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Erfahrungspunkte: Wofür vergeben? Segen Oder Fluch für die Spielrunde?

Dieses Thema im Forum "Meister-Lounge" wurde erstellt von Rhizom, 4 Januar 2017.

  1. Rhizom

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    Hallo zusammen. In einem anderen Thread kam gerade die Frage auf, inwiefern Erfahrungspunkte vielleicht kontraproduktiv für gutes Rollenspiel sind. Ich selbst hatte das angestoßen, indem ich mich über die Spielerfrage "Krieg ich XP wenn ich das und das mache?" aufgeregt habe. Und die beste Parodie auf Erfahrungspunkte-Wahn gibt es wahrscheinlich bei Munchkin: bei der Karte "Ameisenhügel aufkochen" (oder so ähnlich) geht es darum, dass ein kluger Spieler die Regeln, bei denen zum Beispiel ein Level 0 Monster 1/2 XP gibt, so ausnutzen kann, dass er für lauter sinnlose Kills, halt "Ameisenhügel aufkochen", eine Stufe aufsteigen kann.

    Klar. Den Wahn gibt es. Aber ich vergebe zum Beispiel in meinen Gruppen sehr gern individuelle Punkte für gutes Rollenspiel (ok: wer entscheidet, was "gut ist? Ich) oder herausragende Ideen und habe das Gefühl, dass das die Spielerinnen anspornt, noch tolleres Rollenspiel und noch ausgefuchstere Sachen zu machen, was dem Spielspaß sehr zuträglich ist. Viele andere dagegen vergeben zwar auch Erfahrungspunkte, aber nur als Gruppenpunkte, und wahrscheinlich nur, damit die Gruppe auch mal das nächste Level erreicht. Ohne diesen individuellen (und ja: vielleicht paternalistischen) Belohnungscharakter.

    Was denkt Ihr? XP ja oder nein? Für Gruppen oder für Individuen? Für Kämpfe oder Ideen? Strikt nach den Regeln oder nach Gusto? Bin gespannt, wie Ihr das so handhabt....
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 Januar 2017
  2. Ancoron

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    Prinzipiell? Xp für alle am ende des Abenteuers, weil halbwegs lebend durch gekommen, aber während des Spiel individuell für einzelne - sonst wäre es ja unfair, wenn sich zwei Spieler voll rein hängen und kreativ sind und die 8 anderen nur doof hinterher zockeln....
     
  3. Tufir

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    Erfahrungspunkte generell sind im Rollenspiel wichtig. Vor allem dann, wenn man sie in Skillpunkte eintauschen kann.

    Eine individuelle Vergabe habe ich mir aber bereits vor vielen Jahren abgewöhnt. Sie führt nur dazu, dass introvertiertere oder schüchternere Spieler benachteiligt werden, was langfristig Folgen für deren Charakter hat. In meinen Augen keine gute Idee, denn RPG ist ein Gruppenspiel und da haben individuelle Belohnungen auf XP-Basis nichts verloren. Gutes Rollenspiel kann man auch anders - mehr charakterbezogen - belohnen.
     
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  4. Thevita

    Thevita Legat Pen & Paper Rollenspiele Spielleiter Schnupperrunden Bürgermeister von Delazaria

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    Da der Levelaufstieg bei D'n'D auch nur über Erfahrungspunkte funktioniert, geht es bei mir definitiv auch nicht ohne. Ich habe in meinen Runden gefragt und alle haben bis jetzt freiwillig Gruppenerfahrung gewollt, die es am Ende des Spieltages gibt. Da ich generell dann durch Anzahl der Spieler teile, wird auch jemand mitgeschleift, der vielleicht mal keine Zeit hat, aber das ist für alle bis jetzt immer voll in Ordnung gewesen, da nicht oft jemand fehlt. Ich vergebe meistens volle Erfahrungspunkte, auch wenn nicht gekämpft wird. Es heißt ja auch, dass es Erfahrung gibt, wenn die Spieler eine Herausforderung bestehen. Und um eine Herausforderung zu bestehen, muss man nicht immer kämpfen. Natürlich sind Monsterkämpfe am einfachsten zu berechnen, aber das sollte sie nicht zur einzigen Möglichkeit machen, Erfahrung zu sammeln. Ich hab auch schon am Ende des Spieltages gesagt: "Das hat mir heute von allen so gut gefallen, es gibt für jeden Extraerfahrung." Was natürlich alle sehr gefreut hat. Individuelle Belohnungen vergebe ich auch lieber als Gegenstand, den sich ein Spieler wünscht, oder als eine Sonderfertigkeit, die die Klasse eigentlich nicht hergibt, oder als Attributserhöhungen. Das individualisert gleichzeitg noch mal den Charakter und der Spieler freut sich auch.
     
