.
"Soso, heute mal eine Abkürzung nach Ildrea? Na dann viel Spaß!" kam es gut gelaunt von ihm.
"Ich dachte, ich schau mal, ob du Lust hast. Aber seid wann wünschst du mir extra viel Spaß?"
"Nun, wenn du schon mal hier bist, kannst du ja auch für mich singen. Und außerdem wollte ich fragen, ob wir uns in Ildrea sehen. Wir waren lange nicht mehr aus. Und am allerwichtigsten: du hast endlich mal wen interessantes dabei. Wir sehen uns in Ildrea, ja?"
damit wandte er sich dem für ihn interessantesten Passagier zu, richtig, dem schmollenden Drummelmuff und klopfte im Astralraum an die Flasche. "Hey, Lust einen kleinen Ausflug zu machen?"

Die Kapitänin schüttelte innerlich mit dem Kopf. Richtig mit dem Kopf zu schütteln, wäre seltsam gewesen, da die Unterhaltung im Astralen stattgefunden hatte und niemand außer den Drachen etwas mitbekommen hatte. Da hatten sich nach Dianthes Meinung bestimmt zwei gefunden. Auch wenn ein Wind nicht ganz das selbe war wie ein Luftgeist. Denn ein Wind war etwas, das dem Glauben der verschiedenen Völkern entsprungen war und so bestand er zur Hälfte aus der Essenz der Luft und zur anderen Hälfte aus der Essenz des Glaubens, der ihn geschaffen hatte.
Aber da der Wind nun zusehens auffrischte, begab sie sich lieber ans Steuer und stimmte dabei wie gewünscht ein Lied an, während die Stoßströmung ihre volle Kraft entfaltete.

(
)

Das Lied sollte nicht nur Trition erfreuen, sondern machte ihrer Mannschaft auch Mut, was Dianthes Bardenfähigkeiten geschuldet war. Als das Schiff richtig in Fahrt war, gab sie Basri das Zeichen, seinen Antrieb dazu zu schalten und los ging die wilde Fahrt.
 
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Samsonium

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Die Flasche ließ sich gern vom Schiffsjungen einsammeln, die Niedergeschlagenheit des Muff's war ansteckend und sie hatte keine Lust zum rumlaufen. Also war es am besten, in des Magisters Manteltasche gesteckt zu werden. Der Meister war sehr auf das Kommende konzentriert, so das die Chancen gut standen, eine Weile ignoriert zu werden.
Falsch gedacht.
Ausgerechnet Dianthe sprach Flasche an.
Und weil die Flasche eine gute Flasche war, bekam sie Ärmchen und Gesichtchen und zog sich soweit aus der Manteltasche, das sie Dianthe sehen konnte.

"Es geht, eure Kapitänheit, es geht. Ich hoffe es jedenfalls."

Einen Augenblick sah es so aus, als blicke die Flasche in sich, aber dann rollten die Augen wieder nach außen.

"Er ist traurig, wissen sie, weil er doch so sensibel ist und so reizbar. Sie können sich garnicht vorstellen, wie schwer es ist, ein Drummelmuff zu sein..."

Es wirkte einen Moment, als wollte sie noch etwas sagen, aber die Flasche tat es nicht. Sie konnte nicht. Das war zu persönlich. Aber wenn Dianthe gewußt hätte, was die Flasche wußte, dann hätte sie vielleicht verstanden.
Das Dumme war bloß, das bisher alle außer Meister Torm, die es verstanden hatten, weil sie es sahen, tot waren.
Und die Flasche konnte nichts sagen, weil sie sonst gezwungen gewesen wäre, Drummel's wahren Namen und Gestalt ins Spiel zu bringen und sowas tat man nicht.
Nein, sowas tat man nicht.
Beichtgeheimnis zwischen Geistern !

