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Geschichten der Vergangenheit - Zusammenfassung

Theodin

Held
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Geschichten der Vergangenheit
Basierend auf einem P&P zu Activision Blizzards „Warcraft“


Marin Weißlicht, Paladin von Dunkelhain

Prolog – Schatten über Elwynn

Die Bar wurde an diesem Abend früh geschlossen, nachdem erregte Schreie der Gäste einen Kampf beglitten hatten. In mitten des Blutes stand ein Mann neben der zerstörten Einrichtung und auf dem verbranntem Boden der Taverne. Der Mann in der rot-gelb verzierten Stahlrüstung streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht während er an dem Geländer vor dem Barraum lehnt und erschöpft in dem leicht beschädigten Plattenpanzer stark ein und aus atmet. Dann schiebt er die Brille die Nase empor und fässt das Schwert.
„Das Kopfgeld dieses Hexers dürfte einen Teil des Schadens decken.“ Erhebt sich der nun sichtlich entspannte Krieger und reibt sein Schwert über ein Leinentuch um es vom gröbsten Blut zu befreien und lässt es in die Scheide gleiten. „Den Rest versuche Ich zu tilgen.“
Das laute Klirren eines halb gefüllten Geldbeutels erschallt im leeren Gewölbe der zerstörten Taverne und wird vom eifrigen Nachzählen des außergewöhnlich schmalen Wirtes in der typischen Barkluft unterbrochen.
„Hm, 3 Goldstücke und 17 Silberlinge. Das reicht für die nötigsten Inneneinrichtung.“ Der Krieger indes verweist auf die Leiche. „Wie gesagt, sein Kopf zahlt den Rest.“
Der Gestandene Krieger wendet sich nun erneut vom Wirt ab und geht hinauf in ein Zimmer um einiges seiner Habe zu holen.
„Ich verlasse Euch noch heute. Ich muss nach Dunkelhain aufbrechen, meine Familie und Freunde sind in Gefahr.“
Der Barmann, der über seine verdeckte Operation Bescheid wusste, nickt dem Manne zu. „Ich habe davon gehört, dass Neu-Großweiler einen neuen Namen trägt. Die Lage muss ernst sein, wenn ihr so hastet. Nun, eventuelle Rechnungen werde Ich Euch nachschicken. Sterbt mir dort nicht, Sir Weißlicht.“
Ein letztes Mal wendet Sir Weißlicht sich dem Mann zu und schiebt die Brille zwischen seinen gelb-blauen Augen und dem dunklen Haar zur Stirn empor. „Nennt mich Marin.“

Zwei Wochen war es her, dass er von Süderstade nach Sturmwind und weiter nach Dunkelhain aufgebrochen war. Mittlerweile ruhte er in einem kleinen Haus auf der Straße zum Wegkreuz von Seenhain, Goldhain und Dunkelhain, bei einer Familie die ihm selbstlos ein Bett anbot. Als Dank bemühte sich Marin der kleinen Tochter zu helfen, die seit einiger Zeit ein Leiden im Bein hatte. Die edle Zeit der Paladine kannte man hier im Süden noch nicht lange. In Lordaeron wäre es eine Selbstverständlichkeit gewesen der Familie zu helfen ohne auch nur ein Wort über eine Unterkunft zu verlieren, doch Marin konnte es nicht ablehnen. Um ehrlich zu sein blieb er sogar einen Tag länger, um noch ein wenig mit den Kindern zu spielen und ihnen ein wenig über den Orden und seine Abenteuer zu erzählen. Die meiste Zeit saßen sie bei den Birnenbäumen im Garten, die Kinder auf den Bäumen und er unten darunter.
„Das heilige Licht ist Bestandteil allen Lebens. In dem Moment wo ihr jemanden helft und sei er auch noch so abstoßend oder ein Rüpel, dann werdet nicht nur ihr Euer Glück in dieser Tat finden, nein auch sein Herz kann von solchem Edelmut nicht unberührt bleiben. Für manche mag es falsch erscheinen einem Menschen Güte zu geben, aber jede Seele kann bekehrt werden. Leider auch zur Gegenseite. Daher ist es wichtig das ihr nie...“
Weiter kommt Marin nicht, denn der Gruß einer Birne auf seinen Kopf wirft die Brille hinab und er muss sie erneut auflesen und die Nase empor schieben.
„Ihr sollt andere doch nicht ärgern Mira!“ Die Kinder oben lachen indes. „Verzeih Onkel Marin, aber eigentlich wollt Ich die Birne Euch geben. Ich dachte so geht’s am schnellsten.“ Marin schaut lächelnd empor, hebt die Birne auf und beißt rein während er Mira in das Gesicht sieht. Nach dem Schluck des ersten Bissen fährt er fort.
„Es sind nicht unsere Absichten die am Ende zählen Mira, nur unsere Taten. Und nun kommt herunter, Ich glaube Ich habe eine weitere Geschichte für Euch.“
„Au ja, nicht immer nur diese Lehren.“ Auf Tobias Antwort muss Marin kurz lachen. Ihn interessierten die Geschichten der alten auch immer mehr als ihre Weisheiten. Aber irgendwann hatte er die Wahrheit in ihnen erkannt.
Fröhlich klettern alle drei jungen Kinder herab, Mira, Tobias und Georg. Unten angekommen beginnt Marin zu erzählen.
„Sagt Kinder, habt ihr schon einmal die Geschichte von Prinz Arthas gehört, dem ehemals rechtmäßigem Erben von Lordaeron?“
„Du meinst den Ort wo nun die wandelnden Toten leben?“ Fragt Tobias und Marin nickt.
„Genau. Lasst mich Euch von der Zeit erzählen, als dieser Ort noch grün und stark war. Aus einer Zeit voller Ideale und Heldenmut und von einem Mann, der mit den richtigen Absichten, das falsche Tat. Lasst mich Euch von Prinz Arthas Menethil erzählen.“

