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Corwyn - 02 - Im Tempel der DQ
Im Tempel der Dark Queen
6.6.353
Wir standen in den Ruinen des Tempels und konnten es kaum fassen. Der Dunkle Turm war zusammengestürzt und die Natur war zurückgekehrt. Wir, die wir vor so langer Zeit in Solace gestartet waren um die Götter zu suchen und das Böse zu bekämpfen, hatten das Ende dieser Geschichte erlebt. Nun standen wir da, standen im Licht der Götter die wir vereint gerufen hatten. Wir umarmten uns gegenseitig und schüttelten die Hände neu gewonnener Freunde. Mein Bruder Tong, Ashtari, Ered und Emer waren da, die kleine Fibi, Broon, Ember und auch Ruminahui. Noch wussten wir nicht wie groß der Blutzoll der Schlacht war, aber schon hier konnten wir die ersten schrecklichen Verluste betrauen, der Kender Perian und der auf wundersame Weise zurückgekehrte Minotaur H'Run, dessen Leichnahm verschwunden war. Gefallen waren auch die beiden jungen Drachen Ketaris und Sunfire. Sie hatten aufopferungsvoll gegen die Übermacht gekämpft, um ihren menschlichen Gefährten beizustehen. Sunfire hatte Ariakas’ riesigen Roten aufgehalten, als er über Cyan herfallen wollte, und wurde von ihm brutal niedergemacht. Ketaris starb, als er heldenmutig (und dabei ein Lied singend) die Dark Queen angriff. Alleine Aurumnus hatte von den Drachen im Tower überlebt. Wir sahen seine riesige Gestalt, wie er vor den beiden Leichnahmen kauerte, bevor er kommentarlos verschwand. Fast glaubten wir ein leises Summen zu hören, welches Ketaris letztem Lied ähnelte. Später erschienen einige Drachen und transportieren die geschundenen Körper vorsichtig davon.
Vorsichtig begann ich die gefallenen Offiziere der Drachenarmee zu begutachten. Ich nahm jedem Offizier, der eine Rüstung des blauen Flügels trug, den Helm ab. Bei jedem Helm hoffte ich, dass nicht Kits Gesicht darunter zum Vorschein kam. Ich suchte vergebens, vielleicht war sie doch davongekommen. Ashtari und mein Bruder erzählten mir von ihrer Begegnung mit Ihr und wie sie Ihren Teil zu diesem Sieg geleistet hatte, von ihrer Forderung nach Unabhängigkeit, aber auch von ihrem Schatten, Lord Soth, dem verfluchten, untoten Ritter.
Ich umarmte meinen Bruder eine sehr lange Zeit, und obwohl er körperlich angeschlagen schien, glaubte ich eine Veränderung in seinem Wesen zu erkennen, so als ob sehr viel weniger düstere Gedanken sein Inneres beschäftigten. Wir würden vieles zu bereden haben.
Für einen Augenblick verharrte ich und sprach ein Gebet zu Branchala und dankte ihm für die Unterstützung im Kampf gegen den Feind. Es war gut zu wissen, einen solchen Rückhalt zu haben und auch dafür dankte ich ihm. Ich kenne inzwischen meine Grenzen und weiß, dass ich wohl nie ein Priester werden würde, aber als gläubig würde ich mich inzwischen durchaus beschreiben. Branchala würde immer einen Platz in meinem Wesen, meiner inneren Musik haben und vermutlich war ich ein winziger Bestandteil seiner Musik. Dieses Band konnte man nicht zertrennen.
Eine Lektion die ich einst gelernt habe sagt, das ein Krieger nur dann funktionell ist, wenn der Geist ebenfalls in Balance ist. Branchala sorgt für diesen Ausgleich. Nur mit ihm zusammen bin ich eins.
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- Corwyn, Master of Blades -
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