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Sci-Fi / Fantasy Die Erbin der Welt

Sameafnir

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Über die Autorin
N.K. Jemisin ist Therapeutin, politischen Kommentatorin und Feinschmeckerin. Sie schreibt, seit sie zehn Jahre alt ist. Allerdings ist sie sehr darauf erpicht, damit ihre frühen Arbeiten nicht öffentlich gemacht werden. Sie lebt in New York City. „Die Erbin der Welt“ ist ihr Roman-Debüt.

Die junge Yeine Darr, Kriegerin und Regentin der matriarchalisch geführten Provinz Darr wird unverhofft und unerwartet an den Hof ihres Großvaters befohlen, der seit ewigen Zeiten das Reich der Senmiten beherrscht. Yeine muss diesem Befehl folge leisten, denn die Amn, das Geschlecht ihrer Mutter und ihres Großvaters sind die heimlichen Herrscher der Welt. Nichts geschieht ohne ihren Willen und die Amn regieren unter dem Deckmäntelchen offizieller Regierungen mit eiserner Faust. Das politische Intrigenspiel der Macht ist ihnen das Liebste, ihre grausame Härte hat sie zu dem gemacht, was sie heute sind. An ihrer Spitze Dekarta Arameri, Yeine s Großvater. Yeine s Mutter, Lady Kinneth Arameri floh einst vom Hof, der Regentschaft und den Intrigen und allem vor ihrem kalten Vater, um mit einem sehr gut aussehenden „Barbaren“ aus dem Hochnord, der Provinz Darr ein ruhiges Leben weit weg zu führen.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Yeine in der ich Form erzählt, in Rückblenden, was zunächst gewöhnungsbedürftig ist, aber man wird so sofort in die Geschichte hinein-katapultiert und dort mit Leichtigkeit festgehalten.

Mehrere Jahre sind vergangen und Yeine wächst in der Gesellschaft von Darr zu einer starken jungen Frau heran, ihre Amn Mutter hat es schwer anerkannt zu werden, aber das scheint sie nicht zu stören. Yeine wächst als selbstbewusste Darr-Frau auf.

Plötzlich stirbt Lady Kinneth. Sie wurde ermordet. Wer der Mörder ist, wird nicht festgestellt. Gift ist im Spiel. Kurz darauf wird Yeine an den Hof befohlen. Einem Befehl, dem unbedingt und umgehend Folge zu leisten ist. Niemand widersetzt sich einem Amn Befehl. So begibt sich Yeine mit kleinem Gefolge in das Herz des Reiches der Senmiten, zur Stadt über den Wolken Elysium und gleichzeitig Palast der Amn, Dort leben die reinblütigen Amn und die Halbblütigen Amn, und die gefangenen Götter! Ja, die Amn sind so mächtig geworden über die Jahrhunderte, dass es irgendwann gelungen ist selbst die Götter gefangenzunehmen. Itempas, einer der Drei, der Erleuchtete hat dies so arrangiert.

Der Kindgott Si'Eh, die Kriegsgöttin Zhakarrn, Kurue die Weise, sind Kinder der Drei: Itempas, der Erleuchtete, Enefa die Verräterin und Nahadoth Gott der Finsternis. Mit Ausnahme von Itempas, dem die Amn huldigen, sind die Götter gezwungen in menschlicher Form in Elysium umher zu wandeln und allen Befehlen der Amn zu gehorchen.

Nach ihrer Ankunft, lernt Yeine ihren Großvater Dekarta kennen und erfährt, dass er sie zur Erbin ernannt hat, und sie damit als reinblütige Amn anerkennt. Yeine ist überrascht und gleichzeitig verstört, weil sie sich in dieser Welt der Mächtigen, der Intrigen und der gefangenen Götter völlig fehl am Platz fühlt. Als sie erfährt, dass sie nicht die einzige Erbin ist, sondern es noch Dekarta s Neffen Relad und seine Nichte Scimina gibt, die ebenfalls als Erben benannt sind, ist sie völlig sicher, dass Dekarta an ihr Rache für den Verlust seiner Tochter Kinneth nehmen will. Da es nur einen Erben geben kann, entbrennt ein Kampf um die Nachfolge. Dabei ist Yeine vollkommen unvorbereitet und genau wie ihre Mutter möchte sie am Liebsten zurück nach Darr und nichts mit der Thronfolge zu tun haben. Doch etwas hält sie auch in Elysium, zum einen Si'eh das Gottkind, was ihr mit seinem kindlich-göttlichen Gemüt zur Seite steht und der furchterregende, wahnsinnige aber auch unglaublich anziehende Herr der Finsternis, Nahadoth in den sich Yeine trotz aller Gefahren und Warnungen zu verlieben droht.

Einen hübschen Cocktail voll von exotischen Zutaten, hat die Autorin hier zusammengebraut. Wunderschön geschrieben, mit vielschichtigen Protagonisten und einer Welt in der mehr Schein als Sein an der Tagesordnung ist. Die unschuldige, aber bei weitem nicht wehrlose Yeine im Zentrum ihrer eigenen Erzählung und um sie herum ihre herrschsüchtige Amn Sippe, die versklavten und doch so mächtigen Götter, die ihre eigene Strategie verfolgen und eine überraschende Wendung am Ende erfüllen den aufmerksamen Leser mit großer Freude über diese spannende Geschichte.

Man darf sehr auf Band 2 gespannt sein, der unter dem Titel „Die Gefährtin des Lichts“ im November ebenfalls bei Blanvalet erscheinen wird.

Wir danken dem Blanvalet Verlag, der diese Rezension ermöglichte.
 
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