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#1
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| Ein einstöckiges Gebäude wirkt deplaziert zwischen all den vornehmen, mehrstöckigen, Geschäftshäusern in der nähe des Marktplatzes. Ungewohnt auch der fasst zwei Meter breite Streifen zu den Nachbarhäusern die sonst dicht an dicht stehen. In der Mitte ist diese, von Unkraut überwucherte Zone, zusätzlich durch einen Ausläufer der Stadtmauer abgegrenzt die hier gleich einem Kais in die Zwischenräume ragt. Der zweite Blick offenbart Russflecken auf der der Destille zugewandten Seite und sofort wird der Sinn dieser seltsamen Mauern klar. Hierbei handelt es sich um Brandmauern die wohl der Rest der Stadt vor ungewollter Hitzeentwicklung schützen sollen. Ähnliche Flecken zieren auch alle Fensterrahmen die aus Stein sind ebenso wie der ganze Rest des Gebäudes. Auf einen gewöhnlichen Dachstuhl haben die Erbauer verzichtet sondern das ganze mit einem Flachdach versehen. Außer der, mit Kupfer beschlagenen, Eingangstüre ist am ganzen Gebäude kein Fetzen brennbaren Materials zu sehen. Auf der Rückseite des Gebäudes erhebt sich ein Kamin bis etwa 1 Meter über das Flachdach hinaus. Ein schmiedeeisernes Schild schwingt leicht quietschend im Wind. Auf diesem ist ein feuerspeiender Lindwurm zu sehen der mit seinem Flammenodem einen Destillierkolben erhitzt. Wer in die nähe des Gebäudes tritt nimmt eine vielzahl teilweise sehr unterschiedlicher Gerüche war wie sie zum einen in einer Alchemistenwerkstatt, zum anderen aber in einer Schnapsdestille vorkommen mögen. Sichtbar werden auch zwar Frachtrutschen die wohl in den Keller des Hauses führen. Ein Kupferstich neben der Tür trägt folgende Inschrift: Wanderer tritt ein wenn dich der Durst und das Heimweh plagt. Thorwaler ausdrücklich willkommen (auch solche mit Heimweh)
__________________ Eins wo Zwei sein sollten | |||||
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#2
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| Von außerhalb des Geschäftes hört man die Tür in der Brandschutzmauer öffnen und wieder schließen. Anschließend betritt Minister Screw den Verkaufsraum der Drachendistille wackelig und keuchend. "Hallo? Ist hier schon geöffnet?" | |||||
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#3
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| Der vordere Teil des Ladens scheint ein weiter Verkaufs- oder Lagerraum zu sein. Zahlreicher Fässer und Glasballons euten darauf hin das verschiedenste Flüssigkeiten gelagert werden. Aus dem hinteren Teil der Räumlichkeiten ist das plätschern von Wasser und das Prasseln von Feuer zu hören. Unter der Decke sind geschmiedete Eisenschienen angebracht an denen verschiedene Flaschenzüge hängen. Der Zweck wird sofort klar. Offensichtlich dienen sie zum anheben und Transport der Behältnisse innerhalb des Verkaufsraumes. Der Geruch der sich vor dem Gebäude abzeichnete nimmt hier neue Dimensionen an. Verschiedenen scharfe Noten deuten auf alchemistische Gebräue hin. Aber es ist auch ein Malz und Torfgeruch wahrnehmbar denn der Kenner sofort mit thorwalschem Feuer in Verbindung bringt. Einen kurzen Moment geschieht nichts. Dann sind gemächliche Schritte zu hören. Ein schwerer Ledervorhang, der denn hinteren Teil der Räumlichkeiten verbirgt, schwingt zur Seite. Ein untersetz gebauter Zwerg in seltsamer Montur tritt in den vorderen Raum. Er trägt eine braune Lederkutte die interessanter Weise mit zahlreichen Istira Runen verziert ist. Seine Füsse sind nackt und die Kutte wird durch ein Hanfseil zusammengehalten, das sich über seinen, nicht alzu dicken, aber doch wohlgenährten Bauch spannt. Neben ihm geht ein Hund der in seiner Grösse fast bis zur Brust des Zwerges reicht. "Ingerim und den Zwölfen zum Grusse" ertönt die tiefe Bassstimme des Zwerges. "Ja es ist geöffnet oder zumindest bin ich hier und stehe Euch zur Verfügung. Was kann ich für den geehrten Herrn Minister tun?". | |||||
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#4
