1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. DIE Plattform für Fantasy & Sci-Fi Rollenspiele

    Ihr findet bei uns jede Menge Infos, Hintergründe! Dazu Smalltalk, Lebendige Geschichten, Downloads, eigene Regelwerke und vieles mehr zu
    DSA, Shadowrun, (A)D&D und LARP,
    und noch viele andere mehr.
    Information ausblenden

Crowdfunding - Kauf gegen Vorkasse oder Investition?

Dieses Thema im Forum "Kampagnenloses Geschwätz" wurde erstellt von Tufir, 14 Mai 2017.

  1. Tufir

    Tufir Konsul Administrator Spielleiter Schnupperrunden Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    19.136
    Zustimmungen:
    146
    Punkte für Erfolge:
    143
    Geschlecht:
    männlich
    Im Jahre 2015 verabschiedete die Bundesregierung des sogenannte Kleinanlegerschutzgesetz.

    Darin ist unter anderem festgelegt, dass für Kapitalmaßnahmen, welche eine bestimmte Summe überschreiten, eine sogenante Prospektpflicht besteht. Das heißt, die Kapitelnehmer müssen für ihre Investitionsvorhaben in gedruckter Form werben und das Ganze steht unter der Aufsicht der Bundesagentur für Finanzwesen (BaFin).

    Ein zweiter Schutzmechanismuss besagt, dass jede Privatperson, die mehr als 1.000€ in eine einzige Kapitalanlage investieren will, nachweisen muss, dass sie über mehr als 100.000€ frei verfügbares Vermögen verfügt. Alternativ ist die Einlage auf das Doppelte des durchschnittlichen Nettoeinkommes pro Monat beschränkt.

    Soweit so gut, unser Staat will uns also vor uns selbst schützen.

    Crowdfundingplattformen sehen dieses Gesetz sehr zwiespältig. Sie bestätigen zwar, dass dadurch mehr Transparenz erzeugt wird, sehen sich aber auch in ihren Handlungsfreiheiten eingeschränkt. Wenn ein Uhrenhersteller die Herstellung einer Smartwatch per Crowdfunding finanzieren will und sich plötzlich mit 5.000.000€ Pledgevolumen beschenkt sieht, müsste er eigentlich ein Prospekt ausgeben, da seine Methode als Anlageform gilt.

    Dies zur Einleitung meines Threads! ;)

    Worauf ich hinaus will, ist, dass so ziemlich jeder Backer seine eigene Ansicht zum Crowdfunding hat.
    • Der eine sagt, ich investiere in ein Unternehmen und erhalte später ein Geschenk.
    • Der zweite sieht ebenfalls einen Invest, aber eher in ein Produkt als in ein Unternehmen.
    • Und der dritte ist der Meinung, dass er etwas kauft, das erst noch produziert werden muss und er somit eine Art Vorkasse leistet. Ganz so wie beim Möbelkauf, bei dem in der Regel - zumindest bei Großmöbel - das ausgestellte Objekt nur eine Art "Prospekt" darstellt und das individuelle Stück erst gefertigt werden muss.
    • Vielleicht gibt es ja auch noch vierte und fünfte Ansichten ....
    Ich selbst tendiere dazu, mich zur zweiten Fraktion zu zählen.

    Und ihr anderen Crowdfunder von - hier bei uns hauptsächlich Spielen und Spielzubehör - wie seht ihr das? Was ist eure Meinung? Leistet ihr Vorkasse oder investiert ihr?
     
  2. Kyoshiro

    Kyoshiro Legat Pen & Paper Rollenspiele Spielleiter Schnupperrunden

    Beiträge:
    261
    Zustimmungen:
    22
    Punkte für Erfolge:
    18
    Geschlecht:
    männlich
    Da ein Crowdfunding explizit für ein Produkt ist, sei es Comic, Musik, Rollen- oder Brettspiel und man über Addons, verschiedene Pledgelevel und so genau festgelegt wird, was man haben will, bin ich der Meinung, dass es Vorkasse ist.
    Wenn man mal alles genau ansieht, etwa, dass das Geld ja für eine explizite Sache ist, kann es eben keine Investition in ein Unternehmen sein. Denn es gilt nicht dem Ausbau oder so, sondern dem Produkt. Und Geschenke sind es ja nicht, denn ich gebe denen Geld und erwarte etwas, das lege ich ja mit meinem Pledge fest.

