zum Portal
zum Portal
zum Portal

Drakensang

RPG-Foren  Die Macht des Rollenspiels
Zurück   RPG Foren > Gruppenbereich > Tagebuch der Spielgruppen > Helden Perricums
Registrieren Hilfe Bürgerliste Regeln Suche Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren

Esperjo Desidero Tormente - Teil 1

Dies ist das Thema Esperjo Desidero Tormente - Teil 1 bei Helden Perricums als Teil vom Tagebuch der Spielgruppen.
Die Götter zum Gruße, werte Leser, mein Name ist Esperjo Desidero Tormente. Und auch wenn ich nicht in den größten ...


Forenoptionen

Thema geschlossen

#1  
Esperjo Desidero Tormente - Teil 1 (Alt 19.06.2006, 22:23 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
Herzog
Geheimrat des Kaisers
 
Registriert seit: 20.01.2006
Ort: Frankfurt / Main
Beiträge: 2.093
RPG-Taler: 4.460
Geistesorden 1. Klasse  Voltanorden  Delazarorden  Arbeitsorden in Silber  Arbeitsorden in Bronze  Tufirstern  Geistesorden 2. Klasse  Forumsverdienststern 2. Klasse 
Esperjo Desidero Tormente - Teil 1

Die Götter zum Gruße, werte Leser, mein Name ist Esperjo Desidero Tormente.
Und auch wenn ich nicht in den größten Verhältnissen groß geworden bin, so bin ich doch stolz auf meine Abkunft und meine Heimat, die Perle Almadas – Punin!
Wo ich herkomme und was ich gemacht habe – das erzähle ich vielleicht, wenn Ihr Euch meines Vertrauens als würdig erwiesen habt. So würdig, wie es ein Teil meiner Begleiter ist und die daher wenigstens die wichtigsten Detail meines Lebens schon kennen.

Eingeführt wurde ich bei Ihnen durch den Golgaritenorden, an den mich seit längerem einige Verpflichtungen binden. Und das, obwohl ich sonst mit diesem etwas eigenartigen Glauben nicht viel zu tun habe. Mein Glaube ist lebensbejahender – und deutlich emotionaler. Satuaria sei danke dass ich nicht immer schweigen und schwarz tragen muss. Obwohl, im Kampf erkennt man den ein oder anderen nicht wieder – und auch sonst gibt es da durchaus Ausnahmen, wenn ich an Tufir denke...
Genau diese Emotionalität war aber auch Teil der Ursache, warum ich in die Schuld der Boronkirche geraten bin. Verdammte Praiospfaffen, wir haben noch mehr als eine Rechnung zu begleichen!

Im Moment befinde ich mich gemeinsam mit Shinmashaq (einem Trollzacker, der in mir seinen Schamanen sieht – eine Rolle die ich gern annehme), Khasian (ein Maraskaner, über den nicht viel zu erfahren war), Aradon (ein Moha, der häufig an seine noch offene Rechnung mit Al’Anfa denkt – was ich gut verstehe) und Liskolf (einem Thorwaler) in Eslamsbrück, gemeinsam mit zwei Gestalten, mit denen wir uns in Warunk verbündet haben: Raina, einer sehr undurchsichtigen Frau, die, so sie darauf besteht, mich weiter zu reizen, noch sehen wird, was sie davon hat und Raul, einem Rondrageweihten. Ausgerechnet ein Rondrageweihter – mit ihm verbindet mich nichts, außer dass er die Praiospfaffen genauso verabscheuen dürfte wie ich. Dafür misstraut er mir ebenso wie ich ihm...

Warunk, das war auch so ein Thema – Warunk – Pestbeule Tobriens. Wir wurden von der KGIA – die, Satuaria sei dank, nicht mehr so effektiv arbeiten wie früher, dort hin geschickt, mit dem Auftrag, mittels eines Banners der Untoten Verwirrung und Feindschaft unter den Heptarchen zu sähen. Ein Auftrag nach meinem Geschmack, daher war ich gerne bereit, ihn anzunehmen. Als wir endlich dort angekommen waren und die Untergrundbewegung getroffen hatten, mussten wir erst Fronten klären. Die hatten ein Problem mit meiner Begabung - als wäre jeder Magiekundige gleich ein Paktierer. Aber mit diesem ständigen Anfeindungen schaffen Sie es noch!
Aber wir haben es überlebt und auch den folgenden Großangriff des Feindes (offenbar ist die Widerstandsbewegung weniger geheim als die glauben...) Und sogar das Banner haben wir gefunden!
Nur leider haben sich Khasian und Aradon beim Einbruch in das Haus des Besitzers des Schlüssels erwischen lassen, des Schlüssels, den man brauchte um die Tür zum Banner zu öffnen. Daher konnten wir die Stadt nicht mehr durch das Tor verlassen, sonder mussten uns durch die Kanalisation schlagen! Natürlich war die verschlossen und da ich kein Magier bin kann ich dicke Eisenstäbe nicht einfach wegzaubern. 6 Stunden Arbeit später waren wir dann endlich durch und wurden dann auch noch von den Wachen auf der offiziellen Straße aufgehalten, da wir auch von denen nicht gesehen werden wollten.
Da reichte es! Diese elende Stadt hatte mich genug Nerven gekostet – den Hagelschlag hatte sie sich verdient. Auch wenn er etwas größer ausfiel als geplant. Aber so kann wenigstens keiner auf mich als Verursacher schließen, das liegt außerhalb der Normen, in denen sich meine Kräfte üblicherweise bewegen. Aber, ein wütender Hexer hat immer Reserven! Und, das war ein richtig gutes Gefühl.
Im entstandenen Chaos sind wir ohne Probleme aus Warunk weggekommen!
Probleme gab es erst wieder, als wir dann über die Grenze nach Eslamsbrück wollten – wir sollten Shin davon abhalten, einfach drauf los zu plappern und das selbst in die Hand nehmen. Seine Stärken liegen auf anderen Gebieten als auf Verhandlungen. Wobei, ich hätte nie gedacht, dass Söldner Warunks und Galottas noch lachen können. Shin hatte sie ast so weit...Er kann bemerkenswert stur sein. Nun sind wir schon fast man Ziel, das Entrollen des Banners an der richtigen Stelle sollte Chaos auslösen! Vielleicht sogar einen Bruderkrieg!
Nur, vorher muss ich unbedingt noch dafür sorgen, dass Shin sich die Idee aus dem Kopf schlägt, einen Karakil reiten zu wollen. Ausgerechnet er, der sonst vor Magie fast wegläuft. Und die Parole, die er jetzt sagen will: Haare für Galottas Haupt, auch die sollte man ihm schnell ausreden, sonst kommen wir in des Namenlosen Küche!
Aber selten habe ich so viel Spaß gehabt, wie in den letzten Stunden. Lebensgefahr kann unglaublich erregend sein... Wenn nur dieses Schwächegefühl nicht wäre, das mich seit Warunk begleitet. Ich habe mich etwas überschätzt. Das muss sich ändern, ich habe noch einiges zu tun, bis diese Angelegenheit beendet ist.
Dann melde ich mich auch wieder! D`Bis dahin - gehabt Euch wohl!