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  5. SoulReaper

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    Dem schließe ich mich an. Ein gelungener Abend, bei dem alle mit tollen Ideen und schönem Charakterspiel dabei sind, ist für mich als Spieler schon Belohnung genug. Wenn man sich dann hin und wieder noch eine besondere Belohnung erspielt, ist das schon sehr gut. Mein derzeitiger Spielleiter vergibt aber trotzdem regelmäßig Erfahrungspunkte für tolles Spiel. Meist in Höhe eines durchschnittlichen Kampfes (wir spielen Pathfinder). Die Extra-EP gibt es dann aber auch für alle gleich, damit kein Futterneid entsteht. Da in der Gruppe aber auch alle gleich stark spielen, gäbe es da sowieso keine großen Unterschiede. Er hat mal erzählt, dass er in einer bösen Gruppe aber durchaus individuell die EP verteilen würde, um die Konkurrenz untereinander etwas anzuheizen. Wir haben das noch nicht ausprobiert, daher weiß ich nicht, wie gut es funktionieren würde.
     
  6. Ancoron

    Ancoron Held

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    Aus der Erfahrung heraus kann ich sagen, das individuell an einzelne Charaktere vergebene EP für gute Ideen, geniale Aktionen oder sonstiges die etwas schüchternen Spieler eher dazu motiviert, aus sich heraus zu kommen; selber was zu tun, Vorschläge und Ideen aussprechen. Wenn alle Punkte für die Aktion eines einzelnen bekommen, wieso sollte sich der schüchterne dann überhaupt einbringen? Oder der Faule? oder die Primadonna, die sich eh für den größten hällt aber nie was tut?
    ...Dann kann ich auch n Solo-Abenteuer spielen....
     
  7. Kyoshiro

    Kyoshiro Akoluth Spielleiter Schnupperrunden

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    Individuelle XP können gut sein (mit der richtigen Gruppe), aber es kann auch ganz schnell nach hinten losgehen, wenn sich Leute dann auf den Schlips getreten fühlen und anfangen zu diskutieren, warum jemand mehr XP bekommt.
    Und ja, XP gehören irgendwie dazu, aber manchmal finde ich die Hascherei danach echt anstrengend, vor allem, wenn die Gruppe generell eher wenig gemacht/geleistet hat.

    Ich muss sagen, dass mir Shadow of the Demon Lord da einfach am besten gefällt, jede Runde steigt die Gruppe auf. Man muss nicht rechnen, niemand kann meckern, dass er zu wenig bekommt.

    Alternativ finde ich noch Systeme mit Meilensteinen gut. Zweihänder (inoffizieller Nachfolger von der 2ten Edition vom WFRP) nutzt genau sowas. Als Spielleiter vergibt man nicht für Kämpfe XP, sondern eben für das Erreichen von gewissen Erfolgen/Meilensteinen in einem Abenteuer. Wenn man also besonders brutal vorgeht, aber das wenig zielführend ist, dann bekommt man wenig XP.

    Burning Wheel (und eben auch Mousguard, etc.) macht es noch einfacher, man bekommt keine XP. Man hat seine Skills und wenn man die steigern will, dann muss man sie halt oft genug einsetzen und ausreichend Erfolge UND Misserfolge haben.
     
  8. hexe

    hexe Legat Pen & Paper Rollenspiele

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    Ich vergebe individuell Erfahrungspunkte für die Erfahrungen, die die Charaktere so machen. Charakter A erlebt etwas, wenn es für ihn neu oder besonders ist, dann gibt es Punkte. Vielleicht auch mal etwas mehr für lebensgefährliche Situationen, da zählt auch mal klassischer Kampf dazu, aber auch ein Überleben in extremer Natur. Für gutes Rollenspeil™ habe ich noch nie Punkte vergeben. Wer keinen Bock am Ausspielen eines Charakters hat, der muss das auch nicht tun. Das ist Freizeit da zwinge ich doch niemanden zu etwas.

