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RPG-Foren  Die Macht des Rollenspiels
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Daidalos

Dies ist das Thema Daidalos bei Gerede nebenbei als Teil vom Weitere P&P Rollenspiele.
Hallo Leute, angetrieben von unserer Diskussion um " Railraoding und Powermeister ", aber vor allem auch durch den darin enthaltenen ...


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Antwort

#1  
Cool Daidalos (Alt 20.07.2006, 08:04 )
Benutzerbild von Tufir
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Cool Daidalos

Hallo Leute,

angetrieben von unserer Diskussion um "Railraoding und Powermeister", aber vor allem auch durch den darin enthaltenen Ausspruch von Integra, der da lautete "Weniger Regeln für mehr Rollenspiel", habe ich mich mal ein wenig umgesehen.

Dabei bin ich auch an einigen Stellen fündig geworden, die sich mit dem Thema "Rollenspiel ohne Regeln" beschäftigen. Eine Seite, aber fand ich besonders interessant aufgrund ihrer Aussagen des Autors. Ich habe mich flugs mit diesen Menschen namens Jochen Eid in Verbindung gesetzt und von ihm die Erlaubnis erhalten, ihn hier zitieren zu dürfen. Er hat mir diese Erlaubnis gegeben. Danke dafür an ihn!

Jochen hat ein Rollenspiel namens DAIDALOS entworfen und dafür sogar eine Auszeichnung im DRosI (Deutscher Rollenspiel Index) erhalten. Seine Seite ist zwar schon etwas älter (mit letztem Stand vom Februar 2002), aber ich finde, dass seine Aussagen immer noch nichts an Bedeutung verloren haben. Ich möchte an dieser Stelle mal Passagen aus seine Vorwort zitieren:


Zitat:
Zitat von Jochen Eid

[...] In letzter Zeit war im Bereich der Rollenspiele eine Entwicklung in Richtung immer größerer Freiheit zu erkennen.

Die ersten Spielsysteme kannten nur wenige Charakterklassen bzw. Berufe, die Möglichkeit von Beginn an "einzigartige" Helden zu erschaffen, war sehr begrenzt. Als Beispiel seien Dungeons&Dragons oder MERS oder auch die Anfänge von "Das Schwarze Auge" genannt.

Abenteuerszenarios beinhalteten vor allem das Besiegen von Monstern und das anschließende Einheimsen von Schätzen, um mit dem Gewinn bessere Waffen kaufen zu können, mit denen sich noch gefährlichere Monster bezwingen ließen.
Gut, dies mag etwas pauschal klingen, aber im Großen und Ganzen ist es wohl zutreffend.

Bald zeigte sich, daß die bloße Unterscheidung in Charakterklassen nicht ausreichte und Spielsysteme kamen auf den Markt, die eher an Fertigkeiten orientiert waren. Damit war es leichter, Charaktere zu erschaffen, die nicht genau in ein Schema passen mußten. Helden waren nicht mehr nur Magier, Kämpfer oder Diebe, sondern die Spieler hatten nun bessere Möglichkeiten, ihre Charaktere mit Leben und Farbe zu erfüllen.
Typische Vertreter dieser Systeme sind DSA, wie es sich mittlerweile präsentiert, oder Shadowrun.

Aber die Entwicklung blieb dort nicht stehen. Mittlerweile gewinnen sogenannte "freie Rollenspiele" mehr und mehr Anhänger. Diese Systeme zeichnen sich durch ein besonders hohes Maß an Freiheit bei der Charaktererschaffung und -entwicklung aus.
Die meisten dieser Systeme legen einen sehr großen Wert auf beschreibende und erzählende Elemente.

Eine besondere Rolle unter diesen Spielen nehmen dabei die Würfellosen Rollenspiele ein.
Mit Daidalos verfolge ich dieses Konzept der Würfellosen Rollenspiele. Auf diese Weise soll der Schwerpunkt im Spiel auf den Charakteren und ihrer Persönlichkeit liegen und ihre Entwicklung betont werden, während das Sammeln von Erfahrung bzw. Erfahrungspunkten und dem damit verbundenen "Verbessern" der Charaktere in den Hintergrund tritt.