Geändert von sonic_hedgehog (28.03.2008 um 14:12 Uhr).
nach oben

Werbung
Diese Werbung wird registrierten Mitgliedern nicht angezeigt.
Werden sie noch heute kostenlos Mitglied auf RPG Foren.
#2  
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente (Alt 17.07.2006, 13:35 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
Herzog
Geheimrat des Kaisers
 
Registriert seit: 20.01.2006
Ort: Frankfurt / Main
Beiträge: 2.093
RPG-Taler: 4.460
Geistesorden 1. Klasse  Voltanorden  Delazarorden  Arbeitsorden in Silber  Arbeitsorden in Bronze  Tufirstern  Geistesorden 2. Klasse  Forumsverdienststern 2. Klasse 
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente

Ja, lieber Leser, ereignisreiche Tage liegen hinter uns!

Zuletzt befanden wir uns ja im Lager Galottas nahe der Baustelle des Unheiligtums von Eslamsbrück und wollten das Untote-anlockende-Banner an einer unauffälligen Stelle entrollen. Dafür versuchten wir, uns in Galottas Diensten als Söldner anstellen zu lassen.

Nach längeren Verhandlungen über den Sold (Aradon nimmt unsere Tarnung etwas zu ernst) wurden wir als Söldner akzeptiert und sollten in der Festung unsere Befehle entgegennehmen. Ein göttlicher Zufall, wir werden auch noch an unser Ziel geschickt! Während unseres Weges, versuche ich, Shinmashaq klarzumachen, dass er die Parole, die ihm beigebracht worden ist, besser nicht verwendet. Sie sei nur etwas für spezielle Anlässe. Hoffentlicht hört er auf mich, das Fliegen auf dem Dämon ist ihm nicht mehr auszureden.
Wir melden uns also bei Befehlshabenden für die Söldner – ein typischer Schleifer – aber ziemlich fertig – rein optisch…
Er erwartet uns am nächsten Morgen zum Antreten, bis dahin sollen wir uns Umsehen und uns einen Schlafplatz suchen. Die Gelegenheit nutzen wir – und besichtigen zuerst den Stall – insbesondere den Heuboden. Und wie ich erwartet hatte, der Heuboden bietet genug Platz, um dort ein Banner aufzustellen und es hat auch noch niemand den Heuboden als Schlafplatz genutzt. Jetzt oder nie - also stelle ich das Banner auf, entrolle es (mit Handschuhen – ich bin ja lernfähig) und schlage den Nagel hinein, der es in Anschluss zerstören soll. Das Banner scheint im Wind zu wehen, obwohl kein Hauch zu spüren ist und strahlt eine unglaubliche Macht aus – welche Macht!!! Unglaublich!
Geschwächt und halbblind von dieser Energie schaffe ich es gerade so, den Heuboden unfallfrei zu verlassen. Noch zwei drei Worte zur Tarnung, die Leiter eingepackt (für die Baustelle…) und dann zügig, aber nicht hastig aus dem Lager verschwinden! Als ich den Sonnenuntergang sehe, wird mir klar, dass wir vielleicht einen Fehler gemacht haben…
Und tatsächlich, kaum haben wir das Tor hinter uns gelassen, sehen wir die ersten Untoten. Schnell nach Norden, Richtung Eslamsbrück. Nicht mal der Geweihte, der Held, denkt daran, dass genau hier die Schlacht von Eslamsbrück geschlagen wurde… Wir sehen überall nur Untote – der einzige Weg scheint zurück in die Befestigung zu führen – dort wo alle Untoten auch hin wollen. Keine gute Idee, Keilformation und durch! Die Kämpfer vor, los geht’s. Doch, wartet – die Untoten ignorieren uns. Offenbar wollen sie nur zum Banner!! Perfekt, vorsichtig durch. Da plötzlich entsteht Unruhe. Aradon, natürlich, er musste die Untoten angreifen! Anscheinend konnte er nicht mehr ausweichen und wusste sich nicht anders zu helfen! Aber alles gut gegangen, je weiter wir uns entfernen, desto ruhiger wird es wieder. Ein Blick über die Schulter offenbart, dass das nicht für die Festung gilt! Je mehr die sich wehren, desto mehr schlagen die Untoten zurück. Dieser Teil des Plans scheint aufzugehen. Aber keine Zeit – wir müssen weg, zum Treffpunkt. Zwei Tagesmärsche später – wir haben den Geweihten dann doch davon überzeugen können zu rasten – erreichen wir das Zielgebiet und finden nach lägerer Zeit auch die Höhle. Dort erwartet uns ein Hesindegeweihter, eine Gruppe Thorwaler(?!) und ein paar Gaukler! Und ein Südlaänder in begleitung eines Kriegers – sieht fast nach einem Wüstensohn aus. Na da bin ich ja gespannt, das riecht schon nach Ärger.
Aber zuerst erstatten wir Bericht über unsereren Erfolg und setzen uns erst mal, etwas Wein wird uns gut tun.
Was dann geschehen ist? Nun ja, beim nächsten Mal mehr, ich muss nun erst anderes erledigen!

