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Ernährung 2070

Dies ist das Thema Ernährung 2070 bei Welt & Hintergrund als Teil vom Shadowrun.
Mahlzeit! Ist euch auch mal aufgefallen, dass in vielen SR-Publikationen die Meinung vertreten ist, dass natürliche Nahrung wesentlich ...


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Antwort

#1  
Ernährung 2070 (Alt 06.10.2006, 15:36 )
Benutzerbild von puck
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Ernährung 2070

Mahlzeit!

Ist euch auch mal aufgefallen, dass in vielen SR-Publikationen die Meinung vertreten ist, dass natürliche Nahrung wesentlich besser wäre als künstlich erzeugte Industrienahrung? Bisher konnte ich leider noch nichts darüber lesen, weshalb das so sein sollte.
Für die Moleküle, die man durch die Nahrung aufnimmt ist es doch egal, ob sie auf chemischen Wege im Labor, oder auf chemischen Wege in einem anderen Organismus erzeugt wurden.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass natürliches Essen unbedingt besser schmecken muss. Die Anzahl der natürliuchen Aromen, die wir heute zu uns nehmen schrumpft ja auch von Tag zu Tag.

Bleibt tapfer,

puck
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#2  
AW: Ernährung 2070 (Alt 06.10.2006, 15:57 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
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AW: Ernährung 2070

Heißes Thema... Mal sehen, wohin es führt.

Ich stimme da schon heute mit der SR-Realtiät überein: Natürliches Essen schmeckt besser als industriell gefertigtes. Wer jemals gekocht und dabei nur frische Zutaten verwendet hat, wird bestätigen können, dass das Ergebnis besser war als das aus der Dose/Tüte/... - außer er kann nicht kochen!

Die Frage nach dem gesünder ist da etwas komplexer.
Klar: Ascorbinsäure ist Vitamin C, ob aus der Orange oder aus dem Labor ist erst mal egal. Aber andere Sachen sind da nicht so eindeutig und industrielle Herstellung (im vernünftigen kostenrahme) unweigerlich Moleküle:
  • Die Zusammensetzung natürlichen Essens ist wesentlich komplexer als die von Industriefutter - Spurenelemente, etc.
  • Vitamine werden abgebaut und müssen dann ersetzt werden (nur was geschieht mit den Abbauprodukten?)
  • Geschmacksstoffe sind vollkommen anders aufgebaut als natürliche Aromen (nicht zu verwechseln mit den "natürlichen aromen", die auf der Packung stehen - was die mit Natur zu tun haben kann ich beizeiten mal posten) - weiß jemand ob der ein oder andere Geschmackstoff vielleicht Langzeitschäden bewirkt - Farbstoffe werden auch immer wieder verboten...
  • Selbst so Kleinigkeiten wie ungesättigete Fettsäuren vertragen nicht jede Verarbeitung (sagt jemandem der begriff trans-Fettsäure was?).
Das alles (und noch viel mehr *sing*) führt dazu, dass relativ klar ist, dass schon heute industriell verarbeitete Nahrung ungesünder ist als natürliche (soweit man den Begriff auf das Zeug anwenden darf - und kommt mir nicht mit "Bio"); was der Einfluss von Gentechnik und Soja noch so mit sich bringen könnte, ist da noch gar nicht eingebaut.
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Es ist ein weitaus schicklicheres Unterfangen ein Abenteuer zu lesen, als selbst eines zu erleben.

Geändert von sonic_hedgehog (06.10.2006 um 16:00 Uhr).
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#3  
AW: Ernährung 2070 (Alt 06.10.2006, 17:04 )
Benutzerbild von puck
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AW: Ernährung 2070

Zitat:
Das alles (und noch viel mehr *sing*) führt dazu, dass relativ klar ist, dass schon heute industriell verarbeitete Nahrung ungesünder ist als natürliche
Was heißt hier "schon"? Dasraus lese ich, dass du davon ausgehst, dass künstliche Nahrung in zukunft noch weniger gesund sein wird, als heute. Ich gehe eher davon aus, dass die Nahrungsmittelindustrie in Zukunft eher Boden gut macht. In 60 Jahren kann da einiges passieren.

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puck
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#4  
AW: Ernährung 2070 (Alt 06.10.2006, 17:57 )
Benutzerbild von Gorbag
Streuner
 
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AW: Ernährung 2070

Wir reden ja von SR und da siehts nach Background aktuell so aus das echte Lebensmittel zu Luxusgüttern geworden sind. Unter echte Nahrung fällt sowohl das Steack frisch vom Rind als auch der Tüten Osaft aus einer Orange. Sogar eine Tiefkühlpizza kann echtes Essen sein wenn alles aus Weizenmehl, Tomaten, Milch usw. gemacht wurde.
Das Falsche Essen 2060 ist sogenantes Soyfood und das ist nicht besonders toll. Soyfood ist einfach aus Soyakaimen hergestellt weil diese sich wohl am besten in beliebiger Form und Konsistenz verarbeiten lassen. Dazugemischt werden dann entsprechende Gemschack und Farbstoffe und fertig ist das Soygericht. Also ist eine Scheibe Soykäse nur ein gelb eingefärbter klumpen Soja der nach Käse schmeckt, aber er ist eben 100% künstlich und bleibt Geschmacklich hinter echtem Käse zurück.

