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  #11  
Alt 15.01.2010, 14:10
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 15.01.2010, 14:10 ]

Ja, beide Gruppen (gutverdienende Regelwerkbesitzer und Hartz IV-Empfänger ohne Regelwerk) gibt es bei uns Online und auch im Pen & Paper, aber von Neid merke ich in diesem Hinblick weniger.

Neid spüre ich eher bei unserer allein-erziehenden Mutter, die abends oft nicht bei unseren Runden dabei sein kann, weil sie zu Hause auf ihren Kleinen aufpassen muss.

Ein anderes Beispiel von unserem Online-RP-Projekt. Ich wollte helfen ein RL-Treffen zu organisieren. Die Frage der Unterkunft wurde da schnell zur Streitfrage: Nachdem die Besserverdiendenden Links zu einigen (günstigen!) Hoteltipps posteten, suchte ich daraus konkrete Beispiele zusammen. Kurz danach wurde ich von einen Frau angefahren, dass nicht jeder wie Prinzessin auf der Erbse hausen könne und eine Jugendherberge es auch tun würde. Grundsätzlich kein Problem doch konkrete Vorschläge blieben leider aus.

Vielleicht liegt es teilweise daran, dass es den Schlecht- oder Gar-Nichts-Verdiener in der Regel peinlich ist über ihre schlechte Situation zu reden und andere um Kompromisse zu bitten.

Das hat jetzt allerdings alles weniger mit den teuren Büchern zu tun... hexe hat nicht ganz unrecht. Rollenspieler sind eher eine Randgruppe. Um die Kosten zu decken, müssen die Hersteller viel auf ein Buch draufschlagen. Und man kann auch nicht behaupten, dass die Bücher und Spiele billig aussehen.
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  #12  
Alt 15.01.2010, 17:31
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 15.01.2010, 17:31 ]

Ok, ich kann das schon nachvollziehen, dass es vielleicht nicht ganz einfach ist, als Verleger von Rollenspielmaterial schwarze Zahlen zu schreiben. Aber wie schaffen es dann zunehmend mehr Verlage, ihre Rollenspiele komplett kostenlos auf ihren Seiten zum Verkauf anzubieten? Und ich meine damit nicht relativ einfach gehaltene Systeme, sondern vollkommen professionelle Produkte wie Opus Anima, oder Degenesis.

Ich selber bin Student und habe regelmäßig Probleme, die Studiengebühren rechtzeitig zusammen zu raffen. Da bleibt nicht wirklich viel Geld für Rollenspiele übrig. Deswegen bin ich auch darauf umgestiegen, das Internet nach frei verfüglichen Systemen zu durchforsten und bin damit sehr glücklich. Einige meiner Lieblingssysteme habe ich so entdeckt. Und nachdem ich nun so ziemlich alles für mich interessante über D&D 3.5 besitze, werde ich wohl nicht nochmal so einen Wahnsinn mitmachen und so viel Kohle in ein System investieren. Denn die Preise sind mehr als happig und stehen oftmals in keinem Vergleich zum Inhalt...
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  #13  
Alt 15.01.2010, 19:24
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 15.01.2010, 19:24 ]

@Tufir
Nein, ich denke nicht, dass es eine große Kluff gibt. Da
a) Regelwerke immer noch kein Vermögen kosten. Wenn man darüber nachdenkt, das der Durchschnitts-Jugendliche/Student Abends beim Weggehen ausgibt. Dann ist da recht fix ein Rollenspiel-Regelwerk drin.
b) man immer noch sehr wenig für das eigentliche Rollenspiel benötigt. Neben einem Würfel, Stift und Papier braucht man hauptsächlich eine große Portion-Phantasie.

Und zu deinen Bespielen. Der Unterschied zwischen Comic von damals und Rollenspiel-Regelwerk von heute ist aber der, dass Rollenspielregelwerke kostenlos völlig legal im Netz verbreitet sind. D&D 3.5 und Pathfinder (auch genannt D&D 3.75) Grundregeln stehen einfach so öffentlich zur Verfügung. Wenn man Deinen Comic auch überall hätte runterladen können, dann hättest Du ihn auch nicht so oft verleihen müssen.

