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Charbeschreibung
geschlossenes AB:
Jolinar ist ein junges Mädchen oder schon junge Frau? von etwa 1.75 cm Größe. Trotz der jungen Jahre und den noch jugendlichen Zügen, erkennt man eine Härte in ihrem Gesicht, welche noch von dem kantigen Kieferwinkeln, der kleinen geraden Nase und den breiten hohen Wangeknochen hervorgehoben wird. Durch die alabasterfarbene Haut kommen die Smaragdgrünen Augen besonders zur Geltung. Ihr markantes Gesicht wird von einer nicht zu bändigenden dunkelroten Lockenpracht, welche weit über den Rücken fällt, umrundet. Das seltsame an ihrem Haar sind die weißen Strähnen, welche sich verteilt hindurch ziehen. Ihre Kleidung recht einfach und praktisch gehalten, dabei aber nicht wenig fraulich. Ein bescher Wollpullover mit sehr weiten Kragen, der ihr bei jeder Gelegenheit von einer Schulter rutscht, lassen zwar keinen tiefen Blick in ihr Dekollete aber ihre Schultern mit den leicht hervortretenden Schlüsselbeinen sind nicht minder anziehend. Heruntergezogen wird dieser ansehnliche Anblick jedoch von einem wohl schon etwas älteren Hemdchen (oder Corsette??), dessen Träger dank dem weiten Kragen gut sichtbar sind. Passend zum Oberteil trägt sie außerdem einen knöchellangen dunkelbraun-roten Rock. Naja, eigentlich besteht er nur aus zwei weiterwerdenden Stoffteilen, die an den Seiten von dicken Bändern, die bis zum Knie reichen gehalten werden. Dadurch hat sie besonders viel Beinfreiheit, verfängt sich nicht dauernd in ihrem Rock und lässt auch nicht zu viel Sicht auf ihre Beine. Gänzlich unfraulich sind ihr festen und abgetretenen, braunen Wanderschuhe. Als Assesor trägt sie eine lange Kette um ihrem Hals, deren Anhänger aus einem eingefassten Rosenquarz besteht (zumeist befindet der sich aber unter dem Pulli). Außerdem hat sie immer einen etwas älteren Rucksack dabei, indem sie alle nötigen Dinge (und auch manche unnötige) aufbewahrt. Daran ist auch ein Wasserschlauch befestigt. Ein ständiger Begleiter ist auch ihr hölzener Stab. Des weiteren hat sie einen Dolch der sich jedoch meist in ihrem Rucksack befindet.
(meine erste Beschreibung :P )
offenes AB:
xX N A M E
xX N A M E N S B E D E U T U N G - Ursprünglicher Name ist Katharina, Ursprung aus dem Griechischen. Er bedeutet so viel wie: Die Reine
xX A L T E R - 21 Jahre
Geburtstag: 17.August 1999
xX H E R K U N F T - Ursprünglich stammt Cathleen aus der Nähe von Dallas. Dort hat sie die ersten Jahre auf der Range ihres Vaters verbracht.
xX W O H N O R T - Tja, wo sie im Moment lebt ist etwas schwer zu sagen. Zu Anfangs könnte man sagen überall! Denn sie ist ständig unterwegs und ihr Schlafplatz ist ein Van. Einen festen Wohnort hat sie nicht.
xX B E R U F/ P O S I T I O N/ T Ä T I G K E I T - In der bisherigen Gruppe war sie für alles Medizinische zuständig. Sowohl was die Verwaltung von Medikamenten anging, als auch Verletzungen jeglicher Art die sie zu behandelt hatte. Man könnte sagen sie war eine Mischung aus Ärztin, Krankenschwester und Apothekerin.
xX Jonathan de la Rosa - „Von den ersten Jahren weiß ich leider nicht mehr viel, aber ich bin mir sicher, es waren schöne Zeiten. Ab und an erinnere ich mich an einen großen schlanken Mann mit pechschwarzem Haar und sehr harten Cowboy-Gesichtszügen. Ich gehe davon aus, dass es sich um meinen Vater handelte. Ich bin mir fast sicher! Wer sonst hätte meine Mutter küssen dürfen?!
Sein ganzes Leben war die Range und seine Bisons. Ende der 50er war das in Mode gekommen. Büffel waren fast ausgerottet und so entschloss man sich etwas dagegen zu tun. Frei nach dem Motto „Was man isst stirbt nicht aus“ züchteten einige Ranger Bisons um ihr Fleisch und ihre Felle anzubieten. Diese Aktion bekam auch gleich einen Namen: „Eat more Buffallo“ .Später übernahm Jonathan de la Rosa die Range von seinem Vater. Sie bedeutete fast alles für ihn. Es war nicht nur Arbeit, es war sein Leben. Oft war er tagelang draußen bei seinen Tieren, in der freien Natur. Manche würden sagen, er habe seine Familie vernachlässigt, doch wenn man ehrlich war, verstanden sie ihn und seine Liebe.