[...]

Daidalos ist vermutlich nicht das, was im Allgemeinen als richtiges Rollenspiel angesehen werden würde. Ich habe bewußt auf eine eigene Hintergrundwelt verzichtet. Daidalos ist vom Konzept her nicht auf ein bestimmtes Genre oder gar auf eine bestimmte Spielwelt zugeschnitten. Es soll den Spielern und dem Spielleiter vielmehr Hinweise und Tips für gelungenes Rollenspiel bieten und stellt so vielleicht eher eine Sammlung von Spiel-Philosophien dar, da sich kaum traditionelle Regeln finden werden. Vor allem an Beispielen aus bekannten Rollenspielen und dort vorkommenden Gegebenheiten möchte ich aufzeigen, daß es möglich ist, sehr komplexe Charaktere zu entwickeln, ohne daß Spieler und Spielleiter Dutzende von Quellenbücher ihr eigen nennen und Hunderte von Sonderregeln beherrschen müssen.

Man sollte von Daidalos also einige Dinge nicht erwarten.

Daidalos ist kein Gesetzbuch. Im Gegenteil favorisiert Daidalos die Regellosigkeit im Rollenspiel. Wer also nach einem System sucht, das jede Situation mit absoluter Genauigkeit beschreibt, wird mit Daidalos nicht glücklich werden.

Auch ist Daidalos kein Versandhandel. Wer sich auf seitenlange Materiallisten, Waffenkataloge und Ausrüstungstabellen freut, wird vermutlich gleichfalls bitter enttäuscht werden.

Ebenso wird es Spielern und Spielleitern ergehen, die nur in einem präzisen und komplexen Kampfsystem ihre Erfüllung finden.

Eine weitere Einschränkung muß ich machen: Daidalos ist anspruchsvoll. Es verlangt sehr viel Gespür von Spielern und Spielleitern für die Geschichte, die Atmosphäre und die Dramatik. Darum ist es eher weniger geeignet, um damit seine ersten Schritte ins Leben jenseits unserer Realität zu wagen. Allerdings habe ich mit einer Gruppe absoluter Rollenspiel-Neulingen gespielt, ohne daß sie Regeln kannten, und es hat dem Spiel und der aufkommenden Stimmung keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil.

Und noch etwas...

Daidalos ist mit Sicherheit nichts neues. Die Konzepte und Ideen, die mit Daidalos beschrieben werden, haben schon viele vor mir gehabt und auch ich habe mir nicht selbst alles ausgedacht. Daidalos ist das (Zwischen-)Ergebnis aus mittlerweile 16 Jahren Rollenspielerfahrung mit vielen verschiedenen Ansätzen und Systemen. Vielleicht faßt es nur zusammen, was jeder Rollenspieler eines Tages erkennt, wenn er nur lange genug spielt.

[...]

Quelle: Daidalos Website
Und nun frage ich mich, was ihr von diesen Worten haltet!

Viele Grüße & eine anregende Diskussion
Euer Tufir
__________________

"Versprich mir, dass - welchen Weg im Leben du auch einschlägst - du immer zu dir selbst stehen wirst." - Yu Shu Lien aus "Tiger and Dragon"

Geändert von Tufir (23.04.2008 um 09:56 Uhr).
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#2  
AW: Daidalos (Alt 20.07.2006, 08:39 )
Benutzerbild von Integra
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AW: Daidalos

Schöne Seite. Mir gefällt insbesondere die Charaktererschaffung. Ein paar ausgewählte - nicht unbedingt alle 50 - sollte man an den Anfang jeder Charaktererschaffung, gleich welchen Systems, stellen. Zwar gibt es in den meisten Systemen etwas Vergleichbares, aber ich habe bislang noch nicht erlebt, dass jemand (SL od. SC) diese Hilfestellung konsequent genutzt hätte.
__________________
Liber scriptus proferetur,
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#3  
AW: Daidalos (Alt 21.07.2006, 07:24 )
Benutzerbild von Voltan
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AW: Daidalos

