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  #1  
Alt 25.04.2010, 15:33
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FanFiction, neues Medium mit Potential?  [ Alt 25.04.2010, 15:33 ]

Kürzlich bin ich auf dieses Medium gestossen, was für mich absolut neu war. Unter Fanfiction versteht man (für alle, die damit perse erstmal nichts anfangen können) das Schreiben von Geschichten über bestehende Bücher, Filme oder TV-Shows.

Inhaltlich können sich diese mit den gleichen Protagonisten, aber anderen Wendungen der Handlung oder auch anderen Paarungen derselben befassen, gemischt werden mit anderen Protagonisten (also zum Beispiel Aragon aus Herr der Ringe, trifft in solch einem Abenteur auf Conan den Barbaren).

Besonders beliebt sind auch neue Liebespaarungen, oder die Vertiefung von Charakteren, die im Originalbuch/Film/TV-Serie zu kurz gekommen sind. Es gibt z. Bsp. viele "FanFiction-Stories" über R.R. Martins Feuer & Eis Buchreihe, Buffy Vampire Slayer, Terry Goodkinds Sword of Truth/sowie die zugehörige TV Serie, Star Trek Voyager, Kim Harrisons Hollows Serie, Narnia Chroniken usw. und streckt sich generell über alle Genre s weg.

Erstaunt hat mich, wie viele "Schreiber/Autoren" und offensichtlich auch Leser es in diesem Genre gibt. Inzwischen habe ich auch einiges davon gelesen und muss sagen, dass es wirklich viele Menschen gibt, die es verstehen eine Geschichte in Wort und Schrift zu erzählen.

Da sich meine Erfahrungen auf englische Seiten beschränken: hier einige Seiten zum Schnuppern, für diejenigen, die es interessiert:

www fanfiction net
www slayerstime net
www livejournal com

Natürlich interessiert mich noch, ob ihr auch schon gelesen/geschrieben habt ?

RPG-Abenteuer fallen da für mich nicht direkt rein, aber grenzen durchaus an, oder ?
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  #2  
Alt 25.04.2010, 15:39
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential ?  [ Alt 25.04.2010, 15:39 ]

Ich weiß nicht, was die Welt unter FanFiction versteht, aber Geschichten zu bestehenden Welten habe Ich für mein Rollenspiel oft geschrieben. Jedoch nie länger als 60 Seiten.
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  #3  
Alt 25.04.2010, 16:13
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential ?  [ Alt 25.04.2010, 16:13 ]

@Theodin

60 Seiten sind eine Menge. Die Frage ist, dann hast du auch Protagonisten verwendet, die in der Ursprungwelt vorkommen und ihnen ein "neues, erweitertes" Gesicht verpasst ? Die Handlung beim Rollenspiel ist ja zumindest teilweise offen, bzw. hängt davon ab, wohin sich die Helden entscheiden zu gehen ... bei FanFiction-Geschichten schreibt der Autor/in die komplette Story, die er sich ausgedacht hat bis hin zum Ende, oder lässt es auch offen.
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  #4  
Alt 25.04.2010, 16:18
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential ?  [ Alt 25.04.2010, 16:18 ]

Ich habe eine Fraktion der Welt näher ausgebaut und darin eine andere Gruppe etabliert, die "gegen" sie steht. Dabei bin ich auf das Vermächtnis eines zu der Zeit weniger bekannten Helden eingegangen. Mittlerweile ist Alexandros Mograine in der Warcraft Welt schon definitiv ein Begriff. Zwar werden auch Hauptfiguren erwähnt und in einem großen Kampf sogar überwiegend nach dem Vorbild der Storyschreiber umgesetzt - wer Warcraft kennt, gemeint ist die Schlacht um Neu Avalon und die Kapelle des hoffnungsvollen Lichtes - aber an sich ist es immer eigen und handelt von dem Leben eines Mannes unter Korruption, Verrat und Machtgier in Teil 1 und um die Tragödie besagter Unterfraktion und seiner Ideale im Nordendkrieg im Teil 2.
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  #5  
Alt 25.04.2010, 22:03
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential ?  [ Alt 25.04.2010, 22:03 ]