Doch letztlich wurde ihm seine Liebe zu den Tieren zum Verhängnis. Einer seiner Cowboys trug das tödliche Virus, welcher später noch so vielen Menschen das Leben kostete, in sich. Er steckte die gesamte Gruppe an jungen Männern an. Einige versuchten noch nach Hause zu kommen, doch sie starben unterwegs. Tage später fand man sie, von der Sonne völlig ausgedörrt, tot im Staub liegen... ab diesem Zeitpunkt waren meine Mutter und ich alleine."
xX Lilia de la Rosa - „Meine Mutter, ja ... eine schöne Frau. Mit wundervollen goldenem Haar und dunklen blauen Augen. Einige fragten sich, warum eine so schöne Frau einen so harten Cowboy geheiratet hatte, der doch gar nichts weiches und schönes an sich hatte... nur Härte. Doch diese Worte kümmerten meine Mutter nicht. Sie liebte ihren Mann und liebte ihr Leben.
Meine Mutter war größtenteils für den Haushalt zuständig und natürlich für mich. Doch ihre heile Welt zerbrach, als sie vom Tod ihres Mannes erfuhr. Ihre ganze Art, ihr Wesen veränderte sich dramatisch. Ich schien ihr auf einmal nicht mehr wichtig. Ja, nicht einmal ihr eigenes Leben hatte noch eine Bedeutung. Sie wurde immer dünner und dünner. Manchmal vergaß sie sogar für mich Essen zu machen. Nichts wurde mehr aufgeräumt... alles lag rum, das Haus verfiel und mit ihr meine Mutter. So dünn und schwach wie sie war, wurde sie krank und starb 2 Jahre nach meinem Vater.“
xX A U S S E H E N- Sonderlich groß ist Cathleen mit ihren 1,70m nicht. Eher der Durchschnitt vom Durchschnitt. Dennoch ist sie eine sehr zierliche Person. Ihr schlanker Körper ist eher fraulich, als muskulös. Zwar hat sie durch das Jahr auf der Straße keinen reinen Stubenhockerkörper mehr, aber doch war es zu wenig Training, als dass man man besonders viele Muskeln hätte aufbauen können. Sie hat sich früher eben immer etwas mehr auf ihre kleinen Forschungen konzentriert, als darauf sich körperlich fit zu halten.
Wie der restliche Körper auch, ist ihr Gesicht geprägt von weichen Konturen. Mit ihren hellen, blauen Augen erweckt sie wohl in so manchen Leuten den Helferinstinkt, ohne dass sie es beabsichtigt. Es ist eben die Mischung aus ihrem unschuldigem Aussehen und ihrem gesamten irgendwie schüchtern wirkenden Verhalten. Sie wirkt eben manchmal wie ein kleines Mädchen, das ohne Hilfe verloren ist. Doch nicht vergessen: Das ist nur die Wirkung...
Cathleen hat wohl alles was einen sich unter einem Engel vorstellt:strahlende, himmelblauen Augen, deren Wirkung von dem blonden, gewellten Haar unterstrichen wird. Hohe Wangenknochen unter einen zarten, hellen Haut, die eine leichte Bräune angenommen hat (viel mehr wird wohl bei so hellen Haaren und blauen Augen nicht möglich sein) vervollkommnen dieses Bild des hübschen Engels.
Gekleidet ist Cathleen meist sehr einfach. Sie legt nicht so viel Wert darauf ihren Körper besonders zu betonen, das würde ihr wohl auch gar nicht so sehr stehen. Die hellen Farben passen viel besser zu dem jugendlichen Gesicht. Und vielleicht macht genau diese Art sich zu kleiden ihre Attraktivität aus, die ihr selbst meist gar nicht bewusst ist. Oft trägt sie nur eine einfache Jeans mit passender Bluse, die leicht körperbetont geschnitten ist, nichts besonders und doch perfekt zu ihr passend. Ihr absolutes Lieblingskleidungsstück ist allerdings ein Sommerkleid mit Blumenmuster. Es erinnert sie irgendwie an ihre Kindheit und an ihre Mutter, die in einer sehr intensiven Erinnerung ein ähnliches Kleid trug. Auch gerne trägt sie Cowboystiefel und einen Cowboyhut. Auch wenn sie nur die ersten Jahre auf einer Range aufgewachsen ist, erinnern sie diese Kleidungsstücke sehr an ihre Vergangenheit.
xX C H A R A K T E R- Cathleen ist ein recht ruhiger Typ. Sehr zurückhaltend. Sie sagt lieber ein Wort weniger als zu viel. Das soll aber nicht heißen, dass sie nicht auch einmal auf den Tisch hauen kann, es dauert bei ihr nur etwas länger als bei Anderen. Doch still zu sein heißt nicht, dass man alles mit sich machen lassen muss.
Zuflucht findet sie im Glauben. Dieser Glaube ist jedoch nicht fanatischer Natur. Er ist etwas, das ihr den Rücken stärkt und nicht zu unnützen Handlungen zwingt bzw. sie besonders einschränkt. Dieser Glaube veranlasst sie nur auf ihr Gewissen zu hören. Dies war ein Geschenk der Jahre bei den Schwestern. Doch hat die Erziehung dort auch negative Auswirkungen auf ihr Leben außerhalb dieses behütenden Ortes. Durch die friedliche Zeit wurde eines vernachlässigt: Die Mauer, welche man sich draußen im rauen Leben nach dem Knall aufbaut, konnte sie sich nicht errichten. Es war für sie nie wirklich nötig gewesen sie auf diese Weise zu schützen. Außer vielleicht kurz nach dem Tod ihrer Mutter, aber auch damals war die Wirkung der Schrecken zu kurz, als dass sie lange nachwirken hätten können und sie war zu jung um alles im Gedächtnis zu behalten. Nur der Schlägertrupp hat eventuell etwas verändert. Doch sicher auch nicht so viel, als dass sie sich um 180° gedreht hätte. Doch sie hat eine Möglichkeit gefunden damit umzugehen... irgendwie.
