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Tongwa 04 - Die Befreiung von Solace
- Die Befreiung von Solace -
Unsanft werde ich aus meinen Träumen gerissen. „Auf, Auf – wir müssen uns fertig machen“.
Nachdem ich festgestellt habe, das nicht mal die Sonne aufgegangen und ich doch eigentlich gerade erst eingeschlafen bin, drehe ich mich auf meinem Klappbett um und es gelingt mir erneut einzuschlafen.
Wenig später werde ich von den Geräuschen, die das dürftige Abenteurerleben in der Wildnis kennzeichnen erneut geweckt. Ein dürftiges Frühstück wird gerade zubereitet und Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände verstaut.
Nachdem ich mit den Schlaf aus den Augen gewischt habe stelle ich, wie so oft fest, das meine Freunde Ered, Ashtari, Tika und mein Bruder Corwyn bereits mit vollem Eifer dabei sind sich auf unsere neue Aufgabe vorzubereiten.
Nun kommt es mir wieder in den Sinn. Heute ist der Tag, an dem wir wieder nach Hause gehen werden.
Nach Hause – was ist das eigentlich – was mag dort, wo wir unser Zuhause vermuten noch sein?
Die Knights haben uns gesagt, das dieses Gebiet noch in der Hand des schwarzen Flügels ist.
Was also werden wir dort vorfinden ?
Ich wische die Gedanken beiseite und widme mich dem dürftigen Frühstück. Wie ich diese Leben hasse. Nicht mal die nötigsten Dinge stehen einem zur Verfügung. Geschweige den von einigen Annehmlichkeiten oder gar der Möglichkeit sich Studien und Forschung zu widmen.
Diese Leben wird glücklicherweise bald vorbei sein. Bald schon werde ich nicht auf meinem ungemütlichen Klappbett schlafen, viel zu früh aufstehen, dürftige Mahlzeiten zu mir nehmen und in der Kälte des magischen Winters frieren müssen. Bald werde ich wieder mein Leben führen können. Jenes Leben welches vor knapp einem Jahr durch die Drachenarmeen unterbrochen wurde. Ich werde forschen, meine Ausbildung voranbringen, in Städten leben, kultivierte Wesen treffen, anspruchsvolle Gespräche und Diskussionen führen und keine körperliche Anstrengung haben.
„Tong, bist du dann auch bald mal so weit ?“ Die Stimme meines Bruders reist mich aus meinen Gedanken. Die anderen sind fast komplett gerüstet und ich hänge noch meinen Gedanken nach.
Dicht an unserem Lager liegen auf einmal die beiden riesigen Körper unsere Drachen die ich nicht einmal habe kommen sehen.
Ashtari kommt zu mir herüber. Sie scheint zu spüren welchen Gedanken mir durch den Kopf gehen und welche Befürchtungen ich vor der „Heimkehr“ hege. Wie so oft schafft Sie es, mir Zuversicht und Hoffnung zuzusprechen.
Während ich meine Ausrüstung zusammenpacke und auf einem der Drachen verstaute spricht Corwyn mit Ered noch mal unsere weiters Vorgehen durch. Ich selbst verstehe nicht von was die beiden da sprechen und möchte es auch eigentlich gar nicht wissen. Von welcher Seite sie mit welchem Manöver angreifen wollen um die Bewohner nicht zu gefährden. Ich gehe davon aus, das die beiden das schon hinbekommen werden. Immerhin haben wir inzwischen einige Erfahrung mit dem Einsatz der Drachen und dem Kampf an Ihrer Seite sammeln müssen.
Dann geht es los - ein imposantes Team erhebt sich in den Himmel. Der mächtige silberne Drachen auf dessen Rücken die beiden Krieger sitzen. Ered führt noch immer die Lanze von Huma und scheint inzwischen mit dem Drachen zu verschmelzen.
Der andere Drache dient eher als Transport- den als Kriegsmittel. Ashtari, Tika und ich werden von Ihm an den Ort des Geschehens gebracht. Eine Art der Fortbewegung die ich dem auf und ab der waghalsigen Manöver im Kampfgeschehen bevorzuge. Bei so einem Geschüttel fällt es einem schwer sich auf einen Zauber zu konzentrieren und sein Ziel zu treffen.
Wir fliegen los. Nach kurzer Zeit zeigt uns das geschundene Land, das wir unserem Ziel näher kommen. Wälder sind gerodet und Dörfer niedergebrannt worden. Wir sehen die Spur der Verwüstung unserer Feinde.
Kurz bevor wir Solace erreichen beschleunigen die Drachen noch einmal ihren Flug.