Bereits am nächsten Tag schreitet Marin voran über das Wegkreuz in Richtung Dunkelhain. Er hatte Mira zwar das Leiden nicht abnehmen können, denn es war kein Verletzung bedingtes leiden, aber er versicherte ihr, dass es vieles gebe was sie für das Volk selbst ohne zwei gesunde Beine tun könnte.
Als er die Grenze des dunklen Waldes schließlich erreicht ist vieles anders. Selbst am nördlichsten Rand huschen Schatten durch die Uferböschung und morgendliches Jaulen kündigt von unvergesslichen Taten der Worgen in der Nacht. Dies ist nicht mehr die Heimat, die er einst verließ, doch was von ihr übrig ist würde er beschützen. So schreitet Marin voran, nur mit seinem treuen Eisenlangschwert, einer stählernen Rüstung und seinem Herzen gegen die Dunkelheit, die seine Geschichte zu verschlingen bedroht. Er ist Marin Weißlicht, Paladin von Dunkelhain.


Kapitel 1 – Der Fall von Neu-Großweiler


Marin lehnte an der Außenwand des Rathauses, als der Magister mit seiner Rede begann und tut dies immer noch als Kommandantin Althea Schwarzhaupt ihre beendet. Der Himmel über Dunkelhain ist bereits in leichtem Schwarz versunken, als sie zuerst aus dem Gebäude schreitet.
„Und Du bist Dir sicher, dass diese... Söldner Neu-Großweiler eher helfen als schaden? Sie sind nur hier wegen dem Geld. Einige würden für dieses sicher ihre Mutter verkaufen.“
„Uns bleibt keine Wahl Marin. Sei ehrlich, Du hast in der letzten Woche gesehen wie es hier zugeht und alleine schaffen wir es nicht mehr. Die Nachtwache wird fast täglich kleiner und unser Ort blutet langsam aus. Wir sind das letzte Bollwerk in diesem erkranktem Wald!“
Marin lehnt den Kopf zurück an die Wand des Rathauses und blickt in den grimmig aufsteigenden Mond über Dunkelhain.
„Ich traue solchen Leuten nicht, aber werde sie nicht vor verurteilen. Sollen sie sich beweisen, Althea.“
Althea nickt und lächelt ihm zu, dann kommen die ersten Abenteurer um ihre Aufträge in Empfang zu nehmen. Marin in des wendet sich ab und geht in den Wald hinein. Althea sieht ihm nur noch kurz nach.
„Hab Dank, Marin.“