Es war mir eine Ehre!

Esperjo Desidero Tormente

Geändert von sonic_hedgehog (28.03.2008 um 14:12 Uhr).
nach oben

#3  
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente (Alt 03.08.2006, 21:29 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
Herzog
Geheimrat des Kaisers
 
Registriert seit: 20.01.2006
Ort: Frankfurt / Main
Beiträge: 2.093
RPG-Taler: 4.460
Geistesorden 1. Klasse  Voltanorden  Delazarorden  Arbeitsorden in Silber  Arbeitsorden in Bronze  Tufirstern  Geistesorden 2. Klasse  Forumsverdienststern 2. Klasse 
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente

Seid gegrüßt, werter Leser!

Endlich finde ich wieder Zeit (wenn auch nicht viel), Euch mitzuteilen, wie unsere Reise weiterging!

Wo war ich, ach ja!

Beim Wein ergaben sich einige interessante Neuigkeiten! Der Südländer ist tatsächlich einer dieser Wüstensöhne, die mit den merkwürdigen Essgewohnheiten und dem noch eigenartigeren Glauben, die in den letzten Jahrhunderten immer wieder meine schöne Heimat angegriffen haben. Er scheint zwar recht zivilisiert zu sein, aber ob man ihm trauen kann? Der Krieger in seiner Begleitung ist der Sohn eines Adeligen, der sich mit Answin, dem Thronräuber verbündet hatte und daher eingekerkert wurde. Wie es scheint hat er sich danach Borbarad angeschlossen. Sein Sohn vermutet jedoch, dass seinen Vater dessen Entschluss inzwischen reut und er versucht, Informationen aus Galottas Reich zu schmuggeln. Sicher kann man zwar nicht sein, aber der Sohn hat beschlossen, dass die vagen Hinweise ausreichen, um eine Befreiung zu versuchen, eine Befreiung direkt aus Yol’Gurmak! Na danke. Wie es aussieht, steht er mit seiner Entscheidung aber allein da, weshalb er versucht, dies alles ohne Unterstützung durch die KGIA, der er angehört, durchzuziehen. Mut hat er, vielleicht auch etwas Übermut... Und, wie könnte es anders sein, er ersucht uns um unsere Hilfe, für die er uns auch entlohnen will.
Nun, werter Leser, Ihr ahnt es schon: Wir haben zugestimmt. Der Plan sieht vor, als Gauklertruppe nach Ysilia (ich hasse diesen Ausdruck, Yol’Gurmak) zu ziehen, wo der wahnsinnige Galotta eine Art Hoftag abhält – mit Turnier und Gauklerwettbewerb. In unserer Begleitung sollen eben Wüstensohn und Adelsspross eben die auch anwesenden Gaukler sein, mit denen wir auch ein Stück einstudieren werden. Na das wird spannend....

Diese Gaukler sind sowieso ein Kapitel für sich, zu denen komme ich noch.

Doch bevor wir losziehen, gilt es noch Abschied zu nehmen. Raul fühlt sich nicht in der Lage, uns weiter zu begleiten. Der Rondrageweihte ist von der langen Zeit in den Landen der Dämonenjünger erschöpft und braucht Ruhe und Kontemplation un sich erneut der Nähe seiner Göttin zu versichern. Aber nicht genug, auch Liskolf verlässt uns. Eine Verwandte befindet sich unter den Thorwalern, die er geschworen hat, sicher nach Hause zu führen. Traurig, aber verständlich! Sein Abschied von uns erfordert Kraft.

Aber die Dinge die geschehen müssen, geschehen.

Am nächsten Morgen ziehen wir in verschiedene Richtungen los. Unser Weg führt nach Ysilia. Und die Gaukler fangen schon an, mit uns ein Stück zu planen.

Werter Leser, tempus fugit, auch meine Zeit ist knapp bemessen.

Daher muss ich Euch für die Fortsetzung der Geschichte auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten. Nur so viel: In dem Moment, in dem ich diese Zeilen verfasse, befinden wir uns auf dem halben Weg nach Ysilia und haben unsere Begleiter schon etwas kennengelernt. Auch das Stück ist inzwischen ausgearbeitet und hat die erste Feuerprobe knapp bestanden, sehr knapp. Ich weiß, dies ist gemein,d a ich Euch auf die Folter spanne. Aber so weiß ich wenigstens, dass Ihr mir weiter ein treuer Leser seid – und seid versichert, bald erfahrt ihr die Details.