Viel redet sie nicht darüber, was sie wirklich betrifft. Vielleicht will sie einfach nicht anecken, oder es ist nicht ihre Art ihre Gefühle besonders breit zu treten. Doch oft bemerkt man, wenn etwas nicht stimmt, sie wird still und nach innen gekehrt.
xX L I K E S- •Pferde und Tiere generell
•für sich allein sein
•neue Dinge entdecken bzw. wieder entdecken
•lesen, ob nun medizinisches Material, oder Romane.
•in Erinnerungen schwelgen
xX D I S L I K E S- •Waffen sind ein absoluter Horror für sie
•Gewalt in jeglicher Art
•Hilflosigkeit
xX B E F O R E- Von ihrer Kindheit weiß Cathleen nicht mehr viel. Dunkel erinnert sie sich an ihre Eltern, an ihr Haus, an die Pferde auf der Range. Es waren glückliche Tage. Sie war noch zu jung für die Schule und Freunde hatte sie auch nicht viele. Vielleicht die eine Tochter eines Arbeiters bei ihnen, aber die war 2 Jahre jünger als sie und deshalb nicht gar so interessant. Da ging sie lieber reiten.
Doch schlagartig änderte sich alles, als ihr Vater starb. Die Jahre waren schwer und selbst das Reiten machte ihr keinen Spaß mehr. Vom Krieg selbst bekam Cathleen nicht viel mit. Einen Fernseher hatten sie nicht und ihre Mutter sprach kaum mit ihr. So weit außerhalb von Dallas hörten sie auch nur selten die fallenden Bomben, sahen keine Panzer oder Ähnliches. Das alles blieb ihr verborgen. Und trotzdem war es kein schönes Leben für sie. Die Mutter verarbeitete den Tod ihres Gatten nie und vernachlässigte sich selbst und auch ihre Tochter.
Die Zeit wurde wie ein dicker Sirup, der langsam vor sich hintropfte, keine schöne Zeit. Und schlussendlich kam es auch mit ihrer Mutter so weit wie es kommen musste: 2 Jahren nach ihrem Vater starb auch Cathleens Mutter. Doch sie weinte nicht. Sie hatte bereits abgeschlossen mit Lilias Tod, noch bevor sie starb. Später glaubte Cathleen, dass sie gespürt hatte, dass ihre Mutter mit jedem Tag ihres Lebens nach Jonathans Tod ein Stückchen mehr starb. Sicher war es dennoch ein schwerer Schlag und das kleine Mädchen blieb noch über einen ganzen Tag bei ihrer Mutter in der Hoffnung sie möge aufwachen. Doch als sie begriff, dass dies nicht eintreffen würde, verließ sie ihr Elternhaus, setzte sich auf ihr mittlerweile zu klein gewordenes Fahrrad und radelte nach Dallas, allein, ohne Kleidung, ohne Nahrung...
xX A F T E R- ..Sie schlängelte sich vorbei an den vielen Autos die den Highway schon vor Jahren verstopft hatten und in denen heute nur noch vertrocknete, skelettartige Leichen lagen. Anfangs war sie noch entsetzt von diesem Anblick, doch irgendwann verzog sie sich in ihre eigene kleine Welt und radelte einfach weiter... immer weiter...
Dallas war nicht so stark unter Beschuss gelegen wie viele andere große Städte und gleichzeitig auch nicht so gut beschützt. Die meisten Straßen waren mit Autos versperrt gewesen, noch bevor der Krieg ausbrach, weshalb kaum Waffen in die Stadt gebracht werden konnte und Dallas deshalb kaum zum Ziel der Gegner Amerikas wurde. Einige mittlerweile kaputte Panzer waren halb über Autos hinweggerollt und irgendwann stehen geblieben, ausgebrannt oder gekippt lagen sie da.
Zwar hatte Cathleen kaum etwas vom Krieg mitbekommen, aber nun sah sie die Auswirkungen. Die meisten Häuser standen in Dallas noch. Nur einige wenige waren zerbombt. Und doch war alles bizarr verändert. Alles war übersät von Graffitis oder sonstigen Schmierereien. Kaum eine Scheibe war mehr ganz und keine Menschenseele auf der Straße. Verwirrt wanderte Cathleen, ihr rotes Fahrrad schiebend, durch die Straßen. War sie denn nun ganz allein? Wie sollte sie überleben? Sie wollte nicht allein sein!
Schon dämmerte die Nacht. Es würde kalt werden, dachte sie sich, so ganz allein... Tränen stiegen ihr in die Augen und Hoffnungslosigkeit überfiel sie.