Deshalb ist echtes Essen einfach nurnoch ein Luxusgut weil eben fast alle Landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf den Tellern der Reichen landen weil es einfach ungemein schwerer geworden ist diese anzubauen.
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Der Horizont ist nicht das Ende sondern der Anfang.
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#5  
AW: Ernährung 2070 (Alt 07.10.2006, 11:46 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
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AW: Ernährung 2070

Erschwerend kommt hinzu, dass die Konzerne sich auch bei Lebensmitteln zwischen besser oder billiger entscheiden müssen - und da steht gerade bei SR billiger eindeutig vor besser. Besser gibt es zwar vielleicht auch, aber zu deutlich höherem Preis.
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#6  
AW: Ernährung 2070 (Alt 07.10.2006, 12:33 )
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AW: Ernährung 2070

Zitat:
Soyfood ist einfach aus Soyakaimen hergestellt weil diese sich wohl am besten in beliebiger Form und Konsistenz verarbeiten lassen.
Ich denke eher, dass der soyfras aus, noch nicht gekeimten, Soyabohnen gemacht wird. Das hat mit sicherheit den Grund, dass diese einen sehr großen Proteinenanteil haben, was für Pflanzliche Nahrung eher ungewöhnlich ist.

Mir reicht die Aussage Künstlich=Schlecht einfach nicht. Wenn wir uns den Geschmack anschauen, dann ist es heute tatsächlich so, dass künstliche Aromen nicht so lecker sind wie natürliches Essen. Meinetwegen lasse ich mich auch darauf ein, dass sie 2070 immernoch nicht unbedingt identisch schmecken müssen, aber man muss ja nicht unbedingt versuchen die Natur zu immitieren. Man kann ja auch einfach neue geschmäcker kreieren, die dann auch gut schmecken können.
Aber vielleicht verwendet man in den Laboren ja doch die selben Aromastoffe, wie Mutter Natur. Die lassen sich doch sicher auch, mit Hilfe von transgenen Mikroorganismen oder sonst wie herstellen. Das muss noch nicht einmal teurer sein. Das Problem mit den heutigen künstlichen Aromastoffen ist ja der, dass es sich dabei um andere Stoffe handelt, die einen ähnlichen "Geschmack" haben. Wenn es das selbe Molekül wäre, hätte es auch den selben Geschmack.

In Punkto Gesundheit bin ich auch skeptisch, immerhin nimmt der Mensch durch seine natürliche Nahrung auch Schadstoffe oder anders schädliches Zeug auf (wenn ich da nur dran denke, was alles krebserregend sein soll...). Diese würden komplett Wegfallen. Wenn man Nahrung komplett selber herstellt, dann kan man sich diese auch so zusammenstellen, dass alles enthalten ist, was der Körper zum leben braucht und nicht mehr.

Am Schluss möchte ich noch was zum Preis sagen. Natürlich wird das Zeug, dass man in der Unterschicht zu essen krigt günstig sein und deswegen qualitativ minderwertig, aber das habe ich ja nie bestritten. Ich habe nur die Frage aufgeworfen, ob natürliche Nahrung IMMER besser ist als künstliche. Ich kann mir hingegen sehr gut vorstellen, dass die teure Variante der künstlichen Nahrungsmittel eventuell gesünder und wohlschmeckender sein kann.
Ich stelle mir das so vor wie mit Kleidung. Früher hat der Mensch natürliche Fasern benutzt um sich Klamotten herzustellen und mittlerweile gibt es Sportbekleidung, die genau die Anforderungen des Sportlers erfüllen und komplett aus künstlichen Fasern hergestellt sind.

Bleibt tapfer,

puck
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#7  
AW: Ernährung 2070 (Alt 07.10.2006, 13:14 )
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AW: Ernährung 2070

Zitat:
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Aber vielleicht verwendet man in den Laboren ja doch die selben Aromastoffe, wie Mutter Natur. Die lassen sich doch sicher auch, mit Hilfe von transgenen Mikroorganismen oder sonst wie herstellen.
Mal abgesehen davon, dass Geschmack eine Mischung verschiedenster Komponenten darstellt, die sich so einfach nicht herstellen lassen: Selst wenn ich es schaffe, ist auch nicht wirklich rentabel, da rein künstliche Aromen immer billiger sein werden.

