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Meine Meinung zum Powergaming

Dies ist das Thema Meine Meinung zum Powergaming bei Systemübergreifende Themen als Teil vom Rollenspiele (RPGs).
Powergaming - da kommt ja endlich der lange erwartete Thread. Ich fange mal mit der für mich geltenden Definition an: ...


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Antwort

#11  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 04.02.2007, 20:53 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

Powergaming - da kommt ja endlich der lange erwartete Thread.

Ich fange mal mit der für mich geltenden Definition an:
Powergaming ist der Versuch im Rollenspiel, einen Charakter immer an die Grenzen des Möglichen zu entwickeln. Auf dem Weg zu diesem Ziel werden Lücken im Regelwerk ebenso ausgenutzt wie als weniger bedeutend erachtete Charakteraspekte missachtet.

Mit dieser Definition ist bereits klar, dass es niemals gelingen kann, Powergaming exakt festzulegen. Was der eine für Powergaming hält, werden andere noch für normale Charakterentwicklung halten.

Für mich beginnt Powergaming bei der Charaktergenerierung:
Aussagen wie: Wenn Du statt Rasse X Rasse Y (oder statt Kultur X Kultur Y) wählst, erhältst Du fast denselben Charakter zu günstigeren Konditionen sind der Anfang. Bei DSA wäre das klassische Beispiel bei der Erschaffung eines Nivesen auf die Kultur Nivesensippe zu verzichten. Somit erhält man eine Charakter mit Aussehen und Talentboni eines Nivesen, der weil er sich auf seine Vorfahren besinnt sogar den Wolfsglauben hat, allerdings ohne die teure Kultur zu zahlen. Weitere Beispiele gibt es viele.
Ein weiteres wäre, bei der Auswahl eines Charakters die letzte Entscheidung danach zu treffen, welche Talentkombinationen sich für das weitere Spiel als effektiv herausstellen werden und nicht danach, welches Grundkonzept das schönste ist.

Auch im weiteren Spiel gibt es viele Vorgänge, die einen Powergamer entlarven können. Im Prinzip ist es immer derselbe Punkt, auf den sich alles konzentriert. Die Auswahl der Talente, die erhöht / erlernt werden, erfolgt nicht in erster Linie danach, welche für den Charakter passend sind, sondern danach, welche effektiver sind. Natürlich steigere ich statt Schwerter Säbel, schließlich ist es Kategorie D (statt E), die wichtigen Manöver kann ich auch ausführen und trotzdem das Langschwert führen. Auch hier gibt sich immer wieder die Diskussion, dass der eine Spieler der Meinung ist, effektives Steigern wäre selbstverständlich und entspräche der Realität - während der andere durch derartiges Steigern das stimmungsvolle Ausgestalten des Charakters gestört sieht.

An dieser Stelle sei auch noch der wichtigste Satz überhaupt erwähnt:
Solange alle Spieler auf dieselbe Weise spielen, wird Powergaming nie ein Problem sein. Probleme entstehen erst, wenn ein Spieler eine andere Auffassung hat. Und diese Probleme halte ich inzwischen für fast unüberwindbar.

Und: Auch ich bin nicht gegen Powergaming immun - weit davon entfernt. Aber ich bemühe mich jeden Tag, meine Neigungen unter Kontrolle zu halten. Der Grund dafür ist einfach: Egal in welchem System, Powergaming hat einen Nachteil: Es ist der Beginn einer Rüstungsspirale. Die Charaktere werden schneller mächtig, daher muss ihnen der Meister früher mächtigere Kontrahenten gegenüberstellen. Die Reaktion der Spieler kann dann nur sein, dass sie ihre Charaktere noch effektiver gestalten - und somit sind wir in einem Teufelskreis ohne Ausgang.
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#12  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 04.02.2007, 21:01 )
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

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Zitat:
Zitat von sonic_hedgehog Beitrag anzeigen

Und: Auch ich bin nicht gegen Powergaming immun - weit davon entfernt. Aber ich bemühe mich jeden Tag, meine Neigungen unter Kontrolle zu halten. Der Grund dafür ist einfach: Egal in welchem System, Powergaming hat einen Nachteil: Es ist der Beginn einer Rüstungsspirale. Die Charaktere werden schneller mächtig, daher muss ihnen der Meister früher mächtigere Kontrahenten gegenüberstellen. Die Reaktion der Spieler kann dann nur sein, dass sie ihre Charaktere noch effektiver gestalten - und somit sind wir in einem Teufelskreis ohne Ausgang.
Sehr gut ausgedrückt! Darum haben wir gerde für die Heldengenerierung weitere Regeln aufgestellt, die bestimmte Kombinationen nicht zuslassen oder Höchstwerte definieren.
Aber gerade deshalb stört es mich dann halt, wenn man trotzdem mit solchen Begriffen wie Powergaming konfrontiert wird!

