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Blues für Marnie

Dies ist das Thema Blues für Marnie bei Die glorreichen Sieben als Teil vom Tagebuch der Spielgruppen.
Nach den Geschehnissen rund um das Indianerhaus hat Pearl kurzer Hand beschlossen das wir dringen alle ein bisschen Erholung bräuchten ...


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#1  
Blues für Marnie (Alt 25.10.2007, 13:55 )
Benutzerbild von Turmalin
Ritter
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Blues für Marnie

Nach den Geschehnissen rund um das Indianerhaus hat Pearl kurzer Hand beschlossen das wir dringen alle ein bisschen Erholung bräuchten und uns allen einen Kurzurlaub in NY verordnet. Vivian brauchte neue Zähne, William und ich mussten Mr. Sarnecki noch beichten, dass wir beschlossen hatten, denn Dienst bei ihm zu quittieren. Zum einen schien es, als bräuchten Vivian und Pearl jemand der ein bisschen auf sie aufpasst, zum anderen: Wer kann denn schon zwei so hübschen Ladies widerstehen? Außerdem zahlt sie besser und es sieht so aus als käme man zumindest mit Pearl ganz schön in der Weltgeschichte rum. Luigi Sarnecki war überhaupt nicht erfreut und hat uns zunächst ganz schön die Hölle heiß gemacht. Ich hatte schon befürchtet, mit Betonschuhen auf eine Bootspartie eingeladen zu werden. Aber es wurde dann doch besser, nachdem ich ihm das zusätzliche Auto mitgebracht und denn Ford repariert hatte. Ich musste ihm auch versprechen, einen neuen Fahrer in Chicago zu organisieren, aber einer der Jungs aus der Werkstatt am Jachtclub hat bestimmt Lust ein bisschen Landluft zu schnuppern.

Wir kamen mit dem Zug aus Maine nach NY und fuhren im Taxi zum Waldorf Astoria. Vivian war eh mit von der Party, aber auch Hellen konnte sich freimachen. Pearl hatte nicht reserviert, war aber offenbar ein gern gesehner Stammgast. Ruck zuck waren zwei Suiten reserviert. Eine für die Damen und eine für William und mich. Wir arbeiten nun beide für Pearl. William als Prospektor. Aber Öl soll er nicht für Pearl suchen, sondern nach neuen Geschäftsideen. Mal schau’n was dabei rauskommt. Pearls Ma ist ja dick im Reifenhandel. Wenn ich gewusst hätte das meine Countess von Gallantry Tiverton zu denn Goodyears gehört, hätte ich mir weniger Sorgen wegen dem Einkommen gemacht. Ich bin als ihr Fahrer und Reisebegleiter unterwegs. Aber offenbar traut man mir nicht zuviel zu. Da kam im Astoria doch tatsächlich so eine halbe Nummer und wollte Pearls Gepäck tragen. Wenn die Damen nicht dabei gewesen wären, hätte ich Ihn um die nächste Laterne gewickelt. Also sowas. Nicht das ich Ihm seinen Job nicht gönne, aber so schwach sehe ich nun auch wieder nicht aus.

Ist eh ein komischer Laden das Astoria. Wir waren noch nicht richtig oben und ich war noch dabei Pearls Zimmer einzurichten, die Koffer auszupacken und so, dann klopft es an der Tür und so ein Kerlchen steht da und meint er wäre JayJay und wollte zu Pearl. Ich hab Ihm erstmal die Tür vor der Nase zugemacht und bin zu ihr, um zu fragen, ob der denn überhaupt rein darf... Irgendwie war der komisch, ob der schwul ist?
