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Videospiel Dungeon Siege III

Arthag

Neubürger
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11
Punkte
1
Hinweis: Diese Rezension bezieht sich auf die PS3-Version des Spiels. Dungeon Siege III ist auch auf anderen Plattformen erschienen.
Dungeon Siege wurde von SQUARE ENIX, welche unter Anderem durch die Final Fantasy Reihe bekannt geworden sind, im Juli 2011 veröffentlicht.

Das Abenteuer rund um Dungeon Siege III spielt, wie die Vorgänger der Reihe, im Königreich Ehb. 30 Jahre vor dem Beginn des Spiels herrschte ein erbitterter Krieg zwischen den Royalisten und fanatischen Religionsanhängern. Die berühmte „10. Legion“, welche auf Seiten der Royalisten kämpfte, bestand aus den ruhmreichsten Helden, die man sich nur vorstellen konnte. Jedoch wurde ihnen im Laufe des Krieges Verrat an der Krone nachgesagt, und die Legion geriet in Verruf. Zu allem Überfluss lockte die Anführerin der Fanatiker Jeyne Kassynder die Legion in einen Hinterhalt, und vernichtete mit einem einzigen Zauber die komplette Legion. Die komplette Legion? Nicht ganz... Einige der Legionäre fielen nicht auf diese List rein, und verborgen sich im Untergrund, da der Krieg zugunsten der Fanatiker entschieden war, und sie aufgrund der Gerüchte, dass sie den König ermordet hatten sollten, nicht mehr erwünscht waren. 30 Jahre später bricht der Krieg zwischen den Royalisten und den Anhängern von Jeyne Kassynder erneut aus, und die wenigen Nachkommen der 10. Legion schicken sich an, wieder in den Kampf zu ziehen, um der Krone zum Sieg zu verhelfen. Einen dieser Nachkommen spielt man in Dungeon Siege III...

Handling

Beginnt man ein neues Spiel, so bekommt man lediglich die Auswahl aus 4 Archetypen. Im Detail handelt es sich hierbei um Lucas Montbarron, Anjali, Reinhart Manx und Katarina. Lucas Montbarron ist der Nahkämpfer unter den Helden, und weiß sowohl mit dem einhändigen als auch mit dem zweihändigen Schwert umzugehen. Anjali ist eine Archon, ein Feuerwesen, die mit einer Mischung aus Nahkampf mit dem Speer und Feuermagie aufwarten kann. Reinhart Manx ist der Magier unter den Legionsnachkommen und Katarina erwehrt sich ihrer Feinde mit Schusswaffen, stellt also den Fernkämpfer dar.

Der Einstieg ist mit allen vier Charakteren gleich, und in einer Art Prolog bekommt man die grundlegenden Steuerungen erklärt, was einem den Einstieg sehr erleichtert. Die Steuerung des Helden erfolgt mit dem linken Analogstick, während man mit dem rechten Stick die Kamera schwenken kann. Beides geht gut von der Hand, und man findet sich sehr schnell in der Steuerung zurecht. Attacken und Zaubersprüche führt man mit der X-Taste, der Kreistaste und der Vierecktaste aus.

Das besondere an den Helden ist ihre Aufteilung in zwei Angriffstypen, welche man mit der L1-Taste schnell wechseln kann. Grundsätzlich ist einer dieser Typen gut geeignet gegen einzelne Gegner und der andere effektiv gegen Gegnermassen. Lucas Montbarron kann zwischen einhändigem (gegen einzelne Gegner) und zweihändigem Schwertkampf (gegen viele Gegner) wechseln. Im selben Muster wechselt Anjali zwischen der menschlichen Gestalt, in der sie mit einem Speer kämpft und dem Feuerwesen mit magischen Geschossen. Manx, der Magier wechselt zwischen Nah- und Fernkampfsprüchen und Katarina arbeitet mit Gewehren auf Distanz und mit kleinen Pistolen im Nahkampf.