    Vermutlich wird das von der einen oder anderen Firma bzw. dem einen oder anderem Unternehmer anders gesehen, aber es gilt eben ein Produkt zu finanzieren. Vermutlich müsste es erstmal einen Prozess geben, der festlegt, als was Crowdfunding gibt, damit man das in Zukunft genau sagen kann. Dann hätte vielleicht der ein oder andere Anbieter ein Problem, wenn die Leute dann ihre Ansprüche durchdrücken könnten. Solange es solch einen Prozess aber nicht gibt, gibt es vermutlich eh zehn verschiedene Meinungen.
     
  3. Marc Aurel

    Marc Aurel Legat Warehouse 23

    Beiträge:
    435
    Zustimmungen:
    69
    Punkte für Erfolge:
    28
    Geschlecht:
    männlich
    Interessante Verknüpfung...ist mir tatsächlich noch gar nicht in den Sinn gekommen, hier die entsprechenden Gesetze für Geldanlagen in Betracht zu ziehen.

    Ich habe lange Zeit Magic gespielt und v.a. gesammelt, was je nach Intensivität sehr teuer werden kann. Auch hier investiert man in etwas, was später u.U. drastisch an Wert gewinnen oder verlieren kann...ist also auch gar nicht so weit weg vom Thrma, außer dass man nicht mit einem professionellen Anbieter, sondern mit Privatpersonen entsprechende (Kauf)Verträge abschließt (je nachdem, wo man sich die Karten besorgt).

    Ich sehe das aus beiden Blickwinkeln:

    Einerseits kaufe ich ein Produkt, welches ich stark zeitverzögert erhalte...wenn ich beispielsweise in einem gewissen, britischen Online-Spielehandel WH40k-Kram oder Brettspiele bestelle, kann das auch bis zu 4 Monate dauern, bis meine Bestellung ankommt.

    Andererseits investiere ich aber nicht nur in in das Produkt, sondern damit verbunden auch in das Unternehmen und somit in eventuelle, zukünftige Produkte.

    Ich sehe Kickstarter und Co. eher als Sprungbrett für kleine Entwickler v.a. von Nischenprodukten...ob diese dann mit meiner Unterstützung dann den großen Sprung auf den etablierten Markt schaffen, ist für mich jedoch eher zweitrangig, solange die Qualität gut ist und der Preis angemessen ist (dies ist ja auch ein großer Faktor bei Direktbezügen über Crowdfunding!). Wenn ich zufrieden bin, würde ich auch gerne bei weiteren Kampagnen mitmachen, welche mich interessieren. Ich unterstütze aber nicht der Unterstützung wegen, sondern möchte schon etwas für mein Geld haben.
     
  4. Tufir

    Tufir Konsul Administrator Spielleiter Schnupperrunden Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    19.136
    Zustimmungen:
    146
    Punkte für Erfolge:
    143
    Geschlecht:
    männlich
    Nunja, ich gehöre ja auch mit meiner Meinung zur Investitionsfraktion. Es ist m. E. halt tatsächlich vom Produkt abhängig. Ich hatte schon mindestens ein Crowdfunding, bei dem der Ersteller sagte, dass er zuerst in neue Maschinen für seine Werkstatt investieren muss, bevor er die Produkte herstellen kann. Damit habe ich eindeutig investiert, da er diese Maschinen ja anschließend weiternutzen kann.

    Theoretisch (also rein rechtlich) hat übrigens jeder Projektersteller das Recht, die investierten Beträge mit oder ohne Rendite zurückzuerstatten, wobei die Rendite auch negativ sein kann - und für das Ganze darf er sich 5 Jahre Zeit lassen. Vorher hat man als Investor kein Anrecht auf Erträge. Also auch hier ein Argument für Investition. Es gibt somit keine Rechtsgrundlage, die investierten Beträge zurück zu fordern. Hier hilft oft nur moralischer Druck.
     
  5. Marc Aurel

    Marc Aurel Legat Warehouse 23

    Beiträge:
    435
    Zustimmungen:
    69
    Punkte für Erfolge:
    28
    Geschlecht:
    männlich
    Interessanterweise erschien heute ein Artikel bzw. Kommentar zum Konzept und der Entwicklung von Kickstarter und Co. auf der Gamestar-Seite.
    Der Inhalt kurz zusammengefasst:

    Die ursprüngliche Idee einer Plattform für Indie-Spiele von kleinen, unabhängigen Entwicklern wurde durch den wachsenden Erfolg ad absurdum geführt und wird heute nur noch als Marketing-Methode genutzt, um Spiele zu vermarkten sowie über hohe Backer-Zahlen zusätzlich Publisher anzulocken.