Der Weg heute Nacht führt Marin tief in die Seitenpfade unter Dunkelhain. Sein Ziel geht vorbei an den verlassenen Südhöfen zum Haus der blinden Mary. Auch wenn sie es bisher nicht wahr haben will, so ist sie schon bei den ersten Überfällen verstorben. Mary ist nur noch ein Geist, der in ihrem alten Haus wandelt. Viele haben schon versucht sie zur Ruhe zu betten, doch da sie keine Gewalt oder Einfluss der Untoten zeigt, hat man es auch selbst ohne Gewalt versucht. Bisher hat niemand das gefunden, was Mary noch an diese Welt bindet. Und auch Marin ist an diesem Abend nicht viel mehr Glück beschienen. Der blinde Geist Mary riss sich in Depression über ihr unnatürliches Aussehen selbst die magischen Augen aus.
Unendliche Diskussionen über ihr Leben, das Benehmen der Untoten vor ihrer Tür und andere Sachen die Marin wegen seiner natürlichen Feindschaft zu den Toten nicht nachvollziehen kann, führen zu nichts. Erst ein leicht ferner Schrei reißt ihn aus dem Gespräch und zwingt ihn sich auf den Weg zu machen um Hilfe zu leisten.
„Verzeih Mary, man braucht mich. Ich verspreche wir setzen das Gespräch bald fort.“ „Lass Dir Zeit Junge“, raunt die Geisterstimme wie ein Kratzen durch den Wald. „Ich werde hier warten... immer hier warten... Kein Zweifel!“ Dann bricht Marin auf.


Kapitel 1.1 – Die nicht ganz so „Stillen Gärten“



Marin strauchelt den Hügel hinauf der ein paar Meter südlich von Marys alter Hütte ist. Es ist ein Hügel der zum Friedhof „Stille Gärten“ führt. Auch wenn ein Nebenweg flacher ist, so hatte Marin in der Woche schon Bekanntschaft mit den Eigentümern des Weges, den schwarzen Witwen, gemacht und hat keine Zeit sie dort zu vergeuden.
Als Marin sich endlich dem Ende der Anhöhe nähert, hört er auch bereits das Krachen von Knochen und Schaben von Metall. Kurz darauf sieht er den Mann, der sich verzweifelt gegen zwei Skelettkrieger wirft. Ohne lange nachzudenken greift er besonnen zum Buchband und versucht eine Heilung zu erwirken, ehe er abgelenkt in den Kampf stürzt. Gerade in dem Moment, wo der Mann in schierer Verzweiflung das eine Skelett mit einem mehr als stumpfen Schwert mehr zerschlägt als zerteilt und den beiden ausgeliefert zusammensackt, entlädt Marin einer seiner stärksten Lichtzauber den er je gewirkt hatte. Das heilige Licht brennt um den Mann und verschließt die kleineren seiner Wunden, während es die im Licht als modernde Knochenreste klar zu erkennenden Skelette in seltener Frucht abschreckt. Erst jetzt steckt Marin den Buchband wieder an den Gürtel und zieht mit linker Hand Schwert und mit der rechten Hand den kleinen Großschild vom Rücken.

„Ihr habt geschrien?“ Marin wirbelt kurz um das Gelenk vorzubereiten das Schwert durch die Hand und hebt den Schild empor, als er sich dem Skelett nähert, das noch relativ gut erhalten ist und sich nach seiner bedrohenden Präsenz waghalsig ihm entgegen wirft.
Der andere Mann scheint Marin nur kurz zu registrieren, denn das andere Skelett drescht weiter auf ihn ein und ehe er das eigene Schild zum Block hochziehen kann, durchschneidet es den Plattenpanzer und hinterlässt erneut eine Wunde, aus der einiges Blut quillt. Marin selbst muss dem anderen Skelett ausweichen und vergibt die Chance den Konter richtig anzusetzen. Das Skelett entkommt dem Schlag als es sich selbst wieder zu Marin dreht.
Unterdessen ist das Brechen einer Schwertspitze und ein dumpfer Fall auf den Boden das einzige Zeichen dafür, dass einer der beiden anderen den Kampf verloren hat. Marins Schild steigt empor und wirkt wie ein Wall gegen den dennoch einschüchternd verkrusteten Bihänder des Skelettes, der zwar nicht die vitalen Gebiete erreicht, aber am Schild vorbei frontal auf die Schulterplatten stößt. Marin selbst stößt nur kurz mit der linken Schulter zurück.
„Ist das alles was ihr im Tod noch könnt?“ Der Hohn von Marin ist genauso wirkungslos wie sein folgender Konter, dem das ungelenke Skelett mit wenigen Problemen entkommt. Die Rüstung schützt Marin sehr gut, behindert ihn aber auch.
Wie zur Erleichterung stürzt der andere Krieger in das Geschehen, offensichtlich der Gewinner des anderen Duells, und reißt wenige Knochenteile mit dem bereits stumpfen Schwert aus den offenen Kettenringen der ehemaligen Brustrüstung. Da er nun die stärkere Bedrohung ist, wendet sich auch das Skelett eher ihm zu, als dem Paladin. Doch der Schlag mit der Schwertfaust erreicht ihn nicht und von hinten ergreift Marin die Chance. Jedoch weicht das Skelett aus der Schlagbahn, als der andere Krieger sich von ihm abstößt. Dann läuft er frontal mit dem Schild als einzigen Schutz in den Knochenhaufen und schafft es ihn nieder zuwerfen.
Marin zögert nicht lange und hiebt nach den Halswirbeln, die kaum durch Schulterplatten bedeckt sind. Jedoch ist sein Schwert ebenso ineffektiv wie das des anderen und fügt nur kleine Furchen hinzu während es kleinere Stücke heraus bricht. Dennoch hilft der andere Krieger indem er sich auf den Schwertarm des liegenden Skelettes stellt. Auch die verzweifelten Versuche des Skelettes nach der Kniekehle zu schlagen bleiben ohne Erfolg und enden sogar im Ausrenken seiner einzigen Rettung. Mit nur einem Arm bleibt dem Skelett nur noch ein Kraftduell um aufzustehen, doch die Entschlossenheit seines Peinigers ist zu groß, dessen blutige Wunde sich in kleinen Teil auf das Skelett ergießt, wie im Hohn ausgeworfener Speichel beim Weg zum Scharfrichter.
„Halte es fest... nur noch einen Moment.“ Spricht Marin und wird erhört. Kein Zentimeter kommt das Skelett frei. „Das Licht möge Dich erlösen!“ Und kurz darauf bricht der Schädel unter Marins Hieb weg. Kaum merklich danach erlischt auch der letzte Widerstand des Körpers. Der Kampf ist vorbei.


