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Brettspiel Die Alchemisten

Dieses Thema im Forum "Brett- & Videospiele" wurde erstellt von Voltan, 15 März 2015.

  1. Voltan

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    Titel: Die Alchemisten
    Autor: Matús Kotry
    Spieleranzahl: 2-4
    Altersempfehlung: ab 13 Jahren
    Spieldauer: 120 Minuten
    Verlag: Heidelberger Spieleverlag
    Erscheinungsdatum: Dezember 2014
    ASIN: B00QB19G2A
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    Inhalt:

    Worum geht´s:


    Die Spieler übernehmen die Rolle von Alchemisten früherer Zeiten und versuchen sich gegenseitig durch neue Erkenntnisse und Rezepte zu übertrumpfen. Hierzu mischen Sie verschiedene Zutaten zusammen und versuchen dadurch einen neuen bahnbrechenden Trank zu brauen. Doch natürlich kann auch die beste Rezeptur verbessert werden. Dumm ist das nur, wenn das einem anderen Alchemist gelingt…



    Material:


    Die Alchemisten glänzt mit einer extrem üppigen Ausstattung. Die Menge an Pappmarkern, Tableaus, Karten und anderen Materialen ist fast erschreckend.

    Wie bei nahezu allen Spielen der Tschechen, wurden für alle Materialen überaus schöne, aber sehr knallige Grafiken gewählt. Das mag auf den ersten Blick etwas überfrachtet wirken und die Übersicht erschweren. Auf der anderen Seite sind die verschiedenen Elemente des Spiels, wie das Spielbrett, die Sichtschirme oder auch die Spielkarten sehr stimmig und ganz und gar nicht langweilig.


    Die Anleitung ist sehr ausführlich und mit sehr vielen Bildern und Beispielen geschmückt. Auch wenn sie den Leser vorbildlich in die Regeln einführt, empfiehlt sich eine mehrfache Lektüre bevor man die erste Partie beginnt. Denn „Die Alchemisten“ ist enorm umfangreich und mit vielen „Mikroregeln“ gespickt. Gerade diese werden bei den ersten Partien gerne vergessen oder falsch ausgelegt. Ein Glossar oder Inhaltsverzeichnis hätte der Anleitung gut getan…leider findet man lediglich auf der letzten Seite einige (durchaus wichtige) Anmerkungen zu Artefakten und Helferkarten.



    Erläuterungen und Kritik:

    Zuerst eine sehr wichtige Anmerkung: Es gibt für dieses Spiel eine App (IOS & Android), die extrem wichtig ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen, ist die App nicht einfach nur ein Gimmick, sondern vielmehr unabdingbar, um die Rezepte zu prüfen und damit ein zentrales Element! Es gibt zwar auch eine Notlösung, indem ein Spieler den Spielleiter übernimmt und mittels eines Spielleiter-Tableaus die Rezepte überprüft. Aber dieser Spieler ist dann tatsächlich NUR der Spielleiter. Er kann das Spiel also nicht gewinnen und spielt insofern auch nicht richtig mit. Besonders motivierend ist diese Tätigkeit natürlich nicht…



    Die Sichtschirme stellen gleichzeitig das Labor der Spieler dar. Dies ist wunderbar gelöst und sehr übersichtlich. Im oberen Bereich des Sichtschirms befindet sich eine kleine Ablagemöglichkeit für die Rezeptkarten. Dort werden diese positioniert und dann mittels eines Smartphones mit der App gescannt. Das Ergebnis der beiden Zutaten wird auf der App angezeigt und entscheidet über die Wirkfähigkeit der gewählten Zutaten.


    Es gibt insgesamt acht verschiedene Zutaten von denen jedes ein rotes, ein grünes und ein blaues Teilchen enthält. Die Teilchen können dabei eine positive oder negative Ladung haben. Und diese Ladung kann wiederum groß oder klein sein.

    Die Alchemisten müssen nun herausfinden, welche Zutaten aus welchen Teilchen und welcher Ladung bestehen. Das geht, indem man zwei Zutaten nimmt und zu einem Trank mischt. Aus dem Ergebnis dieses Tranks lassen sich entsprechende Rückschlüsse ziehen. Allerdings wird man nicht gleich zu Beginn die Geheimnisse entschlüsseln können. Insofern müssen die Ergebnisse festgehalten und die Forschungen weitergeführt werden. Das Festhalten der Forschungsergebnisse funktioniert sehr einfach dadurch, dass man auf seiner Ergebnispyramide im Sichtschirm, den passenden Pappchip in den jeweiligen Schnittpunkt zwischen zwei Zutaten drückt.

    Die Schlussfolgerungen aus dieser Erkenntnis hält man in einem Übersichtsblatt fest. Wenn also eine Zutat zweifelsfrei Grün positiv ist, kann man bei dieser Zutat alle anderen Teilchenkombinationen auf dem Blatt wegstreichen. So fallen bei einem späteren Experiment die Schlussfolgerungen wesentlich leichter.


    Bei den Experimenten gibt es durchaus einige Hilfen. So können Helfer oder weitere Ingredienzen die Forschungen wesentlich erleichtern. Doch müssen diese tlw. bezahlt werden oder lassen sich nur durch eine spätere Zugreihenfolge einlösen. Dabei steht man schon etwas unter Zeitdruck…immerhin könnte ein Konkurrent eine Theorie vorher veröffentlichen.