Fanfiction ist mitnichten ein neues Phänomen. Ich habe schon vor Jahrzehnten (als ich noch eingefleischter Trekkie war) Fanzines zu StarTrek gelesen. Da gibt es die abstrusesten Sachen, aber zum Teil auch richtig gute Geschichten(eher selten). Vor einigen Jahren bin ich dann wieder über Geschichten meiner Lieblingsvampirjägerin Anita Blake gestolpert (pommedesang.com) - auch eher durchwachsene Qualität.
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  #6  
Alt 25.04.2010, 22:33
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential ?  [ Alt 25.04.2010, 22:33 ]

Mist, hatte gerade einen so schönen Text geschrieben, war gerade am Co-Lesen und dann komme ich Idiot beim Tippen auf das nichtausschaltbare Touchpad und klicke das Fenster weg.
Ich fasse mich mal etwas kürzer und bin etwas weniger gemein:

Das genre ist definitiv nicht neu. Ich las meine erste Fanfic im Internet mit 12 und schon damals kursierten sehr viele davon im Internet und in diversen Netzwerken, auch in Foren. Manche Fanficautoren merkten auch an, dass ihre Geschichten schon "etwas" älter seien und erst jetzt digitalisiert wurden. Die meisten Fanfic-Opfer sind zur Zeit Serien, die Mädchen als Zielgruppe haben, sowie komischerweise alle Genres in Anime und Manga, sowie Filme, die auch nur minimalen Platz für Nebenhandlungen lassen. Seltener trifft es "Männerfilme" (Braveheart, Conan), aber doch noch oft genug.

Wieso klinge ich so negativ, wenn doch Sameafnir so begeistert ist? Nun ja, sie hat die guten Fanfics gelesen und sich noch nicht in den großen Sumpf der echt miesen Fanfics reinbegeben. In diesem Sumpf findet man vorallem (post)pubertäres und hormongesteuertes Geschreibsel von Teenagermädels und leider auch von Damen, die mit Mitte 20 eine Rechtschreibbegabung eines Grundschulkindes an den Tag legen. Und dort gibt es die schlimmsten Crossoverideen und Storyerweiterungen, die man sich ausdenken kann - Butters (Powerpuffgirls) trifft Krypto (Supermans Hund), sie verlieben sich, Dramarama, Gargamel (der böse Zauberer von den Schlümpfen) kommt ins Spiel, wird plötzlich gut und verwandelt Krypto in einen menschlichen Jungen. Ja, sowas gibt es. Irgendwo da draußen.

Und irgendwo dort draußen fing auch ein neues Genre an - der Verriss. Da werden Fanfictions genommen und "nett" kommentiert/verbessert. Zumeist amüsant, aber auch leider gibt es da schwarze Schafe, die es kaum zu korrekter Orthographie schaffen und dennoch meinen, die der anderen bemängeln zu müssen.


Zitat:
Inzwischen habe ich auch einiges davon gelesen und muss sagen, dass es wirklich viele Menschen gibt, die es verstehen eine Geschichte in Wort und Schrift zu erzählen.
Das ist leider von den wenigsten Autoren zu sagen, auch wenn es wirklich, wirklich gute Fanfics gibt, sogar von Serien, bei denen ich es für unmöglich hielt, dass es dafür gute Fanfics geben kann. Die besten Crossover sind meiner Meinung nach übrigens diejenigen, die im selben Universum spielen - also zB DC-Comic-Crossover oder Serien, die in der heutigen Zeit spielen. Conan und Aragon als Crosspairing muss schon mit einer verdammt guten Begründung daherkommen, um nicht gleich lächerlich zu werden.