Als wir die die Ansiedlung in der Ferne ausmachen können, stößt der Drache von unseren beiden Kämpfern herab und greift einen Trupp Draconians an. In der ersten Übersicht scheinen die Kräfte unsere Gegner aus Draconians und Söldnern zu bestehen. Unser Drache umkreist das Kampfgebiet um seinen Drachenatem einzusetzen. Wie abgesprochen verzichtet er auf den direkten Kampf und es bleibt uns daher erspart entsprechend durchgeschüttelt zu werden.
Nach der Anwendung von brutaler Gewalt durch Ered und Corwyn auf ihrem Drachen und den feinen selektiven Eingriffen durch einige zielgerichtet Zauber schalten wir die schwarze Drachenarmee welche in Solace stationiert war aus. Einzelne Söldner fliehen und wir lassen sie gewähren.
Nach einigen Kontrollrunden rund um den Ort landen wir auf einem großen Platz in der Mitte der Ansiedlung. Alle Bewohner haben sich in ihre Verstecke zurückgezogen.
Erst als uns Ered mit seiner gewaltigen Stimme erklärt, das wir gekommen sind um Solace zu befreien drängen einige skeptisch dreinschauende Gestalten auf die Straßen und zu dem Platz auf dem wir gelandet sind.
Eine lange Zeit ist vergangen, seit wir diesen Ort verlassen haben. Viele Dinge sind geschehen die jeden einzelnen von uns verändert haben und so sind wir nicht mehr die Menschen, die wir bei unserem letzten Aufenthalt in Solace waren.
Trotzdem scheinen uns einige der Bewohner wieder zu erkennen. Erst tuscheln und flüstern die ersten Schaulustigen miteinander - dann kommt verhaltene Jubel auf, der schlussendlich immer stärker wird. Mehr und mehr Menschen kommen aus Ihren Verstecken und drängen auf den großen Platz auf dem noch kurz Zufuhr die neuen Bekanntmachungen der Drachenarmeen verlesen und ein Verurteilter hingerichtet wurde.
Die Masse der Menschen scheint außer Kontrolle zu raten. Einige beginnen die getöteten Soldaten der Drachenarmeen zu fleddern – andere jubeln und laufen wie berauscht durch die Straßen von Solace. Ein Zauber mit einer gewaltigen Explosion über Solace lässt schließlich die Massen erschrecken und verharren. Der Augenblick erlaubt es uns, das Wort an die befreiten Menschen zu richten.
Nach der eigentlich unnötigen Vorstellung – unsere Namen sind bereits wie ein Lauffeuer durch die Straßen gegangen – erklären wir, das der Kampf der White Stone Forces gegen die Drachenarmeen zwar nicht beendet ist, es aber einen Sieg auf unserer Seite zu verzeichnen gibt, der die Armeen unserer Gegner erst einmal zerschlagen und zurückgedrängt hat. Wir erklären, das wir zurück in unserer Heimat gekommen sind um auch diese aus den Fängen Ihrer Peiniger zu befreien.
Die Menge hängt an unseren Lippen um die Nachricht zu hören, auf die sie so lange gewartet und eigentlich nicht mehr daran geklaubt hat.
Auch auf die Fragen der Bewohner gehen wir selbstverständlich ein, wobei wir es vermeiten, allzu genaue Details über den Kampf gegen die Queen preiszugeben.
Nachdem der erste Wissensdurst gestillt ist, bitten wir die gerate Befreiten Ihren Dank an die guten Götter und jene welche Ihr Leben für die Sache geopfert haben zu richten. Wir selbst knien nieder und nach und nach tun es uns die Menschen gleich.
Die Menschen um den großen Platz in Solace lauschen der sanften Stimme von Ashtari und so beten sie gemeinsam mit den anwesen Befreiern für die Gefallenen und richten Ihren Dank an die Gemeinschaft der guten Götter, mit deren Unterstützung es gelungen ist, die Drachenarmeen und die Queen zu bekämpfen.
Viele der Menschen liegen sich, von Ihren Gefühlen übermannt, nach diesem Gebet in den Armen. Einige Minuten vergehen bis wir wieder das Wort ergreifen. Wir fordern die Bewohner auf, Ihre Zukunft und ihr Leben nun wieder selbst in die Hand zu nehmen und es im Sinne der guten Götter zu gestalten. Viel Arbeit liegen vor den Angehörigen der White Stone Forces. Die Gebiete müssen teilweise noch befreit, die Grenzen gesichert und das Land wieder aufgebaut werden.
Wir, die wir aus Solace kommen, werden versuchen unseren Beitrag dabei für diese Stadt zu leisten.