Euer Esperjo Desidero Tormente

Geändert von sonic_hedgehog (28.03.2008 um 14:13 Uhr).
nach oben

#4  
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente (Alt 29.11.2006, 15:31 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
Herzog
Geheimrat des Kaisers
 
Registriert seit: 20.01.2006
Ort: Frankfurt / Main
Beiträge: 2.093
RPG-Taler: 4.460
Geistesorden 1. Klasse  Voltanorden  Delazarorden  Arbeitsorden in Silber  Arbeitsorden in Bronze  Tufirstern  Geistesorden 2. Klasse  Forumsverdienststern 2. Klasse 
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente

Willkommen, werter Leser!

Nach langer Zeit wird es wieder Zeit, mich persönlich an euch zu wenden, um Euch an meinen Erinnerungen teilhaben zu lassen. Mein Herz frohlockt angesichts unserer letzten Erlebnisse!

Wo waren wir? Nun, um Eure Erinnerung aufzufrischen, werde ich kurz die Situation zusammenfasse, mit der meine Geschichte beginnt. Details haben Euch sicher meine Begleiter erzählt, ich selbst hatte zuletzt zu wenig Zeit, um Euch persönlich die Berichte zu liefern. Aber die anderen sind da ja durchwegs zuverlässig - auch wenn ihre Erzählungen natürlich ihrem (teils speziellen) Blickwinkel entsprungen sind...

Beauftragt (oder zwangsvergattert) durch den versammelten Hochadel des Mittelreichs (und wer würde sich da wehren?) machten wir uns auf den Weg, den Pandlaril flussaufwärts, um die Quelle zu finden und Kontakt zur Fee der Quelle aufzunehmen. Nachdem wir einen Orküberfall zurück- und uns durch den Wald geschlagen hatten, erreichten wir endlich einen Weiher, über dem die Quelle aus einem mittelgroßen Hügel entsprang.
Doch welches Entsetzen überkam uns, nicht nur wir hatten die Quelle erreicht, auch die Orks waren schon da! Verstärkt durch zwei Oger und einen Schamanen, der gerade ein Ritual vollführte. Nun war schnelles Handeln geboten!

Ein Durchzählen ergab, dass 12 unserer Rundhelme mit Armbrüsten bewaffnet sind, dazu unser „neuer“ Begleiter und auch Tariq besitzt zumindest einen Bogen. Die Hälfte der Rundhelme machte sich mit Rhucar auf den weg und bestieg den Quellhügel, um die Orks von oben unter Feuer zu nehmen, die anderen Schützen versteckten sich in den Bäumen, wo ihre Plätze von den Fußkämpfern gesichert würden. Als Signal war ein Feuerpfeil auf die Zelte der Orks vereinbart, nach dem zuerst der Schamane, dann die Oger beschossen werden würden.

Eine knappe Stunde später war es soweit – der Schamane fiel von 4 Bolzen durchbohrt und auch der erste Oger wurde schwer getroffen. Die Orks gingen in Deckung während sich die Oger losrissen und auf uns zustürmten. Mein übermütiger Freund Shinmashaq stürzte sich sofort auf den gesunden Oger, während wir uns den verletzten vornahmen. Ich verlor Shinmashaq schnell aus den Augen, denn nun ging es um unser Leben! Der erste Schlag des Ogers erledigte Khasian. Ein Blitz blendete den Oger, was ihn aber nicht zum leichten Opfer machte, Erst die gemeinsamen Anstrengungen von uns allen beendeten sein Leben. Auch Shinmashaq schien seine Probleme zu haben! Er und der Oger sahen ungefähr gleich ramponiert aus, ein Pfeil lenkte jedoch das Kampfgeschick in seine Richtung. Die Orks waren daraufhin nur noch eine Frage der Bogenschützen und eines Reiterangriffs. Probleme entstanden nur durch unseren lieben Begleiter Ludalf, der mitten im Kampf aus seinem Koma erwachte und nach Kraft verlangte, um rondragefällig „kämpfen“ (besser wäre fallen) zu können. Aber die Göttin scheint Ludalf auch weiter nicht wohl gesonnen zu sein. Irgendetwas störte die Harmonie der magischen Flüsse – Ludalf kann nicht geheilt werden. Was ihn aber nicht beeindruckte – er stürzte (oder besser wankte) sich in den Kampf! Tariqs Begeisterung angesichts dieser Tollheit könnt Ihr Euch vorstellen. Er verteidigte Ludalf mit allen Mitteln, um zu verhindern dass dieser bei diesem Wahn sein Leben ließe. Aber es ging alles gut – auch Khasians und Shinmashaqs leben waren noch zu retten. Nur Ludalfs Zustand verschlechterte sich durch die Anstrengung – welche Überraschung. Aber bevor man sich dem annehmen konnte, war es Zeit sich um die Fee zu kümmern. Ein Wurf des Bärensteines in die Quelle sollte reichen.

Nach kurzer Wartezeit erhob sich eine Wassersäule aus dem Weiher zu Fuße der Quelle, die eine Frauengestalt bildete – die Fee. Was wir wollten, fragte Sie. Tariq und ich bemühten uns, ihr das klar zu machen. Einziger Erfolg war jedoch die Aussage, sie selbst entscheide, an welche Bündnisse sie sich gebunden fühle und sie wolle einen von uns untersuchen. Ich erklärte mich dazu bereit und stieg nackt ins Wasser. Der vorher so flache Weiher war plötzlich bodenlos und gefüllt mit silbernen Fischen. Und während ich noch versuchte, mich über Wasser zu halten, brach die Wassersäule über mir zusammen, ich wurde nach unten gezogen und verlor das Bewusstsein.