Zu der Frage "Medium mit Potential?":
Ich glaube, dass Fanfics und Doujinshis ( D?jinshi ? Wikipedia ) weiterhin eher unwichtig als "Genre" oder Medium bleiben. Dass Fanfics oder Doujinshis die Möglichkeit bieten den Sprung zu einem richtigen Autor mit eigenen Geschichten zu schaffen, halte ich da für wahrscheinlicher.
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  #7  
Alt 26.04.2010, 00:24
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential ?  [ Alt 26.04.2010, 00:24 ]

Zitat:
Zitat von Illister Beitrag anzeigen
In diesem Sumpf findet man vorallem (post)pubertäres und hormongesteuertes Geschreibsel von Teenagermädels und leider auch von Damen, die mit Mitte 20 eine Rechtschreibbegabung eines Grundschulkindes an den Tag legen.
Jap, davon kann auch ich ein Liedchen singen...
Wenn die Harry Potter-Figuren Remus Lupin und Sirius Black als Teenager plötzlich zueinem schwulen Liebespärchen werden, da rollen sich mir nicht nur die Fußnägel hoch... Da frage ich mich, wie manche Leute es sich trauen, so dermaßen mies mit dem genialen Gedankengut anderer umzugehen.

Ich habe häufiger darüber nachgedacht, vielleicht auch mal so etwas zu schreiben, es häufig jedoch auf Ausmahlungen in meinem Kopf beschränkt und das Aufschreiben gleich nicht begonnen.

Im Grunde empfinde ich es persönlich als Ideenklau und da mir meine Autorenehre bzw. die Ehre eines Autoren allgemein sehr wichtig ist, wird das wohl höchstens mal ein Aufschreiben aus Jux werden. Ich bin immer noch der Auffassung, wer wirklich etwas schreiben will, sollte seine eigenen Gehirnzellen anregen.
Aber das ist wohl persönliche Meinung
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  #8  
Alt 26.04.2010, 21:28
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential?  [ Alt 26.04.2010, 21:28 ]

Dass das Genre für sich nicht neu ist, dachte ich mir schon, und dass ich es sozusagen als Spätentdecker finde wohl eher selten. Eure Kommentare finde ich hochinteressant, da ich tatsächlich bis dato die "schlechteren" Seiten dieses Genres nicht gefunden habe.

Es ist natürlich so, dass ich relativ gezielt an die Sache herangegangen bin, d.h. ich habe nach bestimmten Geschichten gesucht.

Die Anmerkung mit dem Ideenklau möchte ich noch kommentieren, da man sicherlich auf einer bestehenden Basis schreibt, bedient man sich einer Idee eines anderen, aber man setzt seine eigene Fantasie ein, um die Welt / Protagonisten nach eben dieser - eigenen - Facon darzustellen. Ja, ein Teil der Idee wird "geklaut", aber anschliessend weiter entwickelt. Hier gilt meines Erachtens die Fantasie mit der dies getan wird als Triebfeder
und nach der Fantasie, die eingebracht wird sollte bewertet werden.

Wie manche wissen bin ich lesbisch und finde häufig die homosexuellen Charaktere sehr stereotypisch dargestellt und wenig facettenreich. Zugegebenermassen ist dies bei Fantasy und Sci-Fi Romanen nicht so häufig der Fall, in andren Genres jedoch schon sehr. Hier gibt es eine ganze Menge FanFiction, die andere Paarungen (lesbische/homosexuelle) aufgreift und durchaus gekonnt umsetzt. Für mich als "Minderheit" eine schöne Bereicherung meines Lesestoffes.

Conan / Aragorn als crossover war ein betont überspitztes Beispiel und ist mir tatsächlich noch nie begegnet.
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  #9  
Alt 26.04.2010, 22:55
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential?  [ Alt 26.04.2010, 22:55 ]

Zitat:
Zitat von Sameafnir Beitrag anzeigen
Conan / Aragorn als crossover war ein betont überspitztes Beispiel und ist mir tatsächlich noch nie begegnet.
Tja, mir ist mein Powerpuff-Beispiel begegnet. Und mit etwas Zeit finde ich dir auch sicher ein Conan/Aragorn-Crossover.