Doch es ging noch weiter. Es kam ein alter Bekannter vorbei.
Der Nordwind Trition.
Selbstverständlich war Trition nicht sein wahrer Name, genausowenig wie Drummelmuff oder Flasche. Aber Geist-Fleischling-Kontakter mußten ja auch irgendwie genannt werden, also legte man sich Künstlernamen zu, oder es blieb ein dämlicher Namen hängen, den sich mal einer dieser dusseligen Beschwörer ausgedacht hatte.
Und nein, ein Wind war eigentlich nichts anderes als ein Luftgeist, nur das er einen festen Job hatte. In Trition's Falle eben Nordwind sein. Luftgeister wie Drummel waren hingegen sozusagen Freiberufler. Verdienten sich ihr Karma mit Beschwörungstagelöhnerei, wenn man so wollte, oder gar auf Stunden- und Minutenbasis.
Das war meist die unterste Schicht.
Wenn man es dann zu was gebracht hatte, konnte man seinen eigenen Kult aufmachen und sich preisen und anbeten lassen. Es war halt wie es überall war. Das meiste floß zum meisten.
Andere machten wieder in Wetter und Klima, so wie Trition. Manchmal, wenn man einen Job bekam, der den Fleischlingen besonders angenehm erschien, konnte das einem in seltenen Fällen soviel Popularität einbringen, das man es in die Oberliga schaffte. Aber Nordwind sein, das war schon was. Brachte schon die eine oder andere Anrufung ein.
Eben dieser Nordwind war hier und sagte hallo.
Und aus der Flasche wurde ihm geantwortet.
Alles im Astralen, versteht sich.

Drummel: "Hallo, Onkel Tri, < schnüff > schön dich zu sehn."
Trition: "Muffelst du immernoch für dich allein, oder willst du die Gelegenheit nicht nutzen ?"
Flasche: "Er war ja schon draußen."
Drummel: "Petze !"
Flasche: "Stimmt doch."
Trition: "Stimmt das wirklich ? Es waren immerhin fast tausend dieser Fleischlingjahre."
Drummel: "Ja, stimmt schon. Aber die Fleischlinge sind immernoch so gemein und ich will doch nicht mehr... "
Trition: "Ich weiß doch, mein Muffelchen, ich weiß doch. Du mußt mir nichts erzählen."
Flasche: "Mit deinem Onkel macht das fliegen eh mehr Spaß, als mit den lahmen Flatterlapps. Oder ?"
Drummel: "Stimmt. Das ist total und absolut oberstimmig."

Der Drummel war bereit rauszukommen.

Basri war bereit loszulegen.
Und was hatte der Kleine vorbereitet. Sämtliche seiner Spezialnägel überprüft. Sogar die in den Masten ! Ja, das ist sogar sehr erwähnenswert, weil kletter du mal als Halbling in Tackelage, die für Großlinge gedacht war. Aber nichts hatte den Basri auf- oder abhalten können. Sogar die größten Piraten gingen ihm aus dem Weg, wenn er hin und herhuschte, denn er hatte das große Grinsen.
In diesem Zustand hätte der kleine Halbling jedem Troll die Kehle durchgebissen, wenn er sich zwischen ihn und seine Arbeit gestellt hätte.
Außerdem hatte er Dianthe hinter sich und damit Gerwin, der alles im Auge behielt.
Der verrückte Technomagier band schließlich für jedes Besatzungsmitglied ein Seil an die Reling, außer für Lidia. Die konnte fliegen.
Schließlich war es dann jedoch soweit und Basri fiel tatsächlich nichts mehr ein, was er hätte checken oder überprüfen können und JETZT hatte die Kapitänin den Startschuß gegeben.
Basri hatte eine erstaunliche Brüllstimme, die er jedoch nur zu solch seltenen Anlässen nutzte.

"Ai Ai, Ladykäptn !"

Dann zu den Matrosen vom Achterdeck aus.

"ALLE MANN WEG VON DER RELING ! RAUS AUS DEN WANTEN !"

Sein Grinsten traf sich in seinem Nacken, als er sein Steueramulett befingerte und ganz leise "Zündung" flüsterte.
Daraufhin begann das Schiff zu vibrieren und es fing an zu knistern, auch wenn man noch nicht genau wußte, woher das kam. Als das Knistern lauter wurde, wurde auch klar, das es von unten kam. Schließlich sah man es auch.
Blitze.
Spannungsbögen sprangen von Spezialnagel zu Spezialnagel und blieben stehen, weshalb das Knistern und mittlerweile auch Summen immer lauter wurde.
Lidia hatte sich auf dem Boden des Krähennestes ganz klein gemacht, so wie Basri es gesagt hatte. Aber bei diesen fürchterlichen Geräuschen hätte sie das wohl sowieso getan.
Dann erreichten die Blitze, und nun konnte man auch verstehen, wieso Basri den ganzen Strom vom Muff gebraucht hatte, die letzte Mastspitze, dehnten sich aus und zerplatzten in eine schimmernde Blase, die das Schiff umgab.