Der Whiskey? Das empfinde ich jetzt als weniger erstaunlich. Whiskey ist ein reines Luxus-Produkt. Auch ist er geschmacklich nicht das, was junge Leute anspricht. Obendrein macht er krank und süchtig. Viel Geld für ein uraltes, giftiges Gesöff ausgeben?? Da muss man das Zeug schon lieben und davon gibt es anscheinend genug. Wahrscheinlich sind es auch größtenteils Männer, die Whiskey trinken. Aber daraus können wir auch nicht schließen, dass Männer mehr Geld verdienen.


Zitat:
Zitat von SoulReaper Beitrag anzeigen
Aber wie schaffen es dann zunehmend mehr Verlage, ihre Rollenspiele komplett kostenlos auf ihren Seiten zum Verkauf anzubieten?
Vielleicht erklärst Du etwas genauer, was Du mit "kostenlos zum Verkauf anbieten" meinst. Etwas kostenlos zum Verkauf anbieten ist nicht so schwer. Aber wahrscheinlich denkst Du da an pdfs? So weit ich weiß ist Degenesis so entstanden. Im Grunde nicht schwer: Du brauchst eine Idee, gute Texte, jemanden der Bilder malen kann und layouten, sowie jemand der Ahnung von Webseiten hat. Wenn Du die Leute für Dein Projekt begeistern kannst, dann kostet Dich das gar kein Geld. Das Internet ist voll von Leuten, die gerne und gut Zeichnen. Da findet man sicher jemanden der Bilder zur Verfügung stellt, dafür machst Du ihn etwas bekannter. Darauf packst Du Alles in ein hübsches PDF und bastelst eine nette Webseite dazu. Webspace gibt es kostenlos, aber hier ist es vielleicht besser, die letzten 100 Euro von der Oma zu Weihnachten in eine eigene Domäne und zwei drei Jahre Laufzeit zu investieren. Wenn Dein Zeug ankommt: "Hurra!" Bei genügend Vorbestellungen, kannst Du ein ein zusätzliches Print-Produkt denken.
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Bis bald, dummdidumm
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  #14  
Alt 15.01.2010, 19:46
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 15.01.2010, 19:46 ]

Ja ok, da wurde ein Satz angefangen und mit anderen Gedanken zuende geschrieben. Ich meinte natürlich nur anbieten... ohne Verkauf.

Trotzdem bleibt, solche Systeme gibt es auch. Und Opus Anima wurde doch meines Wissens nicht als Fanprojekt veröffentlicht, sondern war von anfang an unter den Fittichen eines großen Verlages. Allerdings weiß ich nicht, ob dieses RP von anfang an auch frei zum runterladen stand.

Offen gestanden finde ich diese Politik sogar ziemlich gut. Man bekommt das Produkt komplett kostenlos, allerdings nur als PDF, mit meinetwegen stark aufgepixelten Bildern. Und wenn ich nun merke, dass mir das Produkt gefällt und ich den Preis für die Leistung angemessen halte, kauf ich mir durchaus die Printversion.
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  #15  
Alt 15.01.2010, 22:38
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 15.01.2010, 22:38 ]

Zitat:
Zitat von Tufir Beitrag anzeigen
und im Gegensatz dazu ebenso diejenigen, die es sich gerne leisten würden, es aber nicht können
Es setzt sich ja immer mehr der Trend zur Ein-Kind-Familie durch, mit vielen kinderlosen Freunden/Verwandten, die dann genug Geld für Geschenke erübrigen.

Zitat:
Zitat von Tufir Beitrag anzeigen
und somit möglicherweise Neider sind, was sich ja auch im Spiel auswirken könnte?
???

Zitat:
Zitat von Tufir Beitrag anzeigen
Die zweite Begebenheit ist erst wenige Jahre her. Beim Besuch einer Whisky-Destilllerie in Schottland erfuhr ich von einer Statistik, die besagt, dass Single-Malt-Whisky mehrheitlich von (älteren) Personen gekauft werden, die mit beiden Beinen fest im (Job)Leben stehen und es sich somit leisten können.
So ist es eben, mit begrenztem Budget sind manchmal andere Dinge wichtiger, da zählt auch manchmal Quantität vor Qualität.