Sie wusste nicht, dass sie schon seit einiger Zeit beobachtet wurde. Erst als sie völlig verzweifelt am Straßenrand stehen blieb, ihr Rad einfach fallen lies und sich auf den Bürgersteig setzte einfach um ihre Verzweiflung auszuweinen, trat der Beobachter hervor. Eine junge, blonde Frau in einer schwarzen langen Kutte näherte sich ihr und setzte sich neben sie. Cathleen sah nicht auf, sondern weinte weiter in ihre, vor das Gesicht geschlagenen Hände. So ganz hatte sie nicht registriert, dass da nun doch jemand war. Vorsichtig legte die Frau ihren Arm um Cathleen und begann mit ihr zu sprechen. Doch noch immer bemerkte sie den Neuankömmling nicht. Eine Veränderung trat aber trotzdem ein: die dunkle, ruhige Stimme der Frau beruhigte sie, bis aus dem Weinen ein leises Schluchzen wurde. Ein wenig blieben sie noch sitzen, doch irgendwann forderte die Frau Cathleen auf mit ihr zu kommen, und was blieb ihr auch anderes übrig? Sie nahm die Hand der Frau und folgte.
Irgendwann waren sie am Ziel und gingen in ein augenscheinlich recht kleines Haus. Doch so klein wie es anfangs den Anschein hatte, war es gar nicht. Es handelte sich nur um den Hintereingang eines Krankenhauses. Dunkel war es dort, selbst durch die Fenster drang kaum Licht. Immer schneller wurden die Schritte der beiden, so als würden sie vor irgendwas fliehen. Hektisch sah sich Melanie, die Nonne um. Wie Cathleen später heraus fand hatten sie auch allen Grund dazu sich zu beeilen. Dallas wurde nämlich von Ex-Militärs regiert, die sich ab und an einen Spaß daraus machten, Menschen auf der Straße zu erschießen. Irgendwann bogen sie dann in einen schmalen, sehr kurzen Gang ein, an dessen Ende sich eine Tür befand. Nachdem sich Melanie noch einmal gesehen hatte, traten sie ein.
Hinter der Tür befand sich zuerst einmal weitere Dunkelheit. Nach und nach gewöhnten sich aber die Augen an die Finsternis. Für manche mag die Unwissenheit der Schatten von zuvor ein Segen gewesen sein, wenn sie dann die zum Teil schwer verletzten Menschen hier liegen sahen. Ähnlich erging es Cathleen, sie hätte auf den Anblick gut und gerne verzichten können. Es stank und die Menschen jammerten, wegen der Verletzungen die sie erlitten hatten. Das Ort war geprägt von bluttriefenden Verbänden und hilfesuchender Blicke. Ein etwas älterer Mann sprach ab und an mit den Menschen, sah sich ihre Verletzungen an und versuchte mit seinen beschränkten Mitteln zu helfen. Fest drängte sich Cathleen an Schwester Melanie.
Aber nicht sehr lange. Sr. Melanie hatte andere Aufgaben. Cathleen wurde an der Tür alleine gelassen. Wie der Mann, ein Pater, kümmerte sie sich um die Verletzten und versuchte sie so gut es ging reisefertig zu machen. Ein gruseliger Ort war das, aber ihr erster Kontakt zur Kirche. Es gab wirklich noch Leute die sich berufen fühlten
Etwas außerhalb von Dallas war ein Karren bereit gestellt mit einem Gespann Pferde vorne dran. Mit den Verwundeten voll bepackt fuhren sie die ganze Nacht und auch fast den gesamten nächsten Tag, bis sie zu einem großen Grundstück kamen in dessen Mitte eine große, weiß gestrichene Villa stand. Kinder spielten davor, Erwachsene plauderten. Es wirkte wie ein idyllischer Ort in Mitten einer Welt aus Boshaftigkeit und Zorn.
Hier konnte Cahtleen endlich aufatmen. Dies hier war ein Ort der Zuflucht. Menschen hatten sich hier zusammengefunden die ein ähnliches Ziel hatten: den Schwachen in dieser trostlosen Welt zu helfen. Man brachte Waisenkinder unter, versorgte Verletzte und kümmerte sich sogar um eine Art Ausbildung. Tiere wurden gehalten, die Nahrung spendeten und sogar Felder wurden versorgt. Auch handwerklich wurde das ein oder andere getan. Denn obwohl man sein Bestes gab, musste man doch Handel betreiben um das einzukaufen, was man nicht selbst herstellen konnte.
Anfangs war es für Cathleen sicher nicht einfach sich einzuleben. Es war niemand ganz für sie da... sie musste alles teilen, ob nun Spielsachen oder Aufmerksamkeit. Doch schnell lernte sie zurück zu stecken. Freunde fand sie kaum, da tat sie sich recht schwer. Aber ihren Platz fand sie dennoch. Durch ihre Hilfsbereitschaft und teilweise selbstlose Art war sie ein gern gesehener Gast wenn es darum ging, Verletzten oder Kranken zu helfen.
Hier, an diesem Ort, erhielt sie auch eine gewisse schulische Ausbildung. Lesen, schreiben, rechnen, doch auch beruflich wurde sie in einigen Dingen unterrichtet. Besonders begabt schien sie in medizinischen Angelegenheiten, weshalb sie sich mit den Schwestern (ja, es waren Klosterschwestern, die hier alles in Stand hielten, während die Leitung ein Priester übernahm) zusammen um die Verwundeten kümmerte. Doch nicht nur die Aufgaben von Krankenschwestern fielen in ihren Tätigkeitsbereich. Auch so manche Aufgaben von Ärzten musste sie übernehmen, denn eine strikte Trennung der Aufgabengiebte, war nach dem großen Knall einfach nicht mehr möglich. Auch in Pharmazie wurde sie unterrichtet. Wie sich herausstellte war sie in diesem Bereich besonders begabt. Sie sammelte Bücher mit Informationen zu dem Themengebiet, wie Medikamente hergestellt wurden. Alles herzustellen vor dem großen Knall auf dem Markt war, war sicher nicht möglich, dazu fehlten einfach die Mittel, aber dass sie eine große Hilfe war und die medizinische Truppe dort große Fortschritte machte konnte man nicht leugnen.