Gruß
Graf Albin
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#13  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 04.02.2007, 21:06 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

Zitat:
Zitat von Graf Albin Beitrag anzeigen
Sehr gut ausgedrückt! Darum haben wir gerde für die Heldengenerierung weitere Regeln aufgestellt, die bestimmte Kombinationen nicht zuslassen oder Höchstwerte definieren.
Aber gerade deshalb stört es mich dann halt, wenn man trotzdem mit solchen Begriffen wie Powergaming konfrontiert wird!
Mag sein, aber einiges, was hier in letzter Zeit diskutiert wurde, ist für mich Powergaming. Und dafür habe ich dann keinen anderen Begriff - nur schreibe ich auch nicht immer "aus meiner Sicht Powergaming", auch wenn es immer gemeint ist.
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#14  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 04.02.2007, 21:12 )
Benutzerbild von Graf Albin
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

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@ Sonic: Wie ich an anderer Stelle schon ausgedrückt habe, man es sein, dass hier einige Leute zu bestimmten Bereichen andere Auffassungen haben. Das Wort Powergaming kann man aber nach meiner Meinung nur dann benutzen, wenn man den kompletten Spielstil einer Gruppe/eines Spielers kennt und nicht dann, wenn man nur Ausschnitte der Einstellung diskutiert.

Gruß
Graf Albin
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#15  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 04.02.2007, 21:15 )
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

Mal eine kleine Weisheit am Rande:

"Powergamer sind immer die Anderen

Drüber nachdenken. Steckt sehr viel Wahrheit hinter.



SoFar
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Mittelmäßigkeit fällt nicht weiter auf

A.Gill
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#16  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 04.02.2007, 21:23 )
Benutzerbild von Torwächter
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

Nein, auch in mir steckt ein kleiner Powergamer, welcher je nach System mal mehr und mal weniger stark hervorkommt.
Auch mich verlockt es dann und wann mal einen Punkt mehr herauszukitzeln, als eigentlich nötig wäre. Auch ich überlege mir: Kann ein solcher Charakter überhaupt in der Spielwelt überleben..?

Hätte ich überhaupt nichts von einem Powergamer, dann würde ich wahrscheinlich komplett auf Regeln und Werte verzichten und einfach nur Geschichten erzählen...
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Es gibt mehr als nur eine Wahrheit.
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#17  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 04.02.2007, 21:35 )
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

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Damit kommen wir also alle zu dem Schluss, dass wir alle das böse P-Gen in uns tragen und selber immer versuchen, es nicht zu Blüte kommen zu lassen. Aus diesem Grunde reagieren wir deshalb auch immer so streng, wenn wir das Gefühl haben, dass ein anderer Spieler übertreibt oder nur auf die Werte achtet, weil wir uns wünschen, dass auch andere ihr Streben nach "Macht" unter Kontrolle halten sollen!

Gruß
Graf Albin
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Graf Albin for Adelsmarschall!
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#18  
Unglücklich AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 05.02.2007, 09:03 )
Benutzerbild von Tufir
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Unglücklich AW: Meine Meinung zum Powergaming

Also, eigentlich wollte ich mich in diesem Thread ja überhaupt nicht äußern, aber nachdem ich ihn mir nochmals in aller Ruhe durchgelesen habe, juckt es mir doch in den Fingern.

Das Wesentliche, dass ich hier rausgehört habe, ist doch wieder einmal die Einteilung in "Gut" und "Böse". Rollenspiel ist gut, aber wenn es zum Powergaming verkommt, ist es schlecht. Keiner hat es hier ausgesprochen, aber (fast) alle gedacht. Das Prinzip ist so alt wie die Menscheit. Vegetarier verachten Fleischesser, Nichtraucher die Raucher, die Armen die Reichen, Gläubige die Ungläubigen und nun ebenso diejenigen, die sich für "normale" Rollenspieler halten, die Powergamer. Phrasen wie "Powergamer entlarven ....", "möchte mich nicht dazu zählen, obwohl ...." und "Differenzen unüberwindbar" sprechen für sich und erzeugen Grabenkämpfe, die bei unserem Hobby dazu führen, dass sein ureigenes Spielprinzip ad absurdum geführt wird. Nämlich jenes, das einzige Spielprinzip zu sein, bei dem es nicht darum geht, dass einer über die anderen obsiegt. (Das gilt in meinen Augen übrigens auch für System- bzw. Regeldiskussionen.)

Ich habe hier im Thread bereits viele Definitionen für dieses Wort "Powergaming" gesehen und auch wenn sich alle ähneln, ist doch keine identisch mit einer anderen. Dem Beitrag #8 von Torwächter kann ich vorbehaltlos zustimmen und auch Masterbrains Aussage in Beitrag #15 finde ich sehr gut.

Ich kann nicht mit Sonics Aussage (am Ende von Beitrag #11) übereinstimmen, der dort von einer Rüstungsspirale redet. Ich würde als Meister jemanden, der mir so kommt wie von dir beschrieben, eher damit ausbremsen, indem ich ihm überhaupt keine Gegner mehr entgegensetze und versuche, ihm somit zum Nachdenken zu bringen.