Als ich wieder zu mir kam schwamm ich im Weiher und die Fee verkündete, sie werde für 2 Tage das Monster im Neunaugensee besänftigen, sobald wir den Bärenstein (den sie uns zurückgab) in diesen werfen. Eine hervorragende Nachricht!

Nun wurde es aber Zeit, sich Ludalfs anzunehmen. Er litt immer schwerer unter der Vergiftung und es war stark zu bezweifeln, ob er den nächsten Tag überleben könnte. Aber auch weiterhin ist irgendetwas in seiner Aura, was Heilungsmagie unmöglich macht- Ein seltsames Phänomen – alles Gelernte scheint vor mir zu verschwimmen. Es muss eine andere Lösung geben. Aber auch den anderen ging es nicht viel besser – der Kampf hatte uns schwer zugerichtet. Reisen war so unmöglich und die zeit, die man uns für die Aufgabe gegeben hatte, wurde allmählich knapp. Der Entschluss war ein einfacher: Rast und dann los – alle gemeinsam im Tross – bis auf mich. Ich werde den Luftweg wählen – Heimlichkeit hin oder her, hier ist Geschwindigkeit gefragt, auch Ludalfs wegen.

So wurde es gemacht. Nach einem längeren Nickerchen machte ich mich auf den Weg und war 4 Stunden später in Trallop. Ein Landeplatz war schnell ausgemacht – was wäre angemessener als Gwynnas Turm – als Mitschwester muss sie eine Möglichkeit für Start und Landung besitzen. Dies war eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe – warum, das werdet Ihr bald erfahren, werter Leser!

Gwynna war natürlich überrascht, aber eine kurze Erzählung klärte die Situation und sie führte mich zu den Adeligen. Dort herrschte nur halb so große Begeisterung wie ich erwartet hatte – 2 Tage scheinen den Herren und Damen zu knapp. Nun, da müssen sie nun die Fakten akzeptieren. Taten sie auch. Meine Bitte um ein Antidot für Ludalf wurde von Gwynna mit einem Stirnrunzeln aufgenommen – nun, so dachte ich, das werde ich ihr zu erklären wissen.

Aber ich musste ihr fast nichts erklären – sie gab mir eines der Antidote aus ihrer Sammlung, welches ich nach meinem Rückflug Ludalf geben sollte. Aber vorher kam noch eine Verabschiedung, wie sie schöner nicht hätte sein können: Ein Kuss und der Auftrag mich zu beeilen. Nun, ihr Wort ist mir Befehl – wie lang ist es her, dass ich eine Schwester getroffen habe und mich mit ihr unseren Emotionen hingeben konnte.

Ich glaube, so schnell wurde die Strecke Trallop – Wald und zurück noch nie überwunden worden. Ich traf die anderen am Waldrand – verabreichte Ludalf das Antidot (welches quasi sofort Wirkung zeigte) und weg war ich wieder.

Die Tage bis zur Ankunft der anderen waren unglaublich, aber ein Ehrenmann genießt und schweigt… Ach ja, wenn man doch nicht an Aufträge gebunden wäre – die Welt hielte soviel Freude bereit.

Die anderen wurden nach ihrer Ankunft (die sich eigenartigerweise wesentlich länger hinzog, als die Meldungen der Wachen vermuten gelassen hätten) ebenfalls vom Adel empfangen und Ludalf wurde beauftragt, die Truppen, die über den Neunaugensee zur Befreiung Donnerbachs geschickt werden sollten, anzuführen. Nun, das wird also die nächste Station sein – aber das ist eine andere Geschichte.

Soviel für heute, werter Leser, gehabt Euch wohl!


Euer Esperjo Desidero Tormente

Geändert von sonic_hedgehog (28.03.2008 um 14:13 Uhr).
nach oben

#5  
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente (Alt 12.12.2006, 17:22 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
Herzog
Geheimrat des Kaisers
 
Registriert seit: 20.01.2006
Ort: Frankfurt / Main
Beiträge: 2.093
RPG-Taler: 4.460
Geistesorden 1. Klasse  Voltanorden  Delazarorden  Arbeitsorden in Silber  Arbeitsorden in Bronze  Tufirstern  Geistesorden 2. Klasse  Forumsverdienststern 2. Klasse 
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente

Nun denn, werte Leser, ich will Euch nicht zu lange auf meinen jüngsten Bericht warten lassen, daher gleich zur Sache!

Die nächste Station sollte also Donnerbach sein. Donnerbach – auf der anderen Seite des Neunaugensees gelegen und von Orks belagert. Alles andere wäre wohl zu einfach.

Wir warteten also die nächsten Tage – teils in der Taverne, teils in den Tiefen des Schlosses, in meinem Fall in den Gemächern Gwynnas – darauf, dass die Vorbereitungen abgeschlossen würden und der Wind sich günstig drehte. Und man beeilte sich auf Seiten der Verantwortlichen – sehr zu meinem und Gwynnas Bedauern. Nun, wir wussten, der Tag würde kommen. Somit war der Abschied kurz aber schmerzlich.
Ich machte mich auf zur Taverne, vor der, in freudiger Erwartung der kommenden Kämpfe, Shinmashaq schon wartete. Ein kurzes Packen später waren wir alle gemeinsam unterwegs zum Anlegeplatz. Der See schien mir überfüllt mit Booten – alle relativ klein aber in der Masse wohl ausreichend.
Wir warteten gemeinsam mit Ludalf auf eines der größeren Boote und machten uns dann alle auf an Bord. Alle – bis auf Tariq. Man hätte es erwarten können, der Wüstensohn kam natürlich mit dieser Menge Wasser nicht klar und weigerte sich, das Boot zu betreten. Während noch versucht wurde, ihn zu überreden macht Shinmashaq Nägel mit Köpfen: Er packte ihn und trug ihn einfach an Bord. Nach Ablegen des Schiffes blieb Tariq nun keine Möglichkeit mehr abzuhauen –außer zu schwimmen– was wohl ebenfalls nichts für ihn sein dürfte…