Dallas selbst bekam sie nicht mehr zu Gesicht. Doch hörte sie Geschichten von Straßenschlachten und manchmal kam ein Dallas-Trupp, der Materialien suchen ging und Menschen heraus holten aus dieser Hölle, nicht mehr zurück. In einer dieser Trupps, die verschwanden war auch Schwester Melanie. Cathleens großes Vorbild und wohl die einzige Person die sie annähernd als Freundin betrachtete.
Cathleen lernte damit leben, dass manche Leute gehen und dafür andere kommen. Eine Tatsache die sie recht schnell begriff. Sicher war es immer schade, wenn jemand starb, aber so war der Lauf der Dinge. Man musste das Beste machen aus dem was man hatte. Doch viel Tod sah Cathleen nicht. Dafür war sie viel zu sehr mit ihren Labortätigkeiten beschäftigt. So verpasste sie auch, sich eine schützende Mauer aufzubauen, die ihr später die Verarbeitung von einigen Dingen vielleicht erleichtert hätten.
Während ihrem Leben in der Villa verbrachte sie auch viel Zeit damit über den Glauben nach zu sinnen. Sie besuchte die Gottesdienste und versuchte die Prinzipien der Kirche umzusetzen: Hilfsbereitschaft, Fürsorge, Nächstenliebe.
An Möglichkeiten fehlte es ihr nicht: Immer wieder kamen Angeschossene und sonst wie Verletzte um sich versorgen zu lassen. Und auch alltägliche Dinge wurden von ihr behandelt. Ob es nun eine Schnittverletzung war oder nur ein aufgeschürftes Knie, Schnupfen und Husten und manchmal auch Fieber.
Nach und nach spezialisierte sich Cathleen aber auf Medikamente, für die sie sich am Meisten interessierte. Durch Bücher-Mitbringsel aus der Stadt konnte sie sich weiterbilden und wiederentdecken was verloren ging. Leider fehlten ihr aber großteils die Mittel um bestimmte Medikamente herzustellen, somit versuchte sie diesen Mangel mit Naturprodukten auszugleichen. Am Ende ihrer Zeit dort war sie damit beschäftigt Penezilin herzustellen, wobei sie tatkräftig von anderen Heilkundlern unterstützt wurde, schließlich war es ein wichtiges Thema, denn Infektionen waren nicht mit dem Vergessen der Herstellung von Antibiotika verschwunden. Doch zu ende führen konnte sie ihre „Forschungen“ nicht.
Besuch rückte an. An sich nichts Besonderes, da immer mal wieder Neulinge kamen um sich fortzubilden oder Hilfe zu suchen. Diese Gruppe wollte offensichtlich Zweiteres, nur sahen sie nicht so ungefährlich aus, wie die meisten Leute an diesem Ort.
In zwei schwarzen Vans fuhren sie vor. Rasch öffneten sie die Türen und trugen einen Schwerstverletzen heraus. Auch alle Anderen hatten kleinere und größere Blessuren. Sofort eilten die Schwestern und auch Cathleen zu den Neuankömmlingen und versuchten zu helfen wo es nur ging. Man versuchte zu retten, was zu retten war, doch allen konnten sie nicht helfen. Einer starb...
Echte Rowdys waren diese Kerle. Auch nach dem Ende ihrer Behandlung verliesen sie diesen eigentlich so ruhigen Ort nicht. Mit jedem Tag führten sie sich schlimmer auf. Pöbelten die Schwestern an, benahmen sich wie Säue und versuchten alles zu bekommen, was sie kriegen konnten, ja schreckten nicht einmal vor Diebstahl zurück! Irgendwann war das Maß einfach voll und Pater Henricks beschloss zum ersten Mal Leute von seinem Grundstück zu weisen.
Diese „Verbannung“ wurde jedoch nicht allzu gut aufgenommen. Noch während der Pater sprach und die Gründe nannte, wurde er von einem der Mitglieder der Gang kaltblütig erschossen. Doch damit nicht genug. Wild geworden schossen diese Leute nieder was ihnen gerade vor die Pistole kam. Ein wahnsinniges Geschrei war zu hören, der Boden wurde getränkt vom Blut der Er- und Angeschossenen. Ein grausiges Schauspiel.
Cathleen verbarg sich in ihren „Labor“ unter einem Tisch, als sie die Schüsse hörte. Wegen dem Benehmen der Truppe konnte sie sich gut vorstellen was passiert war. Doch das Verstecken half ihr nichts. Ohne dass sie es wusste, hatte während der Zeit des Aufenthalts der Gruppe ein Mitglied bereits ein Auge auf sie geworfen. Er suchte und fand sie natürlich auch. Fast jeder wusste, wo sie ihre Freizeit verbrachte.