Zum Ideenklau (und jetzt rede ich über die guten Fanfics):
Manche Autoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, Lücken in Geschichten zu füllen. Das ist jede Menge Arbeit, da sie wirklich jede Anspielung des Originalautors aufnehmen und ihre Geschichte so möglichst stimmig in den Handlungsstrang der Originalgeschichte einbringen. Es liest sich dann so, als lese man ein fehlendes Kapitel - ja, sogar der Stil des "echten" Autors wird gut imitiert.
Und auch wenn man "nur" mit vorhandenen Personen arbeitet und sie zB eine alternative Geschichte durchlegen lässt, so ist das auch ein ganz schönes Stück Arbeit. Denn nur eine Fanfic, in der man die "echten" Character auch glaubhaft als solche auftreten lässt, ist eine gute. Wenn Conan plötzlich ein Weichei ist, dann wirkt die ganze Fanfic aufgesetzt.

Darin liegt auch der Reiz von Fanfics, wie ich finde: man bemüht sich beim Schreiben sehr darum, eine bereits erfundene Person glaubhaft handeln zu lassen, es ist eine kleine Herausforderung, die beim normalen Schreiben nicht da ist.

Edit: ich wusste, dass ich nicht nach Aragorn/Conan suchen sollte! Ich fand ein LotR-Crossover mit Dora the Explorer im iambischen Pentameter! Ist - Gott sei Dank - aber nicht ernst gemeint.
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Geändert von Illister (26.04.2010 um 22:58 Uhr)
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  #10  
Alt 26.04.2010, 23:51
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AW: FanFiction, neues Medium mit Potential?  [ Alt 26.04.2010, 23:51 ]

Zitat:
Zitat von Sameafnir Beitrag anzeigen
Die Anmerkung mit dem Ideenklau möchte ich noch kommentieren, da man sicherlich auf einer bestehenden Basis schreibt, bedient man sich einer Idee eines anderen, aber man setzt seine eigene Fantasie ein, um die Welt / Protagonisten nach eben dieser - eigenen - Facon darzustellen. Ja, ein Teil der Idee wird "geklaut", aber anschliessend weiter entwickelt. Hier gilt meines Erachtens die Fantasie mit der dies getan wird als Triebfeder
und nach der Fantasie, die eingebracht wird sollte bewertet werden.
Ja da gibt es sicherlich Unterschiede - aber leider liest man manchmal auch Geschichten, wo man gerne den Kopf auf den Tisch schlagen möchte... Ich bin da aber vielleicht auch etwas speziell ^^

@Illister: Ja, wenn FanFics dafür genutzt werden, Lücken zu füllen, ist das vermutlich noch mit die mir beliebteste Variante, weil da häufig auch viel Arbeit hinter steckt (mir als Historikerin liegt das wohl auch mit am nächsten).
Aber ich merke, ich muss meine Einstellung zu FanFics vllt ein klein wenig lockern... muss ja zugeben, manchmal macht es Spaß sich vorzustellen, wie man selbst in solchen Geschichten handeln würde bspw.

Hach ich bin da zwiegespalten


Was die Darstellung von Homosexualität angeht: Ich denke, dass das in erster Linie auch daher kommt, dass viele Autoren das auch nicht wirklich "kennen". Sie haben eine gewisse Vorstellung, wie das ist, aber wenn sie selbst nicht homosexuell sind, können sie eben nicht genau wissen, wie das ist. Oje das klingt jetzt, als wäre das so ganz anders, aber ich weiß es nicht besser auszudrücken. Da wird vermutlich recht schnell auf Klischees zurückgegriffen.
Hast du die Buchreihe von Trudi Canavan gelesen? Also "Die Gilde der schwarzen Magier"? Ich persönlich finde die Darstellung der Homosexualität da sehr schön geschrieben, weder übertrieben noch irgendwie übervorsichtig Habe mich sehr gefreut, dieses Thema mal in einem Fantasy-Roman aufgegriffen zu sehen


/edit: kaum zu glauben, nu juckt es mir irgendwie in den Fingern, was zu schreiben
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