Was auch auffällt, sind die verschiedenen Talente und Zauber, die man im Laufe des Abenteuers erlernt. So hat jeder Held 3 Talente für den einen Modus, 3 Talente für den anderen Modus und 3 Defensivfähigkeiten, die man während des Blockens auslösen kann. Diese Talente wiederrum kann man auf verschiedene Art und Weise steigern. Nehmen wir als Bespiel Anjali und ihre Feueraura, welche umstehenden Gegnern Schaden zufügt. Man kann dieses Talent nun so entwickeln, dass es den Gegnern mehr Schaden zufügt und/oder das Anjali durch die Aura geheilt wird. Es gibt fünf Stufen dieser Talententwicklung, und die beiden Möglichkeiten können beliebig kombiniert werden. Damit kann man die Talente und Zauber so ausbilden, wie es dem eigenen Spielstil entspricht.

Spielmodi

Dungeon Siege III ist hauptsächlich auf den Singleplayer zugeschnitten. Im Netzwerkmodus kann ein zweiter Spieler an derselben Konsole mitspielen, jedoch kann man diesen Modus auch alleine betreten. Dort erstellt man entweder selbst ein neues Spiel, oder tritt einfach einem Vorhandenen bei. In diesem Netzwerkmodus kann man die großen Dungeons der Hauptquest des Singleplayer-Modus in der Gruppe bewältigen, wobei eine Gruppe immer aus allen vier verfügbaren Helden (siehe Handling) besteht.


Spielablauf

Der Ablauf von Dungeon Siege III ist sehr linear und konzentriert sich eigentlich nur auf die Hauptquest. In allen Städten, die man im Zuge seiner Erkundungen bereist, finden sich auch einige Nebenquests. Diese liegen aber zumeist ohnehin auf demselben Weg, den man für die Hauptquest beschreiten muss, und haben als Ziel fast immer diesen oder jenen Feind zu besiegen.

So ist auch der Aufbau der Welt und ihrer Dungeons sehr einfach gehalten. Es gibt, mit einigen wenigen Ausnahmen, immer nur einen einzigen Weg. Dungeon Siege III verkörpert somit genau das Gegenteil eines Open-World-Spiels. Beim Absolvieren der verschiedenen Quests trifft man zumeist auf wahre Gegnerhorden, in denen auch schon mal die Übersicht verloren gehen kann, und zum Abschluss der Schlüsselquests wartet eine Art Endgegner.

Im Fokus des Spiels steht klar das Sammeln der etlichen Gegenstände, welche die Gegner nach ihrer Besiegung fallen lassen, um den eigenen Charakter und den Begleiter für die kommenden Aufgaben gut zu rüsten. Im Laufe der Handlung trifft man auf alle drei verbliebenen Legionsnachkommen, welche man in die Gruppe aufnehmen kann. Allerdings durchreist man die Welt nur mit dem am Start gewählten Helden und einem Begleiter, den man jederzeit wechseln kann.

Neben den Gegenständen gibt es Erfahrungspunkte für das Besiegen von Gegnern und das Absolvieren von Quests. Dadurch steigen sowohl der eigene Held als auch die Gruppenmitglieder regelmäßig in neue Stufen auf. Bei einem Stufenanstieg kann man neue Fähigkeiten und Talente erlernen, und diese wie zuvor erwähnt verschiedenartig ausbilden.

Man kann Dungeon Siege III aufgrund dieser wesentlichen Züge gut als klassisches Hack’n’Slay-Abenteuer bezeichnen, wobei es in dieser Rolle durchaus zu gefallen weiß.

Grafik

Das Aussehen der Welt, der Charaktere und der Effekte ist durchaus gelungen. Es ist zwar kein Grafikfeuerwerk, aber Square Enix hat gute Arbeit geleistet, dass Spiel auch optisch gut zu präsentieren.

Die Umgebung neben dem eigentlichen Weg ist detailreich aufgebaut, und verleitet durchaus ab und an mal dazu die Kamera zu schwenken um die Landschaft zu begutachten. Auch ist das Design sehr abwechslungsreich und nutzt sich nicht ab. Jede Stadt hat ihren eigenen Stil und die Landschaften bedienen sich vieler verschiedener Szenarien, wie z.B. einer Sumpflandschaft, eines Gebirges, usw.