"ALLE MANN FESTBINDEN !"

Man band sich fest, wobei schon dem einen oder anderen klar wurde, das es jetzt anders war, als vorher, denn Basri hatte nicht nur das Gewicht des Schiffes drastisch gesenkt, sondern auch von allem was drauf und drin war.
Der Halbling fummelte nochmal an seinen magischen Knöpfen, drückte sie und kippte sie, worauf der Dampfdüsenantrieb ansprang, die Propeller auf volle Leistung gebracht wurden und der Windstoßkristall zu blasen begann.
Das ging ganz schön ab.
Ein paar der eigentlich recht standfesten Piraten setzten sich sogar unfreiwillig hin, womit sie die nächste Zeit wahrscheinlich aufgezogen werden würden. So schlimm wars ja auch nicht, nur halt unerwartet.
Und Basri grinste selig. Sein Werk funktionierte. ES FUNKTIONIERTE ! Von wegen, du spinnst ja und du kannst doch nicht ein ganzes Schiff in eine Levitationsscheibe verwandeln. Er, Basri, konnte ! Damit das auch so blieb, ging der Kleine jetzt auch ganz friedlich wieder runter und Dianthe konnte sicher sein, das der eh schon sehr umgängliche Halbling die nächsten Tage
über der netteste und glücklichste Kerl der Welt sein würde.
Eben bis ihm eine neue noch verrücktere Idee kam.

Das sollte aber immernoch nicht alles gewesen sein, denn Dianthe Sternensängerin Daryn fing an ihrem Beinamen Ehre zu machen. Man mochte sogar meinen, das Sternensängerin ihr eigentlicher Name war, wenn man ihr so zuhörte.
Was aber für die Fleischlinge bloß nett war oder okay, war für die Geister eine Offenbarung.
Sogar die Flasche erinnerte sich bruchstückhaft an Urzeiten, da sie nicht nur abstinent, sondern rein gewesen war. Klar und rein wie ein Bergbach. VERDAMMT, er war mal ein Bergbach gewesen ! Flasche rollte seine Augen nach innen und heulte hundertprozentigen Alkohol in ihr Gefäß.
Den Muff aber hielt da nichts mehr im Glase. Er pfiff nur so ins Freie, um mit seinem Onkel zu fliegen und zu wehen.
Dianthe's Gesang lockte aber alle möglichen Luftgeister in der Nähe an.
Ein Wind im gehobenen Management, wie Trition es schon war, hatte matürlich auch seine Unterlinge und im Astralen waren Nachrichten noch viel schneller als der Wind.
Schließlich flogen und wuselten mehr als zwei Dutzend Luftgeister, Winde und Lüftchen um das Schiff herum, weil sie das Lied hören wollten.
Könnt ihr euch vorstellen, was die für einen Windschatten erzeugen ?
Die Sternenwanderer flog wie noch nie. Unwahrscheinlich, das jemals irgendein Luftschiff so schnell geflogen war. Und schneller, als der Drummel allein es hätte schieben können.
Also GEFÄHRLICH schnell !
 
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Astraea

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Rubinya und Pahlu hatten sich das ganze sehr interessiert angesehen und die kleineDrachen-Prinzessin machte sich auf den weg zum Bug. Sie fand diese Geschwindigkeit herrlich, so schnell zu fliegen schafften Drachen nur ganz kurze zeit unter Aufbringung von sehr viel Magie und dann war das auch noch körperlich sehr anstrengend.

"Sei vorsichtig Mädel, nicht das du über Bord gehst." Rief Rugar ihr hinterher, er war einer derjenigen die auf dem Hintern gelandet waren. "Keine Sorge." Winkte sie gut gelaunt zurück und hatten den Bug erreicht.