Wir fingen damals an, Quellenbücher heimlich abends auf Arbeit zu kopieren, Seite für Seite. Und diese wurden dann ebenso heimlich in Folien, von Arbeit, gepackt. Und die BattleTech-Figuren waren nur einmal da, alle spielten damit. Heute gibt es viel mehr Figuren, schön aus Zinn.

Vielleicht melden sich ja hier noch mehr Leute?
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Es gibt Tage im Leben, da hat man nur Pech und Durst, heute ist wieder so ein Tag.
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  #16  
Alt 16.01.2010, 11:07
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 16.01.2010, 11:07 ]

Tja, ich denke es gibt 2 Klassen im Rollenspiel. Da gibt es die Aktiven - also Spieler und Leiter, die voll mit Feuer bei der Sache sind - und dann gibt es die Passiven - reine Konsumenten... Am Geld scheitert Rollenspiel weniger.

in Sachen TCG oder BattleTech (das ist für mich out, seit es die 3025 Unseens nicht mehr gibt, meine Sammlung reicht da) sieht es anders aus. Geld ermöglicht Zinn oder Karten, aber Fantasie brauche ich da weniger.

In Sachen Whisky (ich sammle da so Islays, Skye und noch ein paar andere Flaschen) stelle ich fest, dass es zwei Klassen gibt. Diejenigen, die den Stoff auch mal trinken und dann feststellen, dass ein 30jähriger nicht besser schmeckt als ein anderer 10er (und das kann bei einem Blindtasting problemlos bewiesen werden), das sind die Geniesser; und die Sammler / Spekulanten und Möchtegerns

In diesem Sinne

Bellator

Gestern abend durfte ich diverse Speysides in einem Tasting schmecken, und nein, das ist nicht mein Geschmack. Da war dann eine Islay Fasstärke eine wahre Wohltat.
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Ihr habt alle Recht - ich nicht. Dafür habe ich meinen Frieden.
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  #17  
Alt 16.01.2010, 11:17
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Reden AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 16.01.2010, 11:17 ]

Off-Topic:

Bitte kein Capturing des Themas: Den Whisky-Beitrag gibt es hier!
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  #18  
Alt 16.01.2010, 18:32
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 16.01.2010, 18:32 ]

Zitat:
Zitat von Bellator Beitrag anzeigen
Tja, ich denke es gibt 2 Klassen im Rollenspiel. Da gibt es die Aktiven - also Spieler und Leiter, die voll mit Feuer bei der Sache sind - und dann gibt es die Passiven - reine Konsumenten... Am Geld scheitert Rollenspiel weniger.
Dem kann ich, frustrierterweise, nur beipflichten. Einer der Gründe warum das Feuer zu Leiten bei mir fast erloschen ist zeigt sich in meinem zunehmenden Gefühl oft nur als eine Art Fernseher zu funktionieren. Meinem Eindruck nach nimmt die Zahl derer die Rollenspiel als rein soziales Happening ("Ich mach heute Abend was mit meinen Freunden") betrachten zu, ohne die Komponente des Interesses an der Sache mitzubringen.
Auch fällt es mir zunehmend schwerer Leute aufzutreiben die bereit sind mal selbständig einen Blick in ein Regelwerk zu werfen, oder der englischen Sprache so weit mächtig sind das zu verstehen was sie versuche da zu lesen.