    Die Aktionen werden durch kleine Spielsteine ausgelöst, die die Spieler in der umgekehrten Spielreihenfolge auf dem Spielbrett platzieren. Der Spieler, der in einer Aktion zuerst Spielsteine stehen hat, kann diese auch als erster ausführen. Einige Aktionen können auch mehrmals in einer Runde von einem Spieler ausgeführt werden. Doch kostet das natürlich auch mehrere Spielsteine, von denen die Spieler jedoch nur eine begrenzte Zahl haben (bei vier Spielern sind es 4, bei zwei Spielern 6).


    Gold ist auch bei Alchemisten keine unwichtige „Nebensache“. Nur mit einem ausreichenden Finanzpolster lässt es sich entspannter forschen. Um ihr Vermögen zu erhöhen, können die Spieler Zutaten gegen Gold einlösen, oder Auftraggebern bestimmte Tränke verkaufen (wenn man überhaupt den gesuchten Trank brauen kann).


    Artefakte geben den Spielern gewisse Vorteile. So kann man beispielsweise die Zutaten eines Konkurrenten ausspionieren, oder mittels Druckerpresse bei der Veröffentlichung der Rezeptur Gold sparen.


    Sobald man sicher ist, eine Zutat entschlüsselt zu haben, kann man diese Erkenntnis veröffentlichen. Dies bringt dem Spieler Reputation und somit Siegpunkte ein. Doch Vorsicht: man könnte hierbei auch falsch liegen. Dies kann unter Umständen erst nach Spielende herauskommen. Ebenso aber könnte auch ein Konkurrent während des Spiels schon den Fehler bemerken und die Theorie widerlegen.


    Tränke können durch einen Selbstversuch getestet werden. Dies kann jedoch auch einige Nachteile bringen. Nichts, was das Spiel sofort beendet. Aber Abzüge in der Reputation (Siegpunkte) oder das Aussetzen einer Runde, sind durchaus auch sehr schmerzhafte Erfahrungen…

    Zum Glück gibt es aber „freiwillige“ Studenten, denen man diese Last auferlegen kann. Hier kann es aber zu Goldverlust führen, wenn man einem Studenten nach einem missglückten Versuch weitere Tränke verabreichen möchte.


    Nach Runde 3 und 5 findet eine Alchemistenkonferenz statt. Je nachdem was der jeweilige Spieler bis dahin publiziert hat, erhält er Reputation…oder verliert sie.


    Am Ende werden alle publizierten Theorien mittels der App auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Für korrekte Theorien erhalten die Spieler weitere Siegpunkte. Für falsche allerdings verlieren sie Siegpunkte.


    Fazit:

    Die Alchemisten ist ein astreines Deduktionsspiel!

    Man versucht durch die Forschungen und den daraus ermittelten Rückschlüssen, die richtigen Theorien zu entwickeln. Lässt man sich zu viel Zeit, um seine Theorien zu entwickeln, könnten die anderen Spieler zuvorkommen, oder in der gleichen Zeit mehr Theorien publizieren. Ist man allerdings zu schnell mit seiner Vermutung, könnte sich die Theorie als falsch herausstellen.


    Das Forschen macht hier absolut Spaß und bleibt auch langfristig motivierend. Das liegt nicht nur an den guten Regeln, sondern auch an den vielen Hilfsmitteln, die uns das Spiel zur Hand gibt. Der Spielerschirm ist zum Beispiel sehr gut gelöst und hilft ungemein bei der „Arbeit“.

    Aber am besten ist natürlich die App. Sie funktioniert tadellos und erkennt die abgescannten Spielkarten auf Anhieb. Ohne App verliert das Spiel dagegen sehr viel Spielspaß. Insbesondere für den Spielleiter. Wir haben es in unserer Runde nur einmal versucht…und das Spiel nach knapp einer Stunde wieder abgebrochen, um es MIT App noch einmal zu starten.


    Die Alchemisten ist ein regelrechter „Brain-Breaker“ (so nannte es einer unserer Testspieler). Also ein Spiel, welches einiges an Hirnschmalz abverlangt…


    Die App „würfelt“ dabei bei jedem neuen Spiel die Zutaten wild durcheinander. So kann man also auch nach mehreren Spielen immer wieder über neue Zusammensetzungen knobeln und es kann nicht geschehen, dass irgendwann alles erforscht, bzw. bekannt wäre.


    Für unsere Testspieler war die Alchemisten ein Riesenspaß. Es ist ein sehr komplexes und forderndes Spiel. Aber gleichzeitig ist es auch sehr motivierend und spannend. Für uns ist es das erste Spiel, das es wirklich geschafft hat, die neue Technologie (Smartphones) mit einem anspruchsvollen Brettspiel zu vereinen. Allein schon für diesen mutigen Schritt, gehört den Autoren unser größter Respekt!




    Die Alchemisten

    Vielen Dank an den Heidelberger Spieleverlag, der die Rezension dieses Werks ermöglichte.

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    [45/50] - Spielspaß
    [18/20] - Spielthema/-regeln
    [20/20] - Ausstattung
    [9/10] - Peis/Leistungs-Verhältnis
    92% - gesamt

    Spielerschirm.jpg Spielbrett.jpg Karten_Figuren.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 März 2015

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