Wie gerne hätte sie ihre schwingen jetzt ausgebreitet und währe mitgeflogen. Aber das ging ja nicht, also eigentlich ging es schon, aber dann würde diese reise ein schnelles ende finden. Pahlu ging es im Grunde nicht viel andres, es war sehr lange her das er seine Nase in solch starken Wind hatte halten können.

"Prinzessin, Prinzessin Rubinya, wie geht es euch? Schön euch zu sehen." Mehrer niedere Luftgeister umschwirrten sie. "Hallo liebe Luftgeister. Uns geht es gut." "Kommt fliegt mit uns." Locken die Luftgeister "ich kann nicht. Die leute hier an Bord würden in angst und schrecken versetzt werden." "Ihr braucht keine drachengestallt... Kommt wir tragen euch." "Geht das? Ich brauche doch schwingenn für die luftströhmung." Wandte Rubinya ein. "Dann schaff dir doch magisch welche... Zwischen Körper und arme." Schlugen sie vor. Rubinya sah die Luftgeister irritiert an. Als Drache war ihr das Prinzip und die Gesetzmässigkeiten der Luft und des Fliegens durchaus bekannt. Und ohne Schwingen die ihr auftrieb gaben konnte sie nicht fliegen. Der Levitationszauber hielt sie nicht in der Luft, er verringerte nur ihr Gewicht, alles andere würde zuviel Magische Kraft kosten. Und wie sollte sie sich Schwingen schaffen? Der wind zerrte an ihren Haaren und sie schuf einen Schild um diesen abzuhalten. Und sofort kam keine Lufthauch mehr zu ihr durch. Sie konnte ihren Schild ausdehen und formen wie sie wollte, wenn sie also... Wenn sie also den Schild um ihren Körper legte, direkt auf die Haut, und dann runterzog und etwas breiter gestaltete... Einen versuch war es wert! Zur not konnte sie ja ihre Gestallt wechseln. Sie kletterte auf die Reling "ja kommt nur Hoheit." Lockten de Luftgeister. Rubinya probierte ein paar Varianten bis sie die richtige form gefunden hatte. Und lies sich dann von board fallen, was ein entsetztes aufschreien etlicher mannschaftsmitgliedern zur folge hatte. Doch wenig später tauchte sie mit ausgebreiteten armen wieder auf, getragen von den Luftgeistern und mit ein wenig Magie. Sie hielt sich nahe am Schiff, denn diese art des Fliegens war ihr recht neu. Aber vielleicht klappte das auch mit dem Drummel, wo war der kleine Schmollgeist eigentlich abgeblieben? Der Hausarrest und Pahlus kurzfristige jagt hatten den Flug mit ihm ja verhindert, und das wollte sie wenn auch in anderer gestallt jetzt nachholen.
 
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Samsonium

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Sicherlich hätte Rubinya auch mit dem Muff fliegen können, so wie sie es gerade mit den anderen Luftgeistern tat, aber auch wenn der Drummel ausnahmsweise etwas anderes tat als schmollen, hätte der kein Interesse daran gehabt. Außerdem war die Prinzessin viel zu langsam, selbst mit den kleinen Luftigen. Der einzige, der hier schnell genug war, um mit dem Pummelmuff mitzuhalten, war der Nordwind und mit dem flog er ja.
Und genoss es.
Kein wollen, kein möchten, kein zögern, kein zaudern, kein überlegen und kein reden.
Nur fliegen, einfach nur fliegen mit Onkel Tri.
 