Die Fahrt begann ruhig – auch wenn die Fischer und Soldaten angesichts des Ungeheuers durchaus nervös waren. Wir machten uns da erst mal weniger Sorgen (oder verbargen es besser), vor allem, da Shin erst mal Bier und Schnaps auspackte.
Wir näherten uns also der Grenze der 5 Meilen Zone und die Nervosität aller nahm immer mehr zu. Ludalf jedoch hatte sich entschlossen, auf Zeit zu spielen. Je später wir den Bärenstein ins Wasser warfen, desto mehr Zeit hätten wird die Mitte des Sees hinter uns zu bringen. Womit er recht hatte, aber unsere Seeleute sahen das wohl anders. Als jedoch die Bedrohung durch das Monster sich zu manifestieren begann, handelte Ludalf. Er gab mir, der ich ja schon mit der Fee verhandelt hatte, den Stein und ich beförderte diesen dahin, wo er hingehörte. Ein eigentümliches Geräusch – und danach schien alles ruhig zu sein. Weiter!

Tatsächlich blieb auch die nächsten 2 Tage alles ruhig. Einzig eine unheimliche Flaute in der Mitte des Sees und eine Begegnung mit den Neunaugen (die übrigens eine Art Wurmfische von beachtlicher Größe und keine Pflanzen sind und die sich durch Schiffsrümpfe fressen), waren angetan uns zu beunruhigen. Die Neunaugen waren eine Aufgabe für Shin – die Flaute sollte uns allerdings noch viel mehr beschäftigen.

Sie nämlich führte dazu, dass wir auf unserem Weg wertvolle Zeit verloren. Zeit, die dem hinteren Ende unserer Flotte fehlte, als wir versuchten, mit Ablauf der Zeit, die uns gewährt worden war, die 5 Meilen Zone zu verlassen. Aber nicht nur das – viel Schlimmeres harrte unserer. Entgegen unserer Planung führte die Verzögerung auch dazu, dass der Morgen schon graute, als wir uns dem Ufer näherten. Und Grauen ist genau das, was uns ergriff. Am Ufer vollführten Orks ein mysteriöses Ritual. Ich weiß nicht, woher die plötzlich all diese Schamanen haben! Mysteriös blieb auch nur die Durchführung des Rituals, die Auswirkungen jedoch zeigten sich sehr deutlich. Das Wasser zog sich vom Ufer zurück und drängte uns hinaus auf den See. Dorthin, wo das Monster damit begann – Schiffe unserer Flotte zu versenken. Diese *#*$!!! Orks! Der Namenlose soll sie holen! Ein Hagelschlag soll sie in den See spülen!!!!

Nun, gedacht – geschehen. Dies verschaffte uns die nötige Luft, uns dem Ufer genügend zu nähern. Als das Ritual nach erneutem Beginn wieder begann, das Wasser zurückzutreiben, wurden wir nicht mehr abgetrieben sondern liefen auf Grund. Nun gut – zu Fuß sind wir auch besser!
Allerdings erkannten wir aus dieser Nähe auch, welchem Zweck das Ritual eigentlich diente! Die Orks hatten den Donnerbach umgeleitet und versuchten, die Grotte unterhalb des Tempels von der Seeseite her zu betreten. Und dafür hatten sie das Wasser zurückdrängen müssen.
Vor unseren Augen betrat der erste Trupp Orks die Grotten, während der Rest sich uns zuwandte.

Egal, heute ist ein guter Tag zum Sterben! Im Laufschritt los, Waffen blankgezogen. Hinter uns die Soldaten.
Dem Pfeilhagel der Orks entgingen wir wie durch ein Wunder, auch die Hunde erwiesen sich als kleineres Problem. Und gerade als wir uns an den ersten Gegnern festgebissen hatten, kamen von hinten unsere Truppen und übernahmen.
Bei Tariq hatte inzwischen seine militärische Ausbildung seinen flauen Magen überstimmt und er stellte ein kleines Kommando aus Soldaten zusammen, welches mit uns die Grotte stürmen sollte.

Die Wachen am Eingang hatten keine Chance – heute waren wir nicht zu Gnade aufgelegt. Und die Götter waren offenbar mit uns.

Wir schlugen uns durch die Grotten und erreichten schließlich eine größere Höhle, in der wir ein kleines Häuflein Menschen entdeckten, welches sich gegen eine Übermacht an Orks wehrte (nur der Anführer der Orks schien mir zu fehlen…). Das sollte nun auch kein Problem mehr sein, dachten wir uns und stürmten los. War es auch eigentlich nicht – bis aus den Tiefen der Höhlen einer dieser verdammten Oger auftauchte. Immer wieder diese Monster! Shinmashaq und wir übernahmen diesen – in genau dieser Gewichtung.

Einen langen und schweißtreibenden Kampf später hatten wir endlich alle Orks erlegt und konnten uns kurz orientieren.

Die Schar Menschen stellte sich als Einwohner der Stadt heraus, die unterhalb des Tempels in Sicherheit sein sollten. Sollten – wohl gemerkt, denn plötzlich tauchten die Orks auf. Einzig die Keule, die einer von ihnen von einer der Stelen(?) nahm, wendete das Kampfesglück. Mit ihr wurden mehrere Orks erschlagen und ihr Träger drang danach tiefer in die Höhlen vor.