Es stellt sich heraus, das Pearl die halbe Nummer kennt, also lasse ich ihn rein, behalt ihn aber genau ihm Auge. Küsschen links und rechts mit Pearl.... Der Typ IST schwul. Aber er weiß zumindest wo Abends in NY die besten Partys steigen. Er empfiehlt das Blue Heaven ein neuer Club. Angeblich mit sauberen Quellen. Reservieren kann man nicht, aber JayJay wird uns ankündigen, so das wir nicht in der Schlange anstehen müssen. Pearl schickt mich zu den Zimmern von Hellen und Vivian um sie zum Tee auf 19:00 Uhr einzuladen und mitzuteilen, wohin es geht. Danach am Empfang noch bisschen was zu Futtern zum Tee bestellt und auch das Taxi zum Club auf 19:30. Schnell den eigenen guten Anzug ausbürsten, Klamotten für Pearl rauslegen. Waschen umziehen und schon ist Zeit für den Tee. Aus der Bordapotheke reiche ich Whisky und Rum zum Tee. Danach geht’s los. Im Blue Heaven klappt alles wie am Schnürchen, offenbar ist das Astoria doch nicht so schlecht wie ich geglaubt habe. Es ist schon ziemlich voll und wir haben noch eine kurze Diskussion mit den Türstehern. Sie wollen William mit Stetson nicht rein lasssen. Etwas ärgerlich lassen wir ihn an der Garderobe zurück (den Stetson). Wir bekommen einen Tisch links der Bühne. Ein Typ sitzt schon da und wird uns als Piete Manusco vorgestellt. Hinter ihm ist ein Seiteneingang. Gar nicht schlecht da können wir verschwinden wenn es Ärger geben sollte. Und der ist fast vorprogrammiert. Alkohol fliest in Strömen und wird offen ausgeschenkt und verkauft. Die Preise sind unglaublich. Die erste Runde Sekt kostet fasst soviel wie drei Tageslöhne in der Werkstatt.
Die Show beginnt. Auf der Bühne steht eine sehr gute Jazzband allerdings noch ohne Lead Trompeter. Der läst aber nicht lange auf sich warten. Ein Schwarzer erscheint im Seiteneingang, er wirkt etwas abgekämpft und leicht betrunken, bittet aber höflich um Durchlas. Manusco schnauzt ihn an aber wir lassen ihn zur Bühne durch, wo er sofort loslegt. Betrunken oder nicht, Trompete blasen kann er. So langsam entspanne ich mich. Die vielen Leute um Pearl machen mich nervös. Schließlich hat Sie mich auch angestellt, um auf Sie aufzupassen. Es käme nicht wirklich gut, wenn meiner Chefin was passieren sollte.
Die Mädels wollen tanzen doch bevor sie wirklich aufstehen können, geht der Seiteneingang schon wieder auf. Eine komischer Knilch mit einer seltsamen Gesicht erscheint in Mancusos Rücken. Zieht eine 45 und bläst dem Kerl das Hirn von hinten raus. Eins muss ich unseren Mädels ja lassen, da kreischt keine, die sind hart im Nehmen. Bevor wir was unternehmen können, verschwindet der Typ wieder. Erste Hilfe bei Macuso ist, glaube ich unnötig. Ein gutes Viertels seines Kopfinhalts ist auf Williams Anzug. Der Schuss ist im Lärm des Clubs zunächst untergegangen aber jetzt stoppt die Musik und ein Geschrei beginnt. Farish stürzt hinter dem Mörder her durch denn Seiteneingang und die Treppe runter.
Er sieht nur noch wie der Typ in einen grauen Packard springt, der daraufhin davon rast. Offensichtlich war der Mord gut vorbereitet.

Er kommt zurück in den Club und erlebt gerade noch wie Mancuso, oder das was noch von ihm übrig ist, sich erhebt, irgendwas von Joe murmelt und Richtung Ausgang schwankt. William fackelt nicht lange und zerrt seinen Revolver raus und verpass Mancuso eine Kugel. Der hätte wohl auch mit Pingpong Bällen schießen können. Denn was tot ist kann man nicht so ohne weiteres erschießen. Die Gestalt wankt Richtung Hauptausgang. und jetzt bricht Panik aus. Polizeisirenen sind zu hören. William, Hellen und Vivian verfolgen die "Leiche". Ich beschließe mit Pearl durch den Seiteneingang zu verschwinden. Auf dem Weg dorthin treffen wir den Trompeter und ein weiteres Bandmitglied. Gemeinsam rennen wir die Lieferantentreppe runter und verschwinden in einer Seitengasse. William, Vivian und Hellen erleben, wie die Leiche auf der Ausgangstreppe stürzt. Sie versucht immer wieder aufzustehen, aber die panische Menge trampelt immer wieder darüber weg. Erst als der Strom dünner wird, erhebt sie sich und schwankt auf die Strasse. nicht für lange. Ein Streifenwagen kommt um die Ecke geschossen, schleudert und quetscht Mancuso gegen eine Laterne wobei er in zwei Hälften zerrissen wird. Jetzt ist Ruhe.

Vivian, Hellen und William entscheiden, dass es wohl besser ist, nun ebenfalls das Weite zu suchen. Mit ein bisschen Glück treffen wir uns in einer Nebenstrasse. Der Trompeter und seine Begleitung sind verschwunden. Dabei hat der Trompeter eine Visitenkarte verloren, die ich aufhebe. Als wir noch ein Taxi suchen, taucht ein komischer Typ auf. Roger Daniels angeblich von der Alkoholfahndung. Natürlich waren wir nicht im Blue Heaven und haben auch nichts gesehen oder gehört. Aber in dem Gespräch erfahren wir, dass Mancuso wohl Buchhalter war. Wer erschießt einen Buchhalter???