Kapitel 1.1.1. – Der Söldner Alrik

„Kommt ihr damit klar?“ Marin wendet sich nach dem Kampf dem verwundeten Manne zu und schaut auf die stark deformierte Brust mit klaffender Blutung.
Der Mann selbst schaut mit einem entspannten Seufzer auf das Skelett herunter und steckt die deutlich schartige Klinge weg.
"Ich.." Schaut er gen der Wunde, die er erst jetzt wirklich zu realisieren scheint. "Ich habe kein Verbandszeug dabei. Wenn ihr mir damit noch einmal helfen könntet, wie vorhin." Es scheint ihn wie einen Geistesblitz zu treffen. "Vorhin! Oh, ich weiß nicht wie ich euch das jemals danken soll, Ich wähnte mich schon am Ende meines Lebens."
Marin verscharrt ebenfalls wieder Schwert und Schild und winkt kurz ab, es war selbstverständlich. „Nun denn...“ Spricht Marin und hebt den gestreckten Zeige- und Mittelfinger aus der Faust vor die Stirn in Konzentration. Doch am Ende kommt kaum ein Licht in das Dunkel des Waldes.
„Ich fürchte Ich muss mich erst wieder sammeln. Meine Besonnenheit im Kampf hat auch seine Grenzen.“ Dabei schiebt er seine Brille mit dem gleichen Finger, der vergeblich zur Konzentration vor der Stirn weilte, empor.
Der Mann lacht und hält sich die schmerzende Brust. "Ich zumindest habe genug vom Kämpfen für heute. Ihr könnt die Köpfe haben, die Belohnung soll Euer sein. Und merkt euch eines, Alrik Dunkelbann begleicht seine Schulden. Wenn ihr jemals etwas braucht, kommt zu mir. Aber vorher, seid so nett und helft mir doch noch auf dem Weg zurück nach Dunkelhain, ja?" Mit einem freundlichen Grinsen schaut Alrik zu Marin, bevor er seine Ausrüstung, einen zuvor verlorenen Parierdolch suchen geht.
Relativ schnell findet er seinen Parierdolch ein Stück neben den Resten des zuerst erschlagenen Skelettes. Unterdessen hebt Marin den einen Schädel auf und trennt den zweiten vom zerbrochenen Skelett ab.
"Ich wüsste auch nicht was ihr sonst mit diesen Köpfen tuen wollt. Ich werde diesen Seelen in heiliger Erde bei Dunkelhain neue Ruhe geben." Marin wendet sich zu Alrik. "Aber sagt, ihr habt nach jemanden gerufen. Ist Euer Freund gefallen?"
Alrik steckt den Parierdolch zurück in die passende Scheide, und schultert seinen Schild.
"Friedrich? Nein, er ist nicht gefallen. Zumindest glaube Ich das nicht. Er ist wohl geflohen als ich gerufen habe. Hat wohl geahnt, dass das einige Untote anlocken würde." Gleichzeitig reißt der junge Krieger aus seinem Unterhemd der Rüstung ein größeres Stück Stoff heraus und bindet es kurz darauf um die Wunde. Mit ein wenig Glück und Feindgefühl schafft er es den Blutstrom künstlich zu stoppen. Marin indes denkt an den anderen Söldner.
„Ich finde wir sollten nach Eurem Freund sehen. Wo war er zuletzt?“ Diese Frage quittiert Alrik mit einem erneuten Seufzer, steht wieder auf und schaut sich um, um sich zu orientieren. "Wir waren nur auf dieser Strasse unterwegs. Zumindest war er das. Das letzte Mal sah ich ihn ein wenig die Strasse dort entlang runter." Mit dem Kopf nickt Alrik kurz in die Richtung aus der er nach seiner Erinnerung mitsamt den Skeletten hinter sich geflohen ist.
„Gut Herr Dunkelbann, dann folgt mir. Ich gehe voran.“ Und dann gehen beide zur Hügelstraße zum Friedhof „Stille Gärten“.
Relativ schnell kommen die beiden unbehelligt an ihr Ziel. Unterwegs, kurz vor der Straße, gleitet noch ein altes Silberstück in das Auge von Marin. "Hm... das Licht will wohl, dass ich dem Waisenhaus spende." Dann hebt er es auf.
"Hier sind wir. Der Hügelweg nach oben führt zu den vorderen Gräbern." Erneut bückt sich Marin auf den Boden, diesmal um einige Spuren auf zulesen.
"Vielleicht ist er wirklich nach Dunkelhain geflohen. Ich sehe zumindest keine Kampfspuren, aber... diese Spuren führen zum Friedhof. Er wird doch nicht alleine gegangen sein! Wir müssen hinterher!" "Ich weiß Ihr meint es gut mit Friedrich und Ich werde euch auch folgen soweit ich kann, aber weder meine Waffe noch Ich werden einen weiteren Kampf überstehen. Bedenkt das bitte, bevor wir fortfahren." Der ernste Blick vom wartenden Söldner auf die Entscheidung des Paladins hängt schwer über die Situation. Marin kann das Ungemach nicht übersehen, aber lächelt wie im Trotz in Alriks Gesicht.
"Wenn Ich das vorweg nehme, könnte es bei einem weiteren Kampf schwer werden, aber gut."
Marin geht einen Schritt auf Alrik zu und katapultiert seinen Arm in Richtung seiner Brust, um kaum nach dem Start zu stoppen. Die Lichtkugel gleißt hell und schafft es die vorher blutende Wunde nun ganz zu schließen. Wieder lächelt der Paladin.
"Was Eure Waffe angeht, die Skelette hatten doch diese Bihänder. Sie sahen noch recht brauchbar aus. Ihr hättet einen mitnehmen können. Aber gut, Ich werde nachsehen, versucht ihr nach Dunkelhain zu gelangen. Den Weg hier wieder hinunter und dann nach links die Straße hoch. Beeilt Euch, denn abends kommen die Worgen!"
Mit einem Schmunzeln nickt Alrik zurück. "Ich werde Eure Rückkehr erwarten. Sucht mich auf, wenn Ihr zurück seid. Ich werde wohl im Gasthaus sein." Dabei nimmt Marin die beiden Schädel vom Gürtel und gibt sie Alrik. "Nehmt sie mit. Dann behindern sie mich nicht. Lauft einfach. Bei guter Geschwindigkeit sind die 10 Kilometer kein Problem. Gebt sie Althea, Ich meine Lady Schwarzhaupt.“ Und so macht sich der Söldner Alrik allein auf den Rückweg nach Dunkelhain während Marin kühn in das tote Nest der ehemaligen Totenruhe marschiert.