    Dieser Artikel ist lediglich auf Videospiele bezogen und klammert somit viel zu viel andere Dinge aus, die über Crowdfunding realisiert werden. Die Kommentare zu dieser Kolumne drücken entsprechendes Missfallen der Leserschaft aus.

    Dass ein derartiges Konzept mit z.T. riesigen Geldsummen allerlei zwielichtige Gestalten (Entwickler wie auch Mittelsmänner, wie Publisher) auf den Plan ruft, sollte nun wirklich nicht überraschend kommen...
     
  6. Tufir

    Tufir Konsul Administrator Spielleiter Schnupperrunden Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    19.136
    Zustimmungen:
    146
    Punkte für Erfolge:
    143
    Geschlecht:
    männlich
    Ich kann an der Nutzung einer guten Marketing-Methode nicht viel Schlechtes finden, außer dass sie mir eventuell irgendwann auf den Geist geht. Das sehe ich bei Kickstarter aber eigentlich nicht. Dies lassen mich (bisher) ganz gut in Ruhe.

    Dass es mit zunehmender Anzahl (an was auch immer) auch immer mehr schwarze Schafe gibt, ist dem Menschen und der Gesellschaft an sich geschuldet. Also ebenso ein Problem, das man akzeptieren und ignorieren muss - natürlich unter ständiger Vorsicht (Paragraf 1 der StVO). Womit wir beim tatsächlichen Problem wären:

    Ich sehe die größte Herausforderung darin, dass beim Crowdfunding - wie an manchen anderen Stellen auch - die Nutung des eigenen Verstandes gefordert ist. Und DAS fällt offensichtlich vielen Leuten heutzutage sehr schwer. ;)

    Quintessenz für mich: Ich stimme Herrn Odak nicht zu!
     
  7. Marc Aurel

    Marc Aurel Legat Warehouse 23

    Beiträge:
    435
    Zustimmungen:
    69
    Punkte für Erfolge:
    28
    Geschlecht:
    männlich
    Sehe ich auch so!

    Der ganze Artikel liest sich irgendwie in Richtung:

    ich war schon von Anfang an dabei und jetzt, wo's jeder macht, ist's nicht mehr cool

    Sehr beschränkte Sicht der Dinge, jedoch ist ein Aspekt wichtig: Augen auf im (Crowdfunding)Verkehr :)

    Es wird Zeit für einen Thread über die größten KS-Fails...
     
  8. Kyoshiro

    Kyoshiro Legat Pen & Paper Rollenspiele Spielleiter Schnupperrunden

    Beiträge:
    261
    Zustimmungen:
    22
    Punkte für Erfolge:
    18
    Geschlecht:
    männlich
    In den Kommentaren meinte es einer sehr treffend, für Brettspiele ist Kickstarter immer noch ein Segen und dem stimme ich zu. Beim Thema Rollenspiel finde ich auch, dass durchs Crowdfunding viele gute Sachen finanziert werden konnten. Natürlich gibt es auch schwarze Schafe und hier gibt es ja auch diverse Unmutsbezeugungen, aber der Artikel ist ja wieder echt negativ geschrieben. Aber Gamestar ist ja auch nicht mehr, was es mal war.
     
  9. sonic_hedgehog

    sonic_hedgehog Legat Warehouse 23 Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    5.236
    Zustimmungen:
    61
    Punkte für Erfolge:
    78
    Geschlecht:
    männlich
    Ich gehöre eindeutig zur Vorkasse-Fraktion.
    Klar, die Anbieter finanzieren auch Investitionen für die aktuelle (und spätere) Investitionen. Das ist legitim. Klassisch wäre die Aufnahme eines Kredits, Fremdkapital, das dann aus den Verkausfserlösen zurückgezahlt würde. Durch die Vorkasse entfällt der Kredit bei Dritten, der Käufer ist gleichzeitig Kreditgeber. Im besten Fall rechnet sich das für alle, insbesondere da bei ein aktuellen Zinsen der Käufer sein Held ja auch nicht gewinnbringend anlegen könnte, der Produzent aber Kreditzinsen spart.