Was den finanziellen Aspekt angeht sehe ich auch einen guten Anteil Leute mehr und mehr auf illegale PDF- Kopien zurückgreifen und den Computer als Buchersatz zu nutzen. Das schadet vermutlich dem Markt, ab und zu wird diese Möglichkeit aber wohl auch als Entscheidungshilfe zum Kauf von Regelwerken genutzt. Ich für meinen Teil hab immer noch lieber ein gedrucktes Buch in der Hand obwohl mich die Preise mancher Regelwerke echt schwindelig werden lassen. Investieren tue ich nur noch selten, weil ich meist auf das zurückgreife was schon im Schrank steht oder mir eben ein Buch aus dem Bekanntenkreis leihe.
Auch wenn ich durchaus in der Lage wäre mir als berufstätiger Erwachsener mehr Rollenspielbücher in den Schrank zu stellen habe ich oftmals keine Lust dazu dickes Geld für Farbdruck und Hardcover auszugeben. Klingt jetzt vielleicht altbacken, aber in den 90zigern gings auch ohne.
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  #19  
Alt 22.01.2010, 00:09
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 22.01.2010, 00:09 ]

Hallo zusammen,

was das Kaufen angeht sehe ich eher drei verschiedene Typen von Rollenspielern

Die Sammler
Die Sammler kaufen sich auch durchaus Mal eine limitiertes, besonders schönes oder eine einfaches Rollenspiel um wieder Mal was für die Sammlung zu tun.
Die fast 100 Euro für die limitierte Shadowrun 4 Edition waren bei mir allerdings wirklich eine Schmerzgrenze.

Hardcore Spieler
Sind sie erst Mal von einem Rollenspiel überzeugt tendieren sie als Spielleiter dazu sich alles für ihr System zu holen.
Als Spieler kaufen sie sich schon Mal ein Grundregelwerk und die Quellenbücher zu ihrem Charakter.

Spieler
Mit der Zeit erwerben sie die notwendigen Würfel aber bevor sie sich ein Regelwerk kaufen muss sie das System wirklich begeistert haben und vielleicht auch der Wunsch Mal zu Spielleiten aufgekommen sein.

Wohin man tendiert hängt natürlich auch vom Einkommen ab aber ich denke da spielen Erziehung, Vorerfahrungen und die generelle Persönlichkeit eine größere Rolle.

Die Tendenz zu hochqualitativen Bänden finde ich durchaus positiv, bei mir als Sammler spielt eben auch das Aussehen eine Rolle.
Der Inhalt spielt da leider durchaus nicht mit. Das mag aber auch daran liegen das man nach über 20 Jahren Rollenspiel Sammelei, regelmäßigem Spielen, Spielleiten und einigen selbst geschriebenen Systemen ist man eben besonders kritisch.
Zudem bin ich eher jemand der nach Regeln spielt die dann auch durchdacht und präzise sein sollen. Da gibt es derzeit aber entweder Regelmonster, DSA 4.1 in Vollfassung oder auch D&D 3.5 oder eben Systeme die ausdrücklich auf einen kleinen oder aber fast schon unwichtigen Regelsatz setzen.

Gruß Jochen
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  #20  
Alt 22.01.2010, 10:36
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AW: RPGs - die elitäre 2-Klassengesellschaft?  [ Alt 22.01.2010, 10:36 ]

Ehrlich gesagt bin ich bisher dem Problem des Neids nie begegnet - es gab zwar immer diejenigen, die sich alles kauften, diejenigen, die das nicht konnten aber auch diejenigen, die es eigentlich könnten, es aber aus unterschiedlichen Gründen nicht taten. Und dabei war es bisher immer so, dass die kaufenden die nicht kaufen könnenden unterstützten - Probleme gab es nur dann, wenn der Eindruck des Schnorrers entstand - jemand, der durchaus seinen Teil beitragen konnte, sich davor aber drückte...

Aber natürlich ist Rollenspiel wie jedes Hobby in einer kapitalistischen Welt - man kann viel Geld dafür verschwenden. Andererseits hat es aber im Gegensatz zu anderen Hobbys den Vorteil, dass man es auch ohne oder mit sehr geringen Investitionen betreiben kann - sei es, dass ein Grundregelwerk (mit Vorkenntnissen und Erfahrung trifft das sogar auf Regelmonster wie DSA noch zu) zu besitzen völlig ausreicht, sei es, dass ein netter Mitspieler seine Bücher verleiht. Hier ist Phatasie glücklicherweise noch mehr wert als Geld...