Heute Nacht lösen wir das Rätsel nicht mehr. Aber mit ein bisschen Glück erwischen wir dann doch ein Taxi und schaffen es unbeschadet ins Hotel. Der Abend ist ruiniert. Williams Anzug ist ziemlich hinüber. Sein Stetson hängt noch im Blue Heaven. Die Ladies kamen nicht zum Tanzen und wir haben noch nicht mal denn schweineteuren Sekt ausgetrunken. Vor unseren Augen wird ein Typ erschossen, ist mausetot, steht wieder auf, wird zu Tode getrampelt, stet noch mal auf und wird schlussendlich von einem Polizeiauto zur Strecke gebracht. Die Polizei dein Freund und Helfer. Nicht ganz das, was ich eine erfolgreiche Nacht nenne. Der nächste Morgen startet etwas später mit einem Frühstück auf dem Zimmer. Dabei finden wir raus, dass die Visitenkarte zu einem Beerdigungsinstitut gehört. Handschriftlich wurde ein Termin ergänzt, irgendwas mit New Orleans Stil. Offensichtlich ein Termin für den Trompeter. Wir beschließen der Sache noch mal nachzugehen. Eigentlich glaube ich ja nicht an Vodoo, aber seit der Geschichte mit dem Indianergrab bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ein Taxi bringt uns zum Beerdingungsinstitut. Mitten im Schwarzenviertel. William hat ja zum Glück seine Knarre wieder dabei. Vom Besitzer erfahren wir, dass es sich bei dem Trompeter um Leroy handelt und er des Öfteren mit der 5 Star Band zusammen spielt. Heute sollen sie in der Tat bei einer Beerdigung spielen. Wir fahren hin. Unser Taxifahrer hat schon gemerkt, dass an uns eine goldene Nase zu verdienen ist und bleibt in der Nähe. Aber so gut wie der fährt, fahre ich schon lange. Wir kommen gerade noch rechtzeitig zur Beerdigung. Mehrere Mitglieder der Band sind anwesend aber vom Trompeter keine Spur. Man zieht zum Haus des Toten, Freddie Fayett, wie wir erfahren. Dort wird der Sarg abgeholt und der Zug setzt sich in Bewegung. Als die ersten Bandmitglieder beginnen, einen wehmütigen Soul zu spielen tritt Leroy aus einem Hauseingang und reiht sich ein. Unser Blick fällt auf seine Trompete. Ein sehr seltsames, edles Instrument das nicht so recht zum verwahrlosten Äußeren von Leroy passt. Komischerweise hat die Trompete vier Ventile...
Sie spielen denn Dead Mann Stomp und da wurde mir schon wieder komisch im Bauch. Vivian und William hören ein Stöhnen, die Sargträger brechen in Panik aus und lassen denn Sarg fallen. Der Deckel springt auf. Freddie steigt aus dem Sarg, er hat eine riesige Schusswunde in der Brust. Er schwankt zur Witwe und bricht zu ihren Füssen zusammen. Plötzlich taucht der graue Packard wieder auf und die "Ratte" springt heraus. William will ihn sich schnappen, darauf hin ist die Ratte ruck zuck wieder in der Karre verschwunden. William kann gerade noch sehen, dass der Packard keine Nummernschilder hat, als er von einer Salve aus einer Thompson aus dem Seitenfenster niedergemäht wird. Bevor wir uns so richtig vom Schreck erholen, rast der Packard davon, William ist auf der Strasse zusammengebrochen mit drei Löchern die da nicht hingehören. Leroy hat ebenfalls die Kurve gekratzt. Während Helen William verarztet und Vivian versucht die Witwe zu beruhigen, können Pearl und ich mit dem Bandleader, Mitch Wester sprechen. Von ihm können wir erfahren, wo Leroy wohnt. William ist noch ziemlich wacklig auf denn Beinen, kann aber schon wieder gehen. Wir entschließen uns zu verschwinden, bevor die ganzen Schwarzen merken, dass es hier ein paar Weiße in Ihrer Mitte gibt, die vielleicht etwas mit der Leiche, der Schiesserei und sonst etwas zu tun haben. Das "goldene" Taxi bringt uns schnell zur Leroys Wohnung, wo wir Ihn tatsächlich antreffen. Sie liegt in einem sehr heruntergekommenen Haus. Leroy öffnet und läst uns rein. Er ist komplett besoffen. Das die einzigen Teile seines Inventars die nicht von der Müllhalde zu kommen scheinen, sind die Trompete und ein Bild einer jungen Frau neben seinem Bett. Die