    Ansonsten hätte ich mich ja schon früher kritisch zu Crowdfundings geäußert - eben weil ich beobachte, dass auch etablierte Verlage Crowdfundings zur Vorfinanzierung nutzen und damit den Markt für die Kleinstverlage und Self-Publisher einengen. Im Videospielbereich ST das wohl extremer, zumal dort auch ein Trend zur Veröffentlichung von Vorabversionen, ersten Kapiteln, Prequels, etc herrscht.

    Meiner Meinung nach ist die größte Schwierigkeit, die Guten von den Schlechten zu trennen. Bei Brettspielen sind viele dabei, bei denen mehr oder weniger deutlich zu erkennen ist, dass sie entweder einen guten Redakteur brauchen könnten oder dass es gute Gründe gibt, warum sie nicht bei einem Verlag landen konnten. Mein Lieblingsbeispiel (aus eigener Erfahrung) ist Rum & Bones - wo ein Jahr nach Ende der Produktion seitens der Publisher ein Regelupdate als erforderlich (und projektierbar) angesehen wurde. Das zeigt letztlich nur, dass die erste Variante ein unreifes Bananenprodukt war.

    Gefühlt ist es auch so, dass auch die Nutzer vermehrt auf erfahrene Pferde setzen. Verlage, die bereits erfolgreiche Projekte vorweisen können. Rollenspiele, die bereits in einem Land erfolgreich waren und 'nur' übersetzt werden. Mal abgesehen vom Miniwahn.

    Insofern würde ich die Frage ergänzen um die Frage, wie hoch der Prozentsatz der Produkte ist, die wirklich so überzeugend waren, wie angesichts der Beschreibung angenommen?
     
    Marc Aurel gefällt das.
  10. Luzifer

    Luzifer Legat Warehouse 23 Kickstarter & Co. Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    5.004
    Zustimmungen:
    105
    Punkte für Erfolge:
    98
    Während einer Kampagne fühlt es sich oft so an, dass man am Projekt Teil hat. Man fiebert dem nächsten Schritt mit. Ich gebe Regelungereimtheiten zu Bedenken. Ich entdecke Rechtschreibfehler dem Autoren zur Kenntnis. Ich bin Teil des Ganzen und INVESTIERE auch noch einiges an Zeit. Dennoch ist der rein technische Ablauf durchaus sehr oft mit einer Vorkasse vergleichbar. Insbesondere bei den großen Kampagnen bzw. großen Herstellern.

    Anders sieht es bei den kleinen Verlagen aus, die meines Erachtens ohne Kickstarter niemals eine Chance hätten. Als Beispiel hier KOTI Games mit Battle Arena Show oder Badass Riders.
    Wobei hier auch anhand der Regeln gesagt werden muss, dass das Regelwerk so niemals durch ein Lektorat gekommen wäre. Ich muss es wissen, denn ich hab sie übersetzt. Die Deutschen sind jetzt super, die englischen dagegen... oh wei. Also ein Punkt für und wider, wie auch @sonic_hedgehog schon mit seinem Beispiel auf Rum & Bones angeführt hat.

    Noch krasser finde ich das Beispiel eines anderen kleinen Familienunternehmens: Petersen Games und Cthulhu Wars. Das Spiel würde NIEMALS existieren ohne Crowdfunding. Und allein dafür danke ich Kickstarter. Ein Spiel für damals 120 Euro und jetzt 200 Euro mit gigantischen Figuren wollte kein Verlag haben. Nur der Wunsch der Fans hat es ermöglicht heute CW am Spieltisch zu spielen. Leute, die an eine idee geglaubt haben und in diese Idee investierten. Das hat dazu geführt, dass Sandy Petersen sich endgültig von allen Verpflichtungen loseisen konnte und nur noch Spielehersteller in seiner eigenen Firma sein konnte. Also wurde hier nicht nur in eine Idee und ein einzelnes Spiel investiert, sondern auch in die Person / die Firma selbst, so dass es weiterhin eine Entwicklung gibt. Und die gab es auch mit Onslaught 2 und demnächst Onslaught 3.

    Wobei ich zugebe, dass diese Beispiele Einzelfälle sind. Viel öfter sehe ich mich in Kampagnen wie Zombicide, wo ich hoffe, dass ein neuer Rekord aufgestellt wird und ich nochmal mehr Strechgoals erreiche, wie in der Kampagne zuvor. Hier will ich meine Vorkasse / mein Invest optimieren und möglichst viel herausholen.