Letztendlich aber ist und bleibt alles ein Spiel, bei dem es darum geht, Spaß zu haben. Und wenn es in einer Gruppe jemanden gibt, der angeblich ein Powergamer ist (was er ja nur in den Augen anderer ist), und die Mitspieler sich daran stören, dann ist es meines Erachtens nicht er, der das Spiel stört, sondern die anderen. Diese kommen nämlich mit dieser "Andersartigkeit" nicht zurecht.

Und was dann offen bleibt, ist die Frage: "Warum spielt ihr ein solches Spiel (das eigentlich (in meinen Augen) der Verständigung dienen soll) überhaupt, wenn ihr es nicht schafft, "Andersartigkeit" zu aktzeptieren und jemanden eure Sichtweise des Spiels aufdrängen wollt. (Das drängt sich jedenfalls mir auf, wenn dies hier lese.)

Wäre es nicht besser durch Taten zu überzeugen? Und wenn das nicht gelingt, sind eure eigenen Taten dann die "richtigen"?

Gruß
Tufir
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"Versprich mir, dass - welchen Weg im Leben du auch einschlägst - du immer zu dir selbst stehen wirst." - Yu Shu Lien aus "Tiger and Dragon"

Geändert von Tufir (05.02.2007 um 11:01 Uhr).
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#19  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 05.02.2007, 09:11 )
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

Powergaming: Das Unwort der Rollenspielszene...

Leider, wie so oft im Leben, ist dieses Wort zu "oberflächlich". Ist jemand, nur weil er bei seiner Charaktererschaffung einen einzigen unpassenden Vorteil gewählt hat, ein Powergamer? Obwohl er sonst alles "richtig" gemacht hat und seinen Char super spielt?

Aus diesem Grund sollte man diesen Begriff wirklich mit Vorsicht geniessen. Ich pesönlich würde selten jemanden per se als PG´ler bezeichnen. Sonst aber gebe ich sonic in allen Punkten recht.

Ich will dazu mal ein Beispiel aufgreifen, dass ich in meiner eigenen Runde zum Glück noch nicht erlebt habe.
Z.B. gibt es eine Runde, in der die Spieler ihre Chars von der ersten Stufe an zu wahren Kampfmonstern gemacht haben. Und das obwohl kaum einer von ihnen ein Krieger ist. Vielmehr gibt es dort Halbelfen, Jäger usw.
Ein Held kann pro KR 4 bis 5 AT würfeln, da der Held über beidhändigen Kampf verfügt. Dies scheint dort möglich zusammen mit einem Ausfall und durch irgendeiner weitereren Regellücke (habe es mir nicht merken können).
Abgesehen davon, ob es jetzt Regeltechnisch strittig ist, oder durch eine Regellücke möglich wäre, erscheint mir persönlich die Vorstellung, dass jemand vier oder gar FÜNFMAL pro KR zuschlagen kann einfach zu unrealistisch. Ungeachtet aller geltenen (oder eben nicht vorhandenen) Regeln dazu!!! Hier sehe ich also klar PG´hafte Verhältnisse. In meiner Runde würde ich so etwas auf keinen Fall zulassen.
Auch müsste mir ein Spieler genau erklären, warum sein Jäger in der ersten Stufe schon AT 17 PA 15 o.ä. haben sollte. Und beidhändigen Kampf würde ich so schnell auch nicht zulassen.
Das ist mMn ein Phänomen dass viel mit den heutigen PC-"Rollenspielen" zu tun hat. Dort ist ganz normal dass man seine Spielfigur ungeachtet der Realität mit möglichst vielen tollen Fähigkeiten ausrüstet. Man nimmt alles was geht. So kann z.B. ein Elf in einem solchen Spiel recht schnell zu einer Kampfsau mutieren, die auch noch exzellent mit dem Bogen umgehen kann und vor allem magisch begabt ist.
Diese Spielpraxis übernimmt man dann leider eins zu eins im P&P-Rollenspiel.

Gruß
Voltan

Geändert von Voltan (05.02.2007 um 09:19 Uhr).
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#20  
AW: Meine Meinung zum Powergaming (Alt 05.02.2007, 11:34 )
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AW: Meine Meinung zum Powergaming

@Tufir:
Du sagst es: Es geht darum Spaß zu haben.

Aber der Spaß am Spiel vergeht mir nun mal, wenn ich Leute in der Runde habe, die blödsinnige Dinge tun, weil sie sich aufgrund einer verqueren Regelauslegung Vorteile davon verstprechen, oder eben alles unterlassen, was ihnen keinen direkten Vorteil verschafft.

Wer das Spiel in erster Linie als Regelkonstrukt voller Zahlen und Werte versteht, der ist meiner Meinung nach bei Computer-(Rollen-)Spielen viel besser aufgehoben - oder eben in einer Runde von Leuten, die das ebenso sehen.


Es geht bei diesm Thema aber nicht darum, was besser oder schlechter ist, sondern was zu wem passt. Und zu mir passt nun mal keine Gruppe von ausgemachten Powergamern.
__________________
Es gibt mehr als nur eine Wahrheit.
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