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| "Verbindlichsten Dank, Geheimrat Turmalin," bringt Screw schwach aber dennoch gefasst hervor, "ich benötige 0,33 Liter Drachenodembier oder ein gleichwertiges Äquivalent. Ich könnte meinem Zustand zwar auch mit Heiltränken oder ähnlichem entgegenwirken, aber ich denke, ich mache gleich Nägel mit Köpfen und schlage zwei Fliegen mit einer Klappe." Der Minister lächelt schief und steckt die Hände in die Taschen ... nur um sie gleich wieder aus denselben zu ziehen und sich sicherheitshalber doch an der Wand abzustützen. | |||||
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#5
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| "Hmm, Drachenodem - Bier, ich fürchte auf Lager habe ich dergleichen nicht. Aber vielleicht etwas anderes um nervöse Mägen zu beruhigen und gleichzeitig den Geist anzuregen. Vor vielen Jahren bin ich einem Krieger namens Sten begegnet (*). Ein herausragender Messerkämpfer, Waldläufer und Leibwächter. Dieser schwor auf etwas was sich "Schwarzer Samt" nannte oder auch auf neu Garethi "Black Velvet". Die Zutaten hätte ich da." Er dreht sich um und verschwindet im Lager. Der Hund bleibt stehen, blinzelt den Gast kurz an und macht es sich dann auf einer Decke neben einem Fass gemütlich. Aus dem hinterren Raum ist das klirren von Glas und kurz darauf das knarzen von rostigen Angeln zu hören. Kurz gefolgt vom scharren einer Leiter. Das schnaufen Turmalin's klingt auf einmal etwas gedämpft, wird jedoch nach kurzer Wartezeit wieder lauter. Er tritt durch den Vorhang und hat zwei kleine Bierkrüge in der Hand. Offenbar exklusive Ware denn sie sind aus Glas und nicht aus dem billigeren Ton. Unter dem Arm klemmt eine Glasflasche die kalt zu sein scheint da Sie von aussen mit Tau beschlagen ist. Mit diesen drei Utensilien tritt er an die Theke und stellte die Flasche etwas umständlich ab. Dann geht er zu einem der Fässer und zapft die Krüge halb voll sehr dunklem Bier. "Ferdoker Schwarzbier, es gibt nichts besseres am Ende des Sommers wenn der Herbst kommt und Firuns Kälte droht". Mit denn Krügen tritt er zurück zur Theke, und beginnt am Drahtverschluss der Flasche zu nesteln. "Wilder Wein aus dem lieblichen Feld" meint er noch. Mit einem plötzlichen Plopp schiesste der Korken zur Decke. Geschickt läst Turmalin die herausschäumende Flüssigkeit in die Biergläser rinnen und füllt diese dann Randvoll. Er reicht einen Krug an Screw weiter und hebt in, "Travia zur Ehre und Tsa zum Gedenken, möge der Trunk den Leib erfreuen und dem Geist Flügel verleihen, das Wohl". Dann nimmt er einen tiefen Zug, seufzt und wischt sich denn Schaum von den Mundwinkeln. Erwartungsvoll schaut er zu Screw (*) Die Sten Chroniken von Allan Cole und Chris Bunch
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#6
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| Der Ork will noch etwas sagen aber da ist der Zwerg auch schon am Schaffen. Während dieser arbeitet, wankt Screw zur Theke des Geschäftes und stützt sich an dieser ab. Dann sieht er Turmalin zu und fäng aus einem Reflex den Korken auf, welcher von der Decke abprallt. Als der Geheimrat ihm den Krug hinhält nimmt er diesen mit einem dankbaren Nicken entgegen, spricht "Prost und ab," stößt an und trinkt die Hälfte in einem Zug hinunter. Als er den Krug absetzt, wird sein Genuss-Ahh von einem lautstarken und scheppernden Rülps verfolgt. "Verzeihung ... mh ... das tat Not. Was löhnt man für eine Füllung davon? Bin ja ziemlich rumgekommen, aber diese Geschmackskombi ist mir neu." Wärend er die Antwort abwartet nimmt er einen weiteren Zug, aber diesmal mit mit Genuss ... und trinkt den Rest hinunter. | |||||
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#7