Kapitel 1.1.2 – Die Moral der Söldner

Der leicht schlammige Weg vom einsetzenden Abendtau wird unter Marins Füßen in seiner Rüstung zerquetscht und macht mit den Geräuschen keinen Hehl um seine Anwesenheit. Dennoch sind keinerlei Skelette in der Umgebung. Erst in der Nähe der vorderen Gräber kommt ihm eines in den Blick. Dieses jedoch ist kraftvoll zerteilt und ihm fehlt der Kopf. Wieso fehlte er und weshalb meinte Herr Dunkelbann vorhin das gleiche? Vermutlich ist es eine Kopfprämie von Althea, denkt sich Marin und setzt den Weg fort.
Bald darauf erkennt er in der Ferne ein Schatten, der sich auf dem Friedhof beugt. Er ist sich nicht sicher was er davon halten sollte. Vielleicht ein Untoter oder Friedrich entfernt gerade einem weiteren Skelett den Kopf. Erst als er näher heran geht, erkennt er die Situation wirklich. Wahrlich schien die Person lebendig und für Marin ist kein Zweifel, dass es sich um Friedrich handelt, jedoch war kein Skelett vor ihm. Der Mann gräbt in der Graberde. Er ist ein Grabschänder.
Doch wie bereits zuvor möglich, verrät auch diesmal der leichte Schlamm Marins Ankunft, der unverholen zu Nahe heran getreten ist.
„Alrik bist Du das? Komm hilf mir! Das sind gut 13 unbelassene Gräber. Über ein Goldstück für uns zum teilen!“
Marin denkt erneut nach. Diesmal über die beiden Schädel die er Alrik gab. Hoffentlich war es kein Fehler sie dem jungen Söldner zu überreichen. Er müsste später mit ihm im Gasthaus sprechen. Jedoch musste er erst diese Untat beenden. Das kurze Schweigen ruft auch Friedrich auf den Plan, der sich wohl umdreht um sicher zu gehen, dass es doch kein Untoter ist. Marin entgegnet.
„Ich bin nicht Alrik.“
Friedrich der den Kopf nun ganz umgewendet hat, mustert die wohl geformte Rüstung an Marins Leib. „Bei meinem Glück bist Du wohl auch kein reicher Söldner oder?“ Marin greift bereits zur Scheide bei diesem Satz und Friedrich steht auf. „Ich bin Paladin!“ Dann ziehen sie blank.

Marin tritt fest in den Schlamm unter ihm und versucht einen festen Halt zu erhalten. Schneller als Friedrich gelingt es und Marins Ansturm auf Friedrich ist nur noch Augenblicke entfernt. Jedoch schwingt zuerst Marin am Gegenüber vorbei, wie auch der an dem Paladin. Der Boden war für den Kampf deutlich ungeeignet. Ohne weitere Bewegungen reißt Marin seinen Oberkörper herum und zieht im Tiefhaken über Friedrichs Beine, die der Wucht nicht standhalten. Kurz darauf liegt er mit dem Rücken im Dreck.
Von oben kommt sogleich Marins Klinge erneut, diesmal zum Kopf. Beim ersten Mal rollt Friedrich noch vorbei, der zweite Hieb trifft. Beide, Friedrichs Schulterplatten, die ihm gerade das unmoralische Leben gerettet haben, und Marins Schwert, wurden dabei in arge Mitleidenschaft gezogen.