Ein großer plumper Kerl stand plötzlich in der Tür zum Labor. Natürlich hat er sie sofort gesehen, war ja nicht allzu schwer. Weglaufen war schwer. Er war zwar langsamer als sie, aber was bringt das schon, wenn man nicht genug Raum hat um davon laufen zu können. Sie versuchte es dennoch. Wie zu erwarten kam sie nicht weit. Sofort packte er sie an den Haaren und zog sie zu Boden. Hart kam sie mit dem Kopf am Boden auf und sah für die nächsten Sekunden nur Schwärze und Sternchen. Diese Zeit lies er nicht ungenutzt: Er packte sie auf die Schulter und trug sie nach draußen. So sehr sie auch um sich schlug, als sie wieder bei sich war, es brachte nichts. Es machte ihn nur noch wütender. Nicht besonders sanft wurde sie in den Van gebracht. Das letzte Mal versuchte sie an diesem Tag zu fliehen, doch sofort fing sie sich einen kräftigen Schlag ein, der sie gleich wieder rücklinks in den Van fallen lies.
Im Wagen selbst, als sie aus dem Fenster blickte, sah sie ihr Heim in Flammen aufgehen und Überlebende die versuchten das Feuer zu löschen. Doch gleich wurde sie wieder weggezogen und auf ihren Platz verwiesen. Ihr Kopf schmerzte, und überhaupt schmerzte alles. Tränen stiegen ihr in die Augen, die sie krampfhaft zu unterdrücken versuchte: Wieder hatte sie alles verloren. Sie war wieder allein, allein mit ihren Gedanken, die auch keine Flucht boten.
Eingeschüchtert saß sie in der Ecke... musste manchmal die gierigen Blicke ihres Entführers ertragen und war allein. Anfangs hatte sie noch gehofft irgendwie zu entkommen, doch die Tage vergingen und keine Möglichkeit bot sich. Ganz im Gegenteil, immer weiter entfernte sie sich von ihrem Zu hause.
Zu Essen gab es nicht viel. Kein Brot, nur Fleisch, das wahrscheinlich auch gestohlen war und Obst und Gemüse, alles was eben so da war. Manchmal auch den ganzen Tag nichts.
Die meiste Zeit saß Cathleen nur im Van und tat das was ihr gesagt wurde, was blieb ihr auch anderes übrig? Einmal versuchte sie doch abzuhauen, als sie in einer Stadt waren. Doch es war hoffnungslos... sie schaffte es kaum bis zum nächsten Block, da wurde sie schon an der Bluse gepackt und nach hinten gerissen. Für diese Tat fing sie Prügel ein... die ersten Prügel, aber leider nicht die Letzten für ihre Zeit dort.
Es gab also kein Entkommen. Diese Menschen waren besser trainiert als sie, teilweise schneller und kräftiger. Sie hatten Jahre des Überlebenskampfes hinter sich und Cathleen selbst war die meiste Zeit damit beschäftigt gewesen irgendetwas wieder zu entdecken oder Menschen zu behandeln und zu pflegen. Da wird der Körper nicht sonderlich trainiert. Sie hatte nichts entgegen zu setzen. Es gab kein entkommen.
In den ersten Wochen erfuhr sie, was diese Gruppe eigentlich tat. Sie raubten Gemeinden aus, die gerade versuchten sich ein neues Leben aufzubauen. Dabei schossen sie auch wahllos Menschen nieder, die ihnen gerade in die Quere kamen. Cathleen blieb dabei immer im Van. Sie wollte nichts davon sehen. Ihr genügten die Schüsse und Schreie. Das war für sie schon fast unerträglich. Zu wissen, dass dort draußen Menschen waren, denen sie helfen konnte, aber nicht durfte.
Auf dies Weise bekam die Gruppe Nahrung, Medikamente, Kleidung und was sie sonst noch um überleben brauchten. Was sie nicht bekamen, tauschten sie mit anderen Gruppierungen, die diese Dinge wohl auf die gleiche Art und Weise bekamen.
Irgendwann lauschte Cathleen einem Gespräch zwischen dem Anführer und ihrem Entführer, Jamy. Offenbar war es gar nicht so selbstverständlich, bei diesen Menschen zu sein. Nur dieser eine, der sie im Labor gefunden hatte, hatte darauf wert gelegt sie zu „behalten“. Einige Male stritt er mit Hannibal, dem Anführer, wegen ihr. Doch immer konnte er den Chef überreden, sie hier zu behalten.
Bald jedoch sollte sich herausstellen, dass Cathleen doch nicht so unnütz war, wie Hannibal blauben mochte. Angeschossen lag dieser auf der Straße und Cathleen wurde befohlen ihm zu helfen. Sicher, er hatte sie oft geschlagen, getreten und niemand hier hatte auch nur ein gutes Wort für sie übrig, gar nicht zu reden von ihren eigentlichen Charakteren die sie befähigten Menschen kaltblütig zu ermorden. Noch nie hatte sie so egoistische Menschen getroffen, so kaltblütig... Menschen die man hassen müsste. Doch ihr war gelehrt worden, dass man keinen Menschen hassen darf, jeder sein Daseinsrecht hat und es nicht an ihr ist zu urteilen. Sie muss es nicht für gut heißen, aber Rächerin zu spielen wäre eine Wahl die mit ihrem Gewissen nicht vereinzubaren wäre. Und so schluckte sie ihre Wut hinunter und half, wo es ging. Sie holte die Kugel aus dem Bein. Wobei sie sich für den verursachten Schmerz wieder eine Ohrfeige einfing, und nähte die Wunde zu. Das war der Beweis! Es war gut, dass sie da war. Und auch Jamy, dieser Kotzbrocken, war zufrieden. Keine ewigen Diskussionen über ihr hier sein mehr. Der Chef hatte den Grund erkannt.