Wohnung ist ein Loch. Halb im Delirium erzählt uns William das er die Trompete angeblich von Louis Amstrong bekommen hat. Er hat ihm das Instrument auf der Strasse mit den Worten "Blas, bis Du die Toten weckst" übergeben. Wir haben Leroy gerade überredet mit seiner Trompete mit uns zu kommen, um irgendwo noch was zu trinken als schon wieder die Ratte auftaucht. Leider mit reichlich Verstärkung. Uns bleibt nichts anderes übrig als Leroy zu übergeben. Und wieder einmal schauen wir einem grauen Packard ohne Nummernschild hinterher. Aber dieses Mal wartet unser Taxi gleich hinter der nächsten Ecke. Ich springe vorne ins Taxi die anderen nach hinten. Mit meiner Hilfe schafft es der Fahrer endlich mal, ein bisschen was von dem guten Good Year Gummi auf der Strasse zu verlieren und wir lassen uns vom Packard nicht abschütteln. Wir folgen dem Packard bis zu einer Hofeinfahrt in einer Lagerhausgegend. Der Packard wird sofort von mir "versorgt". Noch mal schauen wir dem nicht hinterher. Ohne Verteilerkappe fährt es sich schlecht. Schnell stellen wir fest, dass im Hof zwei LKW's mit geschmuggeltem Alkohol stehen. Vivian schleicht zum Fenster und wirft einen Blick ins innere. Da sie leider nicht reden kann, versucht Sie uns andere per Handzeichen zu informieren, was drinnen abgeht. Aber außer das es hektisch wird verstehen wir nur das Leroy und 4 weitere Männer in dem Raum sind. Wir sind noch am überlegen, ob wir stürmen wollen und entscheiden uns, gerade zu verschwinden und die Polizei herbei zu schaffen als Trompetenspiel zu hören ist. Ein Schuss knallt, gefolgt von ganzen Salven aus den Maschinenpistolen der Gangster. Kurz darauf wird Leroy von zwei finsteren Gestalten aus dem Haus gebracht. Von der Ratte ist weit und breit nichts zu sehen. Vivian ist es gelungen, zu uns zurück zu kommen und erzählt schnell das die Ratte als Versuchskaninchen für die Vodookünste der Trompete herhalten musste. Dass Zombie wieder aufstand und dann von den Thompsons in seine Einzelteile zerlegt wurde.
Jetzt muss es schnell gehen. Kurzerhand entschließen wir uns, den Entführern das Opfer nun doch direkt abzunehmen. Es kommt zu einem Handgemenge. Chefin und ich erledigen denn einen im Hof. Hier erlebe ich eine böse Überraschung. Das Pearl schießen kann, war ja schon länger klar, aber den Schlag, den sie dem Typ verpasst, hätte man einer so zierlichen Person definitiv nicht zugetraut. Draußen auf der Strasse sind die Flüche über ein nicht startenden Packard und danach ebenfalls Geräusche eines Handgemenges zu hören. Es gelingt uns, das Ganze ohne weitere Schusswaffen abzuwickeln. Leroy entwischt bei der Aktion jedoch und rennt irre kichernd mit seiner Trompete um eine Ecke davon. Wir entschließen uns, dem Gangsterboss noch ein warmes Geschenk dazulassen und fackeln ohne viel Federlesens seine Schmuggelware-LKW's ab. Explodierende Schnapsflaschen dekorieren akustisch denn Brand. Während wir noch am Überlegen sind, wie es nun weiter geht fällt bei Helen der Groschen. Warum sollte ein so begnadeter Musiker wie Leroy so gigantisch abstürzen und zum Alkoholiker werden? Das Bild auf dem Nachtisch war offensichtlich seine Geliebte. In der vergammelten Wohnung gab es allerdings keinerlei Spuren einer weiteren Person, geschweige denn der ordnenden Hand einer Frau. Entweder hat Sie sich einfach von ihm getrennt oder aber sie ist gestorben und nun verstehen auch wir anderen, warum Leroy bei der Flucht so lachte. Er ist unterwegs zum Friedhof. Schließlich kann er seine Geliebte ja nun zurückholen. Uns fällt aber auf, was er in seinem umnebelten Geist wahrscheinlich nicht sieht: Die Gräber all der anderen Toten in der Umgebung und er mit seiner Vodootrompete. Der Taxifahrer versteht die Welt nicht mehr, nimmt aber uns er Geld gerne, als wir zum zweiten Mal an diesem Tag zum Friedhof nach Harlem wollen. Auch die Aufforderung