    Ich kann also sagen, dass ich Investor im Herzen bin, der durchaus das Geld ganz unspektakulär vorab überweist, für ein hoffentlich fest stehendes Produkt, das natürlich mit Verspätung bei mir eintrifft.

    Interessante Frage. Bei mir: ernüchternd! Einige Spiele haben mich während der Kampange total interessiert. Ich habe sie zwischenzeitlich vergessen und bei dem - verspäteten - Eintreffen bei mir, erst mal links liegen gelassen, bis sie eines Tages wieder interessant sind. Andere sehen einfach nur auf dem Papier und auf Bildern toll aus. Ich befürchte Dark Souls ist so ein Kandidat, der in der Spieltiefe zu wünsche übrig lässt.


    Noch ein ganz anderer Aspekt:

    Strechgoals. Wir alle lieben sie und wir alle wollen sie. Ok, ich rede für mich selbst. Es ist genial zu sehen, was für ein riesiges Paket zusammen mit Zombicide (dem Grundspiel) hier angekommen war. Lauter zusätzliche Päckchen. Und alle "umsonst"! Als Dankeschön für meine "Investition". Jedoch musste ich bei CONAN feststellen, dass Strechgoals das eine sind. Eine Bereicherung für das Spiel sind sie deshalb noch lange nicht. Zusätzlcihe Heldenfiguren wollen ins Spiel eingebunden werden. Sie müssen integriert werden. Das kostet nicht nur Plastik und Mulden dafür, sondern auch spielerische Werte und ein Balancing. Das hat bei Conan nicht funktioniert bzw. muss hier nachgekartet werden. Zombicide hat mir eine lebenslange Auswahl an Heldenfiguren mitgeliefert, die alle anders aussehen, aber letztlich auch "nur" Figuren auf dem Spielfeld sind, die anstatt ein Schwert jetzt eine Axt in der Hand halten und eine leicht modifizierte Sonderfähigkeit haben.
    Ich will sagen: Boni und Addons sind ja schön und es fühlt sich toll an, wenn die Anzahl der Strechgoals steigt. Nur die reine Zahl hilft später nicht ein besseres Spiel auf den Tisch zu zaubern. Quantität ist eben nicht gleich Qualität.
     
    Marc Aurel gefällt das.
  11. sonic_hedgehog

    sonic_hedgehog Legat Warehouse 23 Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    5.236
    Zustimmungen:
    61
    Punkte für Erfolge:
    78
    Geschlecht:
    männlich
    Deine Gänsefüßchen deuten es ja schon an: There ain't no such thing as a free lunch!

    Man könnte ja in der Klamottenkiste des BWL Schulunterrichts kramen und daraus folgern, dass zunehmende Unterstützerzahlen gleichbedeutend mit zunehmenden Mengen sind und zunehmende Mengen zu einer Verringerung des Preises pro Stück führen (die Geschichte mit den Grenzkosten). Ich bezweifle aber, dass die Staffelung der Stretchgoals und deren Kosten wirklich regelmäßig so gestaltet sind, dass sie mit diesem theoretischen Effekt harmonieren. Gestützt wird meine Annahme dadurch, dass es ja immer mal wieder Kampagnen ohne oder nur mit marginalen Stretchgoals gibt, ich aber mich nur (ganz entfernt) einer Kampagne entsinne, wo bei einer bestimmten Backerzahl eine Kostenreduktion des Pledges erfolgte (vielleicht kann mir ja jemand auf die Sprünge helfen) - das wäre ja eine faire Alternative.

    Eher gehe ich davon aus, dass Stretchgoals von vorneherein eingepreist werden - mitunter helfen dabei sicher auch als Stretchgoal verkaufter Add-On Kram. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie unnötig sind.
     
  12. Rhizom

    Rhizom Akoluth

    Beiträge:
    506
    Zustimmungen:
    52
    Punkte für Erfolge:
    28
    Geschlecht:
    männlich
    Der gute Zucati hat einen Teil der Diskussion hier auch ganz schön zusammengefasst:

    Quelle: Update 8: Day 8 · Zucati EleMetal™ dice for tabletop and roleplaying games

    Nur die ökonomische Bestimmung ist hier natürlich nicht der Zweck. Aber wie verschieden Leute Kickstarter so sehen...
     