Erschlagen? Ich warf einen kurzen Blick auf die Toten: Zermatscht schien mir ein besseres Wort zu sein…
Was geht hier vor – wie kann so etwas ein einfacher Bürger anrichten. Was für eine Keule führt er da? Ist das etwa das von den Orks gesuchte Artefakt?

Das muss geklärt werden – wir müssen weiter.

Daher werter Leser entschuldige die Eile und den verfahrenen Schreibstil – aber die Zeit wird knapp.

Auf geht’s, der Keule hinterher.

Sollten wir diese Suche überleben, werde ich Euch den Rest des Tages schildern – ansonsten seid versichert, wir haben alles versucht, die Orks zu besiegen. Wir werden dann wie Helden gestorben sein!

Esperjo Desidero Tormente


Geändert von sonic_hedgehog (28.03.2008 um 14:13 Uhr).
nach oben

#6  
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente (Alt 31.01.2007, 15:27 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
Herzog
Geheimrat des Kaisers
 
Registriert seit: 20.01.2006
Ort: Frankfurt / Main
Beiträge: 2.093
RPG-Taler: 4.460
Geistesorden 1. Klasse  Voltanorden  Delazarorden  Arbeitsorden in Silber  Arbeitsorden in Bronze  Tufirstern  Geistesorden 2. Klasse  Forumsverdienststern 2. Klasse 
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente

Nun, werter Leser, wie Ihr aus der Tatsache schließen könnt, dass Ihr diesen Text lesen könnt, lebe ich noch. Es war knapp, aber, den Göttern sei Dank, nicht zu knapp.

Wie schloss ich zuletzt: Auf, der Keule hinterher.

So rannten wir tiefer in die Kavernen, den Geräuschen der vor uns Laufenden hinterher. Offenbar drangen wir dabei in Kavernen vor, die üblicherweise unterhalb des Seespiegels liegen, denn der Boden war extrem glatt. Aber nichts sollte uns aufhalten – dachten wir bis wir in einer Höhle auf weitere Leichen stießen. Mehrere Orks und ein Mensch. Und der Mensch schien noch in seinen letzten Zügen zu liegen, der erste Blick jedoch sagte mir, dass alle Hilfe zu spät kommen dürfte. Während Shinmashaq und die anderen dem Weg der Keule (also den Geräuschen vor uns) folgten, blieben Rhucar (der etwas weiter hinten folgte) und ich zurück, um nach dem Sterbenden zu sehen. Viel sagte dieser nicht mehr, nur dass die Keule von den Orks geholt worden war. Nach den toten Orks zu urteilen, hatte er ihnen einen würdigen Kampf geliefert. Wie gesagt, ihm war nicht mehr zu helfen, daher rannten wir weiter und hörten vor uns wieder Kampfeslärm. Sollten unsere Kameraden die Flüchtenden gestellt haben? Noch schnell um eine Ecke und vor uns öffnete sich eine große Höhle. Eine große Höhle, in der unsere Kameraden und die verbliebenen Soldaten mit einigen Orks zu tun hatten. Ab in den Kampf!

Doch halt – ein kurzer Blick offenbarte, dass weder der Anführer der Orks noch Shinmashaq unter den Kämpfenden waren. Da Shinmashaq der Keule folgte, musste diese tiefer in den Höhlen sein. Also nichts mit Kampf sondern ab durch die Mitte und weiter in die Tiefe.

Gesagt getan, doch eine Höhle und mehrere Gänge weiter stießen wir auf etwas, was ich noch nie erlebt hatte. Vor uns lag eine große Gestalt am Boden – SHINMASHAQ! Vom Zustand seines Kopfes zu urteilen, hatte er eine Begegnung mit einem stumpfen Gegenstand, der stärker war als er. Nur noch flacher Atem, Bewusstlosigkeit. Nun gab es kein Zögern: Rhucar sicherte nach vorne, ich konzentrierte mich und ließ meine letzte Kraft fließen.

Trotz meiner Konzentration blieb mir nicht verborgen, dass Rhucar immer nervöser wurde, was wohl an dem Rauschen lag, das immer lauter wurde. Ein Rauschen, das schwer zu beschreiben ist – wie ein Fluss, der sich durch eine Klamm drückt, nur viel lauter und sich nähernd.

Plötzlich, ich weiß bis heute nicht wie mir geschah, kamen Orks um die Ecke gebogen, ignorierten Rhucar und rannten – rannten als wäre der Namenlose hinter ihnen. Satuaria sei dank, auch der Zauber endete in diesen Sekunden und Shinmashaq rührte sich. Benommen hob er den Kopf.

Das war Zeichen genug, Rhucar und ich packte ihn und schleiften ihn mehr als dass er ging zurück durch die Gänge. Hinter uns das Rauschen, das immer lauter wurde – vor uns die ersten unserer anderen Kameraden! „Zurück!“ war das einzige, was wir sagen konnten und dann rannte alles – so gut es eben ging

Mit Mühe ereichten wir die letzte Höhle, als uns das Wasser erreichte.

Wie wir die Höhle verlassen haben, ist ein einziger Wust aus Erinnerungen – Wasser, Orks, Kämpfe, Tauchen – aber wir schafften es und hatten sogar eine Handvoll gefangener Orks bei uns.