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| "Die erste Runde geht aufs Haus, es ist ja nicht so als hätten wir nicht noch ein paar Vorräte. Erhebende Getränke gehören hier zum Service. Die Destille ist durchaus in der Lage auch spezieller Gebräue herzustellen. Dazwischen soll der Genuss aber nicht zu kurz kommen. Bero und ich sind schon so ein bischen auf Derre herumgekommen woran eine gewisse Sameafnir nicht ganz unschuldig ist." Dabei grinst Turmalin. "Dabei haben wir so manch leckeres Rezept entdeckt und mitgebracht. Die Preise hier in der Destille sind etwas ungewöhnlich: Ich verrechne prinzipiel keine Festbeträge sondern Zeit, Material und einen Aufschlag von 15% fürs Haus. Im Moment betreiben wir drei grosse Destillen und ein paar kleinere für Spezialaufträge. Etwa 1/3 davon ist für alkoholische Getränke reserviert. Der Rest gehört der Alchemie und Heilkunde". Na so vielen Worten am Stück setzt Turmalin seinen Krug ebenfalls an die Lippen und trinkt ihn in einem Zug aus. Er hebt das leere Glas, "noch einen?". | |||||
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#8
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| Screw hört Turmalin leicht abwesend zu und blickt dabei gelegentlich versonnen auf den Boden seines Kruges. "Klingt vielversprechend. Ihr gebt also nur Großmengen ab?" Der Ork kratzt sich nachdenklich am Kinn, dann breitet sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus."Dann würde ich sagen, Ihr füllt uns beiden so lange nach, bis wir die Mindestabnahme-Menge erreicht haben und sagt mir, was ich Euch schulde, bevor meine Ellenbogen die Thekenhaftung verlieren." Damit hebt er seinen Krug und wackelt damit auffordernd in der Luft. | |||||
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#9
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| Naja denkt sich Turmalin, dann haben wir die Flasche mit dem wilden Wein wenigstens nicht umsonst geöffnet. Er füllt beide Krüge nochmal nach und denkt sich das es auf jeden Fall noch für eine Runde reicht. Dann schaut er Screw kurz an und entscheidet das dieser doch ein bischen bleich um die Nase aussieht. Er entschuldigt sich kurz nachdem der nächste Krug angetrunken wurde, verschwindet hinter dem Vorhang und kommt mit einem rund gedrehten Holzbrett zurück auf dem mehrere seltsame Käsebrocken liegen. Dazu einen halben Leib dunkles Brot und noch ein Pärchen Würste. Turmalin deutet auf die Würste und meint, "aus Bärenschinken, ein bischen hart aber sehr schmackhaft", eine weitere Geste auf den Käse, "SEHR alter Höllenkäse. In der Konsistenz ziemlich hart aber sehr würzig das passt zum Schwarzen Samt. "Das mit den Mengen müsst Ihr falsch verstanden haben, ich braue auch kleinere Mengen. Aber die Destille braucht keinen Gewinn zu erwirtschaften sondern soll mir nur als warme und gemütlich Bleibe zwischen meinen Reisen dienen. Und wenn ich dabei angenehme Gesellschaft habe umso besser. Wir sind erst seid ein paar Tagen wieder aus denn Ambosbergen zurück. Könnt Ihr Euch vorstellen das auf den Pässen bereits der erste Schnee liegt? Unglaublich und das nach einem Sommer der keienr war. Im Moment warten Bero und ich gerade darauf das die Temperatur im mittleren Alchemiekessel auf Kochtemperatur steigt. Das Gebräu benötigt aber einen sehr langsamen Anstieg. Daher haben wir ein paar Stunden Zeit und Eure Gesellschaft hilft diese zu vertreiben."
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#10
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| Screw hört aufmerksam zu während er von den angebotenen Speisen kostet und diese sehr belebend empfindet. Als Turmalin endet, zuckt der Ork mit den Schultern und meint: "Ich nehm's nicht so genau mit den Jahreszeiten ... und Wetter gefällt mir am besten, wenn es sich in seinen Extremen zeigt." Dann deutet er auf das Brett mit Schinken und Käse. "Das sollte sich übrigens nicht rumsprechen, sonst geht den Tavernen die Kundschaft fremd. Das wiederum würde zu Schließungen führen und dadurch gehen die Importe zurück, was weiters die Steuereinnahmen reduziert." Der Minister blinzelt ein paar mal verdutzt und leert dann seinen zweiten Krug in einem Zug. "Oh mein Gott ... der Job lässt einen echt nicht so leicht in Ruhe ... aber Euer Gebräu hilft." | |||||
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