Friedrich gelingt ein waghalsiger Sprung auf seine Beine unter Marins Schwert hinweg, der erneut nach dessen Beinen schlägt. Dieses Mal springt Friedrich jedoch über die Klinge, doch kann kurz darauf keinen festen Stand für einen gezielten Hieb finden. Der darauf folgende Nahkampf der beiden nach Friedrichs frontalen Ansturm mit dem Bihänder wird kurz mit der Faust geführt, doch auch die Entwaffnung durch Marin schlägt fehl. Die beiden stoßen sich ab.
Beide Kontrahenten stehen sich nun gegenüber und atmen schwer. Marin ist die Belastung des Kampfes teilweise anzusehen, Friedrich scheint nicht einmal wirklich zu schwitzen. Nun übernimmt Friedrich die Initiative und versucht mit einem Hieb Marins Beine weg zu schlagen. Dieser zieht sich nach außen zurück und rennt der Schlagkurve mit dem Schild nach. Friedrich kann nichts mehr tuen, als ihn der Schild von hinten niederreißt. Marins seltener Übermut im Angesicht der Erschöpfung wird nicht belohnt. Sein Sturz mit vollem Gewicht auf Friedrich weicht er mit einer Seitenrolle erneut aus und während Marin das Schwert aus dem alles einsaugenden Schlammboden zerren muss, kann sein Gegner ohne Folgen aufstehen.
„Ich hatte heute noch etwas vor Paladin, sagen wir unentschieden?“ Friedrichs Pose war ein Hohn für Marin. Der einzige, der in diesem Kampf eingesteckt hatte war Friedrich und doch stand er schier unerschöpflich höhnend vor ihm.
„Es wäre gegen meine Prinzipien Dich gehen zu lassen...“ Marin Atem beruhigt sich kurz wieder ein wenig. Jede Sekunde nutzt er besonnen um Kraft zu regenerieren.
„Ouhh...“ Spottet Friedrich zurück. „Zu schade, aber so habe Ich einen Schädel mehr zum abgeben.“ Dabei hebt Friedrich das Schwert, dann fügt er in grausam erheitertem Unterton hinzu. „Nach kleiner Behandlung.“
Erneut stürmen sie. Marins mittleres Langschwert gegen Friedrichs Stahlgigant eines Bihänders. Die pure Länge allein ist beim Erstschlag Friedrichs Vorteil und erreicht Marin zuerst. Die wenigen Haare, die beim Wegtauchen von seinem Kopf gleiten, kann Marin verschmerzen, denn sein Langschwert zieht er frontal durch Friedrichs Brustpanzer, ehe er mit einem Knie seiner guten Rüstung im Schlamm kniend zum Stehen kommt. Friedrichs Stoß an Marin nach hinten bringt ihn nicht aus dem Tritt und er steht selbstsicher auf. Friedrich selbst hält kurz das Blut des Schnittes in der Hand, der aber keine größere Blutung zeigt. Dennoch kann er den Blick des gefassten Paladins nicht mehr ertragen, der erneut sein Schwert hebt, um einen Angriff anzudeuten.
„Ich habe genug...“ Damit erhebt er sich und schaut Marin kurz in die Augen. Schnell verstaut er das Schwert und ehe Marin wirklich reagieren kann, läuft Friedrich in die Tiefen des Friedhofs. Wieder einmal hilft ihm diese unermüdliche Konstitution. Weder Tempo noch Entfernung kann oder will Marin aufbringen und Friedrich entschwindet in die dunklen Schatten des untoten Friedhofs. Marin kehrt um.