Thevita

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Während dieser schnellen Fahrt war Dianthe ganz auf das Steuern konzentriert, sodass sie nach dem ersten Lied nur noch summte. Das interessierte dann aber nicht mehr so viele Luftgeister, und jeder, der noch etwas Wichtiges zu tun hatte, verzog sich wieder. Nur diejenigen, die gerade nichts zu tun hatten, umschwirrten weiter das Schiff. Dadurch verringerte sich der Windschatten, was ganz gut war, denn innerhalb des Liedes hatte es mindestens drei Mal verdächtig laut geknackt. Da würde Basri in Ildrea noch einmal genau den Rumpf absuchen müssen. Die Kapitänin war wirklich froh, dass Phalu den Rumpf verstärkt hatte, wer wusste schon, was sonst passiert wäre. Auch war es wirklich schwer, das Schiff unter Kontrolle zu halten, schon die kleinste Bewegung am Steuerrad lies das Schiff große Bewegungen machen. Dianthe hielt das Steuerrad so fest, dass die Knöchel weiß hervor traten. Sie steuerte fast ausschließlich nach Gefühl, wenn man reagierte, wenn man etwas sah, war es schon fast zu spät. Mit Schrecken stellte sie fest, dass erst die Hälfte der Antriebzeit verstirchen war. Heute Abend würde sie richtig geschafft sein, dafür wären sie doch aber tatsächlich schon in Ildrea. Wahrscheinlich würden sie dort auch erst den Muff einsammeln, denn so wie sie Trition kannte, würde er die ganze Strecke durchfliegen. Das war ihr ganz recht, denn auf Anschieben hatte sie im Moment keine Lust mehr.
 

Screw

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Der Magister war gefangen von all den Eindrücken und vollauf damit beschäftigt, alles zu Papier zu bringen. Sein Gepäck befand sich, gut gesichert, im Maschinenraum und einer der Matrosen hatte ihm eines der befestigten Seile um die Hüfte gebunden, zusätzlich dazu hatte der Skriptor seine Beine um einen festen Pfosten geschlungen, da er ja beide Hände zum Schreiben benötigte. Alles musste festgehalten werden, die Aktionen der Crew, das Verhalten des Schiffes, die offene Insubordination Rubinyas als diese einfach ihren Posten verließ, die Reaktionen der Mannschaft auf diese und die daran angeschlossene flügellose Flugeinlage, die Geräusche der Wanten und Takelage als Antwort auf die extreme Beanspruchung.

Es faszinierte Fidelius, dass entgegen dem Bild der Fachliteratur, so viel Chaos herrschen und dabei doch so viel Ordnung erzeugen konnte. Vielleicht lag es aber auch schlicht daran, dass Piraten sich viele hirarchische Förmlichkeiten schlicht ersparten und dadurch Ordnung gegen Zeit eintauschten. Auch die Moral-Motivations-Methoden gestalteten sich hier an Bord anders als erwartet. Gerüchten zufolge, herrschte bei Piraten (außer während Kämpfen) absolute Demokratie, wenn die Mannschaft unzufrieden war, wurde der Kapitän abgesetzt und ein neuer gewählt - aber hier zeigte sich ein anderes Bild; Dianthe hatte ihre Mannschaft voll im Griff und kommandierte sie fast herum wie ein Kapitän der regulären Streitkräfte. Entweder war die Freiheit und Gleichheit der Himmelsräuber ein geschickt genutzter Mythos, oder Dianthe überzeugte trotz ihres autoritären Auftretens mit genug anderen Gründen, um die Mannschaft hinter sich zu halten. Diese Gedanken wurden zur späteren Nachforschung notiert.

Mittlerweile hatte der alte Mann auch ein anderes Phänomen beobachtet. An den Enden der Masten und Rahen bildeten sich dunkle ... Streifen war wohl der am besten passende Ausdruck. Was er nicht wusste, und vermutlich noch auch kein anderer dieser Welt, war die Tatsache, dass Luft bei hoher Geschwindigkeit ausreichend Reibungshitze erzeugen kann um Holz oder anderes brennbares Material zum Entzünden zu bringen. Fakt war nähmlich, dass durch das Aussteigen der kleineren Luftgeister nicht mehr das ganze Schiff angeschoben wurde. Die betreffenden Bereiche ragten über den Windbereich heraus und sahen sich somit dem vollen Luftwiderstand ausgesetzt. Weil Fidelius K. Prompt nun aber ein neugieriger Mensch war, beschloss er, den nächsten Experten zu Rate zu ziehen und im Zuge dessen gleich die von Flasche propagierte Meister-Geist-Bindung auszuprobieren. "Verehrter Drummelmuff," sprach er in seinen Gedanken, "wenn es keine Umstände macht, wärt ihr so freundlich, mir dazu eure geschätzte Meinung zu geben?" Zusätzlich fixierte er seine Gedanken auf den Vorgang, welchen er so fasziniert beobachtete.
 
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