    Er würde wahrscheinlich bei unserem Rundenstil nicht sonderlich glücklich werden, weil er dann eben nur viel herum sitzt und zuhört, während die anderen IT stundenlang diskutieren oder persönliche Krisen haben. Wobei ich auch hier schon als Feedback bekomme, dass es unheimlich Spaß macht den Dialogen zu folgen.

    Dass stille Spieler deshalb weniger XP bekamen, kam nicht vor. Stile Spieler muss man halt einfach mal öfter fragen oder anspielen. Die meisten kommen dann schon aus sich heraus, wenn man sie sanft lockt und finden ihren Spaß daran.

    Eine Frage, die die SL auch der Runde stellen kann: "Wer hat denn noch für was XP verdient?" So was muss die SL eigentlich ja nicht alleine machen, oder?

    Da wir keine Abenteuer, Kampagnen oder ähnliches spielen, gibt es eher nach jeder Sitzung, oder jeder dritten oder so.
     
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  9. Rhizom

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    Ich bin mir ja sicher, dass man mit Gruppenpunkten auch sehr viel Spaß haben kann, und die SotDL-Variante mit dem automatischen Aufstieg nach jeder Runde hat auch was. Aber trotzdem muss ich sagen, gefallen mir die individuellen Punkte als Spieler noch am allerbesten. Warum eigentlich? Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Ich glaube, es hat etwas mit Anerkennung zu tun. Wenn ich das Gefühl habe, etwas außerordentlich Bemerkenswertes getan zu haben, freue ich mich, wenn mir der Spielleiter durch die Erfahrungspunkte zeigt, dass er das gesehen hat, und dass das vielleicht nicht nur meine spinnerte Idee war, dass das ganz außergewöhnlich war. Jetzt könnt Ihr natürlich fragen: Warum brauchst Du solche Anerkennung? Hast Du so ein schlechtes Selbstbewusstsein, dass Du das zu Deinen Handlungen nur stehen kannst oder sie nur gut und richtig finden kannst, wenn ein anderer Dir bestätigt, dass sie toll waren? Darauf kann ich dann gar nicht so recht antworten. Mir scheint es nicht wirklich mangelndes Selbstbewusstsein zu sein. Vielleicht eher ein nicht solipsistisches oder narzistisches Selbstbewusstsein, das nicht einfach anderen Bewusstseinen gegenübersteht, sondern diese mit einschließt. Quasi ein soziales Selbstbewusstsein. Und ja, so ein soziales Selbstbewusstsein braucht feedback.

    Oder Ihr könntet mich fragen, warum ich überhaupt so heiß darauf bin, Außergewöhnliches zu tun. Auch darauf kann ich nicht recht antworten. Vielleicht weil die meisten Handlungen in der echten Welt so wirkungslos sind, dem Gesamtzusammenhang der Welt gegenüber, und ich es genieße, im Rollenspiel mal wirklich etwas bewegen zu können? Vielleicht weil ich seit meiner Kindheit Superheldinnengeschichten gelesen habe? Keine Ahnung.

    Auf jeden Fall geht es mit aus genau diesen Gründen gut mit den individuellen Punkten als Anerkennung und Wahrnehmung meiner besonderen und bemerkenswerten Handlungen. Natürlich kann solche Anerkennung auch anders rübergebracht werden. Bei langjährigen Spielbeziehungen merkt man vielleicht einfach, wenn andere sich auch über Handlungen freuen, die man gerade beschrieben hat, oder sogar staunen über eine Weise mit einem Problem umzugehen, die ihnen nicht eingefallen wäre. Aber das ist ein bisschen zufällig und mit individuellen Punkten ist das gleiche ganz leicht und viel technischer, aber mit der gleichen Wirkung zu erreichen.
     
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  10. Elric

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    Bei mir (DSA 4.1) gibts am Ende immer Erfahrungspunkte für alle gleichmässig und jeder Spieler kann am Ende für sich selbst, oder für einen anderen Spieler Extra-Erfahrungspunkte beantragen.
    Das betrifft dann meistens gutes Rollenspiel, gute Zusammenarbeit, gute Ideen oder epische Sprüche (letztere bekommen dann nur wenig).
    Die Entscheidung ob und wieviele Erfahrungspunkte es gibt, liegt aber beim SL.
     

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