Die Charaktere sind grafisch sehr gelungen, was besonders in den Gesprächssequenzen auffällt, wenn die Kamera direkt auf die Gesichter gerichtet ist. Die Ausrüstung, welche man gerade am Leib trägt wird ebenfalls im Spiel dargestellt und zeigt den Detailreichtum auf, den Dungeon Siege III an den Tag legt.

Verschiedenste Arten von typischen Gegnern, wie beispielsweise Söldner, Riesenspinnen, magische Wesen, Untote, etc. geben sich nacheinander die Ehre, und sind ähnlich wie die eigenen Charaktere sehr schön gestaltet.

Ein großes Spektakel sind die Zauber und Fähigkeiten der Helden, sowie der Gegner. Anjalis Feueraura und Reinhart Manx Zaubersprüche geizen nicht mit grafischen Reizen und sehen durchaus spektakulär aus. Aber auch die Schwert- und Fernkampfattacken überzeugen, so dass sich in Kombination mit den schönen Landschaften und den gut animierten Helden und Gegnern ein wirklich stimmiges grafisches Bild ergibt.

Sound

Jedes landschaftliche Szenario hat verschiedenartige Hintergrundgeräusche und trägt zur Stimmung bei. Die Kampfschreie und Zaubereffekte haben einen satten Sound und sind den Ohren gefällig.
Die Hintergrundmusik richtet sich ebenfalls nach dem jeweiligen Ort und wechselt beispielsweise beim Betreten einer Stadt nahtlos von einer hektischen Musik auf dem Schlachtfeld in einen ruhigeren Klang.

Dungeon Siege III glänzt mit einer kompletten Sprachausgabe. So hört man beim Ansprechen eines einfachen Dorfbewohners auch dessen Aussage, zusätzlich zur Sprechblase über dem Kopf, ohne dass eine Gesprächssequenz beginnt. Bei wichtigen Gesprächen startet eine solche Sequenzen, in welcher alle Gesprächspartner und auch der eigene Held mit einer eigenen Stimme versehen wurden, was bei vielen Spielen dieser Art nicht zum Standard gehört. Ob die Sprecher bekannt sind, vermag ich nicht zu beurteilen, jedoch machen sie ihre Sache sehr gut und tragen in jedem Gespräch zur Atmosphäre bei.

Fazit

Wer bei Dungeon Siege III ein komplexes Rollenspiel erwartet, wird sehr schnell enttäuscht sein. Wer jedoch die Vorgänger kennt, weiß dass Dungeon Siege ein klassisches Hack’n’Slay ist, und auch der dritte Teil der Serie dabei keine Ausnahme bildet.

Die gute grafische Aufmachung, die komplette Sprachausgabe und die spektakulären Effekte trösten über den linearen Aufbau hinweg und führen dazu, dass Dungeon Siege III ein wirklich gelungenes Spiel ist. Trotz der Linearität ist die Hauptquest spannend und gut ausgearbeitet, und in einigen Gesprächen kann man Entscheidungen treffen, die einen das restliche Abenteuer begleiten. Kombiniert mit der Charakterentwicklung und der Jagd nach den besten Gegenständen macht Dungeon Siege III viel Spaß und entwickelt durchaus eine Art Suchtpotential.

Negativ aufgefallen ist leider, dass während des Testens das Spiel zweimal in einer Sackgasse stecken geblieben ist. Einmal hat sich ein Tor nicht geöffnet, welches einen am Weiterspielen gehindert hat, und beim zweiten Mal konnte man partout ein Gespräch nicht starten, so dass man auch hier nicht weiterspielen konnte. Es empfiehlt sich daher, mehrere Speicherstände zu verwenden, und die zahlreichen Speicherpunkte allesamt zu verwenden. Beim zweiten Aufsuchen der genannten Szenen lief das Spiel einwandfrei weiter.

Diese Rezension entstand mit der freundlichen Unterstützung von Square Enix.

Link zur Homepage des Spiels
 
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