Es ist auch so, dass je weiter Nahrung verarbeitet wurde, desto mehr neigt sie dazu, ungesund zu werden. Irgendwas vergisst man immer, wenn man versucht einfach das zusammenzumischen, was der Körper vorgeblich braucht. Auch lassen sich Crosskontaminationen nicht vermeiden - dseshalb steht ja inzwischen auf fast jedem Lebensmittel die Warnung, es könnte Nüsse enthalten - auch wenn man dafür eigentlich keinen Grund dafür erkennen kann, was die darin zu suchen hätten. Um nun künstlich Proteine herzustellen, müsste ich zumindest eine Aminosäuremischung (die ich eventuell aus Öl herstellen könnte) zu Mikroorganismen geben, die daraus dann Proteine basteln. Die schmecken dann nicht und ich stehe vor dem Problem, dass ich noch die Mikroorganismenreste abtrennen muss. Ähnliches gilt auch für alle anderen Nährstoffe. Bis ich das gelöst habe, habe ich so viel Geld verblasen, dass es billiger wäre, ein riesiges Gewächshaus aufzustellen, in dem ich das Zeug natürlich züchte. Wenn mir der Ertrag da zu gering erscheint, dann wäre es einfacher über Genforschung dran zu arbeiten, als mich auf Vollsynthese einschießen. Womit ich aber wieder einen Schritt mehr von der Natürlichkeit weg bin.

Meiner Meinung nach ist das ein Teufelskreis - und zwar einer, den zu durchbrechen einfach nicht rentabel genug ist. Schon garnicht in einem Settig wie dem von SR. Ich sehe also einfach keine Chance für industrielles Essen - was aber auch ein wenig ein Glaubenskrieg ist.
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#8  
AW: Ernährung 2070 (Alt 07.10.2006, 13:44 )
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AW: Ernährung 2070

Zitat:
Mal abgesehen davon, dass Geschmack eine Mischung verschiedenster Komponenten darstellt, die sich so einfach nicht herstellen lassen: Selst wenn ich es schaffe, ist auch nicht wirklich rentabel, da rein künstliche Aromen immer billiger sein werden.
Mit dem Wörtchen IMMER sollte man sehr vorsichtig sein. In den Sklavenhaltergesellschaften der Antike wäre ja auch niemand auf die Idee gekommen vollautomatische Fertigungsstraßen zu erschafen. Damals waren Arbeitskräfte einfach viel zu günstg.
Und ich habe ja nie abgestritten, dass sowas ein riesen Aufwand ist, aber in Zeiten, in denen Anbauflächen für natürliche Nahrung immer kleiner werden, weil immer mehr Land komplett verseucht ist, könnte er sich irgendwann lohnen. Man muss sich nur überlegen wie man an die Ausgangsmaterialien kommt.

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#9  
AW: Ernährung 2070 (Alt 11.10.2006, 14:47 )
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AW: Ernährung 2070

Vielleicht sollte man auch einmal zwischen "teurer" und "besser" trennen. Das natürliche Lebensmittel "teurer" sind, finde ich absolut logisch. Auch heute ist reines Bio teurer als Legebatterie und nach der Situation in Shadowrun wird sich das nicht ändern.

Abgesehen davon: ein Freund von mir ist Koch (hat bei Johan Lafer auf der Stromburg gekocht). Der sagt: Man kann heute gar nicht mehr "gut" kochen, also den Geschmack nur den natürlichen Aromen überlassen, weil diese für die heutigen Gaumen viel zu subtil sind. Der Gast, der Miracoli gewöhnt ist bestellt sich dann ordentlich Salz dazu.

Zwei kleine filmische Ausflüge dazu: Over the hedge, Animationsspass...Chips mit geschmacksverstäker: Lecker! aber ungesund...ABER LECKER!!!!!

und Blade Runner: Echte Tiere sind sauteuer - dafür gibts künstliche. Ob die schlechter sind? Denke nicht...und auch die künstlichen Menschen sind ja nun nicht wirklich schlechter....("Pleasure Model"...hmmmnja :-)))))

Fazit: Mit "echtem" Essen ist es wie mit französichem Champagner, italienischem Parmaschinken und deutschem Bier -> fürs original wird eben mehr bezahlt...und wer sich das leisten kann leistet sich das halt. Wir armen schweine, die das nicht können trinken den Aldi-Schampus, glauben der Stiftung Warentest, dass der auch gut ist und sparen Geld....
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Aaahh Aliens! don't eat me, I have a wife and kids! ... Eat them!
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#10  
AW: Ernährung 2070 (Alt 16.10.2006, 23:08 )
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AW: Ernährung 2070

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Ist euch auch mal aufgefallen, dass in vielen SR-Publikationen die Meinung vertreten ist, dass natürliche Nahrung wesentlich besser wäre als künstlich erzeugte Industrienahrung?
Ich hatte eher den Eindruck, daß künstliches Essen fast nur in der Unterschicht vorkommt und dort verbreitet ist. Was bedeutet, dass es einfach billiger ist, als natürliches Essen. Schlechter soll es wohl nicht sein, aber nicht so gut schmecken. Besonders oft wird das bei "Feinschmecker-Prdukten" beschrieben, wie z.B. Kaffee.

Das ganze finde ich auch etwas unglaubwürdig, da sich der Mensch einfach an alles gewöhnt. Auch an geschmacklose Tomaten, Radieschen, Gurken etc. Wahrscheinlich wollten die Macher ein paar Highlights einbauen, die jeder erleben kann. Sozusagen als Salz in der Suppe
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"Das Beste was wir auf der Welt tun können, ist Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen." M. Luther
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