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Portrait I.V - Instrumentenkunde

Dies ist das Thema Portrait I.V - Instrumentenkunde bei Musik im Portrait als Teil vom Fantasy- & SF Musik.
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#1  
Portrait I.V - Instrumentenkunde (Alt 18.03.2007, 14:02 )
Benutzerbild von Luca van Xay
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Portrait I.V - Instrumentenkunde

Nun, da wir hier ja ein Rollenspielforum sind, und dennoch Themen wie Musik, Film und Buch beherbergen, möchte ich euch mal ein klein Wenig (oder auch ein klein Wenig mehr ) über die
Instrumente im Mittelalter/anderen Zeitaltern
erzählen.
Ich starte hier eine kleine Reihe, und stelle euch immer wieder einige alte Instrumente vor.


Die Fidel

Die Fidel, oder auch Fiedel (lat. fides, die Saite), war das wichtigste Instrument der Minnesänger. Die Fidel gehört zu der Gattung "Streichinstrument" und baut sich wie folgt auf: Dieses historische Streichinstrument besitzt 5 bis 7 Saiten in Quint- und Quartstimmung. Zwei Bordunsaiten verlaufen neben dem Griffbrett zur Wirbelplatte, von vorne gestreckten Wirbeln und meist ovalem Korpus, das schon im 11. Jahrhundert nachweisbar ist. Später, im 15. Jhr. entwickelte sich aus der Fidel die uns bekannte Geige.

Der englische Begriff "Fiddle" (ihr kennt vielleicht Fiddlers Green) wird heute in der Country- und Folk-Musik auch für normale , moderne, Geigen verwendet. Ab und zu benutzt man das Wort Fidel umgangssprachlich abwertend für minderwertige Violinen.


Die Lyra

Die Lyra stammt aus der Familie der Leier und lässt sich ins 9. Jhr. datieren. Im Gegensatz zur Kithara, mit der sie verwandt ist und fast nicht zu unterscheiden ist, weist die Lyra keinen Fuß auf. Mit der Zeit änderte sich die Anzahl der Darmsaiten von zunächst 3-4 auf später dann oder auch ab und an 8 Saiten. Es gibt zwei Arten von der Lyra, einmal die
  • Chelys (Schildkrötenleier) und die
  • Barbitos

Die Chelys hatte "Arme" in Form on Ziegenhörner und einen Resonanzkörper in Form eines Schildkrötenpanzers. -Daher der Name "Schildkrötenleier"
Die Barbitos hatte lange, oben aufeinander zustrebende Arme und wurde vor allem im dionysischen Bereich gespielt, z. b. von Satyrn.
Die Lyra galt im antiken Griechenland als Erfindung des Hermes, der sie seinem Götterbruder Apollon schenkte. Im Hellenismus war sie ein Symbol der Dichter und Denker, woraus sich später der Begriff Lyrik entwickelte.

Aus den antiken Instrumenten Lyra und Kithara entstanden später verschiedene Formen der Harfe, weshalb man sie auch als eine Vorform der Harfe bezeichnen kann.

In der zeitgenössischen griechischen und dalmatischen Volksmusik versteht man unter „Lyra“ ein violinenähnliches Streichinstrument mit drei oder vier Saiten. Beim Spielen wird das Instrument nicht wie eine Geige gehalten; entweder ruht der Corpus auf den Oberschenkeln, während der Hals sich neben dem Gesicht des Musikers befindet, oder aber das Instrument liegt auf den Beinen und der Hals weist nach außen.



Trumscheit
Dieses Instrument, das Trumscheit, ist ein altes Streichinstrument. Die meisten Verwendungen fand das Trumscheit im 17. und 18. Jhr., ältere Versionen gehen auf das 15. Jahrhundert zurück.

Im Gegensatz zu anderen üblichen Streichinstrumenten ist das Trumscheit nur mit einer einzigen, langen (bis zu 212cm) Darm-Saite bezogen. Überdies besitzt es kein Griffbrett, sondern die Töne werden, gleich der Flageolett-Spielweise, an den Knotenpunkten der einzelnen Teiltöne durch Auflegen des Fingers abgegriffen. Damit ist das Tonmaterial vergleichbar mit dem von ventillosen Blechblasinstrumenten.