Einige der Zuhörer beginnen über Ihre aktuellen Umstände zu klagen, doch gerade Ashtari gelingt es die Menschen zu besänftigen und Ihnen zu versichern das die Götter für uns alle sorgen werden und wir die Notsituation mit dem nötigen Zusammenhalt meistern können. Nach und nach züngelt die kleine Flamme der Zuversicht und der Hoffnung in den Menschen.
Der Wirt des „Inn of the Last Home“ und Ziehvater von Tika hat inzwischen auch seinen Weg zu uns gefunden und schließt Tika von Tränen überströmt in die Arme. Minuten vergehen ehe er sich wieder gefasst hat und uns in seine Kneipe einlädt. Auch der Dorfälteste eilt zu uns und begleitet uns, wobei er uns mit Fragen über die Geschehnisse und die Zukunft überschüttet.
Corwyn und ich erklären das wir recht zügig wieder aufbrechen werden, um diejenigen welche sich in den Wäldern versteckt haben zu suchen. Schnell ist ein jungen Mann gefunden der uns begleiten wird, wobei Tika bis zu unserer Rückkehr bei Otik Sandaf dem Wirt bleiben wird.
Keine halbe Stunde nach unserer Ankunft katapultieren die beiden Drachen Ihre mächtigen Körper in den Himmel von Solace. Die kure Reise führt uns weiter in den Norden, wo sich die letzten Überreste des einst so prächtigen Waldes befinden. Nach einigen Runden über den Wald macht plötzlich eine Gestalt am Boden auf sich aufmerksam. Nach der Landung auf einer nahe gelegenen Lichtung und einem kurzen Fußmarsch durch den Wald kommen wir zu der besagten Stelle. Nach kurzem Gespräch, einigen Erzählungen und vertrauensbildenden Maßnahmen erfahren wir, das es einige Dutzend Menschen hier im Wald gibt. Ein weiterer Fußmarsch durch unwegsames Gelände gelangen bringt uns an den Eingang einiger Wohnhöhlen. Was wir sehen sind die Folgen des Krieges. Völlig unterernährte, kranke und verwahrloste Menschen hausen in diesen Höhlen.
Ashtari bittet um die Kraft von Mishakal, um den Menschen deren Zustand heikel ist sofort zu helfen. Corwyn und ich finden auch unseren Vater unter diesen Menschen. Sein Zustand ist kritisch, sein Geist verwirrt, so dass er Mühe hat uns beide überhaupt wahrzunehmen und zu erkennen. Nach und nach gelingt es Ashtari den Zustand der Menschen zu stabilisieren, so dass wir sie überhaupt mit Hilfe der Drachen nach Solace transportieren können.
Nach mehreren Flügen der Drachen gelingt es uns gegen Abend all die geschundenen Menschen nach Solace zu bringen. Ashtaris richtet eine notdürftige Krankenstation in einem der alten Häuser ein und ist die ganze Nacht auf den Beinen um sich um das Wohlergehen und die Genesung der Flüchtlinge zu kümmern.
Die Tage in Solace vergehen. Inzwischen sind die Bewohner über die aktuelle Lage und die Geschehnisse in der Vergangenheit informiert, die Aufbauarbeiten sind im Gange, die knappen Lebensmittel werden so gut wie möglich verteilt und Nahrung wird angebaut. Die regelmäßigen gemeinschaftlichen Gebete geben einem Grossteil der Bewohner in dieser nach wie vor schwierigen Situation Halt und Zuversicht. Auch der Zustand unserer Vaters hat sich in kleinen Schritten inzwischen deutlich verbessert. Die Zeit die Corwyn und ich gemeinsam an seinem Krankenbett verbringen hilft auch uns die Vergangenheit etwas zu bewältigen und wieder mehr zueinander zu finden.
Vier Tage nach der Befreiung von Solace packen wir wieder unsere Ausrüstung zusammen. Nach dem Beschluss aufzubrechen werden sich unsere Wege trennen. Corwyn, Ered und Ashtari werden losziehen um die Seelenschale zu zerstören. Ich selbst werde nach Palanthas und dann wieder in den Tower der Magier gehen. Der Abschied auf dem großen Platz ist herzlich und fällt schwer. Noch mal sind alle Bewohner und Flüchtlinge zusammengekommen. Sogar unser Vater ist unter den Menschen.
Trost spendet die Tatsache, das wir es geschafft haben die Menschen zu befreien, der Aufbau im vollen Gange ist und wir sicherlich wieder kommen können und werden. So erheben sich die beiden Drachen und fliegen in unterschiedliche Richtungen davon.
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:duell_1 Luca Gilberto
After all, it is the winner that tells the tale.
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