Ab diesem Zeitpunkt war Cathleen die gesamte Medikamentenverwaltung übertragen. Sie sagte, was sie brauchte und die Anderen beschafften es. Anfangs hatte sie noch Bedenken zu äußern was sie brauchte, denn die Art der Beschaffung konnte sie nicht gut heißen. Doch fehlte etwas zum falschen Zeitpunkt, fing sie sich Prügel oder zumindest eine Ohrfeige ein. Was also blieb ihr übrig?
Die Wochen vergingen... und die Blicke von Jamy wurden immer eindeutiger. Unwohl fühlte sich Cathleen in ihrer Haut. Doch sie wusste, solange Hannibal da war, würde sich Jamy nichts trauen. So ein Fiesling Hannibal auch war, Vergewaltigung verabscheute er. Wer weiß wie er auf diese Pseudomoral gekommen ist, Menschen töten zu dürfen, aber andere Gewalt zu verabscheuen, doch es war ihr Glück.
Irgendwann jedoch gibt es immer eine Chance. So auch für Jamy. Die Gruppenmitglieder waren unterwegs und nur Jamy war noch da um auf Cathleen auf zu passen. Er dachte gar nicht daran diese Gelegenheit ungenutzt vergehen zu lassen. Sobald der Letzte der Gruppe außer Sichtweite war, näherte er sich ihr. Er packte sie an den Haaren und zog sie hinaus auf den staubigen Boden. Sie versuchte abzuhauen, doch dafür war es schon in dem Moment zu spät gewesen, als der Letzte fort gefahren war. Sie drehte sich um, versuchte aufzustehen und fort zu kommen. Doch wieder wurde sie gepackt, diesmal am Kragen. Sofort zerrissen die ersten Knöpfe ihrer Bluse. Ruckartig wurde sie herum gedreht, wobei sie sich den linken Ellbogen aufschürfte. Bevor sie einen zweiten Versuch starten konnte, davon zu kommen, saß er schon auf ihr. Sie schlug um sich, versuchte ihn weg zu drücken, aber sie war zu schwach. Ihre Schreie halfen nichts... sie war alleine mit ihm. Er zerriss ihre Bluse weiter und machte sich an ihrer Hose zu schaffen. Sie war hilflos, wollte aber nicht aufgeben. Sie schluchzte und schlug weiter... bis es Jamy zu viel wurde und ihr mit der Faust ins Gesicht schlug. Es war schon fast an der Tagesordnung, dass sie Ohrfeigen bekam, geschupst wurde oder ähnliches, dennoch raubte ihr dieser eine Schlag das Bewusstsein. Ihr wurde kurz schwarz vor Augen und nur langsam lichtete sich der Schleier. Aus der Schwärze aufwachend wurde ihr eines klar: Sie war absolut hilflos. Es gab keine Rettung. Sie war allein. Sie drehte den dröhnenden Kopf zur Seite und öffnete langsam ihre Augen, aus denen sie wegen der Tränen kaum etwas sah... oder doch? Waren im Braun des Staubes dieser Landschaft nicht ein paar schwarze Striche? Noch während sie sich darüber Gedanken machte, hörte sie einen lauten Knall und spürte den Körper über ihr auf sie plumpsen. Die Wucht dieses Aufpralls raubte ihr den Atem. Jamy lag regungslos über ihr, keine hektischen Bewegungen mehr, keine Hände an ihr die überall zu sein schienen. Cathleen kannte dieses Geräusch, den Knall. Sofort wusste sie was passiert war. Mit vor Schreck geweiteten Augen sah sie in den Himmel, der sogleich von Lucas´Gesicht ausgetauscht wurde... ein junges Mitglied der Truppe, der eigentlich immer ganz ruhig und schüchtern gewesen war, unauffällig und der eine besondere Verbindung zu Hannibal hatte, dessen Grund sie noch nicht herausgefunden hatte. Doch das war egal... Lucas da... Jamy über ihr...warme Flüssigkeit über ihrer Brust. Als diese ganzen Wahrheiten auf sie einschlugen, zog sie heftig und so fest es ging die Luft ein... ein zischendes Geräsuch entstand, als die Luft zwischen ihren Zähnen hindruch drang: Schluchzend entließ sie die Luft dann wieder ihren Lungen. Lucas hatte Jamy mit einem Kopfschuss getötet.
Sie selbst noch unfähig sich zu bewegen, doch Lucas rollte den Verblichenen von ihr runter. Cathleen blieb noch immer wie erstarrt liegen, unfähig sich zu bewegen. Aus ihren weit aufgerissenen Augen rannen Tränen, zu mehr war sie nicht fähig als weinen. Lucas bückte ich zu ihr hinab und versuchte sie aus ihrer Lethargie zu befreien. Ruhig sprach er auf sie ein. Und irgendwann fand sie auch den Weg zurück. Er half ihr auf und nahm sie in den Arm. So lange hatte sie auf eine solche Geste der Zuneigung und des Mitgefühls verzichten müssen und nun wurde es ihr von einem Verbrecher gegeben. Anschließen brachte er sie zum Van und lies sie für sich allein. Das brauchte sie auch.. Zeit um alleine zu weinen. Gerade war jemand gestorben, auf ihr liegend ausgeblutet! Ein schreckliches Geschehnis, das sie zu verarbeiten hatte.