Ein zusätzliches Bauteil am unten angebrachten Steg erzeugt beim Spielen einen schnarrenden Ton, indem der einseitig lose Steg gegen den Resonanzkörper schlägt, was das Trumscheit klanglich nah an eine Trompete bringt. Daher auch die entsprechenden Alternativbezeichnungen.

Das Trumscheit wurde oft als Trompetenersatz verwendet. Trompeten durften nur von Mitgliedern der entsprechenden Zunft, in denen Frauen nicht zugelassen waren, gespielt werden. Deshalb wurde das Trumscheit oft von Nonnen als Trompetenersatz eingesetzt, daher die Bezeichnungen Nonnengeige und Nonnentrompete.


Portativ
Das Portativ gehört zu der Gruppe der kleinsten Orgeln.

Im Gegensatz zum Regal, das Zungenpfeifen besitzt, ist das Portativ ausschließlich mit Lippenpfeifen ausgestattet. Bei vielen Portativen sind die Pfeifen in Fixmensur ausgeführt, dass heißt, alle Pfeifen haben den gleichen Durchmesser, wodurch sich über den Tonumfang ein leicht changierender Klang ergibt.

Von allen größeren (Pfeifen-)Orgeltypen einschließlich des Orgelpositivs unterscheidet sich das Portativ durch den geringeren Tonumfang, der zwei Oktaven kaum überschreitet, und das Fehlen der Möglichkeit, es zu „registrieren“, das heißt durch das Ziehen, Abstoßen und Kombinieren verschiedener Pfeifenreihen unterschiedliche Klangfarben zu erzeugen. Teilweise sind die Portative mit zusätzlichen Bordunpfeifen ausgestattet, die einzeln zuschaltbar sind und tiefer klingen als die Melodiepfeifen und aus Platzgründen daher meist als gedeckte Pfeifen ausgeführt sind.

Ein wesentlicher Unterschied zu allen anderen Orgeltypen einschließlich des Regals ist auch die Position der Klaviatur im Verhältnis zum Spieler. Der Spieler stellt das Portativ im Sitzen auf seinen Schoß, oder er trägt es im Stehen an einem Riemen über seiner Schulter. Er bedient die Klaviatur ausschließlich mit der rechten Hand, während er mit der linken Hand die Bälge betätigt, die den Pfeifen Wind zuführen. Der Spieler sitzt so im Vergleich zu allen anderen Orgeltypen nicht direkt vor der Klaviatur sondern in einem rechten Winkel zu ihr.

Das äußere Erscheinungsbild des Portativs ist stets unsymmetrisch. Die Pfeifen sind in der Folge der chromatischen Tonleiter angeordnet und stehen im kürzestmöglichen Abstand zur jeweiligen Taste der Klaviatur auf der Windlade. Die Spielmechanik ist deshalb denkbar einfach konstruiert: Kleine Stifte unter der Klaviatur, die so genannten Stecher, wirken direkt auf die Spielventile unter den Pfeifen.

Das Portativ ist ein historisches Musikinstrument, das seine Blütezeit im Mittelalter und in der Renaissance hatte. Im Barock wurde es aus der Musizierpraxis verdrängt. Obwohl das Portativ auf vielen Werken der Malerei und der bildenden Kunst als Musikinstrument dargestellt ist, das von Engeln gespielt wird, wurde es kaum in der Kirchenmusik verwendet. Die meisten Portativspieler waren Spielleute.

Seit der Wiedereinführung des klassischen Windladensystems, der mechanischen Schleiflade, in den 1930er Jahren wird das Portativ wieder häufig gebaut, und zwar als Gesellenstück von Orgelbauern, die an diesem kleinen und im Vergleich zur großen Orgel viel preisgünstiger herstellbaren Instrument alle wesentlichen handwerklichen Fähigkeiten des Orgelbauers beweisen können.

Als moderne Variante des Portativs gibt es seit 2001 das tonhöhenverstellbare Portativ, das eine Stimmvorrichtung für jede einzelne Pfeife besitzt. Es wird vor allem in der Musikausbildung eingesetzt und dient dem Erlernen einer sauberen Intonation sowie dem Verständnis historischer Stimmungssysteme.




So, das war's erstmal -aber ich werde demnächst noch einige weitere vorstellen



Gruß
Luca
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