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Kampf Dungeons & Dragons Die Auslegung von "überrascht"

Eldor

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Schönen guten Abend

Ich hab erst vor kurzem den Posten als GM in unserer Gruppe bekommen und habe mich letztens in einer Diskussion mit einem Spieler verfangen.

Folgendes Situation

Die 3 Helden (darunter ein Zauberer) sprechen mit einem NPC. Plötzlich tauchen 4 Feinde auf, die es auf den NPC abgesehen haben. Die Helden und die Feinde stehen sich nun Gegenüber, so etwa 3 Meter Abstand.
Der Kampf steht unmittelbar bevor. Der Zauberer sagt mir dass sein Char nun heimlich einen Zauber vorbereitet, den er Instant casten möchte, wenn der Kampf losgeht. Sozusagen bevor der eigentliche Kampf losgeht.
Ich habe das mit der überraschung eher so gedacht mit heimlichkeit und schleichen, gegen passive Wahrnehmung. Als Zauberklasse einfach einen Instant-Zauber vor dem Kampf raushauen finde ich doch etwas overpowered.
Oder bin ich auf dem Holzweg?
Danke für Eure Rückmeldungen!

Eldor
 

Cube

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Hallo Eldor,

es gibt ganz wenige Momente als DM, da muss man mal "Nein" sagen und es gibt öfter Momente, da muss man "Nein, aber..." sagen. Und das ist meines Erachtens einer von dem Zweiten Fall. Diese Situation liegt irgendwo zwischen Powerplay und nicht genutzter Gelegenheit, aber zum Fazit später. Um dich beim nächsten Mal besser davor zu wappnen, empfehle ich dir als DM folgendes:

Wie gestalte ich solche Situationen?
Stell dir folgende Fragen: Willst du einen Kampf (Random Encounter) oder eine Roleplay Szene? Und: Sehen die Feinde die Spieler zuerst, oder umgekehrt oder gleichzeitig? Ich würde so eine Szene als Roleplay mit gleichzeitige Wahrnehmung gestalten. Dann, zu Beginn einer Konfrontation solltest du ausloten, wie deine Spieler dieser Situation begegnen: "Eine Gruppe von gefährlich aussehenden Halsabschneidern hält auf euch zu / springen aus der dunklen Gasse. - He da! Seid ihr diejenigen die... - " Gefolgt von Eindrücken: "Die Gruppe hat alle im Blick und macht einen aggressiven Eindruck - wie ist eure Marschreihenfolge und wie wollt ihr reagieren? Schnell, die Situation lässt nicht viel Zeit zum Handeln und zur Überlegungen zu!". Nun könnten deine Spieler (nach ihrer Marschreihenfolge) antworten: "Wir greifen sie sofort an.", "Wir bleiben defensiv und hören was sie wollen." oder "Wir ignorieren sie und gehen weiter." - oder was den Spielern eben einfällt (unterschätze nie deine Spieler!). Damit hast du schonmal eine konkrete Information und was ab hier gemeinschaftlich abgesprochen passiert - und vor allem - auf die du dich berufen kannst! "DAS HAST DU ABER NICHT EINGÄNGLICH GESAGT!"! Außerdem ist dies eben DIE Zeit, in denen du deinen Spielern einräumst, sich in wenigen Sekunden auf die Situation vorzubereiten, um ihnen das Gefühl zu geben nicht von einer unfairen Situation überrumpelt worden zu sein. Sie können sich Positionieren (Innerhalb des Sichtfeldes der Gegner) und in geringem Maße vorbereiten.

Was hätte ich dem Zauberer geantwortet?
Wenn der Zauberer nun ankündigt: "Ich beschwöre einen Zauber, den ich vorbereitet habe!" ist dies der normale Start des Kampfes und der Beginn des Initiativwurfes, ebenso wie der eines Schurken wäre, wenn er sagt: "Ich greife ihn mit meinem versteckten Dolch an". Wobei ich dem Schurken eher einen Vorteil einräume, als dem Zauberer. Ein Zauber in DND besteht fast immer aus 3 Komponenten. Verbal, Gestik und Materiell. Ein arkaner Fokus nimmt nur den materiellen Teil weg. Stell dir nun also vor, du wärst der Feind, bereit für einen Kampf und würdest jemanden herausfordern wollen. Du kennst diese Welt. Du lebst sogar darin und weißt von Zaubern! Beginnt dein Gegner nun damit einen Spruch aufzusagen, seinen arkanen Fokus zu schwenken oder sogar (ohne Fokus) ein Material in arkane Energie umzuwandeln, so hättest du, auch wenn es nur Sekunden sind, genug Zeit um dem entgegen zu wirken. Das Gleiche gilt beim Ziehen eines Schwertes, Spannen eines Bogens etc.. Also ist es ein normaler Wurf auf Initiative, wenn die Spieler nicht AKTIV an den Feind herangeschlichen sind, ohne das er es bemerkt hat. Als Maß für eine offene Konfrontation kannst du dafür immer die Zeit nehmen, die eine Runde in einem Kampf dauern würde. Da sagt das Regelbuch 6 Sekunden. In 6 Sekunden kann jeder Feind deine Absicht erkennen und darauf reagieren, sofern diese nicht heimlich stattfindet:

"ABER ICH HAB DAS HEIMLICH VORBEREITET!"

...Nein, die Situation hat das nicht zugelassen, da sie euch bereits gesehen haben, ABER:

Der Feind ist überrascht von deinem sofortigen Angriff und konnte sich nicht mehr für den ankommenden Zauberspruch in Rettung bringen - Die Gegner stehen eng zusammen! Würfle auf Initiative!

ODER:

Da du als erster reagiert hast, bekommst du einen Bonus auf +2 auf deinen Initiativewurf. Würfle auf Initiative!

Was hast du damit bewirkt? Einen Kompromiss. Denk immer daran, dass ihr gemeinsam die Geschichte erzählt und dazu gehört auch, deinen Spielern eine coole Situation zu gewähren. Dann fühlen sie sich gut, aber hebeln nicht deine Spielmechaniken aus. Es bleibt fair.

Hoffe ich konnte dir helfen.
 

Ascaso

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Ich denke es ist gut Charakteren die Möglichkeit zur Eigeninitiative zu lassen. Aber ich finde es auch wichtig, gerade in einer Situation in der sie Risiken eingehen, mögliche Konsequenzen einzubeziehen.

In der beschriebenen Situation könntest du von dem Zauberer verlangen das er einen Wurf darauf macht wie erfolgreich er seine Vorbereitung verheimlichen kann (z.b. *Deception* bei D&D). Wenn es funktioniert, bekommt er seine gewünschte Aktion. Aber wenn es schief geht, startet er den Kampf und wird seinerseits überrascht von den Handlungen. Ich würde dann nach normaler Initiative gehen, wobei der Zauberer entweder das macht was er vorbereitet hat oder nichts mehr in der Runde.

No risk no fun. ;)
 

Ancoron

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Also mal ganz langsam.... Da sind drei Helden, die sich mit einem NPC unterhalten und vier Angreifer, die es auf besagten NPC abgesehen haben. Distanz zueinander ca 3 Meter und Zeit bis zum Kampf 6 - 12 Sekunden.

Frage: Wie bereitet der Magier heimlich etwas vor?
Sind die vier Angreifer blind?
Und was bezweckt der Magier mit diesem Zauber?

Denn nur weil plötzlich vier Gegner da sind, kann man daraus eigentlich nicht auf ihre Absicht bzw ihr Ziel schließen....

Und eigentlich, nach der beschriebenen Situation sind die Helden die Überraschten, und nicht umgekehrt....
 

Screw

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Rein nach den Regeln:
Angreifer haben eine volle Runde, bevor die SCs und der anvisierte NSC handeln DÜRFEN (also noch vor jeglicher Initiative). Zauber vorbereiten nur mit freier Aktion die der SC in dieser Situation nicht hat. Außerdem muss er den Auslöser, den Zauber und das Ziel festlegen, was voraussetzte, dass er schon vor der Überraschung von dieser gewusst hat (und wenn der Auslöser nicht passiert, ist der Zauberplatz verbraucht aber kein Zauber passiert). Heimlich Zaubern geht nur als Zauberer (Sorcerer) mit der entsprechenden Metatechnik und den verfügbaren Zaubereipunkten ... oder situativ, wenn die Umstände es ermöglichen, dass andere die Gesten/Worte nicht mitbekommen könnten.

Abseits der Regeln:
Gehe immer auf die Wünsche der Gruppe ein, aber vermeide die Schaffung von Präzedenzfällen - sonst heißt es ab jetzt IMMER: "wir sind überrascht? Na dann haben wir vorher natürlich alles mögliche vorbereitet."

Konklusio:
Überraschung heißt, dass etwas passiert, mit dem NICHT gerechnet wurde, ergo ist auch keine entsprechende Vorbereitung passiert.

cul8r, Screw
 
Zuletzt bearbeitet:

Eldor

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Vielen lieben Dank für die tollen Rückmeldungen!
Habe jetzt genug Infos für eine solide Grundlage, wie ich es in zukunft handle !

Gruss

Eldor
 
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