Ich persönlich lese einfach gern - und ein Rollenspielregelwerk ist dabei, wenn es gut gemacht ist, genauso interessant wie ein Roman - dann werden halt weniger Romane gekauft. Sollte aber eine finanzielle Notlage eintreten, was Gott verhüten möge, dann kann ich mir auch gut vorstellen, an der Stelle zurückzustecken und mich auch mal auf meine Mitspieler zu stützen. Im besten Fall ist ja eine Spielgruppe keine Zweckgemeinschaft sondern befreundet - und dann ist auch diese gegenseitige Unterstützung eine Selbstverständlichkeit.

Insofern - ja - ich sehe finanzielle Unterschiede aber ich sehe keine daraus resultierenden Probleme.

Was die Frage angeht, ob ich das "Spiel" der Hersteller mitspiele, so muss ich auch das differenzieren:
Was den Trend zu hochwertigerer Verarbeitung angeht, so unterstütze ich den. Wo ältere Rollenspielregelwerke (und auch einige von heute, ich denke da an Mongoose-Produkte) nach 10-maligem Durchblättern anfingen sich zu kompostieren, sind die meisten aktuellen Produkte angenehm stabil. In diesem Zug freue ich mich auch über den Trend zu gebundenen Regelwerken, wobei ich inzwischen feststellen musste, dass dieser auch schon mal meine Grenzen überschreitet: Ein 100 Seiten dünnes Ergänzungsheft wird durch einen festen Einband und kleine Auflage einfach in unangenehme Preisregionen getrieben - da sollten die Verlage aufpassen.
Es gibt aber auch noch den Trend, möglichst viel Materialoutput zu produzieren. Nun ist es ja so, dass auch ich nicht der Meinung bin, dass man mit Rollenspielprodukten reich werden kann. Eher im Gegenteil. Das wiederum bedeutet auch, dass Verlage nicht auf halde produzieren können, also scheint für die vielen Supplememtals, die produziert werden, tatsächlich ein Markt zu existieren. Ich persönlich bin aber nicht mehr Teil dieses Marktes. Wo ich früher mal bemüht war, zumindest mein Kernrollenspiel vollständig zu besitzen, wähle ich inzwischen schon sehr gezielt aus und kaufe selbst Kernprodukte (wie bspw. das DSA-Magieregelwerk) erst, wenn ich es brauche.
Außerdem hat diese Produktflut auch den Nachteil, dass in meinen Augen mitunter die Qualität leidet. Noch nicht mal die des eigentlichen Inhalts, die Ideen der Entwickler sind relativ konstant (mit Ausreißern nach oben und unten), aber vernünftiger Satz, vernünftiges Lektorat und Playtesting vermisse ich immer wieder. Gerade letzteres ist ärgerlich, da diese Fehler nicht offensichtlich sind und erst nach und nach auftauchen - und dann zu Orgien an Errata führen.

Und dann noch kurz zur Frage, warum manche Verlage ihre Produkte auch kostenlos zum Download anbieten, während andere noch nicht mal pdfs zum Kauf anbieten. Ich glaube, dass das zum einen Werbung ist (da ich es nur von relativ jungen RPGs kenne, die erst noch eine Zielgruppe erschließen müssen - alteingesessene Systeme machen das afaik nicht) und zum anderen für eine Wette auf die Zukunft. Vielleicht gehen diese Verlage davon aus, dass der illegale Download von pdfs eh nciht zu verhindern ist, das Lesen von pdfs auf dem Bildschirm aber unangenehm bleibt. Und da das Ausdrucken meist ähnlich teuer ist wie der Kauf, kaufen vielleicht doch einige noch das Printprodukt. und wenn darunter Leute sind, die erst durch das pdf angefixt wurden, hat es sich gelohnt. oder aber man setzt auf den Verkauf der Erweiterungen, während man das GRW kostenlos anbietet. Ob das auf lange Sicht z.B. im Angesicht der eInk Book-Reader aufgeht, das werden wir erleben.
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Es ist ein weitaus schicklicheres Unterfangen ein Abenteuer zu lesen, als selbst eines zu erleben.
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