Kapitel 1.1.3 Ein langer weg nach Haus

Der Sack mit den Schädel der geschändeten Gräber ist bereits mit Schlamm voll gesogen und trieft, als Marin ihn anhebt. Langsam setzt er sich mit den geretteten Andenken seiner Ahnen in Gang, zurück hinab auf dem Pfad zur Straße. Der mittlerweile späte Abend fordert jedoch seinen Tribut und so muss Marin ab und an rasten. Dabei fallen ihm die vielen Pilze auf die hier wachsen, jedoch traut er sich nicht welche mitzunehmen. Pilze in einem verdorbenen Wald sind nicht immer gesund und ihm mangelt jedes Wissen darüber.
Schließlich kommt in das halbdunkel etwas, das wie blanker Stein aussieht. Die Straße ist in Sicht und Marin wendet sich nach rechts in der Hoffnung noch vor Mitternacht Dunkelhain zu erreichen. Der Dämmerwald ist kein Ort um zu rasten, zumindest nicht ohne Deckung. Für eine Suche ist es bereits zu dunkel und Marin auch nicht in der Stimmung.
Als er der Straße vorsichtig weiter folgt findet er plötzlich die verkohlten Reste zweier Worgen und einen mit einer tiefen Schnittwunde. Er sieht jedoch auch eine kleine Blutlache. Das konnte nicht lange her sein. Er dachte kurz an Herrn Dunkelbann und nun fielen ihm die Schädel wieder ein. Er hatte ihm die zwei mitgegeben ehe er Friedrich traf. Hoffentlich würde es sich nicht als Fehler herausstellen. Dann wieder sind sie zumindest nicht geschändet, sondern ehrlich im Kampf erworben. Er würde ihn einfach nach ihrer Verbindung fragen müssen.
Spürbar greift die Müdigkeit nach Marin, der kalte Wind der Nacht pfeift durch die einsamen Wälder und... nein es war kein Pfeifen des Windes. Kaum das Marin realisiert hat, was dort jault beschließt er seine ganze Hoffnung auf einen Sturmlauf nach Dunkelhain zu legen. Ein Worgen allein im Nahkampf zu bekämpfen ist nahezu Selbstmord.
Marins Lunge beginnt zu brennen, als er in voller Plattenmontur und mit den Schädel als träge schwingenden Ballast vorstürmt. Der anscheinend überraschte Worgen, der eine langsame Beute erwartet, beschleunigt später und bricht aus den Büschen. Marin bekommt wegen der Entfernung davon jedoch nichts mit und kann durch die Überraschung den Vorsprung geringfügig ausbauen, strauchelt kurz danach jedoch kurz. Das Jaulen ertönt erneut und ist nun deutlich näher. Marin rappelt sich auf, kann jedoch nicht an sein ursprüngliches Tempo anknüpfen. Der Schweiß gemischt aus Angst und Anstrengung beginnt über seine Stirn zu laufen und die ohnehin kaum sichtbare Straße als Brillenbeschlag zu blockieren. Am Ende seiner Kräfte kommt endlich Dunkelhain in Sicht und der Worgen wäre beim Umdrehen am Tage sicher schon in Sichtweite. Marin handelt jedoch besonnen und opfert seinen schwachen aber zielsicheren Lauf keiner vagen Probe nach hinten. Wenn er ihn einholt wäre es eh egal. Dann erreicht er Dunkelhain und stürmt durch die Torwachen, dann wendet er sich schnell und zieht die Waffe. Der Schatten der grob zu erkennen ist stürmt jedoch wieder in das Gebüsch vor dem Ort. Marin ist entkommen.
Marin pustet und steckt die Waffe weg, dann wendet er sich zu den Wachen und grüßt als er sich nieder lässt.