Richtig. Diese Hilfestellung gibt es auch (ich glaub mit 20 Fragen) für DSA. Aber wird kaum angewendet. Schade eigentlich.
Das freie Rollenspiel Daidalos liegt mir aber weniger. Ich persönlich finde GERADE die Mischung zwischen Rollenspiel und Würfelspielen spannend. Wenn ich als Spieler im vorraus nicht weiss, ob meinem Char die nächste Aktion gelingt, macht es die Aktion für mich auch wesentlich spannender. Ausserdem finde ich das langsame Steigern des Chars viel zu interessant, als das ich darauf verzichten könnte.
Nein, ich brauche beides (und es schließt sich ja auch in keinster Weise aus). Ich brauche Rollenspiel und spannende Würfelwürfe.
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#4  
AW: Daidalos (Alt 21.07.2006, 08:21 )
Benutzerbild von Integra
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Arbeitsorden in Bronze  Geistesorden 3. Klasse 
AW: Daidalos

Und, worauf ich keinesfalls bei irgendeinem Rollenspiel verzichten möchte:

Zitat:
seitenlange Materiallisten, Waffenkataloge und Ausrüstungstabellen
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#5  
AW: Daidalos (Alt 21.07.2006, 09:32 )
Benutzerbild von Netrocom
Ritter
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AW: Daidalos

Zitat:
Integra:
Und, worauf ich keinesfalls bei irgendeinem Rollenspiel verzichten möchte:
seitenlange Materiallisten, Waffenkataloge und Ausrüstungstabellen
Das lob ich mir doch!

Waffen und Ausrüstung ist auch für mich immer sehr wichtig.


Ansonsten kann ich mich Voltans Aussage nur voll und ganz anschliessen.
__________________
Gruß
Netrocom
:7:
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#6  
AW: Daidalos (Alt 21.07.2006, 10:57 )
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AW: Daidalos

Preiset die Schönheit, Bruderschwestern!

Ich kann mit dem "freien Rollenspiel" auch nicht viel anfangen und bin sogar der Meinung, dass es ein Grundgerüst fester egeln geben muss, damit alle Spieler fair und gleich behandelt werden!

Gruß
Graf Albin

P.S.: In unserer Gruppe gilt ein Held erst dann als "fertig generiert" wenn auch die 20 Fragen vorliegen. Bei meinem jetzigen Helden sind das drei DIN A4 Seiten.
__________________
Graf Albin for Adelsmarschall!
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#7  
AW: Daidalos (Alt 21.07.2006, 12:44 )
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AW: Daidalos

Zitat:
Zitat von Voltan
Nein, ich brauche beides (und es schließt sich ja auch in keinster Weise aus). Ich brauche Rollenspiel und spannende Würfelwürfe.[/color]
Schöner Satz, nur leider sind Würfelwürfe (komisches Wort übrigens) selten wirklich ähnlich spannend wie Rollenspiel.
Ich sehe aber auch keine Möglichkeit, ohne Würfel Fähigkeiten zu simulieren, die der Spieler selbst nicht hat, sofern man nicht dem Spielleiter unbeschränkte Entscheidungsgewalt zugesteht. Die hat er zwar sowieso fast, da er ja die Erschwernis vorgibt, aber eben nur fast. Und daher werden Würfelwürfe im richtigen Moment wichtig bleiben - allerdings ist das Rollenspiel, wie der Spieler den Koch ausfragt immer der Probe auf Überreden (Verrat mir was du weißt) vorzuziehen.

Machen wir aber ja auch meist!
__________________
Es ist ein weitaus schicklicheres Unterfangen ein Abenteuer zu lesen, als selbst eines zu erleben.
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#8  
AW: Daidalos (Alt 21.07.2006, 23:53 )
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AW: Daidalos

Richtig. Die Gewichtung sollte immer überwiegend auf Rollenspiel erfolgen. Dazu gehören auch insbesondere solche Dinge wie "Überreden", oder "Lügen".
Aber im Kampf oder beim erklettern einer steilen Wand ist das "Würfelspiel" durchaus spannend und für mich eine Art Spiel IM Spiel.
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