  13. Tufir

    Tufir Konsul Administrator Spielleiter Schnupperrunden Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    19.136
    Zustimmungen:
    146
    Punkte für Erfolge:
    143
    Geschlecht:
    männlich
    Es kann sein, dass nur Unterstützer auf den Link kommen, deswegen hier nochmals den gesamten Text von Hal:

     
  14. Marc Aurel

    Marc Aurel Legat Warehouse 23

    Beiträge:
    435
    Zustimmungen:
    69
    Punkte für Erfolge:
    28
    Geschlecht:
    männlich
    In der Kampagne von Farsight wird ganz aktuell u.a. über dieses Thema diskutiert.

    In den vergangenen Tagen reduzieren viele Backer ihre Unterstützung aus verschiedenen Gründen:
    • zu wenig Stretchgoals
    • zu wenig Updates bzw. zu geringe Unterhaltung durch den Ersteller der Kampagne
    • keine/ zu wenig Vorteile in der KS-Kampgane gegenüber der (möglichen) Retailversion
    Ich finde, hier ist auch das grundlegende Missverständnis zu erkennen:

    Viele verstehen gar nicht, dass das Spiel mangels Unterstützung gar nicht erscheinen wird und sie es somit niemals in den Händen halten werden. Gerade im Brettspielbereich ist die Reizüberflutung mittlerweile sehr hoch, v.a. auch in Bezug auf Zusatzinhalten wie Miniaturen und sonstige Spielmaterialien.

    In der o.g. Kampagne beschweren sich einige Backer, dass der Entwickler das Interesse nicht hoch genug hält und dass die Kampagne sich nicht weiter entwickelt, Andere Backer halten dagegen und verweisen darauf, dass man das Spiel entweder mag und unterstützt, oder eben nicht...aber "ich mag es, aber ich will einfach mehr kostenlos haben" gibt's nicht.

    Gerade für das Entwickler-Team sehr schade, da die Kampagne schon bei 50.000 Pfund und der Gesamtbetrag nun rückläufig ist, obwohl - wie auch üblich auf KS - nach und nach die Inhalte beleuchtet werden...und das sogar in Abstimmung mit den Backern.

    Die Backer sind heutzutage wohl schon derart verwöhnt von den großen und erfolgreichen Herstellern, dass die kleinen sich schwer damit tun, bei derartigen Kampagnen mitzuhalten, obwohl es hier wirklich nur darum geht, eine Idee zu verwirklichen und etwas zu erschaffen und aufzubauen.
     
  15. Luzifer

    Luzifer Legat Warehouse 23 Kickstarter & Co. Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    5.004
    Zustimmungen:
    105
    Punkte für Erfolge:
    98
    Wie ich schon weiter oben erläutert habe, ist ein Crowdfunding meines Erachtens per se genau für diese kleinen Ideen geschaffen, um sie überhaupt realisieren zu können.

    Ein großer Verlag könnte ein Spiel so oder auf den Markt bringen. Eventuell mit einem erhöhten Risiko, was die Verkaufszahlen angeht. Und mit weniger Werbung vorneweg. Somit ist es für große Verlage eine Risikominimierung. Während es für kleine Ideen um die tatsächliche Existenz eines Produkts geht.
     
  16. Kyoshiro

    Kyoshiro Legat Pen & Paper Rollenspiele Spielleiter Schnupperrunden

    Beiträge:
    261
    Zustimmungen:
    22
    Punkte für Erfolge:
    18
    Geschlecht:
    männlich
    Leider gibt es eben diverse große Verlage, die quasi nur noch Kickstarter nutzen. Nimm Monte Cook Games, die haben bei Kickstarter quasi ne Lizenz zum Gelddrucken. Die leute haben damals das neue Spiel von MCG gebacked, obwohl nicht mal genau klar war, worum es sich handelte. Der Einstiegspreis betrug meines Wissens knapp 200$, wenn du in den Playtest (das Spiel war noch nicht getestet), dann waren das mindestens 500$ und die Version mit handegeschriebenen Notizen (damit man weiß, wie man überhaupt spielen soll) bei 1200$.
    Den Leuten war der Preis egal, die haben so viel Geld gegeben, das ist der Wahnsinn. Modiphius hat bei Mutant Chronicles, Conan und Infinity ähnliches gehabt, da flog das Geld nur so.

    Aber genau durch solche Sachen haben die Leute heutzutage eine andere Haltung, sie wollen mehr und mehr. Irgendwann wird das mit den Crowdfundings sicherlich rückläufig, einfach weil die Leute eben mehr erwarten oder nicht mehr mitmachen. Das ist ein unschöner Trend.
     
