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Geschichten sind Ausrüstung fürs Leben

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Evocator1000

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Hallo, Liebe Mit-Spielleiter !

Heute möchte ich mich einmal, mit einem ernsthafteren Thema befassen, wie Geschichten und so auch das Rollenspiel unser Leben beeinflussen.

Der Mensch strebt von Natur aus nach Erfahrungen, denn macht man Erfahrungen, so lernt man, und kommt daher in Zukunft besser zurecht, so die simple theoretische Grundlage.

Jedoch, nach welcher Art Erfahrung wir streben, kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.
Manch einer strebt sehr nach sozialer Erfahrung, manch einer mehr nach sinnlichen Bildern, manch einer mehr nach Gedanken und interessanten Ideen.

Manch einer strebt beständig nach neuem und wagt sich weit hinaus, andere ziehen es vor, sich im vertrauten Umfeld zu bewegen und dort ihre Erfahrungen zu sammeln, wieder andere ziehen sich lieber in sich zurück und sammeln ihre Erfahrungen für sich.

--

Jetzt ist es an uns, dem Spielleiter, diese unterschiedlichen Menschen zusammenzubringen und ihnen dabei zu helfen neue Erfahrungen zu machen, die ihnen etwas bedeuten können.
Eine schwierige Aufgabe? Kann es sein, je nachdem, mit welchen Leuten man für das Rollenspiel zusammenkommt oder zusammenkommen will.

Allerdings haben wir als Spielleiter und Rollen-Spieler die Macht der Phantasie zu unserer Verfügung.
Mit Hilfe der Vorstellung können während des Rollenspiels die unterschiedlichsten Menschen zusammenfinden.

Der sozial-fokussierte Mensch kann sich am miteinander am Tisch und der sozialen Interaktion im Spiel begeistern,
der sinnlichere Mensch, kann sich die fantastischsten Bilder ausmalen und in die Köpfe seiner Mitspieler projizieren, während er beschreibt, was im Spiel geschieht,
der Ideen und Gedanken begeisterte Mensch, kann sich daran erfreuen, wie die imaginäre magische oder futuristische Welt funktioniert und was das ganze für Implikationen hat.

Sofern jeder am Tisch weiß, was er vom Spiel zu erwarten hat, und auf die Interessen der Mitspieler und des Spielleiters eingegangen wird, steht einer gemeinsamen Erfahrung nichts mehr im Wege.

((
Vielleicht mache ich nochmal einen Blog dazu, aber hier kurz einmal wie meiner Erfahrung nach jeder auf seine Kosten kommt:

Schritt 1 -
Überlege was dich wirklich interessiert:
Gemeinsames Beisammensein? Lebhafte fantastische Bilder? Interessante Welten, Konzepte und Charaktere erkunden?

Schritt 2 -
Sprich es an und/oder überlege dir, was du machen kannst um es zu fördern OHNE andere zu bedrängen:
Sorge für Snacks und positive Atmosphäre; Beschreibe was dein Charakter macht lebhaft und frage bei anderen nach, ob sie bei besonderen Aktionen das selbe tun können; Frage den SL, wie etwas in der Welt funktioniert oder entwickle Theorien, die der SL einsetzen kann, wenn sie ihm gefallen und er selbst keine hat, um die Geschichte interessanter zu machen

Schritt 3 -
Respektiere deine Mitspieler, und setze Grenzen:
Wenn du merkst, dass dein Verhalten deine Mitspieler stört, bespreche es mit ihnen, versucht eine Lösung zu finden. Wenn du weißt, dass du unsensibel bist, oder andere zu rückhaltend, FRAG NACH !
Wenn das Verhalten eines Mitspielers dich wirklich stört, sprich es an (vielen ist es unbewusst, Leute haben unterschiedliche Wahrnehmung, wahrhaft böse Absichten hat hoffentlich keiner!) und überlegt euch zusammen, wie man das Problem lösen kann, ohne das jemand den Spaß verliert.

Schritt 4 -
Realisiere wenn etwas tatsächlich inkompatibel ist:
Manchmal unterscheiden sich Standpunkte wirklich sehr. In diesem Fall hat der Spielleiter das letzte Wort.
Nicht jede Art von Spiel hat Platz in der selben Rollenspiel-Runde. Der der "aus der Reihe tanzt", muss letzten Endes Abstriche machen, oder sich eine neue Gruppe suchen; SOLLTE ES KEINE GUTE ALTERNATIVE GEBEN;
-> Siehe Schritt 1-3; Häufig kann man mit etwas Phantasie das bekommen was man sucht, ohne seine Mitspieler frustrieren zu müssen
))

Unabhängig davon, ob man nun über den Spieltisch hinweg in der sozialen Runde teilnimmt.
Mehr oder weniger nur als interessierter Beobachter agiert, oder aber komplett eintaucht in seine Rolle als Charakter, jeder wird nun Teil der selben Geschichte.

--

Da Geschichten diese außerordentliche Fähigkeit haben, den Erfahrungsschatz und somit die Ausrüstung fürs Leben zu erweitern, so haben wir als Spielleiter also die Macht und die Verantwortung, die damit einher geht:

Wollen wir den Spaß am Spiel in den Vordergrund stellen und das Rollenspiel hauptsächlich als Zeitvertreib sehen und als Ausrede Zeit miteinander zu verbringen?

Oder wollen wir bestimmte Botschaften, Vorstellungen von Moral, Blickwinkel, Lehren oder Einsichten innerhalb unserer Welten, Abenteuer und Charaktere einbringen und diese mit unseren Spielern erkunden?

Ich bin mir sicher, viele von uns machen diese Dinge schon sehr stark unterbewusst, da ja Welten, Abenteuer und Charaktere und deren Umsetzung aus unserer Phantasie und unseren Vorstellungen entspringen.

Jedoch ist es auch möglich als Author oder eben als Spieler oder Spielleiter so etwas gezielt zu erkunden.
Zitat von John Truby, "The Anatomy of Story"; "Step 1: Write something that may change your life."

Über dieses Thema soll es in diesem Blog gehen.
 
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