Orks, die Shinmashaq als Beute betrachtete und einen von ihnen seinen Göttern opferte und seine Hauer herausbrechen wollte – sehr zum, sagen wir, Missfallen der Rondrageweihten. Manchmal zweifle ich, ob Shinmashaqs Anwesenheit oder seine Abwesenheit Grund meines Todes sein werden. Rondrakloster sollten wir demnächst umgehen, auch wenn wir erfuhren, dass Ludalf die Wogen glätten konnte.

Gescheitert – anders kann man das nicht sagen – zwar haben wir Donnerbach gerettet, aber die Orks haben zumindest eines ihrer Ziele erreicht – das verspricht eine unruhige Zukunft. Diese Einschätzung teilte auch der Tralloper Adel, dem wir nach einer ereignislosen Rückreise (natürlich zu Fuß) berichteten.

Trotzdem, die Befreiung Donnerbachs musste gefeiert werden – ein Ball.

Nach Erklärung eines Balles als „Dorffest“ war auch Shinmashaq bereit, ohne Waffen auf der Burg zu erscheinen, frisch gebadet und sauber gekleidet. Nach diversen Einkäufen und meinen Besuch bei der Bank, war es denn soweit.

Es wäre auch beinahe ein friedlicher und schöner Abend geworden, Gwynna und ich, Ludalf und Raina, Tariq und eine hübsche Adelsdame, Rhucar und seine Ecke, Shinmashaq und das reichhaltige Buffet!. Wäre es gewesen, wenn nicht Shinmashaq die Aufmerksamkeit einer Dame geweckt hätte. Eines unglaublichen Mannweibs mit großer Narbe quer über das Gesicht. Bah. Die beiden zogen sich mehr oder weniger unauffällig in ein Nebenzimmer zurück, dessen Tür, wie er mir erzähle, Tariq im Auge behielt. Soweit, so schön – hätte es da nicht einen kleinen Mann gegeben, den Gatten der Dame.

Als ich hinzugerufen wurde, war es bereits zu spät das schlimmste zu verhindern. Der Gatte hatte Shinmashaq in flagranti erwischt und versucht, sich mit ihm anzulegen. Ergebnis: er lag bewusstlos im Zimmer. Um zu retten, was noch zu retten war, tränkten wir die Kleidung der Gehörnten mit Schnaps und legten ihn so, dass das anschwellende Gesicht mit etwas Phantasie als Aufschlag auf dem Tisch erklärt werden könnte. Anschließend verschlossen wir die Tür und taten so, als sei nichts geschehen.

Shinmashaq kehrte erst später wieder zurück – und sah sehr glücklich aus.

Den Göttern sei Dank, dass es keinen weiteren Ärger gab! Trotzdem könnte es sich als günstig erweisen, dass der Termin unserer Abreise nach Gareth endlich bekannt wurde. Noch 2 Tage, dann geht es los. Ich bin gespannt – ob diese Stadt mein vermisstes Punin ausgleichen kann? Man hört ja Wunder!

Nun denn, soviel für diesmal – gehabt Euch wohl, werter Leser!

Geändert von sonic_hedgehog (28.03.2008 um 14:13 Uhr).
nach oben

#7  
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente (Alt 17.02.2007, 17:38 )
Benutzerbild von sonic_hedgehog
Herzog
Geheimrat des Kaisers
 
Registriert seit: 20.01.2006
Ort: Frankfurt / Main
Beiträge: 2.093
RPG-Taler: 4.460
Geistesorden 1. Klasse  Voltanorden  Delazarorden  Arbeitsorden in Silber  Arbeitsorden in Bronze  Tufirstern  Geistesorden 2. Klasse  Forumsverdienststern 2. Klasse 
AW: Meine Reisen - Esperjo Desidero Tormente

Ja, werter Leser, nun war es also soweit - unser Aufbruch nach Gareth stand bevor. Der Abschied aus Trallop war schmerzhaft, aber wir wussten schließlich alle, dass er früher oder später kommen würde.

Mich motivierte allein das Wissen, dass ich wieder nach Trallop zurückkehren würde und Gwynna zwar nicht auf mich warten, aber mich trotzdem willkommen heißen würde und dass mich mit Gareth nach all der Provinz, wieder eine Großstadt erwarten wird.
Shinmashaq motivierte das Wissen, dass wenn er es schaffen würde, genug Gold zu erbeuten, Graf Gschwind für ihn zum Verkauf stehen würde.
Auch die anderen hatten jeder seine Motivation - und so ließen wir Trallop hinter uns.

Die Reise nach Gareth verging wie im Fluge - ereignislos. Aber dafür entschädigte uns der Anblick Gareths.

Sicher, die Naturverbundenen unter uns mögen das anders sehen, aber diese Anhäufung von Menschen wirkt auf mich beflügelnd. Der Geruch der Stadt, das geschäftige Treiben in allen Ecken, der Überfluss an Waren aller Art - es ist fast wie zuhause.

Ludalf quartierte uns in einem kleinen, traviagefälligen Gasthaus ein - für uns nicht exakt die richtige Umgebung. Alkoholeinschränkungen, Sperrstunden, feste Essenszeiten - all das, was uns nicht liegt. Und so sollte es in den nächsten Tagen auch Reibereien geben - den Göttern sei dank aber nichts ernsthaftes.

Dafür gab es aber auch noch eine positive Überraschung - einen Empfang im Kaiserpalast. Eine für mich sehr unerwartete Ehre, dass unser Ruf uns schon so verauseilen soll ist etwas beängstigend. Wer weiß wer noch alles von uns gehört hat, nicht jeder muss uns wohlgesonnen sein...

Aber so sei es - fein gekleidet begaben wir uns also dorthin und hatten die Ehre, kurz an der Re