  17. Luzifer

    Luzifer Legat Warehouse 23 Kickstarter & Co. Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    5.004
    Zustimmungen:
    105
    Punkte für Erfolge:
    98
    Da gehören ja immer zwei dazu. Einer der es anbietet. Und ein zweiter, den den Hype entfacht bzw. mitträgt.

    Ich habe nichts dagegen, wenn die Verlage ihre Risiken minimieren, weil sonst einige Ideen auf der Strecke bleiben würden. Jedoch erwarte ich von großen Verlagen eine ebenso gute Qualität und einen Spieletest im Vorfel, wie es ein "Lektor" bei einem regulären Verlagsspiel machen würde. So dass hier nicht die Qualität auf der Strecke bleibt. DAS wäre ein unschöner Trend.
     
  18. Tufir

    Tufir Konsul Administrator Spielleiter Schnupperrunden Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    19.136
    Zustimmungen:
    146
    Punkte für Erfolge:
    143
    Geschlecht:
    männlich
    Ich habe auch nichts dagegen, wenn Verlage über KS eine Risikominimierung betreiben. Ich hätte es schön gefunden, wenn Fantasy Productions noch existieren würde. Auch einige andere würden eventuell noch leben, wenn man diese Möglichkeit bereits in den 90ern gehabt hätte. Wichtig ist - da stimme ich voll zu - die Qualität.

    Das es immer wieder Geier und Gierige geben wird, liegt leider in der menschlichen Natur.
     
  19. sonic_hedgehog

    sonic_hedgehog Legat Warehouse 23 Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    5.236
    Zustimmungen:
    61
    Punkte für Erfolge:
    78
    Geschlecht:
    männlich
    Ich glaube, dass man daran mehrere Überlegungen darlegen kann.

    Zum einen ist das genau die Frage, als was man KS sieht. Wer es als Möglichkeit eines Kaufs auf Vorkasse sieht, wird Kampagnen vielleicht anders wahrnehmen als jemand, der in Personen oder Organisationen investiert. Als Käufer will ich das bestmögliche Produkt. Und muss hier anhand der Präsentation entscheiden. Je besser die ist,desto überzeugender. Das bevorteilt natürlich die großen Fische im Teich. Den Investor mag auch anderes bewegen.

    Es sind aber auch die Projektstarter in der Beweispflicht: Wenn jemand schon die Kampagne nicht gut führen kann, wie soll ich dann an eine gute Produktionsdurchführung glauben?
    Außerdem: Was ist denn eine erfolgreiche Kampagne? Ist es, wenn man das gesteckte Finanzierungsziel erreicht, oder erst wenn ich das Ziel um ein mehrfaches überbiete? Wenn ich ein gutes Basisprodukt und eine solide Kostenrechnung habe, müsste ersteres doch genügen, oder? Gerade als Kleiner, gerade wenn ich Kickstarter eben nicht als Risikominimierung sondern als meine Chance zur Umsetzung meines Traums sehe.
    Da sollte man auch die Gier etwas klein halten, ich denke mit Grausen an Kampagnen die trotz Erreichen des Mindestziels abgebrochen wurden.

    Das bedeutet nicht, dass ich meine grundsätzlich kritische Haltung gegenüber großen Verlagen auf KS revidiere. Aber ich kann verstehen,wenn man sein unternehmerisches Risiko minimieren will und die Käufer mitspielen. Zumal: Die wirklich großen Verlage sind ja nicht auf KS zugange. Ich habe da auch mal in einem Podcast die Aussage gehört, dass das für die auch keine Option ist. Schon allein deswegen, weil deren Auflagen und Umsätze dann doch weit jenseits dessen sind, was auf KS erreicht wird. Es sind dann doch nur die großen unter den kleinen Verlagen.
     
  20. Tufir

    Tufir Konsul Administrator Spielleiter Schnupperrunden Rezensionsredaktion

    Beiträge:
    19.136
    Zustimmungen:
    146
    Punkte für Erfolge:
    143
    Geschlecht:
    männlich
    Und dann hätten wir beimden großen noch das ungeklärte Problem mit dem Kleinanlegerschutzgesetz. Wenn du als Goßer gleich mit 5M€ oder mehr planst, befindest du dich in einer rechtlichen Grauzone. Schwierig!
     

Diese Seite empfehlen