eine neue Bestzeit aufzustellen, stößt auf Unverstand, aber mit weiteren Dollars findet er das Gaspedal dann doch. Eine schnelle Durchsuchung des Friedhofs findet Leroy zwischen den Gräbern gerade dabei die Trompete an die Lippen zu setzen. Wir hören gerade noch wie er sagt: "Die nächste Nummer ist für dich, Marnie. Bevor er jedoch blasen kann, verfrachtet ihn die Chefin mit einem Roundhousekick ins Gras. Mit den High Heels muss das ganz schön weh getan haben. William nimmt die Trompete an sich. Ein kurzer Blick dann zieht er seine Pistole und zerschießt den Schalltrichter und die vier Ventile. Leroy hat es leider geistig hinter sich. Er ist komplett verwirrt. Der Alkohol und die ganzen Untoten haben ihn wohl mental über die Kante geschoben. Wir lassen ihn in eine Irrenanstalt bringen, wo man auf ihn achten wird. Wir informieren auch Mitch Wester, den Boss der 5 Star Band, und er dankt uns für unsere Hilfe. Vivian hat noch ein recht frostiges Gespräch mit Roger Daniels dem Inspektor der Prohibitionsbehörde. Mit ihrer Aussage wir der Gangsterchef für Alkoholschmuggel und Mord an der "Ratte" verhaftet und schon zwei Wochen später in einem Prozess zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Die Details der Wiedererweckungen hat Vivian zum Glück weggelassen. Und so genau wollte das auch gar niemand wissen. Die NYPD war froh, zwei Morde aufgeklärt zu haben und Daniels konnte sich eine große Ladung vernichteten Alkohols gutschreiben. Zumindest bis auf die 3 Flaschen die unserem "Teevorrat" zugeführt wurden. Wir bleiben noch ein paar Tage in NY, die erfreulich ruhig verlaufen. William kann seine Garderobe wieder auffrischen, ein neuer Stetson ist leider nicht aufzutreiben. Für die Hilfe zur Ergreifung des Gangsters gibt es noch ein paar tausend Dollar Belohnung, die wir in einen Support Fond für Leroy investieren. Die 5 Star Band dankt es uns mit einer Schallplatte des "Dead man Stomp". Als wir jedoch in der Mitte der Scheibe ein klares Solo von Leroy auf seiner Alptraumtrompete hören, wird uns doch etwas mulmig. Als wir schon fast 10.000 Dollar im Astoria ausgeben haben, beschließt die Truppe weiterzuziehen. Pearl muss sich mal wieder bei Ihrer Mutter sehen lassen.
Die paar Wochen Ruhe haben dem Gehirn von William offensichtlich gut getan. Er hat eine neue Idee zur Herstellung von Autoreifen nicht aus Kautschuk sondern aus Abfallprodukten der Benzinherstellung. Wenn das funktioniert, ist er bei der Familie Good Year in richtigen Händen und die Finanzierung unserer nächsten Monate und Jahre gesichert. Ich schreibe noch ein paar Briefe an meine Verwandtschaft in Chicago höre aber nicht viel, außer dass sie sich natürlich über das heimgeschickt Geld wundern, und sich nicht sicher sind, wie man als Reisebegleiter soviel Kohle verdienen kann. Nächster Halt ist das Stadthaus der Good Years in Boston. Ich soll Französisch lernen, da Pearl zu einer Freundin nach Europa will und auch noch bei verschiedenen Cousins und Cousinen ein Besuch ansteht. Außerdem soll der Butler von Chefins Mutter mir noch ein paar Details beibringen. Da bin ich mal gespannt. Wer hätte das gedacht. Noch vor gut einem Jahr lag ich in Chicago mit dem Schraubenschlüssel unter irgendwelchen klapprigen Kisten und jetzt bewege ich mich in der Upperclass. Muss mir in Boston unbedingt eine Näherin suchen. Ich brauch dringend noch ein paar Anzüge die gut aussehen und nicht zu teuer sind. Lange halten müssen bei unserem Verschleiß ja nicht. Bis jetzt bin ich zwei Monate für Pearl unterwegs und schon zwei Garnituren sind durch. Williams hat bereits auch einen verschlissen. Naja was soll’s. Alles ist gut mit Suppe im Bauch und Whisky im Glas wie meine Großmutter schon zu sagen pflegte.
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Eins wo Zwei sein sollten
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