„Willkommen zurück Sir Weißlicht. Ich hörte ihr saht aus als wäre der Tod hinter Euch her.“ Die Frau die ihn am Tor begrüßen kommt erkennt er sofort. „Nun... Althea. Worgen sind auch für mich... nach drei Kämpfen und mit dieser... Last hier, zu viel.“ Marin offenbart den Sack am Boden aus dem man gut zehn Schädel ausmachen kann.
„Sir Weißlicht ihr wart aber fleißig. Dann sind die Untoten am Friedhof bald zerschlagen? Ich habe noch zwei andere ausgesandt, einer ging erfolglos schlafen sagte man mir. Sein Partner ist nicht zurück.“ Marin lacht leicht keuchend.
„Sein Partner... war der Grabschänder dem Ich sie abnahm. Dieser... Friedrich erhält Stadtverbot verstanden?“ „Er lebt?“ Althea ist ein bisschen ungläubig, dass Marin ein solch niedere Gestalt hat gehen lassen, jedoch ist sie fast im gleichen Moment von dem überzeugt, was Marin ihr sagt. „Er ist geflohen.“ Althea nickt und Marin erhebt sich. Sein Weg führt zur Schmiede. „Ich muss mein Schwert zu morgen überarbeiten lassen. Tue mir den Gefallen und bringe die Schädel zum neuen Friedhof.“ Althea bleibt still zurück und nimmt den Sack mit einem zufiredenen Lächeln im Gesicht.
In der Schmiede arbeitet der starke und nur leicht breite ältere Herr immer noch wie in alten Tagen. Tapfer schlägt er ein ums andere Mal auf das Eisen und versucht das beste daraus zu machen. Jedoch kommt in letzter Zeit immer mehr Kupfer unter seinen Hammer, da die Eisenwaffen aus den kleineren Minen in Südelwynn mit dem Abzug der Armee schnell aufgegeben wurden.
„Ah Sir Weißlicht, was habt Ihr mir heute mitgebracht?“ Marin lächelt und schiebt die Brille hoch.
„Ich hatte einige Kilo Totenköpfe dabei und daher keine Zeit Alteisen zu besorgen. Aber Ich denke nächstes Mal daran. Könntet Ihr mein Schild und Schwert zu morgen ausbessern?“ Marin legt ihm die beiden leicht angeschlagenen Stücke hin.
„Joah das Schild... gut gut das geht.“ Er sieht sich die Klinge an. „Uh... die habt Ihr aber geschunden. Bei aller Freundschaft, dass muss ich Euch berechnen, Marin! Oh, da fehlt sogar ein Stück!“ Marin nickt nur. „Ich gebe Dir drei Silber und 50 Kupfer zusätzlich, wenn Ihr auch noch kurz die Schulterplatten ausdellt.“ Der Schmied nickt still und wendet sich gleich der Arbeit zu. „Morgen früh bin Ich dann aber nicht fit. Frag meinen Lehrling.“ „Danke Gustav, bis morgen.“ Der zurückbleibende Schmied wirft bereits neues Koks in das Feuer und macht sich auf eine lange Nacht gefasst.
„Dieser Junge. Ständig macht er es kaputt. Dabei habe Ich ihm das Schwert damals zur Prüfung mit so viel Liebe gemacht...“ Marin geht unterdessen schlafen, an einem ungewöhnlichem Ort im Gasthaus. Vor einer Tür...
 
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Theodin

Held
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51
AW: Geschichten der Vergangenheit - Zusammenfassung

Update 1.1.1

Information:

Titelbilder kriegen nur Kapitel oder Akte. Szenen wie X.X.1 und X.X.2 etc. werden nur aus Text bestehen.
 
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