Sie bemerkte gar nicht wie die Zeit verrann. Irgendwann kamen die Anderen zurück. Mitleid konnte sie nicht erwarten, das war ihr bewusst, doch was genau passieren wurde, darüber wollte sie gar nicht nachdenken und konnte es auch nicht. Noch immer sah sie vor ihrem inneren Auge den toten Jamy.
Nach einem kurzen Streitgespräch ging ruckartig die Tür auf und Hannibal stand vor ihr. Lucas hinter ihm und versuchte offenbar noch weiter auf ihn einzureden. Doch es half nichts. Wutentbrannt wie er war, zerrte er sie raus... der erste Schlag traf sie noch während sie den Van verließ, am Kopf mit solcher Wucht, dass sie nicht einmal mehr fähig war ihre Bluse zusammen zu halten, die ihr Jamy aufgerissen hatte. Hart schlug sie auf dem Boden auf und erwartete den nächsten Schlag oder Tritt. Doch es kam keiner mehr. Lucas war dazwischen gegangen und gestikulierte wild. Offenbar versuchte er Hannibal davon abzuhalten sie weiter zu verprügeln. Der letzte Schlag hatte Cathleen direkt auf´s Ohr getroffen, weshalb sie kaum noch Geräusche wahrnahm. Irgendwann drehte sich Hannibal um und lies sie mit Lucas allein, der aufatmen konnte. Wieder hatte er sie gerettet. Langsam rappelte sie sich auf und zog ihre zerissene Bluse wieder über dem Unterhemd zu. Sie war dankbar und doch irgendwie nicht. Ob geholfen oder nicht, er war letztlich genauso schlimm wie alle Anderen hier. Oder doch nicht? Ab diesem Zeitpunkt konnte sie eine gewisse Sympathie nicht leugnen.
Er brachte ihr eine Decke und gemeinsam setzten sie sich in den Van. Er nahm sie in den Arm und spendete ihr Trost. Sicher war das angenehm, doch zugleich verspürte sie einen Hass, der sich nicht mehr leugnen lies. Und mit dem Hass kam auch das schlechte Gewissen...
Es stellte sich heraus, dass Lucas mehr getan hatte als sie nur an diesem einen Tag zu retten. Sie wurde so gut wie nicht mehr geschlagen und Lucas selbst hatte immer das ein oder andere Geschenk für sie. Meistens bessere Nahrung als sie eigentlich erhielt oder frische Kleidung, ja sogar einmal ein schönes Sommerkleid mit Blumenmuster... eines wie es früher ihre Mutter oft getragen hatte. Und zusammen mit dem Cowboyhut, sah sie wie eine kleine Rangerin aus, zumindest bildete sie sich das ein.
Offenbar war sie nun sowas wie Lucas´ Frau. So verhielt er sich zumindest. Er warb um sie.. versucht ihre „Gunst zu erlangen“ wie es so schön hieß. Und zu Friedenszeiten hätte sie vielleicht Zuneigung für ihn empfinden können, aber durch diese Zeiten.. durch diese ganze Situation und die Verbrechen die Lucas dennoch beging, wenn auch nicht an ihr, konnte sie nicht so einfach vergessen. Er war doch nur ein Dieb und Mörder. Trotzdem war sie froh darüber, dass sie nun einigermaßen verschont wurde. Und auch sonst hatte sie nichts mehr zu befürchten. Er wäre ein netter, einigermaßen hübscher junger Kerl gewesen. Mit seinen rehbraunen Augen und dem etwas zu langen braunen Haar, das ihm ins Gesicht hing. Es war zwar eindeutig, was Lucas für sie empfand, doch erzwang er niemals irgendetwas. Er wollte wohl, dass es ebenso von ihr kam, aus ihrem eigenen Wunsch heraus. Doch das konnte sie nicht, nicht so. Das war unter diesen Umständen einfach zu viel verlangt. Für kurze Zeit wurde Lucas sowas wie ein Freund für sie. Den sie einerseits mochte, doch dessen Tun sie verabscheute. Noch immer hatte sie angst vor diesen Leuten und mit der Zeit schien auch die Geduld mit ihr zu verlieren. Er schrie sie des öfteren an, je länger sie sich ihm verweigerte und immer häufiger rutschte ihm die Hand aus und auch die Anderen trauten sich wieder mehr... fast hatte es wieder den Stand vor dem Vorfall mit Jamy erreicht...
So reiste sie weiter mit... tat was ihr aufgetragen wurde ... und lebte dahin, ohne viel Hoffnung von diesen Leuten weg zu kommen... doch alles ist im stetigen Wandel...
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EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :
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Jolinar schrieb nach 4 Minuten und 27 Sekunden:
für geschlossene Abs halte ich die Beschreibung für angebracht. Im offenen AB sind sie meist nicht so ausführlich, doch manche ForenRPGs verlangen es so extrem. Damit geht man sicher, dass ein Char nicht übertrieben wird und durchdacht ist.
Ich glaube aber nicht, dass es hier so ausführlich gebraucht wird! Enthalten sollte sein: Name, Eltern, HG, Aussehen.
Geändert von Jolinar (06.05.2007 um 18:58 Uhr).
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